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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Gurian, Beatrix    
Titel:
Der süße Kuss der Lüge
ISBN:
978-3-401-06712-4  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
359
Verlag:
Arena, Würzburg
Gattung:
Thriller
Reihe:
Jahr:
2013
Preis:
12,99 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
Die 17-jährige Lu soll ein paar Tage auf ihre dreijährige Nichte Ida aufpassen. Doch Ida verschwindet spurlos vom Spielplatz und wenig später geht eine Lösegeldforderung ein. Die Hinweise verdichten sich, dass Diego, den Lu vor einigen Wochen kennen und lieben gelernt hat, in die Entführung verstrickt ist. Und damit beginnt ein nervenzerreißender Wettlauf gegen die Zeit, denn keiner weiß, ob Ida noch lebt - und wenn ja, wie lange.
[CJB Bayern]
       
Lesealter:
16 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Liebe/Erste Liebe Spannung Kriminalität
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Der Aufbau des Buches ist sehr raffiniert und geschickt und trägt einen großen Teil dazu bei, dass man es vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen möchte: Der Beginn ist nämlich ein Rückblick auf die Zeit vor 38 Tagen, als Lu Diego zum ersten Mal begegnet. Lu soll für die Polizei alle Ereignisse aufschreiben, die sich seither zugetragen haben, um den Beamten damit möglicherweise einen Hinweis auf Idas Aufenthaltsort und das wahre Motiv für ihre Entführung zu geben. Düstere Anspielungen durchziehen die Darstellung, so dass jeder Leser sofort mehr erfahren möchte.

Zwischen Lus Berichten sind Episoden eingebaut, die aus dem Leben von "Ihm" erzählen, dessen Identität lange unklar ist und natürlich Anlass zu wilden Spekulationen seitens der Leser gibt. "Er" hatte eine behinderte Schwester, die immer der Mittelpunkt seiner Eltern war und die er dafür gehasst hat. Obwohl er sie eigentlich umbringen wollte, stirbt sie dann doch bei einem Unfall, was die Eltern nicht verkraften. Und so beginnt für "Ihn" eine Zeit in Pflegefamilien bis hin zur Jugendpsychiatrie, weil er von niemandem das bekommt, was er eigentlich braucht und sich deshalb eigene "Bewältigungsstrategien" zurechtlegt. Obwohl das Thema nicht im Vordergrund steht und man als Leser trotz Beschreibung "Seiner" Gedanken zwar Mitleid bekommt, seine Handlungen aber nicht nachvollziehen kann, regt sein Schicksal zum Nachdenken an über den Umgang mit straffälligen Jugendlichen bzw. mit Jugendlichen, deren Eltern sich - aus welchen Gründen auch immer - nicht um sie kümmern können.
Neben dem gelungenen Aufbau ist auch der Plot der Handlung wohl durchdacht; bis zum Schluss wird der Leser im Dunkeln gelassen über die wahren Motive und Hintergründe der Tat. Hier spielt die Psyche des oder der Täter eine größere Rolle als das Verbrechen selbst.

Obgleich die Hauptfigur eine 17-jährige Schülerin ist, können sich auch ältere Leser/innen relativ schnell mit der Ich-Erzählerin identifizieren, so dass das Buch - obwohl für Jugendliche geschrieben - auch Erwachsenen Unterhaltung und Spannung bietet. Als Schullektüre ist es für Klassen ab Jahrgangsstufe 9 geeignet, die das Genre mögen und in denen v.a. die Freude am Lesen im Vordergrund stehen soll. Blutrünstige Details werden ausgespart.

[CJB Bayern]
  
       

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