Der LesePeter
des Monats
Februar 2014

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Emmy Abrahamson

 
      für das Jugendbuch  
      Widerspruch zwecklos
oder Wie man eine polnische Mutter überlebt
 
         
         
         
         
     

Emmy Abrahamson
Widerspruch zwecklos

oder
Wie man eine polnische Mutter überlebt

aus dem Schwedischen von Anu Stohner
München: dtv 2013
ISBN 978-3-423-62548-7
214  S * 12,95 €

 

 
 

 

Das Unheil beginnt, als die Tante der 16-jährigen Alicja aus Polen direkt zu ihrer Familie nach Schweden zieht. Genau wie Alicjas Mutter weiß sie klar, was sie will – die beiden Frauen setzen sich taub für Einwendungen jeder Art zielbewusst durch. Die daraus resultierenden Missverständnisse und Komplikationen werden immer absurder und für den Leser umso witziger je überraschender die Wendungen sind. Die finale Katastrophe führt schließlich zum Happy End aller.

Diese moderne Variante der Masurischen Geschichten ist erfrischend humorvoll und in ihrer Absurdität kaum zu übertreffen. Die 16-jährige Ich-Erzählerin ist in Schweden als Tochter eines Schweden und einer polnischen Mutter geboren. Und sie ist Schwedin, wäre da nicht ihr Temperament, das sie von ihrer Mutter hat. Und die Mutter ist eine der Frauen, die ihr Ziel erreichen, ganz egal, was auch immer sie davon abzuhalten versucht. Dabei ist sie nicht wählerisch in ihren Mitteln, von keinerlei Skrupeln geplant, Rücksichten auf die Bedürfnisse anderer nimmt sie nicht – sie ist einfach der Meinung, alle wollten sowieso nichts anderes als sie, nur wissen die anderen im Gegensatz zu ihr nicht, wie sie an ihr Ziel gelangen könnten.
Also handelt sie, improvisiert immer wieder überraschend, sorgt ganz anders vor, als der Leser es erwarten könnte. Dabei stößt sie auf den massiven Widerspruch ihrer Tochter, die ganz anders, ganz schwedisch-rational denkt. Alicja weiß auch, dass gegen die Methoden ihrer Mutter kein Kraut gewachsen ist. Sie fasst das in §§-Regeln zusammen, merkt aber erst ganz am Schluss, dass diese „Regeln“ keineswegs für die Mutter gelten, sondern nur Scheinwahr- und -weisheiten auf dem Wege zu einem noch weit entfernten Ziel sind.
Das führt zu allerlei urkomischen Missverständnissen, Situationen, die wohl jeder kennt, aber in dieser Extremform noch nie erlebt hat (zum Glück!) und endet in einer Slapstick-Hochzeitsfeierkatastrophe, wie sie schöner selten beschrieben wurde.

 

 zur Autorin

 

Emmy Abrahamson wuchs u.a. in Moskau auf, sie studierte in London und Manchester und arbeitete als Schauspielerin in Amsterdam und Wien. Heute lebt sie in Südschweden.
Als Tochter eines Auslandskorrespondenten verließ Emmy Abrahamson gemeinsam mit ihrer Familie Schweden, als sie 10 Jahre alt war. Sie verbrachte ihre Jugend unter anderem in der ehemaligen Sowjetunion, in Österreich, England und den Niederlanden. Das erklärt ihre Vielsprachigkeit. Schwedisch, Englisch, Deutsch und Polnisch spricht sie fließend, Französisch und Niederländisch sehr gut.
Emmy Abrahamson arbeitete als Englisch- und Schaupiellehrerin, als Regisseurin, sie spielte die Hauptrolle in dem niederländischen Fernsehfilm Nederlands voor beginners und schrieb Drehbücher. 2009 gründete sie in Malmö das englischsprachige International Theatre of Malmö. Sie war Intendantin und künstlerische Leiterin des Hauses und  Regisseurin der ersten Produktion ›The Goat, or Who is Sylvia?‹
Emmy Abrahamson lebt mit ihrem kanadischen Ehemann und ihren Zwillingen in Schweden.

 

 

 

 

 

 

(cjh&tk für die AJuM der GEW)

 

 

       

 

       

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch    

(01/05/09)

  (bj&lr)
Jugendbuch     (02/06/10)   (cjh&tk)
Sachbuch     (03/07/11)   (ika)
Bilderbuch     (04/08/12)   (uhb)
         
 
         
     

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