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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Baccalario, Pierdomenico/Taddia, Federico,     
Titel:
50 kleine Revolutionen, mit denen du die Welt (ein bisschen) schöner machst
ISBN:
978-3-423-76270-0  
Übersetzer:
Marzolff, Sophia
Originalsprache:
Italienisch
Illustrator:
Ferrari, AntonGionato
Seitenanzahl:
192
Verlag:
dtv, München
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
12,95 €   Flexcover
       
Inhalt:
Ein Mitmach-Sachbuch mit zahlreichen praktischen Aufgaben und Anregungen für Umweltschutz, Neuentdeckungen, Verzicht, gute Taten und Aufmüpfigkeit.
[MiPe 11 Bayern]
       
Lesealter:
8 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Computer / Ethik / Philosophie / Natur / Umweltschutz / Selber Machen
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Es gibt viele Sachbücher, die man konsumieren kann wie einen gut gemachten Dokumentarfilm über das Schmelzen der Polkappen: Betroffen schaut man eine halbe Stunde hin, bevor man den Fernseher mit dem Gedanken ausschaltet, ohnehin nichts tun zu können. Doch spätestens seit Beginn der Bewegung „Fridays for Future“ gilt das so nicht mehr - und zwar am allerwenigsten für die Kinder. Junge Menschen haben gezeigt, dass ihnen die Umwelt nicht egal ist und dass sie bereit sind, dafür etwas zu tun.
An diesem Punkt setzen die beiden italienische Autoren an, indem sie ein Handbuch mit Vorschlägen für ganz konkrete Aktionen vorlegen. Manches davon ist leicht umzusetzen, kostet vielleicht nur etwas Überwindung, Durchhaltevermögen oder erfordert, dass man sich als Kind gegen die eigenen Eltern durchsetzt (z.B. Verzicht auf den Kauf von Plastikflaschen, einen Tag das Handy ausschalten). Für andere Aufgaben benötigt man Eigeninitiative, muss Dinge nachschlagen, sich einer intellektuellen Herausforderung stellen (z.B. anhand einer Weltkarte für jedes Land der Erde ein typisches Wort in Landessprache suchen). Oder die junge Leserschaft wird aufgefordert, etwas ganz Praktisches zu tun (ein paar Stunden in einem „traditionellen Beruf“ arbeiten, dem Nachbarn jeden Tag einen Gruß in Form eines selbst gemalten Bildes schicken). Auch ausgefallene Dinge sind dabei (das Grab eines Fremden besuchen, ein 50 Jahre altes Buch lesen) oder solche, die wirklich Überwindung kosten (die Eltern nach den Umständen der eigenen Geburt fragen).
Für die Erledigung jeder Challenge gibt es Punkte in den unterschiedlichsten Bereichen. Auch regen die Autoren an, sich mit Freunden bei der Erledigung zu messen oder die Dinge zumindest parallel zu tun und ermuntern ihre Leserschaft, Rückschlägen gelassen hinzunehmen, am Ball zu bleiben, Fragen zu stellen, auf andere zu hören und immer auch das Wohl der Mitmenschen im Auge zu haben. Außerdem sollen Kamera, Notizbuch und Aufnahmegerät zu Einsatz kommen. Jede Aufgabe wird (oft mit einer Erläuterung der Hintergründe) gut nachvollziehbar beschrieben und mit, oft witzigen, Illustrationen in grün-schwarz ergänzt.
Manche der vorgeschlagenen Aktivitäten sind sicher nicht in jedem Fall machbar (sich drei Versprechen vom Bürgermeister geben lassen), andererseits: Vielleicht müssten sich viele junge Menschen einfach nur trauen, so etwas in Angriff zu nehmen?
In jedem Fall bietet das Buch ganz viele Impulse, über kleine und große Hürden zu springen und wichtige Themen zu besprechen. Vielleicht könnte man einige der „Revolutionen“ sogar als Eltern-Kind-Gemeinschaftsprojekt angehen? Denn für „Selfies mit alten Leuten im Seniorenheim“ sind auch Teenager-Väter und -Mütter sicher noch jung genug!
Auf jeden Fall lohnt sich die Anschaffung des Titels und auch sein Einsatz in Schulen oder Jugendgruppen ist sicher eine gute Idee.

Michaela Pelz
[MiPe 11 Bayern]
  
       

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