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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Gmehling Will,     
Titel:
Bahnhof am Ozean
ISBN:
978-3-86429-474-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Pin Isabel
Seitenanzahl:
30
Verlag:
Tulipan, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine Katze mit Hackfleisch im Rucksack und ein einsamer, trauriger Junge auf dem Weg ans Meer aus ganz unterschiedlicher Motivation. Unterschiedlicher könnten die beiden Persönlichkeiten kaum sein. Aber gerade deshalb kann etwas ganz Besonderes entstehen, denn das Meer tut immer was getan werden muss.
[SoPa 11 Bayern]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Gefühle / Außenseiter / Freundschaft
       
Anmerkungen:
Lässt sich wunderbar in der Grundschule einsetzen
       
Beurteilungstext:
Mit „Bahnhof am Ozean“ zaubert Will Gmehling schon gleich mit dem Titel Bilder einer spannenden Reise mit Perspektivwechsel in den Kopf. Er zeigt in dem Bilderbuch feinfühlig den herausfordernden den Weg zwischen der Einsamkeit durch Ausgrenzung und Freundschaft auf, mit allen Gefühlen, die damit verbunden sind. Er bedient sich meist kurzer Sätze und einer einfachen klaren Sprache, die damit aber trotzdem alle Zwischentöne abdeckt.

Der Autor erzählt zunächst von der Katze, die durch Erzählungen eines Freundes auf das Meer neugierig wird, kurzerhand fest entschlossen ihre Sachen packt, um sich selbst ein Bild zu machen.

Dabei trifft sie am Bahnhof auf die Schulklasse 2b, die ebenfalls einen Ausflug ans Meer macht. Anders als die Katze fährt der Junge Eilert Fidi Cornelius, „Ei“ genannt, mit seiner Klasse nicht aus Neugierde und auch nicht freiwillig ans Meer.

Ei ist anders als die anderen, riecht nach Kuhstall und hat keine Freunde. Er lebt mit seiner Familie auf einem Bauernhof und fühlt sich nur dort zu Hause. Daher ist auch der Platz neben ihm im Zug frei und die Katze nimmt diesen ein.

Die Katze ist in allem was sie tut selbstsicher und klar. Sie tut, was eine Katze tun muss, schläft und frisst Hackfleisch und droht mit ihren Krallen, als der Schaffner sie wegen der fehlenden Fahrkarte aus dem Zug werfen will. Ei beobachtet die Katze genau.

Am Meer angekommen genießt die Katze das Meer, den Strand und die Sonnenstrahlen und ruht sich aus. Ei beobachtet sie und setzt sich schließlich neben sie und fängt an zu erzählen: von sich und seiner Welt, seinen Gedanken und Gefühlen. Die Katze hört ihm einfach nur zu, springt auf seinen Schoß und schnurrt, ohne zu bewerten. Das ist eine neue Erfahrung für Ei und gibt ihm Mut.

Auf der Heimfahrt sitzt Ei nicht mehr allein. Ein Mädchen setzt sich zu ihm und sie werden bis zum Ende der Fahrt Freunde.

Isabel Pin hat die wechselnden Orte der Erzählung in Wasserfarben illustriert und mit vielen Details gestaltet, sodass jede der 32 Doppelseiten Lust auf eine Entdeckungsreise macht. Sie verwendet nahezu ausschließlich die Grundfarben in unterschiedlicher Intensität, je nach Verlauf der Geschichte. Die leicht verschwommene Optik machen die Bilder ruhig, sanft und teilweise sogar verträumt und unterstreichen damit die beschriebenen Emotionen. Die schnörkellose klare Schrift und die einheitliche Schriftgröße ordnen sich völlig der Erzählung und den Illustrationen unter, sodass sich der Erzähler oder Leser vollständig auf die Erzählung selbst konzentriert.

Das Bilderbuch eignet sich zum Vorlesen, selbst lesen und für die thematische Arbeit mit kleinen Gruppen. Es bietet Identifikationsmöglichkeiten sowohl für den Hilfesuchenden aber auch die Helferfigur und orientiert sich authentisch an der Lebenswelt der Grundschulkinder, aber auch schon älterer Kinder. Ergänzend gibt der Rahmen der Geschichte mit der Reise ans Meer einen weiteren Redeanlass. Der Leser erlebt, wie durch diesen Perspektivwechsel überhaupt erst neue Kraft und Mut entstehen kann, um die Sicht auf die eigene Welt zu verändern und neues zuzulassen oder auszuprobieren.
[SoPa 11 Bayern]
  
       

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