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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
LaCour, Nina,     
Titel:
Alles Okay
ISBN:
978-3-446-26435-9  
Übersetzer:
Zeitz, Sophie
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
208
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Coming-of-Age-Geschichte zwischen Todesfall und Liebe
[fas 12 Berlin]
       
Lesealter:
14 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Sterben / Tod / Liebe / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dieser Coming of Age-Roman blättert die Geschichte von Marin und Mabel in Montagen zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf. Nina LaCour erzählt auf diese Weise nicht nur von Marins und Mabels Freundschaft, sondern auch von ihrer gemeinsamen Entdeckung von Liebe und Sexualität. Diese verwebt sich allerdings in die größte Entdeckung, die Marin über sich und ihr bisheriges Leben machen muss.
Während Marin ahnungslos bei ihrem Großvater lebt und viel Zeit bei ihrer besten Freundin Mabel verbringt, entpuppt sich ihr Leben direkt nach dem Tod des Großvaters als große Lüge. Wenig erfahren die Leser*innen über die eigentlichen Hintergründe zu der Lüge, über ihren Großvater und sein Verhältnis zu seiner Tochter, Marins Mutter. Diese Informationen bleiben der Hauptfigur des Jugendromans ebenso verborgen.
Dabei hofft die Leserin bis zum Ende des Romans, die aufklärende Wahrheit zu erfahren. Was ist wirklich passiert? Warum lebte der Großvater in einer Lüge und wie sieht die wahre Geschichte aus? Der Roman lässt, was dies betrifft, die Leserin aber mit Bruchstücken der Wahrheit unbefriedigt zurück.
Dagegen verwendet die Autorin viel Erzählzeit, um Marins Flucht vor den Ereignissen zu schildern und ihre Verzweiflung über Stimmungen zu transportieren. Vielleicht kommt diese Art der Verhandlung der Realität einer Heranwachsenden, die mit ihrem Großvater auch ihre Vergangenheit verloren hat, und einfach nur versucht, damit zurecht zu kommen, aber sehr nahe. Die Erinnerungen an das, was wirklich ist oder war, fallen einem „Schwarzen Loch“ zum Opfer.
Der Roman schafft das, was die Hauptfigur selbst so beschreibt: „Ich hatte die Traurigkeit verdrängt. Fand sie in Büchern. Weinte über Romane statt über die Wirklichkeit. Die Wirklichkeit war schnörkellos, bodenlos. Sie hatte keine poetische Sprache, keine gelben Schmetterlinge, keine epischen Regenfälle“ (S. 80f.).
[fas 12 Berlin]
  
       

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