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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Osberghaus, Monika,     
Titel:
Alle behindert! 25 spannende und bekannte Beeinträchtigungen in Wort und Bild
ISBN:
978-3-95470-217-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Klein, Horst
Seitenanzahl:
40
Verlag:
Klett-Kinderbuch, Leipzig
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Schluss mit verstohlenen Blicken zum Jungen im Rollstuhl. Nie wieder fragen müssen, warum das Mädchen da so komisch guckt. Dieses Buch erzählt alles, was du schon immer über besondere und behinderte Menschen wissen wolltest... oder auch nicht.
[fs 12 Berlin]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Behinderung
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Im Buch werden 25 Beeinträchtigungen in Wort und Bild vorgestellt. Auf je einer Seite wird ein Kind vorgestellt. Dabei ist nicht sofort erkennbar, was das Kind hat. Es gibt keine Überschriften mit dem Namen der Beeinträchtigung. Es gibt mehrere Zwischenüberschriften, wie eine Art Steckbrief zu jedem Kind. Dabei wurde notiert, was das Kind gerne mag und was weniger, der Lieblingssatz, die Behinderung, der Spitz- oder Schimpfname, wie oft kommt das vor, geht das wieder weg und wo kommt das her. Außerdem werden Tipps gegeben, wie man auf das Kind zugehen kann und was man lieber lässt oder wie man mit ihr/ ihm spielen kann. Es wird erklärt, was an der Behinderung doof ist, aber auch welchen Vorteil es für einen Betroffenen eventuell haben kann.
Im Fokus steht immer das Kind, nicht die Behinderung. Es wurden Kinder mit unterschiedlichem Geschlecht und Nationalität gezeichnet. Dabei geht es um die Diversität von Kindern. Vorgestellt werden das Down-Syndrom, Lernbehinderung, Stottern, Kleinwuchs, Gehörlosigkeit, Muskelschwäche, Autismus, aber auch Angeber, Mitläufer oder Essnörgler.

Die Sachtexte sind kurz gefasst und auf das Wesentliche reduziert. Jedes Kind wird mit typischen Merkmalen und Gegenständen gezeichnet, die seine Beeinträchtigung kennzeichnen. Die Illustrationen spiegeln die Individualität der Kinder auch dadurch wieder, dass jedem Kind eine eigene Farbe und Schriftart zugeordnet wurde. Die im Buch abgebildeten Kinder sind frei erfunden und die dargestellten Beeinträchtigungen stellen auch nur einen winzigen Ausschnitt in der Bandbreite einer Behinderung dar. Bei der Entstehung des Buchs haben
Kinder mit Behinderungen und ihre Eltern mitgewirkt und von ihren Besonderheiten erzählt.

Ein Buch, das sich sehr offen, neugierig und auch etwas frech einem schwierigen Thema nähert. Es geht nicht darum, die Kinder zu bemitleiden, sondern sie so zu nehmen, wie sie sind und sich ihnen ohne Angst zu nähern. Am Ende ist der Leser selbst gefragt, sich wie die anderen Kinder selbst einzuschätzen und einen eigenen Steckbrief auszufüllen. Dabei ist Selbstreflexion gefragt.
[fs 12 Berlin]
  
       

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