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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Leuze, Julie,     
Titel:
Das Glück an meinen Fingerspitzen
ISBN:
978-3-473-40166-6  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
309
Verlag:
Ravensburger, Ravensburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
14,99 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Jana hat nach einer Messerattacke, bei der sie als hilfloses Opfer auch noch gefilmt wurde, Panikattacken, die sie in Canada bei ihrem Onkel, einem Biologen, heilen soll. Doch der Onkel verschwindet, als sie in der Wildnis sind, und sie muss sich mit Luke, einem verletzten Jungen, der plötzlich auftaucht, durchschlagen, um Hilfe zu holen.
[uh 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
14 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Angst / Abenteuer / Ethik / Philosophie / Gefühle / Krankheit
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Dieses Buch ist ausgesprochen spannend zu lesen. Das beginnt schon beim Aufbau: Die Kapitel tragen als Überschrift meist „Jana“ oder „Luke“, aber auch „die Insel“ und jeweils einmal „der Forscher“ und „Grace“ (der Name der Frau des Forschers). Das bedeutet, dass sie aus der Sicht der betreffenden Person geschrieben sind; der Leser weiß also nicht mehr als die jeweils erzählende Figur. In den Kapiteln wird die Geschichte weitererzählt, ein Geschehnis von einer anderen Seite betrachtet oder es sind Rückblicke. Von Anfang an weiß man, dass sowohl Jana als auch Luke Probleme mit sich herumtragen, aber die Gründe dafür erfährt der Leser erst spät, dann nämlich, als die beiden Vertrauen zueinander gefasst haben. Aber nicht nur der Aufbau ist spannend, sondern der Inhalt der Geschichte: Wie schaffen es zwei junge Leute, das Mädchen im Moment extrem ängstlich, der Junge ziemlich schwer verletzt, sich ohne irgendwelche Hilfsmittel durch den Urwald einer unbewohnten Insel zu schlagen und Hilfe für sich und den Onkel zu holen. Alles geht gut aus, Hilfe kommt in allerletzter Minute, Jana wächst über sich hinaus, und außerdem verlieben sich die beiden, obwohl sie das eigentlich gar nicht wollen. Das erscheint kitschig, ist es aber nicht, da die Verfasserin jede Menge Infos über die Flora und Fauna im Westen Canadas, genauer gesagt im Great Bear Rainforest (Dazu gibt sie im Nachwort sogar Hinweise, wo man sich genauer informieren kann) gibt und eine Menge Probleme und sogar philosophische Fragen behandelt, ohne den Leser/ die Leserin damit zu langweilen. So muss Luke damit fertig werden, dass seine jüngere Schwester MS hat und auf diese Diagnose mit schlimmen Depressionen reagiert. Sie glaubt, dass ihr Leben, da es ja deutlich kürzer und schwieriger als das anderer sein kann, nichts mehr wert ist, und kämpft nicht gegen die Krankheit an. Ihre Familie und Freunde, speziell Luke, wollen ihr helfen, machen aber vieles falsch. Erst als ihr Bruder, bisher der strahlende Held großer Abenteuer, Schwäche zeigt und sich selbst nicht mehr helfen kann, versteht sie, dass jedes Leben einen Wert hat, wenn man ihm einen Wert gibt. Jana schafft es, Luke von dem entsetzlichen Erlebnis, nein, nicht speziell die Messerattacke, sondern vielmehr das mitleidlose Filmen von ihr in total hilfloser Lage und dann noch die Veröffentlichung dieses Films im Internet, zu erzählen. Er versteht, wie verunsichert sie im Moment ist. Ein weiteres Problem wird anhand der Figur Jana angesprochen: Jana ist ein ausgesprochen hübsches Mädchen, was ihr Leben nicht unbedingt vereinfacht: Jungen sehen sie als Trophäe und Mädchen sind eifersüchtig auf sie. Das ändert sich durch die Erlebnisse auf der Insel und durch Luke. Insgesamt ein interessantes Buch, ziemlich anders als die herkömmlichen Liebes- oder Abenteuerromane.Es sit genauso für Junge wie Mädchen gedacht, doch wer das Titelbild sieht (ein Paar, dass sich umarmt) und den Titel liest, denkt leider wohl sofort an ein Mädchenbuch. Das soll nicht gegen das eigentlich sehr schöne Coverbild sprechen.
[uh 10 Baden-Württemberg]
  
       

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