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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Sepulveda, Luis,     
Titel:
Der langsame Weg zum Glück
ISBN:
978-3-7373-5756-2  
Übersetzer:
Zurbrüggen, Willi
Originalsprache:
Spanisch
Illustrator:
Buchholz, Quint
Seitenanzahl:
78
Verlag:
Fischer Sauerländer / Meyers / Duden, Frankfurt/Main
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
10,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine kleine Schnecke will sich nicht zufrieden geben mit ihrem Leben, sie möchte herausfinden, warum Schnecken so langsam sind.
[sh 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
6 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Tiere / Natur / Umweltschutz / Außenseiter
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Vordergründig geht es hier um die Lebensweise der Schnecken. Doch die eigentliche Botschaft ist eine andere: gib dich nicht einfach zufrieden mit deinem Schicksal, du kannst es selbst gestalten. Die kleine , wissbegierige Schnecke gilt als Außenseiterin in der Gemeinschaft, ihre ständigen Fragen nerven die älteren Tiere. Doch allein ihrer Neugier und ihrem Mut ist es letztlich zu verdanken, dass zumindest ein Teil der Tiere überleben kann. Auch Kinder können nerven mit ihren ständigen Fragen nach dem "Warum", mit Nichtakzeptieren von sogenannten Sachzwängen. Doch ohne Neugier, ohne Mut zum Denken ohne Scheuklappen wird es keine Entwicklung geben. Gerade in dieser Zeit musss die junge Generation sich den Problemen des Klimawandels stellen und mit den altbewährten Methoden werden die Veränderungen nicht aufzuhalten sein. Es gehört aber Mut dazu, sich gegen die anderen zu stellen und auch ungeliebte Wahrheiten auszusprechen. Auch sich selbst so zu akzeptieren, wie man ist, müssen Kinder lernen. In der Zeit der Pubertät sind sicher die wenigsten Jugendlichen ganz zufrieden mit sich. Doch es gehört zum Erwachsenwerden, auch mit den eigenen Schwächen zu leben, sie anzunehmen. Vielleicht sind sie ja auch Stärken, es kommt auf den Blickwinkel an. Die kleine Schnecke verdankt ihrer Langsamkeit die Begegnung mit der Schildkröte, die ihr die Erkenntnis vermittelt, dass ihr Lebensraum bedroht ist. Ohne diese Begegnung hätte es keine Rettung für die Tiere gegeben. Auch das möchte der Autor mit dieser kleinen Erzählung erreichen: die Erkenntnis, dass manches, was auf den ersten Blick ein Nachteil zu sein scheint, sich am Ende als Vorteil herausstellt. Auch die eigene Identität zu kennen, zu wissen, wer man ist, ist ein weitere Aspekt dieser Geschichte. Dazu braucht die kleine Schnecke einen Namen. So kann sie sich von der Masse abheben und wird zum Anführer der jüngeren Tiere, die schließlich die Flucht wagen. Dabei wird deutlich, dass diese Aufgabe auch Verantwortung bedeutet. Das ist nicht immer einfach, falsche Entscheidungen können großen Schaden anrichten. Aber letztlich helfen Zusammenhalt und Ausdauer und auch ein bisschen Glück, um ein neues Zuhause für die Schneckengemeinschaft zu finden. In dieser recht kurzen Erzählung von Sepulveda werden große, philosophische Fragen berührt, aber auf eine Art und Weise, die auch Kinder begreifen können. Erleichtert wird die Lektüre zu dem durch die wunderbaren Bilder von Quint Buchholz. Sie sind fast fotografisch genau, fangen dabei aber auch die Atmosphäre der Handlung ein und ergänzen und erläutern sie dadurch.
[sh 10 Baden-Württemberg]
  
       

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