AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJuM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

7998 aktuelle Rezensionen, weitere 78300 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor
Vorname:
Autor
Nachname:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Marmon, Uticha,     
Titel:
Das stumme Haus
ISBN:
978-3-7373-5825-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Kehn, Regina (Umschlag)
Seitenanzahl:
207
Verlag:
Fischer Sauerländer, Frankfurt am Main
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Im Kaninchenbau, einem Mietshaus mit 22 Wohnungen, leben etwa 15 Kinder. Das Haus ist voller Leben, bis der Virus einbricht und die Idylle zerstört. Doch nach einiger Zeit der absoluten Langeweile bringen merkwürdige Beobachtungen Abwechslung in das Leben der Kinder.
[rem 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
12 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Freundschaft/ Pandemie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Ohne dass auch nur einmal das Wort „Corona“ fällt, hat die Autorin Uticha Marmon ein hochaktuelles Buch über die zur Zeit grassiere Pandemie geschrieben. Und spannend ist es noch dazu. Hauptschauplatz des Geschehens ist ein fünfstöckiges Mietshaus, in dessen 22 kleinen Wohnungen Familien unterschiedlichster ethnischer Herkunft und verschiedenster Religionen leben. Alle sind nicht gerade üppig mit irdischen Gütern ausgestattet. „Aber alle wohnen gerne hier.“ Die Bewohner nennen dieses Haus selbst den Kaninchenbau. Hauptfiguren sind die 15 Kinder, die dieses Haus bevölkern und die, da etwa gleichaltrig, auch miteinander befreundet sind. Erzählt wird die Geschichte von dem etwa 12jährigen Nikolai. Dem entsprechend ist die Sprache einfach, oft naiv, aber wegen dieser Naivität auch sehr humorvoll. In diese Idylle bricht nun urplötzlich der Virus ein. Zunächst freut sich die Rasselbande, dass für einige Tage die Schule geschlossen wird. Aber bald machen sich Langeweile, Frust, die Leere und das Nichts breit. Eltern streiten sich, fehlende Verdienstmöglichkeiten sorgen auch für materielle Not. Die soziale Frage klingt an, wenn zum Beispiel Kinder nicht dem Unterrichtsangebot der Schule nachkommen können, weil es in der Familie keinen Computer gibt. Einige seltsame Vorgänge und merkwürdige Beobachtungen, die die Kinder machen, sorgen nicht nur für etwas Abwechslung, sondern lassen langsam eine Kriminalgeschichte entstehen. Mit Hilfe veralteter technischer Hilfsmittel wie Baby Fon, Walkie-Talkies und Morsealphabet können die Verdachtsmomente aufgeklärt werden. Die vermeintlichen Untaten sorgen dann aber für einen besonders engen Zusammenhalt der Kinder, und mit Hilfe einiger Erwachsener rufen sie für den Kaninchenbau und seine Menschen eine echte Hilfsaktion ins Leben. So wird aus einem Jugendbuch ein nachhaltiger Appell für die Hilfsbereitschaft. Die Schwester des Ich-Erzählers formuliert das einprägsam: „Wir müssen zusammenhalten. Dann ist alles nicht so schlimm.“
[rem 10 Baden-Württemberg]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.