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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Blackall, Sophie,     
Titel:
Hallo, Leuchtturm!
ISBN:
978-3-314-10525-8  
Übersetzer:
Schaub, Anna
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Blackall, Sophie
Seitenanzahl:
44
Verlag:
Nord-Süd, Gossau
Gattung:
Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein einsamer Leuchtturm mitten im Meer - seinen Bewohner gibt er ein Zuhause, für die Seefahrer ist er ein lebenswichtiger Signalpunkt.
[BiSu 11 Bayern]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Arbeitswelt / Abenteuer / Seefahrt / Leuchtturm / Technik
       
Anmerkungen:
Im NordSüd Verlag ist ein passendes Wendeposter "Hallo, Leuchtturm!" zu bekommen.
       
Beurteilungstext:
Leuchttürme sind Sehnsuchtsorte und wir stellen uns das Leben auf ihnen wildromantisch vor. Wen diese besondere Faszination einmal gepackt hat, den lässt sie nicht mehr los. So erging es auch der australischen Autorin und Illustratorin Sophie Blackall, als sie auf dem Flohmarkt zufällig auf einen alten Druck stieß, der das Innenleben eines Leuchtturms zeigte. Sie begann intensiv zu recherchieren und wohnte sogar eine Zeit lang auf einem Leuchtturm am nördlichen Rand von Neufundland. Eben dieser Leuchtturm diente ihr als Grundlage, um über die Arbeit und das Leben eines Leuchtturmwärters zu erzählen.
Sophie Blackall liefert spannende Einblicke in den Alltag eines Leuchtturmwärters, lässt aber auch Platz für Träume von einem abenteuerlichen Leben, mitten im Meer. Das Cover des hochformatigen Bilderbuchs zieht die Blicke der Betrachter*innen gleich auf sich: Ein weißer Leuchtturm mit roten Farbakzenten, auf einer winzigen Felseninsel im Meer. Und hält man es ins Licht, erstrahlen das Leuchtfeuer und der Buchtitel „Hallo Leuchtturm“ goldfarben. Den Akteur des Buches findet man in der Mitte der Lichtkuppel - den Leuchtturmwärter.
Die mal kräftigen, mal sanften Illustrationen aus Wasserfarben und Tusche habe eine besondere ästhetische Ausstrahlung. Wer hätte gedacht, dass Wasser so viele verschiedenen Blau-, Grün oder Grautöne haben kann und dabei so unterschiedliche Stimmungen wiederspiegeln kann? Sophie Blackalls detailgetreuen Zeichnungen machen es möglich, in diese oft einsame und monotone Welt des Leuchtturmwärters eintauchen. Sein Tagesablauf scheint gleichförmig, er kümmert sich Tag und Nacht um das Licht, notiert alles in seinem Logbuch, schreibt Briefe. Als ein Frachtschiff Material und Lebensmittel liefert, ist endlich auch seine Frau dabei. Zu zweit lässt sich das abgeschiedene Leben nun leichter meistern.
Auf Doppelseiten, die teilweise durch runde Vignetten ergänzt sind, die ergänzende Szenen erzählen, stellt Sophie Blackall in eindringlichen Bildern die Gefährlichkeit des Alltags, aber auch die Schönheit der Naturgewalten dar: Wind, der Möwen tanzen lässt - Nebel, der alles verschluckt - brausende Stürme, die Schiffe zum Kentern bringen - Kälte, die das Meer zu Eis werden lässt - eine Krankheit, während der alle Verantwortung auf den Schultern der Frau des Leuchtturmwärters ruht - schließlich, die Geburt eines Kindes.
Blackalls Darstellungen sind voller Poesie: Wale schwimmen durch ein sanft blaues Meer voller goldener Punkte, am gelblichen Horizont zieht ein Eisberg vorüber. Winzige Menschen stehen auf dem Balkon des Leuchtturms und lassen einen Drachen steigen. Ein andermal erstrahlt das grüne Polarlicht am dunkelblauen Sternenhimmel, wie eine Seeschlange spiegelt es sich im graublauen Meer. Verwaschene Schatten des Paares betrachten die unwirkliche Szenerie aus einem Fenster heraus.
Zurückhaltend fügt sich der Text in die Illustrationen ein und erklärt nur das Notwendige. Die Bilder sprechen für sich, es gibt so vieles zu entdecken. Fast wehmütig nimmt man am Ende des Buches gemeinsam mit der kleinen Familie Abschied vom Leuchtturm und sagt: „Adieu Leuchtturm!“ Die Arbeit des Leuchtturmwärters ist getant, eine Maschine wird installiert, die von nun an das Licht antreiben wird.
Nach der fantasievollen Lektüre möchte man sofort den nächsten Leuchtturm erklimmen und auf das weite Meer schauen. Oder vielleicht selber Leuchtturmwärter oder -wärterin werden, denn der Beruf wird auch schon immer von Frauen ausgeübt.
Das sehr empfehlenswerte Bilderbuch kann bereits mit Kindern ab 4 Jahren, ohne Grenze nach oben, angeschaut und vorgelesen werden. Für die Grundschule bieten sich viele Anknüpfungspunkte für den Sachunterricht oder auch für den Kunstunterricht.
2019 wurde Sophie Blackall für „Hallo Leuchtturm“ mit der Caldecott Medal ausgezeichnet.
Bianca Röber-Suchetzki
[BiSu 11 Bayern]
  
       

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