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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Schwab, Victoria,     
Titel:
City of Ghosts. Die Geister, die mich riefen. Bd. 1
ISBN:
978-3-570-17653-5  
Übersetzer:
Ohlsen, Tanja
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
288
Verlag:
cbj, München
Gattung:
Fantastik
Reihe:
City of Ghosts
Jahr:
2019
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Cassidy kann nicht nur Tote sehen, sie hat in Jacob und Lara auch sehr spezielle Freunde. Als sie plötzlich in Gefahr gerät, braucht sie selbst Hilfe.
[MiPe 11 Bayern]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Spannung / Sterben / Tod / Spuk / Familie / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Geister sind überall: in Bus, Garten und Supermarkt.
Eine, die das ganz genau weiß, ist die 12-jährige Cassidy. Im Gegensatz zu ihren Klassenkameradinnen, die sich schminken und Wert auf ihr Äußeres legen, ist die junge New Yorkerin nicht besonders beliebt. Doch das stört das Mädchen wenig, hat es doch den besten Kumpel, den man sich wünschen könnte: Jacob. Verwuscheltes, blondes Haar, strahlend blaue Augen, immer gute Laune. Ein potentieller Sonnyboy im Superheldenshirt. Hätte er nicht dieses kleine Problem: Er ist tot. Nur Cass kann ihn hören, gleichzeitig müsste sie für einen Dialog nicht einmal mit ihm sprechen: Er liest ihre Gedanken. Die beiden kennen sich, seitdem er sie an ihrem 11. Geburtstag vor dem Ertrinken bewahrt hat.
Und obwohl Cassidys Eltern davon leben, über paranormale Aktivitäten zu schreiben, haben sie keine Ahnung von den Fähigkeiten ihrer Tochter: Stets in Begleitung ihrer altmodischen Kamera, kann sie den Schleier zur „anderen“ Welt zurückziehen und dort live vergangene Ereignisse miterleben.
Eines Tages reist die ganze Familie für eine TV-Doku nach Edinburgh. Sogar Jacob kommt mit. Was dort geschieht, erzählt dieser spannende und durchaus schräge Roman für alle Fans von „Ghost Whisperer“. Gute Nerven brauchen die jungen Leserinnen und Leser dabei schon, denn was erst witzig scheint, wird bald ziemlich gruselig und bedrohlich. Schottische Geister sind längst nicht so zurückhaltend wie ihre US-Kollegen, stattdessen benehmen sie sich wesentlich aggressiver. Zudem taucht ein Mädchen auf, das ganz offensichtlich versucht, einen Keil zwischen Cassidy und Jacob zu treiben. Doch in einer gefährlichen Situation zeigt die bärbeißige Lara, was wirklich in ihr steckt.
Dieses Dreiecksverhältnis belebt nicht nur die Handlung, es ist auch ein schöner Gegenentwurf zu den üblichen Friede-Freude-Eierkuchen-Freundschaftsgeschichten. Für den heiteren Aspekt sorgen die witzigen Dialoge zwischen Cassidy, die alle für ein wenig sonderbar halten und dem Geist, der schlagfertig und alltagspraktisch ist, sich allerdings als US-Gespenst in Europa doch ein wenig fremd fühlt. Was nicht zuletzt an den Unterschieden in Alltag, Essen und Sprache zwischen Großbritannien und den USA liegt, wie man im Buch lernt. Zusätzlich gibt es (echte) Legenden aus Schottland: Bobby, der treue Terrier hat etwa einen kleinen Gastauftritt.
Das Buch liest sich gut, ist packend, hat durchaus Tiefgang (so sind etwa auch Laras Eltern in eher unüblichen beruflichen Angelegenheiten unterwegs, nämlich als Archäologen, doch im Unterschied zu Cassidys Vater und Mutter lassen sie ihr Kind bei einer Tante zurück) und immer wieder höchst unterhaltsame Momente. Eine „lustige Gespenstergeschichte“ ist es nicht, weswegen es sich am ehesten für geübte Leser(innen) eignet, die den Gruselfaktor nicht scheuen und Sinn für Ironie haben. Die allerdings werden die Reihe lieben!
Michaela Pelz
[MiPe 11 Bayern]
  
       

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