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"Beiträge Jugendliteratur und Medien".
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Extraband /2016 [Caroline Roeder / Petra Josting / Ute Dettmar]

Immer Trouble mit Gender?
Genderperspektiven in Kinder- und Jugendliteratur und -medien(forschung)

Im Zentrum der Gender Studies steht die Frage nach den Wechselbeziehungen von Geschlecht und Kultur, Gesellschaft und Wissenschaften bzw. es werden Bedeutungen erkundet, die dem Geschlecht bei der Konstitution von Identitäten, Gemeinschaften und Institutionen zukommen. Auch die Kinder- und Jugendliteraturforschung geht seit den 1970er-Jahren der Frage nach, wie Kinder- und Jugendliteratur und -medien in den je spezifischen historischen und gesellschaftlich-diskursiven Bedingungen an der Aushandlung von Geschlecht beteiligt ist. Gender steht dabei als eine der zentralen Kategorien sozio-kultureller und individueller Selbstdeutung und -darstellung im Fokus literaturhistorischer Untersuchungen zu Inszenierungen von Weiblichkeit und Männlichkeit – wie den aktuellen kultur-, literatur- und medienwissenschaftlichen Auseinandersetzungen mit Narrativen, Bildsprachen, Genres und Medien zu entnehmen ist –, nicht zuletzt auch bei der Erforschung der Rezeptionsprozesse alter und neuer Medien.

Der vorliegende Band versammelt 19 Beiträge der 28. Jahrestagung der Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung (GKJF), die vom 4.6. bis 6.6.2015 in Bielefeld (Haus Neuland) stattfand. Ihnen allen ist gemeinsam, sowohl mit Blick auf neuere theoretische Impulse, die von den Gender Studies ausgehen, als auch angesichts aktueller Entwicklungen im Handlungs- und Symbolsystem Kinder- und Jugendliteratur Gender als analytische Kategorie zugrunde zu legen. Es geht um Re-Visionen zu Genderfragen in historischer Perspektive, um Heldinnen und Helden in (medialer) Gestaltung und Liebeskonstruktionen, um Neuvermessungen von Raum, Körper, Queerness und Diversity. Last but not least schließt der Band mit einem Gespräch, das mit der Kinder- und Jugendbuchautorin Susan Kreller geführt wurde.

Caroline Roeder/ Petra Josting/ Ute Dettmar:
Vorwort

Theoretische Positionen: Gender Studies und Kinder- und Jugendliteraturforschung

Sigrid Nieberle:
Gender Trouble als wissenschaftliche und literarische Herausforderung

Julia Benner:
I
ntersektionalität und Kinder- und Jugendliteraturforschung

Re-Visionen: Genderfragen in historischen Perspektiven

Helga Karrenbrock:
Das wehrhafte Mädchen. Genderfragen in der Weimarer Republik, am Beispiel von Ruth Landshoff-Yorck

Ute Dettmar:
Modeerscheinungen, Berufswelten und Bildungsansprüche: Mädchenliterarische Genderkonstruktionen der 1960er-Jahre

Judita Kanjo:
Autorinnenschaft in der kroatischen Kinder- und Jugendliteratur am Beispiel von Ivana Brlic-Mažuranic und Jagoda Truhelka

Alexandra Ritter/ Michael Ritter:
„Mama am Herd“. Zur Inszenierung von Geschlecht und sozialer Rolle in Fibeln der SBZ/DDR und ihren Nachfolgern

Annette Kliewer:
Gender-Trouble im Klassenzimmer. Stand der Diskussion zu einer gendersensiblen KJL-Vermittlung

Heldinnen und Helden: (mediale) Gestaltung und Liebeskonstruktionen

Michael Stierstorfer:
Die Funktionalisierung des antiken Locus amoenus zur Re-Etablierung eines traditionellen Geschlechterrollenmodells
am Beispiel von aktuellen Verfilmungen des Herkules-Mythos

Anna Stemmann:
Gebrochene Helden, starke Männer. Geschlechtlich codierte Mythosstrukturen im Superheldengenre

Kerstin Böhm:
„Alles ist gut, solange du MANN bist!“. Die Wilden (Fußball-)Kerle als geschlechtsspezifischer Medienverbund

Birgit Schlachter:
Das Liebesromanschema in aktuellen Jugendromanen – Feministische und postfeministische Lektüren

Markus Janka:
Liebeskonzeptionen und Geschlechtsrollenmodelle im Epos der griechisch-römischen Antike und ihre Transformationen in mythoshaltiger KJL der Postmoderne

Neuvermessungen: Raum, Körper, Queerness & Diversity

Gundel Mattenklott:
Überlegungen zur Darstellung kindlicher Sinnlichkeit im Bilderbuch der Gegenwart

Peter Rinnerthaler:
Geschlechtsspezifische Räume im zeitgenössischen Bilderbuch

Manuela Kalbermatten:
Knurrende Enten und Bären mit Schnäbeln. Zum subversiven Potenzial queerer Tier-Adoptionen in neueren Bilderbüchern

Anika Ullmann:
Oh, Be Careful, Little Eyes, What You Read. King & King und das noch-nicht-heterosexuelle Kind

Marion Rana::
„Endlich ich selbst sein dürfen“: Körperoptimierung und -kommodifikation in ausgewählten Beispielen der aktuellen Jugendliteratur

Iris Schäfer:
Lesbische Protagonistinnen im Wandel der Zeit – literarische und außerliterarische Diskurse

Nadine Maria Seidel:
Die Töchtersöhne Afghanistans. acha posh in der aktuellen Jugendliteratur

Im Gespräch: Susan Kreller

„Janosch ist übrigens an vielem Schuld“. Die Jugendbuchautorin Susan Kreller über Schreibprozesse und Unsichtbarkeit

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

 

 

 

 

 

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4/2016 [Prof. Dr. Caroline Roeder]

Im Wunder-Schlummer-Land
Traum und Träumen in Kinder- und Jugendmedien

Auf Traum-Spuren: Luzide erscheinen nicht allein die Fußstapfen, die Träumende literarisch und medial hinterlassen. Folgt man ihnen, so führen sie zum freien Fall, der ins Carrol‘sche Wunderland reicht, oder man rast, begleitet von dem kleinen Nemo, ab Richtung Schlummerland. – Die beiden hier zitierten großen Traum-Klassiker der Kinder- und Jugendmedien zeigen beispielhaft, dass Traum und Träumen sowohl als Motiv als auch als Narrativ in der Kinder- und Jugendliteratur und ihren Medien bedeutsam vertreten sind. Die Darstellungsweisen variieren dabei aufs Vielgestaltigste: Ob als phantastische Reise, anarchistisch-eskapistische Ausbüxerei, kompensative Fluchtgeschichte oder poetische Phantasie in Szene gesetzt, umfasst auch die Anzahl (kinder)literarischer und -medialer Schlafmützen und verträumter Durch-die-Welt-Stolperer die ganze Palette der Traumspektralfarbskala. Es verwundert darum umso mehr, dass die Kinder- und Jugendliteraturforschung bisher kaum einen Blick auf diese Welten geworfen hat. Das vorliegende Heft widmet sich diesem Desiderat und leuchtet die Traum-Räume aus. Ulf Abraham und Gundel Mattenklott eröffnen einen wahrlich traumgesättigten Parcours. Sie zeigen systematisch und an dem kinder- und jugendliterarischen Korpus orientiert wesentliche Traum-Parameter auf, stellen Traumklassiker der erzählenden Literatur wie der Bilderbuch-Welten vor, ebenso wählten sie aus dem großen Topf der Traum-Texte ausgesuchte Titel aktueller Kinder- und Jugendliteratur aus. Dass Bücher und Träume gemeinsame Räume beleben, wird insbesondere in dem Beitrag von Monika Schmitz-Emans deutlich. Sie führt wahrhaftig ins Wunderland der Popup- Bücher und zeigt, wie Traumfigurationen und aus dem Buch heraustretende Elemente zu Gespinsten verschmelzen. Der Beitrag schlägt ein Rad durch die Geschichte des bewegten Buches und ist Buch- wie Traum-Geschichte zugleich. Jan Hollm entwirft einen weiten ideengeschichtlichen Bogen, der von biblischen Traum-Moratorien über Morus‘ Utopia bis ins Heute reicht. Er differenziert zwischen phantastischem Schreiben und den Gattungen der Utopie bzw. Dystopie, die, wie er zeigt, immer an der Gegenwart austariert sind. Christiane Solte-Gresser steigt literarisch hinab in Michael Endes Bergwerk der Träume. Am Beispiel der Unendlichen Geschichte wendet sie sich Traumschürfen und Selbstverlust( en) zu und weist sie als romantisch gestimmte Seelenbergwerkslandschaft aus. Wieland Klaus eröffnet lyrische Traumwege bei seiner gendergestützten Erkundung eines Gedichts von Ursula Krechel. Exemplarisch ist auch die Herangehensweise von Moritz Ahrens, der an Reif Larsens Die Karte meiner Träume aufzeigt, wie Buchgestaltung innovativ und buchkünstlerisch grenzüberschreitend mediale Räume auslotet. Christine Lötscher schließt den träumerischen Bogen mit handfesten Horrorszenarien, deren Albtraumpoesie sie als Poetik in Film- und TV-Serien für Jugendliche herausstellt. Im Spektrum zeigt Katja Stopka erste Ergebnisse einer historischen Studie, die sich mit den Autoren- Konzepten und Systembezügen des Leipziger Literaturinstituts Johannes R. Becher beschäftigt und insbesondere die bisher kaum in Augenschein genommenen Kinder- und JugendbuchautorInnen in den Blick nimmt, die hier ihr Studium absolviert haben. Den Band schließen Rezensionen aktueller Fachliteratur und Hinweise auf aktuelle Buchmarktentwicklungen – ganz aktuell und durchweg tageslichtbezogen.
Caroline Roeder
 

Inhalt

Ulf Abraham
Traumtage – Nachtträume. Das Motiv des Traums in der Kinder- und Jugendliteratur

Gundel Mattenklott
Träume im Bilderbuch

Monika Schmitz-Emans
Träume in Bewegungsbüchern, Pop-ups und Papiertheatern

Jan Hollm
Erträumte Welten auf Englisch. Vision und Traum in der britischen und nordamerikanischen Utopie und Dystopie

Christiane Solte-Gresser
Im Bergwerk der Träume. Traumschürfen zwischen Selbstverlust und Selbsterkenntnis in Michael Endes Unendlicher Geschichte

Wieland Klaus
Traum und Erinnerung. Weibliche Gender- Identitäten in Ursula Krechels Gedicht Meine Mutter

Moritz Ahrens
Traum und Typographie in Reif Larsens Die Karte meiner Träume

Christine Lötscher
Geteilte Albträume. Träumerische Horrorszenarien und ihre Poetik in Film- und TV-Serien für Jugendliche

 

Spektrum

Katja Stopka
„wir sind nicht vorbildlich, wie es an der Wandzeitung heißt“ – Kinder- und JugendbuchautorInnen der DDR als Studierende am Institut für Literatur Johannes R. Becher

Fachliteratur

Aktuell

Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW
Impressum

 

 

 

 

 

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3/2016 [Prof. Dr. Petra Josting]

Einen Schritt zurück, zwei nach vorn … Die Kinder- und Jugendliteratur der 1990er-Jahre

Mit diesem Heft beendet die Redaktion vorerst ihr Anliegen, die Literaturgeschichtsschreibung der deutschsprachigen KJL nach 1945 mit größerem Abstand neu in den Blick zu nehmen (vgl. 3/2013: Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre – 2/2014: Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! – 1/2015: Innovationen auf allen Ebenen – 4/2015: ästhetischer, poetischer) und dabei Ost- und Westdeutschland sowie Österreich zu berücksichtigen. Der KJL der 1990er-Jahre werden die Rückkehr von Komik und (gebrochenen) Idyllen ebenso bescheinigt wie ein Einfluss der rasanten Medienentwicklung: Einen Schritt zurück, zwei nach vorn …
Jana Mikota stellt in ihrem Überblicksartikel die Bandbreite vom Bilderbuch zum Jugendroman sowie die mediale Entwicklung der Neunzigerjahre und ihren Einfluss auf die KJL des 21. Jahrhunderts vor: Die KJL vor der Jahrtausendwende ist vielfältig, zeichnet sich durch Genremix, Gattungsvielfalt und eine Verbindung der literarischen Moderne und Postmoderne aus. Titel, die die 1990er-Jahre geprägt und die KJL nachhaltig beeinflusst haben, sind vor allem Sofies Welt und Harry Potter, die die Bestseller-Listen stürmten und auch das erwachsene Lesepublikum begeisterten.
Ob sich die neue Mädchenliteratur tatsächlich als fortschrittlich erweist oder ob angesichts der häufig als psychisch labil geschilderten jungen Frauen nicht eher von einem Rückschritt gesprochen werden muss, ist die Fragestellung von Iris Schäfer, die sich den Girlies, Junkies, traumatisierten, essgestörten oder besonders rebellischen und eigensinnigen jungen Mädchen zuwendet und damit die Themen- und Figurenvielfalt der Mädchenliteratur jener Jahre nachweist.
Neben der neuen Mädchenliteratur spielen in den Neunzigerjahren zwei weitere Gattungen eine zentrale Rolle: Maren Bonacker zeichnet den Siegeszug und die Entwicklung der lange Zeit kritisch beäugten Fantasyliteratur nach; Ricarda Freudenberg analysiert die unterschiedlichen Spielarten von Komik sowie die Narration im sog. (tragik-)komischen Familienroman beispielhaft an Andreas Steinhöfels Dirk und ich und Peter Härtlings Mit Clara sind wir sechs.
Umbruch, Neuorientierung und Neuausrichtung des Kinderfilms ist das Thema von Tobias Kurwinkel, der den Entwicklungsprozess mit Beginn der Wiedervereinigung verfolgt. Susanne Brandt ruft mit ihrem Beitrag die berühmte Musikwerkstatt von Wolfgang und Margarete Jahn in Erinnerung, die mit ihren poetischen Liedern das Singen mit Kindern in den 1990er-Jahren geprägt hat.
Der Fokus DDR beginnt mit dem 2. Teil des Beitrags von Karin Richter, die in Heft 4/2015 das letzte Jahrzehnt der KJL der DDR beschrieben und auf deren ästhetische Vielfalt aufmerksam gemacht hat. Maria Becker macht die Entwicklung der DDR-KJL in den 1990er-Jahren am Handlungssystem fest, das eng mit den Möglichkeiten des Schreibens und Veröffentlichens ehemaliger DDR-AutorInnen interferiert. Damit schärft sie zugleich das Bewusstsein für Titel und SchriftstellerInnen, die geblieben sind, wie für solche, die neu zu entdecken wären. Wie bisher schließt der Rückblick mit einem Beitrag von Ernst Seibert über die österreichische KJL, die sich im Beobachtungszeitraum von der „sozialpartnerschaftlichen Ästhetik“ abkehrt.
Petra Josting


Inhalt

Jana Mikota
Zwischen einer „beschädigten Idylle“ und einer rasanten Medienwelt. Die Kinder- und Jugendliteratur der 1990er-Jahre

Iris Schäfer
Eine neue Mädchenliteratur der 1990er-Jahre. Im Zeichen von Postemanzipierung und Pathologisierung

Maren Bonacker
Die 1990er-Jahre: Ein neues Image für die Fantasy Fiction

Ricarda Freudenberg
Jubel, Trubel, Nachdenklichkeit. Der (tragik-)komische Familienroman für Kinder

Tobias Kurwinkel
Der Kinderfilm der 1990er-Jahre

Susanne Brandt
Kinderlieder und Geschichten aus der Musikwerkstatt von Wolfgang und Margarete Jehn

Karin Richter
Das letzte Jahrzehnt der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Literarische Welten in ihrer ästhetischen Vielfalt und als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungen (Teil II)

Maria Becker
„Aber so geht Geschichte...“ DDR-Autoren und Texte der Kinder- und Jugendliteratur in den 1990er-Jahren

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den 1990er-Jahren. Abkehr von einer „sozialpartnerschaftlichen Ästhetik“

Spektrum

Susanne Brandt
Silent Books. Wenn aus Bildern Worte wachsen

Philipp Schmerheim
KinderundJugendmedien.de

Fachliteratur/Rezensionen
Petra Josting (Hg.):
Kirsten Boie. Bielefelder Poet in Residence2013.München: kopaed 2014, 231 S., (Kinder- und Jugend-literatur aktuell; 2) 18,00 € (Günter Lange)
Liping Wang:
Figur und Handlung im Märchen. Die „Kinder-und Hausmärchen“ der Brüder Grimm im Licht der daoistischen Philosophie. Frankfurt/M.: Lang Edition, 2013. 320 S. (Kinder-und Jugendkultur, -literatur und -medien; 82), 54,95 Euro (Dr. Sebastian Schmideler)

Roeder, Caroline (Hg.):
Topographien der Kindheit. Literarische, mediale undinter-disziplinäre Perspektiven auf Orts- und Raumkonstruktionen. Bielefeld: transcript, 2014. 398 S., € 44,99.

Roeder, Caroline (Hg.):
Himmel und Hölle. Raumerkundungen – interdisziplinär & in schulischer Praxis. München: kopaed, 2015. 251 S., € 18,80. (Prof. Dr. Kaspar Spinner)

Knopf, Julia/ Abraham, Ulf (Hgg.):
Bilder-Bücher. Bd. 1, Theorie. Baltmannsweiler: Schneider, 2014. (Deutschdidaktik für die Primarstufe; 1). 195 S., € 18,00.

Knopf, Julia/ Abraham, Ulf (Hgg.):
BilderBücher. Bd. 2, Praxis. Baltmannsweiler: Schneider, 2014. (Deutschdidaktik für die Primarstufe; 2). 183 S., € 18,00. (Dr. Margarete Hopp)

Ballis, Anja/ Burkard, Mirjam:
Kinderliteratur im Medienzeitalter. Grundlagen und Perspektiven für den Unterricht in der Grundschule. Berlin: Erich Schmidt, 2014. 200 S., € 29,80. (Dr. Margarete Hopp)

Keller-Loibl, Kerstin/ Brandt, Susanne:
Leseförderung in Öffentlichen Bibliotheken. Berlin [u. a.]: de Gruyter, 2015 (Praxiswissen), 201 S., € 49,95 (Harald Pilzer)


Hinweise, Berichte, Mitteilungen

Aus der AJuM und der GEW
 

 

 

 

 

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2/2016 [Ricarda Dreier]

Neues von Rotk@ppchen!
(Trans)Mediale Märchenwelten

Das Vorlesen am Abend, die ersten eigenen Leseversuche, das Hörspiel im Bett, der Aschenbrödel-Film, der zu Weihnachten dazu gehört: Ohne Märchen würde der Kindheit etwas fehlen. Dies liegt besonders an den Figuren: Schneewittchen, Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, aber auch Jorinde und Joringel, Hans oder Rapunzel: Sie alle haben unsere Kindheit begleitet und sind auch aus dem Leben unserer Kinder nicht wegzudenken. Man verknüpft viele persönliche Erinnerungen mit bestimmten Märchen, deren Wortlaut man auch noch Jahrzehnte später mitsprechen könnte. Die Bedeutung, die diese Textsorte auf einer ganz subjektiven Ebene haben kann, spiegelt sich in der wissenschaftlichen und didaktischen Auseinandersetzung wider. Regelmäßige Tagungen, zahlreiche Publikationen, universitäre Seminare oder die schulischen Curricula zeugen von der intensiven Auseinandersetzung und der wichtigen Rolle, die dem Märchen in der Literaturwissenschaft und -didaktik zugeschrieben wird. Angesichts des breiten Felds, auf dem Märchen bereits untersucht wurden, erscheint es mehr als nötig, im vorliegenden Heft den Fokus zu verengen. Der Leitartikel von Sebastian Schmideler gibt in diesem Sinne die Richtung vor: Er stellt verschiedene mediale „Transformationen" vor, die verdeutlichen, dass Märchen neben aller Traditionen in der Gegenwart im neuen (medialen) Gewand erscheinen und von den Kindern und Jugendlichen vorrangig (medial) verändert rezipiert werden ...  
Ricarda Dreier

Inhalt

Sebastian Schmideler
Alte Märchen neu erzählt - Märchenforschung zwischen Tradition und Medienwandel

Karin Richter
Märchen und ungewöhnliche Bildwelten. Illustrationen der Bildkünstlerin Warja Lavater und ihr Anregungspotential für 'Medienkinder'

Michael Ritter
Märchen-Apps zwischen Spiel und Erzählung. Eine Spurensuche

Jan M. Boelmann
Und wenn sie nicht gespeichert sind ... Märchenadaptionen und Märchenelemente in aktuellen Computerspielen

Julia Benner
Vom Märchenerzählen mit der Schere. Lotte Reinigers Silhouettenfilme

Christian Müller
Literarische Texte - TV-Serie - Wiki. Zur Intermedialität bei Once Upon a Time

Manuela Kalbermatten
Frauenkrieg im Heteroland. Geschlechterpolitik in populären Märchenadaptionen


Spektrum

Ada Bieber
Die US-amerikanische Metropole New York in der internationalen Kinder- und Jugendliteratur

Hadassah Stichnothe
Gegenräume - Zwischenräume. Ideologiekonstruktionen im kinderliterarischen Initiationsroman


Fachliteratur


Aktuell

Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM der GEW
 

 

 

 

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1/2016 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Ausgezeichnet!
Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird 60

Auf der Frankfurter Buchmesse werden alljährlich in einer Festveranstaltung die Preistitel des Deutschen Jugendliteraturpreises verkündet. In dieser Ausgabe dreht sich alles auch um den Preis, aber ausnahmsweise stehen nicht die AutorInnen, ÜbersetzerInnen oder IllustratorInnen auf dem Treppchen, auf das Podest gehoben wird vielmehr der Preis selbst! 60 Jahre alt wird der Deutsche Jugendliteraturpreis 2016, nicht nur ein stolzes Alter, sondern auch etwas für eine Preisgeschichte! Die vorliegende Ausgabe würdigt die Entwicklung des Preises, der sich zu einer bedeutsamen literarischen Institution entfaltet hat; sie blickt zurück auf die Anfänge, ebenso in die Zukunft und fragt, wohin die Preiseroute gehen könnte. Blickt man auf die ausgezeichneten Titel des DJLP zurück, so lässt sich an den Titellisten ablesen: Die preisgekrönte Auswahl hat Literaturgeschichte geschrieben. So verwundert es nicht, wenn auch die Liste der GratulantInnen ein Who‘s who der Kinderliteraturszene bedeutet. Angeführt wird die feine Geburtstagsgesellschaft von Klaus Doderer, der „Zum Geleit“ das Heft eröffnet und den Stellenwert des international ausgerichteten Preises unterstreicht. Fünf Juryvorsitzende an der Zahl haben für diese Ausgabe Grußworte an den DJLP verfasst: Gundel Mattenklott, Sabine Mähne, Christoph Schmitz, Emer O‘Sullivan und Susanne H. Becker. Das Kernstück des vorliegenden Bandes umfasst zehn Fachbeiträge, die einen Parcours durch die Sparten und Gattungen, die Programmatik und Ästhetik der Preisbücher darstellen. Den Auftakt macht Otto Brunken mit einem narratologisch fundierten Blick auf die Historie, an der er das erzählerische Potenzial dieser Schatzkiste, wie er schreibt, aufzeigt. Michael Schmitt verfolgt die pädagogischen Diskurse über jugenderzählende Texte und spannt einen profunden Bogen von den Anfängen bis zum aktuellen Preistitel. Gina Weinkauff setzt sich mit der Internationalität des Preises und dem Stellenwert der Übersetzungsleistungen auseinander, die wesentlicher, wenngleich oftmals weniger Beachtung findender Bestandteil des DJLP sind. Gabriele von Glasenapp zeichnet die Narrative geschichtserzählender Texte nach und weist auf die richtungsweisende Bedeutung dieser Erinnerungen. Maria Linsmann-Dege zeigt die Innovationskraft der preisgekrönten Bilder-Geschichten, Heike Elisabeth Jüngst widmet sich preisgekrönten Titeln der Sparte Sachbuch. – Der DJLP lebt von seiner Vielfalt und dem Blick über den Tellerrand. Christine Tresch fächert exemplarisch für die vielen Literaturen, die der Preis umfasst, eine prominent besetzte Titelliste des DJLP von Schweizer AutorInnen auf. Nicht vergessen wurden bei dieser Jubiläumsausgabe die Buch-Macher und die literarische Wertung. Klaus Humann beleuchtet mit kritischem Blick den Stellenwert des Preises unter verlegerischen Aspekten; Stefan Hauck begibt sich unter die Festgemeinde und kommentiert die Zeremonien der Preisvergabe. Philine Edbauer schließlich weist als ehemaliges Mitglied einer Jugendjury darauf hin, was die Teilhabe an der Preisfindung für den persönlichen Werdegang bedeuten kann. Im Spektrum verortet Ina Brendel-Perpina den DJLP in der deutschen Preislandschaft; schließlich findet man wie gewohnt aktuelle Rezensionen zur Fachliteratur, Informationen aus dem literarischen Leben und Tagungshinweise. Nicht zu vergessen das Cover, das die Ausgabe schmückt! Nadia Budde hat wahrlich einen preiswürdigen Titel entworfen! Ebenso gedankt sei allen FesttagsrednerInnen für ihre Beiträge, und schließlich gilt ein literarisches Tischfeuerwerk dem Jubilar.
Caroline Roeder

Titelabbildung: Nadia Budde, Berlin

Klaus Doderer
Zum Geleit: Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird sechzig Jahre alt

Grußadressen
Gundel Mattenklott, Sabine Mähne, Christoph Schmitz, Emer O’Sullivan. Susanne Helene Becker

Otto Brunken
Kinderliteraturgeschichte im Spiegel des Deutschen Jugendliteraturpreises. Narratologische Aspekte kinderliterarischen Erzählens in historischer Perspektive

Michael Schmitt
Pubertät als Schicksal? Sechzig Jahre Jugendbücher und Adoleszenzgeschichten

Gina Weinkauff
The unusual thing – über die transnationale Ausrichtung des Deutschen Jugendliteraturpreises

Gabriele von Glasenapp
Ausgezeichnete Erinnerung(en). Der Deutsche Jugendliteraturpreis und seine Geschichtserzählungen

Maria Linsmann-Dege
Zum Stellenwert der Bilder

Heike Elisabeth Jüngst
Hin zu den fuzzy edges – die Diversifikation im KiJu-Sachbuch

Stefan Hauck
Von der Sardinenbüchse zur Showbühne - Die Preisverleihungen

Klaus Humann
Unser Preis. Unser Preis? Der DJLP aus Verlagssicht

Philine Edbauer
Vor allem jugendlich? Zur Jugendjuryarbeit

Christine Tresch
Die Schweizer Kinder- und Jugendliteratur und der Deutsche Jugendliteraturpreis

Spektrum

Ina Brendel-Perpina
Konkurrenz oder gute Wegbegleiter: die Preislandschaft für Kinder- und Jugendliteratur

Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW

 

 

 

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Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW
Redaktion: Prof. Dr. Petra Josting, eMail: petra.josting  (ad) ajum.de
Prof. Dr. Caroline Roeder, eMail: caroline.roeder (ad) ajum.de
Ricarda Dreier, eMail: ricarda.dreier (ad) ajum.de

(Dr. Jörg Knobloch, eMail: joerg.knobloch (ad) ajum.d
(Dr. Gudrun Stenzel, eMail: gudrun.stenzel (ad) ajum.de)