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ist ein Produkt der AJuM der GEW und hieß bis zum 01.01.2007
"Beiträge Jugendliteratur und Medien".
kjl&m ist im Abonnement käuflich über den kopäd Verlag zu erwerben.

     

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Extraband /2015 [Dr. Ricarda Freudenberg & Prof. Dr.  Petra Josting]

Norm und Normüberschreitung in der Kinder- und Jugendliteratur und ihren Institutionen

Regel und Abweichung, lustvolles und zugleich riskantes Ausloten von Grenzen, Novellierung oder Restitutionalisierung von Normen und Werten durch symbolisches Probehandeln im literarischen Raum: Der vorliegende Band widmet sich in historischer wie systematischer Perspektive gesellschaftlichen, literarischen und unterrichtlichen Setzungen, die für das Handlungs- wie für das Symbolsystem Kinder- und Jugendliteratur (KJL) Relevanz besitzen.
Nicht von ungefähr eröffnet Carsten Gansel die Diskussion mit einem Beitrag zur Kategorie Störung, deren Geltung für die Systeme der KJL er anhand ausgewählter Textbeispiele begründet. Es folgen 14 literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Beiträge, denen teilweise empirische Forschungsprojekte zugrunde liegen.
Einige von ihnen fokussieren diachron perspektiviert gegenstandsimmanente Aspekte, wie beispielsweise die Frage, welche inhaltlichen und narratorischen Normen in KJL verhandelt wurden und werden. Dafür werden etwa literarische Figuren oder typische Situationen wie das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten in den Blick genommen. Andere Beiträge konzentrieren sich auf Normierungsinstanzen und beleuchten die historische Entwicklung des Diskurses zur Frage, was das denn sei: ein gutes Kinder- oder Jugendbuch. Eine weitere Gruppe untersucht explizite Setzungen oder implizite Werthaltungen, auf denen heute Auswahlentscheidungen kinder- und jugendliterarischer Werke für den Schul- oder Freizeitbereich (z. B. Kitas und Bibliotheken) beruhen. Berücksichtigung findet dabei auch die Überlegung, welche Leseinteressen insbesondere Jungen haben, sodass die Auswahl entsprechend anzupassen wäre. Den Abschluss bilden Beiträge, die rund um konkrete literarische Werke zu diesem Themenkomplex Anregungen und Modelle für den Unterricht von der Primar- bis zu den Sekundarstufen bieten.
 

I. Einführung

Carsten Gansel
Störungen in (Kinder- und Jugend-)Literatur und Medien - Aspekte einer Theorie der Störung
 

II. Normen und Normierungsinstanzen in historischer Perspektive

Gina Weinkauff
„Verständlich, unterhaltend und lehrreich zugleich“ - Normen und Instanzen der Beurteilung von Kinder- und Jugendliteratur im historischen Wandel

Caroline Roeder
Vom Trotzkopf bis Tschick, von Moritz bis Marsmädchen - Nonkonforme adoleszente ProtagonistInnen im Spannungsfeld von (literarischen) Regel-Diskursen

Sonja Müller
Kindgemäß und literarisch wertvoll: Das normative Konzept der Theorie des ‚guten Jugendbuchs‘ - Zur Weiterführung der Diskussionen der 1950er- und 1960er-Jahre in späteren Jahren

Ralph Müller
Wertungen in Erzählungen der Kinder- und Jugendliteratur

Ina Brendel-Perpina
Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis - Eine Analyse der literarischen Wertung der Zielgruppe
 

III. Genderperspektiven bei der Textauswahl?

Frank Münschke
boys and books. Nach welchen Kriterien lässt sich geeignete Kinder- und Jugendliteratur für Jungen auswählen?

Karin Richter
Warum in die Ferne schweifen – sieh, die Schule liegt so nah! - Jungen und literarische Rezeption im schulischen Kontext
 

IV. Jenseits vertrauter Pfade: Die RezipientInnenperspektive

Alexandra Ritter / Michael Ritter
Du groß, und ich klein?! - Bilderbucherkundungen zwischen Faszination und Normierung

Ulrike Preußer
Wie Kinder mit Leerstellen umgehen - Aspekte literarischen Lernens bei der Bilderbuchrezeption
 

V. Instanzen literarischer Sozialisation im Blick: Kitas, Bibliotheken und Schulen

Susanne Helene Becker
Über das Spiel mit literarischen Normen in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur - Beobachtungen zu ihrer Funktion für die literarische Sozialisation

Stefanie Rose
„Bücher sind die wichtigsten Medien überhaupt“ - Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien innerhalb der kooperativen Leseförderung

Ulrike Siebauer
Wie geht man mit einem Außerirdischen um? - Unterrichtsentwurf zu Susann Opel-Götz: Außerirdisch ist woanders

Bettina Heck
Normenbrüche mit und in der Graphic Novel Schattenspringer. Wie es ist, anders zu sein von Daniela Schreiter - Unterrichtsvorschläge für die Klassen 6 bis 8

Ricarda Freudenberg
Zu Gast in einer bitteren, komischen Welt - Überlegungen zum literaturdidaktischen Potenzial des Romans Das Schicksal ist ein mieser Verräter für den Unterricht der 10. bis 12. Jahrgangstufen


Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

 

 

 

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4/2015 [Prof Dr. Petra Josting]

ästhetischer, poetischer
Kinder-und Jugendliteratur in den1980er-Jahren

Mit dem vorliegenden Heft setzen wir unser Anliegen fort, die Literaturgeschichtsschreibung der deutschsprachigen KJL nach 1945 mit größerem Abstand neu in den Blick zu nehmen (vgl. 3/2013: Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre; 2/2014: Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! u. 1/2015: Innovationen auf allen Ebenen) und parallel den Blick auf Ost- und Westdeutschland sowie Österreich zu werfen. Dabei zeigt sich, dass in allen drei deutschsprachigen Staaten der innovative Anspruch der KJL bestehen bleibt und oft über Bisheriges hinausgeht: Es wird ästhetischer, poetischer.
Den Auftakt macht wie in den anderen Heften Andrea Weinmann, die die Modernisierungstendenzen im Bereich der fantastischen und realistischen KJL jener Jahre aufzeigt. Susanne Helene Becker gibt einen Überblick über die Entfaltung des (post)modernen Kinder- und Jugendromans, der entsteht und bis in die Gegenwart ein wesentliches Segment des KJL-Marktes bildet. Großer Beliebtheit bei Leserinnen und Lesern erfreut sich seit langem die Gruselliteratur. Welchen Wandel diese Gattung durchläuft, welche Veränderungen sie insbesondere in den 1980ern erfährt und welche Funktionen ihr zugeschrieben werden, ist Andrea Weinmanns historischer Rückschau zu entnehmen, die von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart verläuft. Zu den Neuerungstendenzen gehören weiterhin die ökologische Kinderliteratur jener Jahre, auf die sich Jana Mikota bezieht, sowie die neue Vielfalt im Bilderbuch, dargeboten von Mareile Oetken. Ein Beispiel für weibliche Medienkindheit präsentiert Bettina Wild mit dem Medienverbund Anne of Green Gables.
Für die KJL der DDR ist in jenen Jahren kennzeichnend, wie Karin Richter herausarbeitet, dass sie sich kindlichen und jugendlichen Daseinsfragen der Gegenwart zuwendet, aber auch mit großer Erzählkunst der Darstellung historischer Prozesse und vor allem fantastischer Welten. Alfred Wellm spielt in diesen Ausführungen eine wichtige Rolle, den Eva Maria Kohl anschließend noch einmal in den Mittelpunkt stellt, den „pädagogischen Poeten“, wie sie ihn charakterisiert. Am Ende des Thementeils steht wieder Ernst Seiberts Beitrag zur österreichischen KJL. Mit Blick auf die Repräsentantinnen jener Zeit – Mira Lobe, Vera Ferra-Mikura, Käthe Recheis und Christine Nöstlinger –, verdeutlicht er die neuen Konturen kinder- und jugendliterarischen Schaffens. Im Spektrum gewährt Annika Behler einen interessanten Einblick in das Bilderbuchwerk von Michael Ende, indem sie den bislang vernachlässigten literar-onomastischen Fragen nachgeht.
Die Mitteilungen beinhalten einen Nachruf auf Bettina Hurrelmann, die am 19.07.2015 verstarb. Die Nachricht vom Tod Günter Langes (12.09.2015) erreichte uns in der Druckphase dieses Heftes. Ein Nachruf auf ihn wird folgen.  Petra Josting

Inhaltsverzeichnis

Andrea Weinmann
Kinder- und jugendliterarische Entwicklungen der Achtzigerjahre – ein Überblick

Susanne H. Becker
Zur Entfaltung des (post)modernen Kin-der- und Jugendromans in den 1980er-Jahren bis heute

Andrea Weinmann
Zwischen Angst und Lust. Zur Entwicklung der deutschsprachigen Gruselliteratur für
junge Leser von den 1950er-Jahren bis heute

Jana Mikota
Von geretteten Robben, ausgesetzten Bibern und Umgehungsstraßen. Der Umweltschutz in der Kinderliteratur der 1980er-Jahre

Mareile Oetken
Die neue Vielfalt. Bilderbücher der 1980er-Jahre

Bettina Wild
Die Wiederentdeckung weiblicher Tugen-denim Fernsehen der 1980er-Jahre. Der Medienverbund Anne of Green Gables

Karin Richter
Das letzte Jahrzehnt der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Literarische Welten in ihrer ästhetischen Vielfalt und als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungen (Teil I)

Eva Maria Kohl
Schutzraum Fantasie. Der pädagogische Poet Alfred Wellm

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendlite-ratur in den 1980er-Jahren – forciertes gesellschaftspolitisches Erwachen
 

SPEKTRUM

Annika Behler
Von Aida Rüsselzart bis Zacharias Zierfuß. Michael Endes Bilderbuchwerk aus literar-onomastischer Perspektive
 

Fachliteratur

Çetin, Stefanie:„Ohne Spaß gibt´s nichts zu lachen“. Humor in Erich Kästners Kinderliteratur. Marburg: Tectum, 2014. (Erich-Kästner-Studien; 2). 273 S. Zugl.: Limerick, Univ., Diss., 2007, € 24,95 (Prof. Dr. Reiner Neubert, Zwickau)
Kruse, Iris/ Sabisch, Andrea (Hgg.): Fragwürdiges Bilderbuch. Blickwechsel–Denkspiele–Bildungspotentiale. München: kopaed, 2013. 184 S., € 18,80 (Kathrin Grothe, Uni Bielefeld)
 

Aktuelles
Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen [93]
Aus der AJuM und der GEW

 

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3/2015 [Ricarda Dreier]

Graphic Novels

Vom Türöffner zur Streitaxt – so lautet der Titel eines Beitrags von Lars von Törne im Tagesspiegel vom 04.07.2014, der zugleich die schriftliche Fassung eines Vortrags darstellt, den der Verfasser zum Thema „Was ist eigentlich eine Graphic Novel?“ gehalten hat.
Eine gute Frage! Die vorliegende kjl&m-Ausgabe bedient sich schon im Titel dieses Begriffes, der in den letzten Jahren mehr und mehr Einzug gehalten hat in Buchhandel, Feuilleton oder Wissenschaft, obwohl mit der inflationären Verwendung des Ausdrucks „Grapic Novel“ durchaus auch Probleme verbunden sind.
Als Türöffner, so stellt von Törne fest, hat der Begriff Comics im deutschen Sprachraum den Weg in die breite Öffentlichkeit geebnet, indem damit eher erwachsene Rezipienten angesprochen werden (sollen), die mehr Wert auf eine Qualität in den Bildergeschichten legen, die sie im ,banalen’ Comic nicht zu finden glauben.
Damit offenbart sich die Streitaxt in Form eines Diskurses, den der Comic nicht verdient hat. Denn immer noch wird dieser abgegrenzt von der Graphic Novel, der ein höherer thematischer und narrativer Anspruch zugeschrieben wird, was nicht immer nachzuweisen ist bzw. sich schon seit Jahrzehnten in Comics findet.
 

Thema

Bernd Dolle-Weinkauff
Die ‚Graphic Novel’. Phänomen oder Phantom?

Andreas Seidler
Verwandlungen. Kafka-Adaptionen in der Graphic Novel

Heidi Lexe
Coming of Age vor dem Hintergrund der Apokalypse. Zu Lukas Jüligers Graphic Novel Vakuum

Felix Giesa
Graphische Künstlermythen. Comicbiographien über Künstler

Christian Müller
Aspekte literarischen Lernens verknüpfen mit der Graphic Novel Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen von Sohyun Jung

Mario Zehe
Der Affe in uns. Kollektive Identitäten und Konfliktkonstellationen in der grafischen Literatur

Anna Stemman
Gezeichnete Umwelt. Übergänge von faktualem und fiktionalem Erzählen in der Graphic Novel

 

Spektrum

Günter Lange            
Otfried Preußler. Familiengeschichte und Werk

 

Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW
Impressum

 

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2/2015 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Sascha, Mascha & Tschick - Russen- und Russland(bilder) in Kinder- und Jugendmedien

Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt ist ein interessantes Phänomen zu beobachten: Zunehmend bevölkern in großer Zahl russische ProtagonistInnen die aktuellen Romanwelten; zugleich melden sich einige aus Russland stammende AutorInnen mit überaus erfolgreichen Titeln zu Wort. Die vorliegende Ausgabe widmet sich diesem Phänomen.
Doch bevor der Blick auf die Gegenwart gerichtet wird, eröffnet Carola Pohlmann mit ihrem Beitrag zu Sachbüchern über Russland einen breiten Horizont, der unter Bezugnahme auf historische Paradigmen und Diskurse das weite Feld der Russland- Bilder in geschichtlicher Perspektive aufruft. Pohlmanns sachkundig gespannter Bogen erlaubt, einen konzisen Blick ... (Das ganze Editorial finden Sie als pdf (===> hier).

Carola Pohlmann
„Das Land der frohen Zuversicht“. Die Darstellung Russlands in Sachbüchern und Sacherzählungen für Kinder und Jugendliche von der Aufklärung bis zur Gegenwart

Irene Boose
Die neuen Russen. Deutsche Gegenwartsliteratur postsowjetischer Autorinnen und Autoren

Heidi Rösch
Tschick und Maik – Stereotype in der Kinder- und Jugendliteratur

Boris Hoge
Metakonstruktion. Zu Möglichkeiten des Umgangs mit problematischenRussland-/ Russendarstellungen in der jüngsten deutschen Gegenwartsliteratur am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman Tschick

Oxane Leingang
„Der schrecklichste aller vorstellbaren Schrecken. Die Russen!“ Imagologische Darstellung der Rotarmisten in ausgewählten zeitgeschichtlichen Jugendromanen

Claudia Blei-Hoch
Die Bild(er)welten des Gennadij Spirin. Russische Illustrationskunst im Bilderbuch

Peter Rinnerthaler
Meanwhile in Russia. Das deviante Bild Russlands im Medium Internet

Judita Kanjo
Kinder- und Jugendliteratur aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Neue Perspektiven

Ina & Natascha Nefzer
„Ich mache eigentlich immer, was man mir sagt.“ Interview mit dem Bilderbuchkünstler Axel Scheffler

Nikola von Merveldt & Cornelia Rémi
Die Vermessung der Sachbuchwelt. Interdisziplinäres Forum zu geographischen Sachbüchern für Kinder und Jugendliche 22.–23.5.2014, Internationale Jugendbibliothek (IJB), München  

 

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1/2015 [Prof Dr. Petra Josting]

Innovationen auf allen Ebenen
Kinder- und Jugendliteratur in den 1970er-Jahren

Mit dem vorliegenden Heft setzen wir unser Anliegen fort, die Literaturgeschichtsschreibung der deutschsprachigen KJL nach 1945 noch einmal neu in den Blick zu nehmen, Entwicklungen aus heutiger Perspektive zu beleuchten. Begonnen haben wir diese Arbeit mit dem Heft 3/2013, das unter dem Titel Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre erschien. Die Fortsetzung erfolgte mit Heft 2/2014, das den Titel Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! trägt. Im Mittelpunkt steht nun die KJL in den 1970er-Jahren, eine Phase, die sich mit Innovationen auf allen Ebenen gut beschrieben lässt. Und da Literatur nicht an das Medium Buch gebunden ist, geht es im Folgenden auch um Theater, Film, Fernsehen und Rundfunk.
Was wäre die Kinder-und Jugendliteratur ohne ihre wissenschaftliche Betrachtung? Klaus Doderer berichtet eindrucksvoll, wie die KJL-Forschung in jenen Jahren einen festen Platz in der akademischen Welt findet, wie sie sich der literaturhistorischen Aufarbeitung, der ideologiekritischen Analyse, aber auch didaktischen Fragen zuwendet und sich in nationale sowie internationale Netzwerke integriert. Was wäre, so ist außerdem zu fragen, die Kinder- und Jugendliteratur ohne mutige Verleger? Hans-Joachim Gelberg ist einer der großen Vorreiter, der aus jener Zeit erzählt und von dem Malte Dahrendorf sagte, er habe im wahrsten Sinne des Wortes KJL-Geschichte gemacht.
Andrea Weinmann konzentriert sich in ihrer Darstellung auf jene erzählende Kinderliteratur, die in der zeitgenössischen Terminologie als progressiv bezeichnet wurde, weil es ihr um die Gleichstellung von Kindern und Erwachsenen ging, und die sich im Kontext eines übergreifenden, gesamtgesellschaftlichen Modernisierungsprozesses herausbildete. Im Mittelpunkt von Gina Weinkauffs Beitrag steht Ursula Wölfel, deren Werke schon in den 1960er-Jahren formale und inhaltliche Elemente des kinderliterarischen Wandels vorwegnahmen, der sich erst in den 1970er-Jahren durchsetzte.
Gerd Taubes Beitrag zeigt auf, wie entscheidend die zur Diskussion stehende Dekade
für das Kinder- und Jugendtheater in beiden deutschen Staaten war
. Sodann beschäftigt sich Horst Schäfer mit dem sozialkritischen Realismus im Jugendfilm der 1970er-Jahre, den es bis dahin in dieser Form nicht gegeben hatte und auch später nicht mehr geben sollte. Um Angebote des Kindermedienmarktes in der BRD und DDR geht es in den Ausführungen von Gudrun Stenzel, die nachweist, dass die heutige Allgegenwart und permanente Verfügbarkeit damals ebenso schon angelegt war wie die Kommerzialisierung.
In den beiden sich anschließenden Aufsätzen steht noch einmal die KJL der DDR im Fokus. Während Sebastian Schmideler unter Rückgriff auf den Forschungsansatz Kulturtransfer vier Paradigmenwechsel für die DDR-KJL der 1970er- Jahre nachweist, widmet sich Michael Ritter  Kontinuitäten und Brüchen der kinderliterarischen Darstellungskonzeption von Franz Fühmann (Teil I: H. 2/2014). Abgerundet wird der Thementeil mit einem Beitrag von Ernst Seibert zur österreichischen KJL.
Im Spektrum begeben wir uns mit Hansjörg Droll und Michael Staiger auf eine Erkundungsreise des lesedidaktischen Potenzials von digitalen Audiostiften und gratulieren zusammen mit Hans-Joachim Gelberg ganz herzlich Klaus Doderer zum 90. Geburtstag!

Klaus Doderer
Die Kinder- und Jugendliteraturforschung in den 1970er-Jahren

Hans-Joachim Gelberg
Damals, als die Kinderliteratur neu gefunden wurde, ein Blick zurück

Andrea Weinmann
Die Wirklichkeit der Kinder und die Kinder- und Jugendliteratur der Zweiten Moderne in den 1970er-Jahren

Gina Weinkauff
„Im besten Sinne Zeitgenossin“ – Ursula Wölfels Anteil am kinderliterarischen Wandel

Gerd Taube
Die Idee eines zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters. Weichenstellungen in den Siebzigern

Horst Schäfer
Authentische Jugendfilme an alternativen Orten. Der sozialkritische Realismus im Jugendfilm der 1970er-Jahre

Gudrun Stenzel
Medien erobern die Kinderzimmer. Angebote und Strukturen in den 1970er-Jahren

Sebastian Schmideler
Die Kinder- und Jugendliteratur der DDR in den Siebzigerjahren – Paradigmenwechsel und Kulturtransfer

Michael Ritter
Das Wunderbare von nebenan – Teil 2. Franz Fühmanns märchenhafte Kindererzählungen im Spiegel sich verändernder poetischer Konzeptionen

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den 1970er-Jahren – Autonomie gegenüber den Institutionen

 

Spektrum

Hansjörg Droll/ Michael Staiger
Vorlesen! Mitlesen. Selbstlesen? Erkundungen zum lesedidaktischen Potenzial von digitalen Audiostiften

Hans-Joachim Gelberg
Zur Welt kommen – Klaus Doderer zum 90. Geburtstag

 

Fachliteratur

Weinkauff, Gina/ Josting, Petra (Hgg.):
Literatur aus zweiter Hand. Anregungen zum Umgang mit Übersetzungen im Deutschunterricht. Baltmannsweiler: Hohengehren, 2013.  160 S. mit CD, € 19,80. [Anne Siebeck Frankfurt/ M.]

 

Aktuell

Medien im Deutschunterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
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Die kjl&m
forschung.
schule.
bibliothek

sind ein Produkt der
AJuM der GEW

     

 

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW
Redaktion: Prof. Dr. Petra Josting, eMail: petra.josting  (ad) ajum.de
Prof. Dr. Caroline Roeder, eMail: caroline.roeder (ad) ajum.de
Ricarda Dreier, eMail: ricarda.dreier (ad) ajum.de

(Dr. Jörg Knobloch, eMail: joerg.knobloch (ad) ajum.d
(Dr. Gudrun Stenzel, eMail: gudrun.stenzel (ad) ajum.de)