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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Welford, Ross,     
Titel:
Der Hund der die Welt rettet
ISBN:
978-3-649-63124-8  
Übersetzer:
Knese, Petra
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
364
Verlag:
Coppenrath, Münster
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
16,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Dr.Pretorius, Physikerin, nimmt die 11jährige Georgie und deren Freund Ramzy mit in ihr Labor, wo sie Virtual-Reality-Brillen entwickelt. Mit der neuen 3D-Version kann man in die Zukunft sehen. Als ein für Hunde und Menschen tödlicher Virus ausbricht, geht Georgie damit auf Zeitreise in das medizinische Labor, das in einem Jahr das rettende Medikament entwickelt haben wird. Mit Hilfe ihres Hundes kehrt sie mit einer Probe davon in die Gegenwart zurück und rettet damit Hunde und Menschen.
[gem 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
10 - 15 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Forschung / Virtual-Reality / Medizin / Virenbedrohung / Freundschaft
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dies ist keine niedliche Hundegeschichte, die die 11jährige Georgie in diesem Roman erzählt. Gerade hat das Mädchen seine Familie vorgestellt und berichtet, wie sie Mr. Masch, den ewig stinkenden Mischlingshund, aus dem Hundeheim St.Bello, bekommen hat, dann geht es auch sehr schnell auf Reisen in die Zukunft. Als Georgie mit ihrem Freund Ramzy und ihren Hunden am Strand, irgendwo in England, spazieren gehen, treffen sie auf die dunkelhäutige, hagere alte Dame mit dem weißen Afro und den blauen Augen: Dr. Emilia Pretorius, Physikerin und einst gefeierte Erfinderin von virtuellen Reality-Spielen. Sie macht sich mit den beiden Kindern bekannt und zeigt ihnen ihr Labor in Spanish City, einem ehemaligen riesigen Vergnügungszentrum. Ganz im Geheimen entwickelt die amerikanische Wissenschaftlerin hier eine neue Virtual-Reality-Brille, mit der man nicht nur in die Zukunft sehen, sondern sich dort ganz real bewegen kann. Georgie und Ramzy dürfen die neue Erfindung testen, denn „die Gehirne von Kindern seien noch unverbraucht und besonders sensibel“, so begründet Dr. Pretorius ihre Wahl. Doch die Technik ist noch nicht ganz ausgereift. Als Georgie gerade auf einem virtuellen Spaziergang durch ihre Straße ist, wird sie von Buster, einem Riesenskorpion, angegriffen und ins Bein gestochen. Dr. Pretorius hatte ihm etwas künstliche Intelligenz eingepflanzt, und diese hat sich verselbständigt und den Skorpion der Computersteuerung seiner Schöpferin entzogen. Das Mädchen wird also im wirklichen Leben sehr krank und muss deshalb seiner Familie und den Ärzten im Krankenhaus die Wahrheit sagen. Nur: man glaubt ihr nicht, und sie selbst zweifelt allmählich auch an ihrer Geschichte. Als Dr. Pretorius schwer erkrankt und ins Krankenhaus muss, wollen Georgie, ihr 16jähriger Bruder Clem und Ramzy heimlich den Wahrheitsgehalt der Zukunftsprognosen der 3D-Version prüfen. Sie kaufen einen Lottoschein und tragen die prognostizierten Zahlen ein und – gewinnen. Parallel zu diesen Ereignissen ist ein hochansteckender Hundevirus aus China ausgebrochen, der auch auf Menschen übertragen werden kann. Die medizinischen Labore arbeiten auf Hochtouren, um geeignete Impfstoffe und Medikamente zu entwickeln und um damit ein Massensterben zu verhindern. Doch bis ein wirksames Medikament gefunden ist, wird es noch ein ganzes Jahr dauern. Deshalb beschließt Georgie mit Hilfe von Dr. Pretorius‘ Erfindung in die Zukunft zu reisen und im medizinischen Forschungszentrum eine reale Probe des Medikaments in die Gegenwart zu bringen. Nun beginnt ein atemberaubender Thriller im Wechsel zwischen der Zukunftsreise und der Rückkehr in die Gegenwart, denn das Zeitfenster ist jeweils knapp bemessen. Es hängt davon ab, dass „Hawkin II“, der größte Satellit, direkt über Spanish City steht. Alles wird gut, das darf schon verraten werden. Doch dieser Roman ist mehr als eine Science-Fiction-Erfindung des Autors. Spätestens als der für Hunde tödliche Virus aus China „eintrifft“, schaut man doch schnell auf das Erscheinungsdatum des Buches und reibt sich die Augen: Es ist ein Jahr vor dem Ausbruch der sehr realen Corona-Epidemie geschrieben worden. Man spürt eine leichte Gänsehaut. Hatte der Autor schon die Virtual-Reality-Brille zur Verfügung? Dieser Roman enthält aber noch weit mehr als eine Zukunfts-Schau. Es lohnt sich, einen Blick auf die einzelnen Protagonisten zu werfen, und man stellt fest, dass Männer eine relativ untergeordnete Rolle spielen. Die wirklichen Heldinnen sind Frauen, sowohl was die Weiterentwicklung der Wissenschaft als auch was das soziale Engagement angeht. Neben Georgie ist da die amerikanische Physikerin Dr. Pretorius, dann Jessica, die künftige Stiefmutter von Georgie, die am medizinischen Labor forscht, oder auch Ramzys Tante Nush, die mit einem Lastwagen die Tür zum Labor von Dr. Pretorius eindrückt und den dort Eingeschlossenen zur Flucht verhilft. Der 10jährige Ramzy ist die einzig starke männliche Persönlichkeit. Er ist ein bettelarmer Flüchtlingsjunge, der von seiner Tante Nash streng erzogen wird. Sein Mut und seine Neugier auf die Technik sind eine Antriebsfeder dafür, dass die etwas ängstliche Georgie immer wieder diesen „Fahrradhelm“ aufsetzt, in die Zukunft reist und sich auch großen körperlichen Belastungen und Schmerzen aussetzt. Der Roman sollte sehr sorgfältig gelesen werden, denn er gibt nicht nur Einblicke in die Zukunft, sondern auch in die Realitäten unserer Gegenwart.
[gem 10 Baden-Württemberg]
  
       

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