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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Englert, Sylvia,     
Titel:
Hier kommt die Hatze. Verrückte Vorlesegeschichten
ISBN:
978-3-95728-089-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Dully, Sabine
Seitenanzahl:
112
Verlag:
Knesebeck, München
Gattung:
Sonstige
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
13,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Mias sehnlichster Wunsch geht in Erfüllung: Eine Hatze! Mit Hilfe dieser Hund-Katze besiegt sie die Fieslinge im Kindergarten und findet neue Freunde.
[MiPe 11 Bayern]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Freundschaft / Familie / Gefühle / Komik / Humor / Tiere / Vorlesen
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Im Nachwort dieser ebenso wunderbar quatschigen wie durchaus tiefsinnigen Sammlung von Einzelgeschichten, die sich aber auch prima in einem Rutsch lesen lassen, verrät Sylvia Englert, dass die Idee zur Hatze von ihrem Sohn stammt, der einst verkündete, er sei ein solches „sehr, sehr kluges und sehr seltenes Tier, das „Miuff!“ sagt. Klar, dass eine begnadete Autorin wie die Frau, die den zahlreichen Woodwalker-Fans besser bekannt ist als „Katja Brandis“, eine solches Zauberwesen nicht für immer nur in ihrem Olchinger Heim beherbergen konnte, sondern ihm ein Zuhause zwischen zwei Buchdeckeln geben musste.
Und so marschiert sie da samt hellbraunem Koffer in der Schnauze mitten hinein, diese „Hatze“. Natürlich kann sie sprechen und sich nach kurzer Zeit unentbehrlich machen, obwohl die Eltern eigentlich nie einen tierischen Mitbewohner wollten.
Außerdem hat das Tier mit dem grauschwarz-gestreiften Fell, dem Hundeschwanz und den Fledermausohren schnell erkannt, dass Mia im Kindergarten seit dem kurz zuvor erfolgten Umzug noch nicht wirklich Anschluss gefunden hat, sondern im Gegenteil massiv geärgert wird. Also verrät die Hatze Mia den einen oder anderen Trick, wie sie das abstellen und sich stattdessen mit den wirklich netten Kindern anfreunden kann.
Zwischendrin kommt es unvermeidlich zu ausgesprochen witzigen Mini-Katastrophen, die mit teilweise ganzseitigen Illustrationen in kräftigen Farben von Sabine Dully detailfreudig (bis hin zu den behaarten Papa-Beinen) und ausdruckstark in Szene gesetzt werden. Ein gelungener Einfall ist dabei zu Beispiel auch die Tatsache, dass Mias Mutter ebenso wie ihre Tochter ein überdimensionales rotes Nasenfahrrad trägt.
Ob sich die Geschichte allerdings zum Vorlesen „ab fünf Jahren“ eignet, ist tatsächlich mehr noch als bei anderen Büchern stark vom einzelnen Mädchen oder Jungen (trotzdem die Protagonistin weiblich ist, werden auch Buben ziemlich schnell mit der Figur sympathisieren können) abhängig. Einem Kind, das Sinn für Wortwitz und skurrile Situationen hat, dem der Spagat zwischen einer eindeutig erfundenen Welt mit einem sehr selbstbewussten Haustier und der konkreten Kindergarten-Alltagsrealität leicht fällt und das sich auch nicht vom einen oder anderen bis dato unbekannten Wort abschrecken lässt, sondern das entweder überhört oder sich gern erklären lässt, um den eigenen Wortschatz zu erweitern... einem solchen Kind können die meist um die sieben Seiten langen Episoden bedenkenlos und mit großem Gewinn für alle Beteiligten vorgelesen werden.
Dort, wo diese Voraussetzungen nicht gegeben sind, sollte man besser bis zum Schuleintritt abwarten - dann allerdings kann man den Titel auf jeden Fall auch dazu benutzen, zur Belohnung einer ganzen Klasse daraus vorzulesen.
Ein Buch, das gute Laune macht, aber auch Problemsituationen und mögliche Auswege daraus aufzeigt - sicherlich auch gut zum Einsatz für Grundschulkinder geeignet.
Allerdings: Gut möglich, dass sich Kinder nach der Lektüre auch eine so Hatze wünschen!
Michaela Pelz
[MiPe 11 Bayern]
  
       

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