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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Jonsberg, Barry,     
Titel:
Was so in mir steckt
ISBN:
978-3-570-16553-9  
Übersetzer:
Höfker, Ursula
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
352
Verlag:
cbj, München
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
18,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Rob ist witzig, einfühlsam, verliebt. Und schrecklich schüchtern. Doch jemand bringt ihn per SMS dazu, trotz Panikattacken über sich hinauszuwachsen.
[MiPe 11 Bayern]
       
Lesealter:
12 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Außenseiter / Familie / Freundschaft / Gefühle / Gender / Geschlecht / Emanzipation / Jugend / Adoleszenz / Komik / Humor
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Barry Jonsberg ist ein begnadeter Autor und seine Werke ein Geschenk. Zumindest für jene (kleinen und großen) Fans von absurden Wendungen, liebevoller Ironie und intelligenter Unterhaltung gepaart mit einem großen Schuss großer Gefühle und Stoff, aus dem die wirklich guten Geschichten sind.
Die vorliegende beginnt damit, dass sich Ich-Erzähler Rob (auf den ersten Blick ein eher menschenscheuer Sonderling und dem Schul-Bully nicht gewachsen, dafür gesegnet schriftstellerischen Fähigkeiten, sowie einer liebevollen, zu jedem Thema gesprächsbereiten Mutter, einem zerstreuten Vater und einem kauzigen Opa, dessen schwarzer Humor ebenso legendär ist wie sein loses Mundwerk) tausendundeine Möglichkeit überlegt, das Herz der neuen Mitschülerin Destry Camberwick (deren Name die Familie eher mit einer Rockband aus den Achtzigern assoziiert) zu gewinnen, in die er sich auf den ersten Blick verliebt hat; oder ihr zumindest deutlich zu machen, dass es ihn überhaupt gibt. Unterstützt wird er dabei von seinem besten Freund Andrew und dem dauerfluchenden Großvater. Dann allerdings schaltet sich eine weitere, völlig unbekannte Person ein: Via SMS schickt sie dem 13-jährigen eine Reihe von Herausforderungen, jede einzelne darauf ausgelegt, dass er sich seinen größten Ängsten stellt. Und während er das tut, also zu sportlichen Höchstleistungen aufläuft, trotz Panikattacken vor Hunderten von Zuschauern auf eine Bühne steigt oder sich schonungslos den Augen der Öffentlichkeit preisgibt, steigen sein Selbstbewusstsein und die eigene Wertschätzung.
Parallel dazu geht er in einen immer intensiveren Dialog mit den Menschen, die ihm am nächsten stehen - hier vor allem mit „Pop“, dem Vater seines Vaters, der jedoch aufgrund seiner Vergangenheit mit ganz eigenen Dämonen zu kämpfen hat.
Die Schilderung dieser Gespräche, aber auch der Ereignisse rund um die Challenge „Finde heraus, wer du wirklich bist und sei stolz auf dich!“, wie sie von Rob überaus talentiert zu Papier gebracht werden, ist gleichzeitig überwältigend komisch und zu Tränen rührend.
Der australische frühere Lehrer Jonsberg hat eine Coming-of-Age-Geschichte geschaffen, wie sie schöner nicht sein könnte: Streckenweise luftig und süß wie Erdbeeren mit Schokoeis und Schlagsahne, dann wieder stärkend und wärmend wie Hühnersuppe an einem trostlosen Tag voller Dauerregen.
Ein Buch, das man unbedingt lesen sollte.
Und das am besten nach dem völlig überraschenden Ende gleich noch ein zweites Mal.


Michaela Pelz
[MiPe 11 Bayern]
  
       

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