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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Jäger, Sarah,     
Titel:
Die Nacht so groß wie wir
ISBN:
978-3-499-00574-9  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
188
Verlag:
Rowohlt, Reinbek
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein Schulabschluss bildet grundsätzlich eine Zäsur im Leben. Doch was ist, wenn alte Narben aufbrechen, unverarbeitete Ereignisse hochkochen, ehe das "richtige Leben" beginnt? Hält eine Freundschaft zwischen mehreren jungen Menschen das aus?
[WaMi 11 Bayern]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Schulabschluss / Freundschaft / physische und psychische Narben
       
Anmerkungen:
Ethikunterricht, Religionsunterricht, Leseclubs
       
Beurteilungstext:
Mit ihrem neuen Jugendroman hat die Autorin ein schwieriges Thema angerissen. Fünf Freunde, unterschiedlichster Art, seit vielen Jahren miteinander verbunden, erleben den letzten Abend und die letzte Nacht als Schüler*in. Dies sei die Nacht, in der sie alle sterben und sie ihren Ungeheuern begegnen würden, so sagen sie.
Und so ist es auch: Pavlow muss mit der Scheidung seiner Eltern und dem neuen Leben seines Vaters, in dem er keine Rolle mehr spielt, fertig werden. Bo hat das Abitur nicht bestanden, doch die Ursache dafür liegt in einer Krankheit, die er nicht mal seinen Freunden sagen kann. Tolga wurde in der fünften Klasse von Maja unabsichtlich verletzt und trägt seitdem eine Narbe im Gesicht. Maja gilt als die Intellektuelle, die für ein halbes Jahr nach Japan gehen wird, gendert und die Abstimmung über den Ort der Abi-Feier heimlich manipuliert hat. Und Suse trauert immer noch um ihren verstorbenen Vater, will nach Hamburg zu einer Freundin und gleichzeitig mit Pavlow nach Ghana. In dieser Nacht brechen innere und äußere Konflikte auf und entladen sich teils äußerst ungestüm.
Diese fünf Freunde stehen für viele Jugendliche, die sich vor einer Zäsur in ihrem Leben befinden. Die Schulzeit wird abgeschlossen und damit müssten die bestehenden Probleme gelöst werden. Denn sonst werden alte Konflikte in neue Lebensabschnitte mitgeschleppt und belasten einen Neustart.
Sarah Jäger ist mit ihrem zweiten Jugendroman ein literarisch äußerst anspruchsvoller Text mit poetischen Einschüben gelungen. Anfangs gestaltet sich der Roman als sperrig. Die vielen Sichtweisen, Texte, die wieder über andere berichten und die eingeschobenen - aber notwendigen - Rückblicke, verhindern zunächst einen Verständnis- und damit Lesefluss. Lässt man sich aber auf den komplexen Text ein, so öffnet sich ein psychologisch dichtes Geflecht von Beziehungen, dem man nicht widerstehen kann.
Ein großartiges Psychogramm über eine kurze und manchmal dramatische Zäsur im Leben.
[WaMi 11 Bayern]
  
       

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