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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

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Autor:
Cuevas, Michelle,     
Titel:
Der Tag, an dem mir ein kleines schwarzes Loch zulief
ISBN:
978-3-7373-4195-0  
Übersetzer:
Gutzschhahn, Uwe-Michael
Originalsprache:
Illustrator:
Seitenanzahl:
235
Verlag:
Fischer Sauerländer / Meyers / Duden, Frankfurt/Main
Gattung:
Fantastische Erzählung
Reihe:
Jahr:
2017
Preis:
13,00 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
Stella Rodriguez liebt den nächtlichen Sternenhimmel. Gemeinsam mit ihrem Vater baut sie sogar ein eigenes "Stellarium", um in den Wissenschaftsclub der Schule aufgenommen zu werden. Als ihr Vater stirbt versucht sie sich Zugang zur NASA zu verschaffen, um einen USB Stick mit seiner Stimme in eine Voyager Sonde zu schmuggeln. Nicht nur, dass der Pförtner sie abweist - Stella folgt ein Schwarzes Loch aus dem All nach Hause. Das wirkliche Chaos beginnt erst jetzt.
[LOSch 10 Baden-Württemberg]
       
Lesealter:
8 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Angst / Familie / Gefühle / Sterben / Tod
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Nach anfänglichen Berührungsängsten findet die kluge Stella Gefallen an ihrem neuen Haustier, dem Schwarzen Loch Larry. Alles was ungeliebt ist und schon lange hätte entsorgt werden sollen, wandert direkt hinein: Die kratzigen Strickpullover der Tante, der volle Müllbeutel und das nervige, sprechende Badespielzeug des kleinen Bruders Cosmo. Während das Schwarze Loch mit jedem Happen wächst beginnt Stella auch die Erinnerungen an ihren Vater zu verfüttern, in der Hoffnung, dass es aufhören würde zu schmerzen. Bald bemerkt Stella, wie die fehlenden Erinnerungen auch die Gegenwart verändern. Ihr Bruder ist ohne seinen "Neptunsturm" zwar weniger nervig, dafür aber auch deutlich phantasieloser. Als Larry nun auch noch den neuen Schmusehund der Familie frisst, bleibt Stella nichts anderes übrig, als sich gemeinsam mit Cosmo in das schwarze Loch zu stürzen und ihn zurückzuholen.
Schnell wird klar, dass die Dinge, mit denen Stella Larry gefüttert hat, nicht verschwunden sind, sondern sich nur verändert haben. Manches ist größer, vieles furchteinflößender geworden (bspw. die Gartenzwerge der Nachbarin). Stella ist gezwungen sich ihren Ängsten zu stellen - oder besser dem, was daraus geworden ist.
Ihr kleiner, sonst so nerviger Bruder erweist sich als treuer Freund. Stella erkennt, dass auch er um den gemeinsamen Vater trauert und sie jetzt eigentlich besonders braucht. Stella beginnt ihre Trauer zu akzeptieren. Mit dem Tot des Vaters wird immer ein schwarzes Loch in ihrem Leben wohnen, aber eines voller schöner Erinnerungen. Eines, das sie akzeptiert und gezähmt hat.
Neben der schönen Botschaft ist das Buch fetzig und unterhaltsam geschrieben. Die Dialoge sind kurzweilig und in kindgerechter Sprache verfasst (bspw.: "Hey, Leute, mein Pullover hat gerade ein quietschendes Geräusch gemacht. (...) Klang fast wie eine quietschende Tür. Und ich glaube, ich hab auch ein Kind lachen hören... Leute?" (vgl.S.74))
Außerdem entwirft Cuevas gleich eine ganze Schar fantasievoller Gestalten, die einen nicht mehr loslassen. So zum Beispiel den Klassen-Hamster Stinke-Fred, Badepuppe Neptunsturm mit seinem Taucherhelm oder der Zwergentrupp auf dem Müll UFO.
Ein Buch, das trotz des schwer verdaulichen Themas 'Verlust und Trauer' jede Menge Lacher bietet und zeigt, dass bei aller Dunkelheit auch immer ein kleines Licht funkelt. Unbedingt empfehlenswert!
[LOSch 10 Baden-Württemberg]
  
       

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