AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

9428 aktuelle Rezensionen, weitere 69813 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Welford, Ross,     
Titel:
Der 1000-jährige Junge
ISBN:
978-3-649-63027-2  
Übersetzer:
Knese, Petra
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
384
Verlag:
Coppenrath, Münster
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Der elfjährige Alfie Monk hat ein Geheimnis: Er ist ein Nimmertoter und lebt schon seit 1000 Jahren. Als seine ebenfalls nimmertote Mutter bei einem Feuer tragisch ums Leben kommt, muss er sich seinen Freunden anvertrauen.
[atan 12 Berlin]
       
Lesealter:
8 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Geschichte / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Eine wirklich ungewöhnliche Geschichte, die die Leser von Anfang an in Stauen und Spannung versetzt. Stück für Stück und sehr überzeugend wird die Figur von Alfie konstruiert. Ein Junge, der im Alter von elf Jahren mit seiner Mutter - und versehentlich auch mit seiner Katze - mit „Lebensperlen (livperler)“ in Berührung kam und seitdem nicht mehr älter wird. Äußerlich bleibt er ein elfjähriger Junge (abgesehen von seinen inzwischen schlechten Zähnen), aber mit einer persönlichen und eben auch schon beeindruckend historischen Biographie über die Spanne der letzten 1000 Jahre. Er kann auf Kriege und gesellschaftliche Umbrüche zurückblicken, war mit Charles Dickens befreundet, spricht viele Sprachen bzw. Dialekte des Englischen und er hat auch zahlreiche persönliche Erfahrungen durchlebt. Letztere aber mitunter schmerzlich, etwa wenn enge Freunde älter und schließlich erwachsen werden, Kinder und Enkel haben. Hinzu kommen diverse Umzüge, wenn das Misstrauen im engeren sozialen Umfeld Mutter und Sohn gefährlich wird. Das erklärt die enge Bindung an die Mutter, mit der er ein ziemlich isoliertes Leben führt; umso traumatischer ist für Alfie der Tod seiner Mutter durch einen Unfall.
Die Handlungsstränge werden aus verschiedenen Erzählperspektiven aufgebaut. Neben Alfie spielt Aidan eine wichtige Rolle und beschreibt die Ereignisse aus seiner Sicht. Aidan ist neu in die Gegend gezogen, stammt aus armen Verhältnissen und muss erst noch seinen Platz in der Schule finden. Erleichtert wird ihm das durch die clevere und selbstbewusste Roxy, die sich um ihre kranke Mutter kümmern muss und schon sehr selbstständig erscheint. Die beiden kommen mit der Zeit hinter das Geheimnis ihres Mitschülers – so wie auch die sympathische Sozialarbeiterin des Kinderheims, in das Alfie kommt. Frühere Melderegister, alte Fotos und Zeitungsberichte, Alfies Zahnstatus und schließlich auch die angesetzte DNA-Untersuchung geben immer mehr Hinweise. Doch noch spannender gestaltet das Wettrennen zwischen Alfie und einem weiteren Nimmertoten – seinem Onkel Jasper – zu der vermutlich letzten Lebensperle, denn beide wollen endlich ein normales Leben führen. Spätestens im letzten Drittel kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen: gefährliche Bootsfahrten im Sturm zu der Insel, wo Aidan die Lebensperle vor langer Zeit versteckt hat und wo jetzt Archäologen mit Ausgrabungen beginnen, Hubschraubereinsatz, Zweikampf zwischen den beiden Nimmertoten – zumal Jasper nicht nur Konkurrent auf der Jagd nach der Lebensperle ist, sondern sich auch noch als Mörder von Alfies Vater entpuppt. Gemeinsam mit seinen verlässlichen Freunden schafft es Alfie mit knappen Vorsprung, und knapp vor dem Termin zur DNA-Analyse schluckt er die Lebensperle. Gene gut – alles gut.
[atan 12 Berlin]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.