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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Ende, Michael/Freund, Wieland,     
Titel:
Rodrigo Raubein und Knirps, sein Knappe
ISBN:
978-3-522-18500-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
208
Verlag:
Thienemann, Stuttgart
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
17,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Puppenspielersohn Knirps kennt keine Angst, sondern sucht das Abenteuer. Beim gefährlichen Raubritter Rodrigo Raubein verhält es sich genau umgekehrt. Der ängstliche Ritter verlässt seine Burg nur im Notfall.
[atan 12 Berlin]
       
Lesealter:
8 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Autor Wieland Freund hat die Herausforderung angenommen und 20 Jahre nach dem Tod Michael Endes dessen unvollendeten Mittelalterroman fertig erzählt. Und das ist ihm gut gelungen, denn man spürt nach den ersten drei, von Ende verfassten Kapiteln, keinen Bruch, wenn man die Geschichte weiterliest. Sprache, Weiterentwicklung der Charaktere und der Handlung, neu hinzugefügte Figuren – alles passt gut zusammen. Im Zentrum der Geschichte steht Knirps, der Sohn des Puppenspielerehepaares Mama und Papa Dick. Der furchtlose Junge sucht das Abenteuer und verlässt seine Eltern in einer stürmischen Nacht, um als Knappe beim gefürchteten Raubritter Rodrigo Raubein zu leben. Dieser wiederum hält seine abschreckende Fassade nur aufrecht, weil er eigentlich ein sehr ängstlicher und menschenscheuer Mann ist, der lieber Kakteen züchtet, als auf Raubzüge zu gehen.
Gegensätze ziehen sich an, erst recht, wenn man fiesen Gegenspielern wie dem bösen und machthungrigen Zauberer Rabanus Rochus und dem gemeinen und goldhungrigen Drachen Wak gegenübersteht. Sie sind nicht wirklich Freunde, sondern eher Zweck- Verbündete: Rabanus will den melancholischen König beerben und versucht alles, um dessen Sterbeprozess zu beschleunigen. Der Drache Wak soll dazu die Prinzessin entführen und wird dafür mit dem Schatz des Königs belohnt. Die Schauplätze wechseln, die Handlungsstränge laufen zunächst parallel, kommen am Ende aber zusammen. Die „Schwachen und Guten“ bekommen Unterstützung durch zwei weitere wichtige Figuren: den Medicus Padrubel, der dem König beisteht, und dem Papagei Sokrates, der schlaue Kopf der Puppenspielerfamilie. Die beiden inszenieren ein Puppentheater, bei dem der Drache Wak überführt wird, alles eingesteht und die beiden „Bösen“ schließlich fliehen müssen.
Alles ist sehr raffiniert konstruiert, aber spannend und nachvollziehbar erzählt. Auf einer abstrakten Ebene geht es immer wieder um das Theaterspielen und das Geschichtenerzählen. Und zu guter Letzt auch noch darum, seiner wirklichen Bestimmung nachzukommen, denn: Aus dem Puppenspielersohn wird ein Knappe, die fahrenden (aber eigentlich untalentierten) Puppenspieler werden in der Ritterburg sesshaft und züchten Gemüse, der ängstliche Raubritter wird Puppenspieler. Damit sind alle zufrieden. Auch die beiden „Dichter und Denker“, der schlaue Sokrates und Medicus Padrubel, bleiben durch Briefwechsel in Kontakt. Doch das ist eine andere Geschichte…
[atan 12 Berlin]
  
       

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