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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Walliams, David,     
Titel:
Banditen-Papa
ISBN:
978-3-499-21844-6  
Übersetzer:
Steen, Christiane
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Ross, Tony
Seitenanzahl:
446
Verlag:
Rowohlt Taschenbuch , Rotfuchs, Hamburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Gilbert war ein gefeierter Stockcar-Fahrer, bis er mit seiner kleinen Rennkiste Queenie verunglückt, ein Bein verliert, arbeitslos wird und völlig verarmt. Auch Rita, seine Frau, verlässt ihn. Er verschuldet sich, weil er mit geliehenem Geld seinem Sohn Frank eine Autorennbahn schenkt und damit in die Fänge einer gefährlichen Gangster-Bande gerät. Der elfjährige Frank entdeckt die brutalen Machenschaften und greift mutig in das Geschehen ein.
[gem 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Vater-Sohn-Geschichte / Krimi / Humor
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Es ist ein tiefer Fall, den Papa Gilbert als gefeierter Stockcar-Fahrer erleben muss: Der Unfall, der Verlust des Beines, das Verschwinden der Ehefrau Rita, die Arbeitslosigkeit und zuletzt das völlige Verarmen. Das ist Stoff für eine schreckliche Tragödie, besonders, wenn man liest, dass die „fiesen Männer“ die Wohnung leerräumen, den Fernseher, die Modell-Rennbahn und sogar die Betten abholen, bis nur noch eine alte Luftmatratze zurückbleibt. Doch Gilbert, der „beste Papa der Welt“, und Frank, sein Sohn und „Kumpel“, verfallen nicht lange in Trübsal. Sie besitzen einen kostbaren Schatz, nämlich ihre Liebe zueinander, und trösten sich immer wieder mit innigen Umarmungen, ihren „Knuddlern“. Außerdem sind beide mit viel Humor, Optimismus und Einfallsreichtum gesegnet, die sie immer wieder aus prekären Situationen retten. Wer die Romane von Walliams kennt, weiß, dass nun ein Feuerwerk an großen und kleinen Gaunereien, gemeinen Intrigen und witzigen familiären Intermezzi abgebrannt wird. Mr. Big, der Papa Gilbert selbst in die scheußliche Lage gebracht hat, erpresst ihn nun bei Banküberfällen mitzumachen. Er zwingt den einstigen Rennfahrer, nach dem Raub die Gangster mit dem kleinen Rennauto Queenie vom Tatort wegzubringen und samt Beute zu seinem Schloss zu fahren. Frank, der natürlich gemerkt hat, dass mit dem „besten“ Papa etwas nicht stimmt, hängt sich heimlich an die ganze Verfolgungsjagd an und wird entdeckt. Mr. Big und seine Spießgesellen sind nicht zimperlich im Umgang mit den Beiden. Als schließlich auch noch Mama Rita als neue Frau von Mr. Big auftaucht, ist der Schock groß. Der Autor hat zu diesem Krimi noch einige skurrile Figuren geschaffen, die herrlich komische Rollen einnehmen: Da ist vor allem Raj, der Kioskbesitzer, der schon aus früheren Romanen bekannt ist, und die Ordnungshüter Oberwachtmeister Spötter und Mr. Glubsch, der einäugige Gefängnisaufseher, die von Vater und Sohn einiges erdulden müssen. Auf Flip, Papas Tante, ist eigentlich immer Verlass, denn wenn sie gebraucht wird, ist sie für die Beiden da. Nur schade, dass sie ihre selbstverfassten Gedichte ständig vortragen will. Und die Pastorin Judith, die mit originellen Events Kirchenbesucher anlocken will und Geld für das Kirchendach sammelt, ist gelegentlich auch bei Gilbert und Frank zu Gast. Dass die Damen Flip und Judith sich ineinander verlieben und schließlich heiraten, ist neben allem schwarzen Humor auch ein Stück Aufklärung und Zeitgeschichte, die der Autor in die rasante Geschichte verpackt hat. Mit einem Riesenknuddler findet sie ein gutes Ende für Gilbert und Frank, ein Ende, das zum Nachdenken verpflichtet, denn „Sie hatten vielleicht nur einen Penny in der Tasche, doch die Herzen voller Gold“. Die knapp 450 Seiten sind so spannend, dass sie beim Lesen förmlich zusammen schrumpfen. Sie sind durch zahlreiche große und kleine Strichzeichnungen angereichert und mit häufigen Lautmalereien in großen fetten Buchstaben unterbrochen. Die Illustrationen sind eine zusätzliche Bereicherung und unterstreichen mit spitzer Feder die Handlung. Auch Kinder, die sonst nicht so gerne lesen, werden an diesem „Krimi“ ihre Freude haben.
[gem 10 Baden-Württemberg]
  
       

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