Der LesePeter
des Monats
Juli 2014

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Renate Habinger & Verena Ballhaus

 
      für das Sachbuch  
      Kritzel & Klecks  
         
         
         
         
     

Renate Habinger & Verena Ballhaus
Kritzel & Klecks
Wien: Residenz 2014
ISBN 978-3-7017-2128-3
46 S * 24,90 € * ab 5 J

 

 
 

 

Wer wissen möchte, was Tubentiere und Fingerfinken sind und wie man diese selbst mit einfachen Mitteln zu Papier bringen kann, ist hier genau richtig. In einer kleinen lustigen Bildergeschichte erklären die beiden Autorinnen Verena Ballhaus und Renate Habinger auf 23 Aufklappseiten verschiedene Kritzel-, Kratz-, Klecks- und Drucktechniken, die zu erstaunlichen Ergebnissen führen.

Zwei Figuren, die durch die spannende Welt einfacher und zugleich wirkungsvoller Zeichentechniken führen, werden gleich zu Beginn unter den Augen Neugieriger zum Leben erweckt. Dabei kann der Leser die einzelnen Schritte nachvollziehen, die zum Entstehen der Figuren führen. Entworfen wird Herr Kritzl von Verena Ballhaus aus schwarzen Strichen mit einem feinen Minenstift und Frau Klecks entstammt dem Pinsel von Renate Habinger und einem dicken roten Farbklecks. Mit einfachen Strichen und vielfältigen Zeichentechniken entsteht eine kleine Geschichte, die Herr Kritzl und Frau Klecks erleben. Eines Morgens lädt Herr Kritzl Frau Klecks zum Tee ein, mittags gibt es Spaghetti und am Abend geht es zu dem Märchen „Dornröschen“ ins Theater. Zwischendurch wird natürlich auch noch fleißig gearbeitet. Im Garten von Herrn Kritzl kann man verschiedene Grassorten mit ebenso unterschiedlichen Grüntönen bestaunen, im Garten von Frau Klecks dagegen dominieren farbenfrohe Blumen in verschiedenen Rottönen und variantenreichen Blütenformen. Sie entstammen der Blütenwerkstatt, in der mit Deckfarben, Wachsmal- und Ölpastellkreiden, Buntstiften und Temperafarbe gearbeitet wird. Dann gibt es da noch die Katze Kratze und den Hund namens Bunt, die auf den Bildern mit herum turnen. Aber wenn der Hund Bunt heißt, warum ist er dann schwarz? wird sich der Leser nun fragen. Natürlich gibt es im Buch auch darauf eine Erklärung: Mischt man alle Farben zusammen, ergeben diese eben: Schwarz.

Erstaunlich ist, dass die beiden Künstlerinnen den Dingen mit einfachen Mitteln Farben und Form verleihen. Verena Ballhaus kritzelt, kratzt und schabt auf den jeweils linken Seiten, während Renate Habinger auf den rechten Seiten pinselt, malt und tupft. Damit haben beide eine geschickte Aufteilung gewählt, denn somit ergänzen sie sich gegenseitig. Dabei kommen ganz verschieden Techniken zum Einsatz, wie etwa Monotypie, Frottage, Collagen, Kratz- und Drucktechniken. Alle Seiten sind zum Aufklappen. Mit den Klappseiten wagt man einen Blick hinter die Kulissen und erlebt die Entstehung der Bilder mit und kann sich selbst ausprobieren, denn neben wichtigen Tipps und Tricks gibt es noch Hinweise auf die benötigten Materialien. Einziger Nachteil der Klappseiten ist, dass man ziemlich gut aufpassen muss, dass man diese wieder korrekt einklappt, da sie sonst schnell unschöne Eselsohren bekommen.

Es ist erstaunlich, welch verschiedenartige Wirkung man durch den unterschiedlichen Einsatz von Stiften und Klecksen erreichen kann. Dabei muss nicht immer korrekt gearbeitet werden, die Autorinnen legen ihr Augenmerk mehr auf Kreativität. Auch mit Kontrasten wird gearbeitet, so erscheinen die Bilder des Tages auf einem hellen weißen Hintergrund und die Abend- und Nachtbilder sind ganz in Dunkelblau oder Schwarz gehalten, wodurch die Kratz- und Kleckstechniken noch einmal eine ganz andere Wirkung erzielen.

Das Buch bietet eine wunderbare Anregung zum kreativen Tun, bei denen auch Ungeübte ihre Freude am Ausprobieren haben dürften.

 

 zum Autor / zur Illustratorin

Renate Habinger wurde 1957 geboren. Seit 1975 ist sie als freischaffende Illustratorin tätig. Sie ist Trägerin zahlreicher Preise vor allem im Bereich der Kinder- und Bilderbuchillustration, darunter der Österreichische Förderungspreis für Kinder- und Jugendliteratur. "Schlaf jetzt, kleines Kamel" wurde in die Kollektion zum Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2013 aufgenommen. Außerdem liebt Renate Habinger es, Geschichten zu erzählen. Inspiriert von ihrem "Schneiderhäusl" in Oberndorf entstand "Lin, die Elfte aus der Feuerbohne".

 

 

Verena Ballhaus wurde 1951 in Gemünden am Main geboren. Sie besuchte die Kunstakademie in München, an der sie neben Malerei und Grafik auch Kunsterziehung studierte. Nach dem Studium arbeitete sie zunächst für einige Zeit als Bühnenbildnerin, widmet sich aber nun schon seit vielen Jahren dem Illustrieren von Kinderbüchern. Für ihre Arbeit wurde Verena Ballhaus bereits mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Jugendliteraturpreis.

(c) beide Fotos mit freundlicher Genehmigung des Verlags

   

 

 

 

(ika für die AJuM der GEW)

 

 

       

 

       

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch    

(01/05/09)

  (bj&lr)
Jugendbuch     (02/06/10)   (cjh&tk)
Sachbuch     (03/07/11)   (ika)
Bilderbuch     (04/08/12)   (uhb)
         
 
         
     

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