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Autor:
Ries, Johanna,     
Titel:
Die Fleckenfeder
ISBN:
978-3-314-10533-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Ries, Johanna
Seitenanzahl:
40
Verlag:
Nord-Süd, Gossau
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine glückliche Gemeinschaft von drei Vögeln und einem Elefanten wird durch eine herbeigewehte Feder aus dem Gleichgewicht gebracht. Der Streit eskaliert und es droht eine ungeahnte Gefahr.
[BiSu 11 Bayern]
       
Lesealter:
4 - 5 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / Gefühle / Tiere / Neid / Eifersucht
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
In ihrem Bilderbuch erzählt Johanna Ries die Geschichte der Vögel Ade, Emem und Nuru, die einträchtig auf ihrem Elefanten leben. Gemeinsam ziehen sie mit der Elefantenherde durch die Weiten der Savanne und sind sicher vor herannahenden Raubtieren. Die Drei sind beste Freunde und nie gibt es Streit unter ihnen. So hätte es ewig weitergehen können, wenn, ja wenn nicht eines Tages der Wind eine bunt gefleckte Feder zu ihnen gebracht hätte. Fortan ist es mit der Harmonie vorbei. Ade schnappt sich die Feder und steckt sie in ihr Gefieder. Emem und Nuru sind eifersüchtig und wollen die Feder erobern. Es wird geprahlt und gezankt, bis es dem Elefanten zu viel wird und er sie mit einem Wasserstrahl von seinem Rücken herunterprustet. Er verlangt von den Vögeln, dass sie die Feder loswerden und sich vertragen. Ansonsten dürfen sie nicht auf seinen Rücken zurück. Doch die Vögel zanken weiter, selbst als es dunkel wird, kommen sie nicht zur Besinnung. Doch da nähert sich unbemerkt eine dunkle Gestalt und es scheint, als ob das Unglück seinen Lauf nimmt.
Die Illustratorin Johanna Ries begleitet ihre Geschichte mit atmosphärischen Bildern. Sie verbindet unterschiedliche Techniken zu ganz besonderen Bildkompositionen. Durch Druck, Collage und Malerei gelingen ihr außergewöhnliche Perspektiven, die den Text wiedergeben und darüber hinausgehen. Die Weite der Savanne, in verschiedenen Gelbtönen, ist ebenso erlebbar, wie die Vertrautheit der lebensecht gezeichneten Tiere. Die Wende wird deutlich, als die farbenprächtige Fleckenfeder über den Elefanten schwebt. Von nun an nimmt die Erzählung spürbar an Fahrt auf und die Bilder spiegeln die Dramatik wieder: Schäumendes Wasser, wütend herumflatternde Vögel, ein Elefant aus der Froschperspektive mit einem riesig wirkenden Rüssel. Den Höhepunkt bilden die nächtlichen Illustrationen. Schemenhaft erkennbar sind die dunklen Gestalten der Elefanten, drei weiße Flecken und ein sich heranschleichender Schatten. Auf der nächsten Seite blitzen gelbe Augen auf, welche die streitenden Vögel beobachten. Johanna Ries lässt nun einen gruseligen Wildhund hervorspringen, in dessen aufgerissenes Maul die Feder flattert. Jäh verändert sich seine Mimik ins Groteske, als ihn der Rüssel des Elefanten trifft. Durch die Rettung sind die Vögel geläutert und die Farbstimmung wechselt wieder. Ries taucht die morgendliche Szenerie in warme Braun-Rottöne, in der die Elefantenherde in Richtung der aufgehenden Sonne weiterzieht.
Mit ihrem Bilderbuchdebut ist Johanna Ries ein rundum gelungenes und sehr empfehlenswertes Bilderbuch gelungen. Streit und Eifersucht der Vögel lassen sich von Kindern gut nachvollziehen, denn alle kennen das Gefühl von Neid und Eifersucht, wenn andere etwas Schönes und Außergewöhnliches besitzen. Die aufregenden Szenen mit dem Wildhund sorgen für einen zusätzlichen Nervenkitzel. Die Versöhnung am Schluss zeigt, wie viel mehr die Freundschaft zählt und wie unwichtig die Feder letztendlich ist. Das Bilderbuch ist für Kinder ab 4 Jahren geeignet und kann gut im Kindergarten eingesetzt werden, um über die Themen Gefühle, Streit und Freundschaft zu sprechen.
[BiSu 11 Bayern]
  
       

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