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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Köller, Kathrin,     
Titel:
Das Buch der Zeit
ISBN:
978-3-7913-7416-1  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Schautz, Irmela
Seitenanzahl:
104
Verlag:
Prestel, München
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
25,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Dieses „Lese- und Bilderbuch“ bearbeitet im allerweitesten Sinn das Thema „Zeit“. Die Autorin hat dazu vier Schwerpunkte gesetzt. Sie beginnt mit dem Zeitverständnis in Vergangenheit und Gegenwart und geht dann über zur Zeiteinteilung und der Entwicklung der Kalender in unterschiedlichen Kulturen. Auf die Entwicklung der Zeitmesser folgen noch Ausführungen zu den internationalen Zeitzonen, zu Zeitreisen und Reisen in die Zukunft.
[gem 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
10 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Zeit / Kalender / Weltraum
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Wer dieses großformatige, etwa 100 Seiten umfassende Buch in die Hand nimmt, wird am Ende sehr viel Zeit investiert haben: Es ist so fesselnd geschrieben und die Illustrationen bieten so viel, dass man einfach immer weiterblättern muss. Dabei gibt es im Verhältnis zu diesem umfangreichen Thema „Zeit“ relativ wenig Text zu lesen. Das liegt daran, dass die Autorin in knappen, sehr präzisen und doch gut verständlichen Sätzen das jeweilige Thema bearbeitet hat. Sie schafft zudem das Kunststück, junge Leserinnen und Leser anzusprechen und einen Bezug zu ihrem Lebensalltag herzustellen. Ob es um die alten Griechen und deren Zeitgott Chronos geht, um Einsteins Relativitätstheorie, um die Schwarzen Löcher im Weltall oder um Zeitreisen mit dem Raumschiff: Alles ist leicht verständlich beschrieben und dargestellt. Man hat den Eindruck, dass die Autorin und die Illustratorin von Anfang an eng zusammen gearbeitet haben, denn Text und Bilder ergänzen sich ideal. Die farbigen Bilder sind in realistischer Weise ausgeführt. Sie dienen dem besseren Verständnis und regen, wie der Text, Vergleiche zu Gegenwart und dem Lebensalltag von jungen Menschen (und Erwachsenen) an. Wenn die Autorin von der „inneren Uhr“ bei Tieren und Pflanzen spricht, so verführen die Darstellungen der Illustratorin dazu, die Natur vor der eigenen Haustür zu beobachten und die Thesen zu überprüfen. Genauso spannend ist etwa die Entstehung der Monatsnamen oder die Einteilung des Jahres bei den unterschiedlichen Kulturen. Feiertage im christlichen, im jüdischen oder islamischen Kalender bieten Vergleichsmöglichkeiten und sogar Übereinstimmungen, die hilfreich für das gegenseitige Verständnis sein können. Spaß bereitet der Familienstammbaum von Meryem, der deutlich macht, dass das alte Generationen-Denken längst überholt ist und in den letzten Jahren deutliche „Zeitverschiebungen“ erfahren hat. Die Entwicklung der Zeitmesser reicht vom Messen des eigenen Schattens bis zur Atomuhr und hat die kreativsten Köpfe und Tüftler über Jahrhunderte beschäftigt. Dabei geht es nicht nur um die funktionale oder ästhetische Gestaltung, sondern um die Zeiteinteilung eines Tages. Teilten die alten Mönche die 24-Stunden-Tage je nach Jahreszeit in eine unterschiedliche Stundenzahl auf, so stellten die französischen Revolutionäre ihren Tag auf zehn Stunden zu je 100 Minuten um. Ein kurzer Ausflug ins Zeitverständnis einiger Philosophen leitet über zu Einstein und seiner sogenannten „Speziellen Relativitätstheorie“. Hier beginnt der wohl komplizierteste Teil des Zeit-Buches. Die Lichtgeschwindigkeit, die Gravitation und der Ausflug in Zeit und Raum führen allmählich zu Zeitreisen und Science-Fiction. Nachwuchs-Mathematiker und künftige Weltraumforscher werden hier gerne weiterdenken. Die gesamte Gestaltung des Buches ist sehr gelungen. Kurze Abschnitte in unterschiedlicher Schriftgröße und treffende Überschriften sind teilweise farblich unterlegt. Der farblich wechselnde Seitenhintergrund sorgt ebenfalls dafür, dass für das Auge keine Langeweile aufkommt.
[gem 10 Baden-Württemberg]
  
       

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