kjl&m forschung.schule.bibliothek

ist ein Produkt der AJuM der GEW und hieß bis zum 01.01.2007
"Beiträge Jugendliteratur und Medien".
kjl&m ist im Abonnement käuflich über den kopäd Verlag zu erwerben.

     

Impressum: AJuM der GEW  *  c/o    Ulrich H. Baselau 
Osterstr. 30 
26409 Wittmund
ulrich.baselau [ad] ajum.de
04462 -- 943611
Zur Datenschutzerklärung


geplante Themen der
folgenden Hefte:

4/18 Mythen
Extra Wolgast

1/19 Revolutionen
2/19 politische Bildung
3/19 Kinderanimationsfilme
4/19

... zu den Bezugsbedingungen etc


zu den Inhaltsverzeichnissen der einzelnen Jahrgänge klicke auf die Jahreszahl

2017   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010  

2009   2008   2007   2006   2005  






3/2018 [Dr. Sebastian Schmideler]
Programmwechsel. Kinderfernsehen im Wandel

Cover staunen-denken-fragen"The most important thing we've learned, / So far as children are concernded, / Is never, NEVER, NEVER let / Them near your television set- / Or better still, just don't install / The idiotic thing at all." -Ganz so einfach, wie der britische Kinderbuchautor Roald Dahl in seinen subversiven und ironischen Versen vorschlägt, ist die Frage des Umgangs von Kindern mit dem Medium Fernsehen nicht zu beantworten. Unverändert ist der Anteil des Fernsehens im Mediennutzungsverhalten von Kindern und Jugendlichen erstaunlich hoch. Facettenreich sind die Kontexte und Inhalte, die Kinderfernsehen heute zu bieten hat. Der Themenschwerpunkt von Heft 3/18 von kjl&m soll daher den Programmwechsel des vielfältigen Wandels von Kinderfernsehen aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten. Maya Goetz zeigt im Grundlagenartikel ausführlich auf, wodurch gegenwärtige Tendenzen im Kinderfernsehen auf der Produktionsseite gekennzeichnet sind. Sie stellt im Überblick zugleich dar, wie Mädchen und Jungen Kinderfernsehen auf der Rezeptionsseite konsumieren. Dabei wird deutlich, wie stark überkommene Klischees, der Prozess der Kommerzialisierung und die Tradierung von Stereotypen nach wie vor die Entwicklung des Kinderfernsehens vor allem aus gendersensibler Sicht beherrschen. [...] Sebastian Schmideler

Inhaltsverzeichnis:

Maya Götz: Kinderfernsehen heute. Was Kinderfernsehen Mädchen und Jungen anbietet und wie sie es nutzen

Sebastian Schmideler: Kinderfernsehkompetenz. Chancen und Potenziale für die Literaturdidaktik

Franca Kretzschmar: „Kinder wollen auf jeden Fall Geschichten sehen.“ Interview mit Irene Wellershoff (ZDF) zu Kinderfernsehserien im Wandel

Karin Richter: Kirsten Boies Roman Prinz und Bottelknabe und seine Verfilmung für das Fernsehen

Sabine Planka: Von Milch im Karton und Zucker in Würfelform. Lebensmittel-Inszenierungen in den Sachgeschichten der Sendung mit der Maus

Dieter Wiedemann: Vom Neuerfinden klassischer Märchen durch ARD und ZDF

Steffi Ebert: Popcorn oder Programmkino? Der KiKA-Sendeplatz Lollywood aus einer programmanalythischen Perspektive

Sascha Trültzsch-Wijnen: Am anderen Ende der Sesamstraße - Kontinuitäten und Umbrüche im DDR-Kinderfernsehen der 1980er Jahre

Petra Josting: Nellys Abenteuer - ein Beispiel für Antiziganismus im kollektiven und kulturellen Gedächtnis

Spektrum:

Karsten Schuldt: Zur Entwicklung von Schulbibliotheken in Berlin 2008-2017

Fachliteratur:

Aktuell:

Nachruf
Aus der AJuM
Impressum


zum Seitenanfang



2/2018 [Prof. Dr. Petra Josting]
staunen – denken – fragen. Philosophieren im Literaturunterricht

Cover staunen-denken-fragenPhilosophieren findet an deutschen Schulen vorrangig im Rahmen des Philosophie- oder Ethikunterrichts erst an weiterführenden Schulen statt, ist aber in der Regel kein Pflichtfach. Noch schlechter bestellt ist es um die Grundschüler*innen, denn nur in wenigen Bundesländern gibt es das Philosophieren mit Kindern als Fach in der Grundschule, da viele Verantwortliche im Bildungssystem den Standpunkt vertreten, Philosophieren mit Kindern sei verfrüht und zu abstrakt. Doch schon im Grundschulalter bewegen existenzielle Fragen den Lebensalltag: „Wann ist man reich?“, „Was heißt gerecht?“, „Was ist Glück?“, „Was heißt tot sein?“ etc. Diese und andere Fragen versetzen Kinder ins Staunen und Grübeln, darüber wollen sie mit Erwachsenen reden. Kinder haben gewissermaßen eine urphilosophische Grundhaltung, sie wollen sich die Welt aktiv erschließen. Bot lange Zeit das Fach Religion für das Philosophieren lernen einen wichtigen Ort, so hat sich die Situation inzwischen drastisch verändert: Viele Schüler*innen gehören keiner Konfession mehr an, ein großer Teil von ihnen ist vom Religionsunterricht abgemeldet. Das vorliegende, literaturdidaktisch ausgerichtete Heft möchte deshalb Lehrer*innen aller Schulformen zum Philosophieren im Literaturunterricht ermuntern.
Petra Josting

Inhaltsverzeichnis:

Kinga Golus: Philosophieren mit Literatur – philosophiedidaktische Perspektiven auf den Zusammenhang von literarischer Gestalt und philosophischem Inhalt

Philipp Schmerheim: Doppelsinnigkeit für Kinderphilosophen.
Ein literaturphilosophischer Spaziergang mit der Buchreihe Platon & Co

Carlo Brune: „Kein Wille triumphiert“.
Zum didaktischen Potenzial der opkulturellen Inszenierung von Grundgedanken Schopenhauers in Tocotronics „Musiktheater“ der Kapitulation

Matthias Preis: Kontinuitäten des Möglichen.
Philosophieren zwischen Wahrnehmung und Vorstellung am Beispiel des Animationskurzflms LUCIA

Karin Richter: Philosophieren mit Kindern.
Chancen für einen Literaturunterricht in fächerübergreifender Perspektive in Grundschule und Sekundarstufe I

Margarete Hopp: Ein Grundmodell der narratologischen Bilderbuchanalyse und seine Anwendung im Kontext des Philosophierens mit Kindern am Beispiel von Hat Opa einen Anzug an?

Alexandra Ritter: Das Glück im Bilderbuch entdecken.
Didaktische Überlegungen zum Philosophieren mit Bilderbüchern am Beispiel Großer Wolf und kleiner Wolf (2012)

Ulrike Preußer: Nachdenken über den Tod. Das Bilderbuch Der Tod auf dem Apfelbaum (2015) als Anlass zum philosophischen Gespräch mit Kindern

Eva Maria Kohl: Die zweite Erschaffung der Welt aus Wörtern


Fachliteratur/ Rezensionen

Josting, Petra/ Schmideler, Sebastian (Hgg.): Bonsels’ Tierleben. Insekten und Kriechtiere in Kinder-und Jugendmedien.
Baltmannsweiler: Schneider, 2015. [Sonja Loidl, Universität Wien]

Schmitt, Susann Sophie: Nachwuchs für die Literatur.
Kinder- und Jugendprogramme ausgewählter Literaturhäuser Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Frankfurt/ M.: Peter Lang, 2016. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 103) [Prof. Dr. Caroline Roeder, PH Ludwigsburg]

Pluto-Prondzinski, Thomas von: „Kein Buch ohne Vorwort“.
Erich Kästners Paratexte als Medien eines demokratischen Literaturverständnisses. Marburg: Tectum, 2016. (Erich Kästner-Studien; 4). [Dr. Helga Karrenbrock, Osnabrück]

Stichnothe, Hadassah: Der Initiationsroman in der deutsch- und englischsprachigen Kinderliteratur. Heidelberg: Winter, 2017. (Studien zur europäischen Kinder- und Jugendliteratur; 6) [Dr. Heidi Nenoff, Uni Leipzig]

zum Seitenanfang



1/2018 [Prof. Dr. Julia Benner]
Im Garten der Kinder- und Jugendliteratur 

Der Garten ist in der Kinder- und Jugendliteratur ein zentraler Raum, ein zentrales Motiv und ein zentraler Topos, in dem sich die verschiedensten Kindheitsdiskurse spiegeln. Dabei wird im Garten viel mehr als nur er-zogen, doch stand das Erziehen zunächst im Vordergrund. So vertrat Jean-Jacques Rousseau in Emile oder Ueber die Erziehung die Meinung: „Man veredelt die Pflanzen durch die Zucht und die Menschen durch die Erziehung“ und verknüpfte damit wirkmächtig Kinder, Pflanzen und Gärten miteinander. Der Garten als umhegtes Stück Land ist an sich ein Schutzraum, doch darüber hinaus ist er auch ein Raum der Phantasie, des Traumes und des Abenteuers, in ihm wird Neues kennengelernt, studiert, erprobt und erschaffen. Er ist also ein Ort des Lernens, des Experimentierens und des Phantasierens und damit dem Buch nicht unähnlich.

Nicht zuletzt in Bezug auf die bildkünstlerische Ausgestaltung von Kinder- und Jugendbüchern wird offenkundig, dass Gärten in der Kinder- und Jugendliteratur zahlreiche und mannigfaltige Blüten treiben: So demonstriert Carola Pohlmann in ihrem überblickshaften Beitrag, welche unterschiedlichen Gartendarstellungen in der Kinder- und Jugendliteratur des 18. und 19. Jahrhunderts auszumachen sind. Sebastian Schmideler befasst sich mit speziellen Gärten, den Tiergärten, und ihrer Repräsentation in der Kinder- und Jugendliteratur. Agnes Blümer zeigt, wie Tom‘s Midnight Garden übersetzt und in eine Graphic Novel transformiert wurde. Wie in diesem Klassiker der Kinderliteratur ist der Garten häufig ein Dazwischen-Raum; er nimmt eine Mittlerstellung zwischen Natur und Kultur, Innen und Außen, dem Eigenen und dem Fremden ein, ist Übergang zwischen dem Realitätskompatiblen und Wunderbaren. Mit der Verwischung solcher Grenzen befassen sich einige Beiträge dieses Bandes, vor allem aber derjenige von Tanja Angela Kunz, die ein Märchen von Marie Luise Kaschnitz vorstellt, das den Garten nicht nur im Titel, sondern auch im Herzen trägt. Judith Wassiltschenko verdeutlicht, wie der einstige Schutzraum in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur in einen Ort des Schreckens verkehrt wird. Der Beitrag von Katrin Endres zeigt wiederum, wie lohnenswert ein Blick auf die Pflanzenhaftigkeit verschiedener Gewächse sein kann und wie botanisches Wissen in der Mädchenliteratur des ausgehenden 19. Jahrhunderts literarisiert wurde. Anna-Lena Markus macht uns dann näher vertraut mit den Linnéa-Büchern von Christina Björk und Lena Anderson, deren Popularität seit vielen Jahren ungebrochen ist. Auch ist der Garten längst nicht nur ländliches Idyll, vielmehr graben sich immer mehr interessante städtische Gärten in die Buchhandlungen, wie Sabine Planka in ihrem Beitrag über Urban Gardening berichtet. Sabine Erbstößer und Juliane Gröber schließen hier unmittelbar an. Sie setzen sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander und untersuchen dazu einige Sachbücher aus didaktischer Perspektive. Die Beiträge dieses Themenheftes gehen aus der Vortragsreihe „Im Garten der Kinder- und Jugendliteratur“ hervor, die im Rahmen des Kinder- und Jugendbuchprogramms des internationalen literaturfestivals, berlin im September 2017 stattgefunden hat. Sie erkunden unterschiedliche Literaturen und Gärten und geben dabei einen kleinen Einblick in die große Vielfalt von Gartendarstellungen in der Kinder- und Jugendliteratur.ntgrenzte Inszenierungen in der Kinder- und Jugendliteratur.
Julia Benner

Inhaltsverzeichnis:

Carola Pohlmann: „Die kleinen Gärtner“.
Zur Funktion von Gartendarstellungen in Kinderbüchern des 18. und 19. Jahrhunderts [3]

Katrin Endres: "Botanisches Wissen und monströse Kultur(en)"
– Hedwig Kiesekamps Eine Rosengeschichte (ca. 1880) [13]

Sebastian Schmideler: Wo die wilden Tiere wohnen
Tiergärten in der historischen Kinder- und Jugendliteratur [23]

Agnes Blümer: Transformationen eines Gartens: Tom's Midnight Garden
von der phantastischen Erzählung zur Graphic Novel [32]

Judith Wassiltschenko: Äsop, Aristoteles, Auxier: Lüge und (Meta-)Fiktion
in Jonathan Auxiers The Night Gardener [41]

Tanja Angela Kunz: Mise-en-abyme und Grenzverwischung
Marie Luise Kaschnitz‘ Der alte Garten im Kontext [51]

Anna-Lena Markus: Linnéas Lehrer: Linné, Monet und Lindgren.
Die Linnéa-Bücher von Christina Björk und Lena Anderson [59]

Sabine Planka: „Gardens have to grow somewhere, after all“
Stadtgärten und das Konzept Urban Gardening im Bilderbuch [67]

Juliane Gröber und Sabine Erbstößer: Gartensachbücher und das Thema Nachhaltigkeit [76]

Kurz gefragt: Interview mit Alex Gino, dier Bücher schreibt und das Gärtnern liebt [86]


Fachliteratur[88]
Aktuell
Impressum [93]
Aus der AJuM und der GEW [94]

Hinweise, Berichte, Mitteilungen [96] 

zum Seitenanfang