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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Lowe, Gwem,     
Titel:
Anstecken erlaubt! Kicheritis
ISBN:
978-3-551-52109-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
256
Verlag:
Carlsen, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Alice beherrscht es, sich sozusagen unsichtbar zu machen, ein Trick, damit ihre Eltern sie nicht wahrnehmen. Nun ja, sie interessieren sich sowieso nur um dies: Kein Keim in mein Heim! Die Dents können es nicht verstehen, dass es Eltern im Land gibt, die sich einen Dreck um Bazillen und Keime scheren. Als Alice nun eine Erkältung bekommt, ist das für ihre unter Keimphobie leidenden Eltern der absolute Horror. Aber auch für Alice kein Zuckerschlecken...
[ah 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
8 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Ja
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Krankheit / Familie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Kicheritis – Anstecken erlaubt! “ überzeugt mit der skurrilen Atmosphäre und einer spannenden und kurzweiligen Handlung, die richtig viel Spaß macht. Mit viel Witz und Charme wird die Geschichte von Alice Dent erzählt.
Sie ist Einzelkind und das ist auch gut so, denn sie selbst fragt sich immer wieder, warum ihre Eltern überhaupt ein Kind bekommen haben. Sie leiden unter einer schrecklichen Hygiene-Hysterie, backen sogar die Zeitung morgens auf, um Keime zu töten und rennen alle Nase lang zum Arzt. Als Alice Anzeichen einer Erkältung zeigt, wird sie in ihr Zimmer verbannt, um eine Ansteckung zu vermeiden. Ganz klar, das sind Eltern wie sie sich der neue Superminister für Ordnung und Sauberkeit wünscht! Doch hat er auch schon von ihrem Schniefen gehört und steht Oh Schreck! bei Ihren Eltern vor der Tür, um sie wegzusperren! Aber nicht mit Alice! Sie klettert flugs aus dem Fenster und entwischt. Allerdings kommt sie nicht weit, ehe sie geschnappt wird. Böses ahnend stellt sie sich schnell als Portland Maid vor und wird so inkognito in die Besserungsanstalt für unsaubere Kinder Triton Mellon gebracht. Hier gibt es kein Entkommen. Scheinbar war das hier mal ein Kinderparadies, Rutschen und andere Dinge deuten darauf hin. Die alte Wasserrutsche mit Schwimmbad wurde jedoch zu einer Kinderwaschanlage umfunktioniert: einseifen, schrubben, abspülen, schleudern, föhnen … wie sich das gehört. Und das Essen! Die Kinder bekommen Eingefrorenes! Keimfrei - klar doch. Die anderen sagen, so schlecht sei das nicht, vorher gab es einen Monat lang Gegrilltes, dass so lange auf dem Rost lag, bis es schwarz war – wegen der Keime. Alice findet Freunde und gemeinsam gehen sie dem Kinderheim auf den Grund, irgendwo steckt hier die Lösung der Probleme. Nicht alle Lehrer sind boshaft … Und dieser Superminister, was hat der eigentlich vor? Diesen unsauberen Dingen sind die Kinder auf der Spur. Kicher-Alice verteilt dabei kräftig ihre Viren.
Die Geschichte ist doppeldeutig und gut konstruiert, es gibt eine Menge Dinge, über die man mit Kindern bei diesem Stoff reden kann – und lachen – eindeutig. Keimfrei, was bedeutet das? Ein Leben ohne Spaß und Freude in Knechtschaft: Arbeit ist das Ziel! Hier geht es zwar um Keime und Spaßverderber, völlige Kontrolle – doch Ideen und unbequeme Menschen sind ja auch Keime, die je nach Gesellschaftsform sofort isoliert gehören, sonst könnten sich Ideen wie Viren verbreiten und ansteckend sein!
Besonders kreativ ist Gwen Lowe in der Gestaltung der Namen ihrer Protagonisten und Orte. Die Charaktere sind gut gestaltet, präsent, glaubhaft. Gut und Böse sind einfach zu trennen. Es steckt viel Fantasie in dieser Geschichte und sprachlich ist sie fein gestaltet. Klare einfache Sätze – aber dennoch mit Niveau. Mir hat das Buch richtig gut gefallen. Dieses Buch feiert die kindliche Freude am Kichern und Spielen. Unbedingt empfehlenswert.
[ah 10 Baden-Württemberg]
  
       

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