Der LesePeter
des Monats
Mai 2011

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Inge Meyer-Dietrich & Anja Kiel

 
      für das Kinderbuch  
      Die Hüter des Schwarzen Goldes  
         
         
         
         
     

Inge Meyer-Dietrich & Anja Kiel
Die Hüter des Schwarzen Goldes

Bottrop: Bücher vonne Ruhr, Henselowsky Boschmann 2011
978-3-942094-07-8
288 S * geb * 14,90 € * ab 10 J

 

 
 

 

Als Luca und Sophie im Bergwerksmuseum plötzlich verschwunden sind, ahnt niemand – auch die beiden Schulkinder nicht – in was für ein unglaubliches Abenteuer sie geraten.
Zwei unterirdische Zwergenvölker, die Schwarzmännchen und die Blaukobolde, leben seit langer Zeit in Unfrieden. Ein entscheidender Garant ihrer Kräfte ist der Achazurit, ein Kraftstein. Als dieser verschwunden ist, gerät alles aus dem Gleichgewicht, was seit Jahrhunderten verlässlich schien.
Die Zwerge halten die beiden Kinder für die geeigneten Helfer in dem Dilemma und haben sie sich kurzerhand „ausgeliehen“ – oder doch entführt?

Die Kinder Luca (Licht) und Sophie (Weisheit) stellen sich der Aufgabe, geraten dabei aber ein ums andere Mal in große Gefahr. Der uralte Berggeist, eine weiße Frau und sogar ein Werwolf spielen in der spannenden Bergwerksgeschichte eine wichtige Rolle – aber sind sie für oder gegen die Kinder? 

Eine Abenteuergeschichte (gerade noch) für Kinder ab etwa 10, 12 Jahren sollte natürlich ein Happy End haben - also? Dennoch fiebert man tüchtig mit, das soll ja auch so sein. Die Fantasy-Elemente sind dabei stets Mittel zum Zweck; sie bleiben nachvollziehbar. Niemand wird durch Zauberkräfte unsterblich oder unbesiegbar, im Gegenteil:
In einer anrührenden Szene findet ein Vater die sterblichen Überreste seines vor langen Jahren verschütteten Sohnes.
Aber das Abenteuer ist nur die eine Seite der Medaille.

Inge Meyer-Dietrich und ihre Tochter Anja Kiel haben mit dem Roman ihrer Heimat ein literarisches Denkmal gesetzt - und dem Bergbau im Besonderen. Das macht dieses Buch so speziell.
Nicht wie in anderen Fantasy-Romanen häufig ort- und zeitlos, austauschbar,  angelegt, findet sich hier eine konkrete Landschaft, reale Orte und Namen, tatsächliche Ereignisse.
Der “normale” nord- oder süddeutsche Leser wird damit zwar durchaus nicht gequält, er braucht kein Vorwissen oder Ortskenntnis; er kann diese überaus spannende und fantastische Abenteuergeschichte flott weglesen. Der Ortskundige jedoch wird dankbar und interessiert auf die Details achten, wenn z.B. von der Zeche Zollverein in Essen die Rede ist. Detail am Rande: Anja Kiel ist dort bisweilen Besucherführerin! Dennoch sind auch für Ortsfremde die Namen und Orte durchaus nicht alle unbekannt. Im Idealfall könnte ein Ziel für den nächsten Kurzurlaub in deutschen Landen dabei herausspringen...

Darüber hinaus werden Gestalten aus der Sagen- und Märchenwelt des Ruhrgebiets lebendig: Witte Wieb z. B. oder der Berggeist, auch “Ältester der Alten” genannt. Nicht zu vergessen die Schwarzmännchen als Titelgeber.

Rund zwei Jahre haben Mutter und Tochter recherchiert und ihre Ideen zusammengetragen. Herausgekommen ist ein ganz besonderes Stück “Heimat-Roman”. Am Ende des Buches finden sich noch eine Reihe von Begriffserklärungen sowie eine hilfreiche Personenübersicht.

Dass das Buch stets klar und wohltuend unmodisch geschrieben ist, dabei poetisch oder spannungsreich, je nach Erfordernis, soll nicht unerwähnt bleiben. Die Kinder sind dennoch Kinder von heute, nicht “Kids” mit  übertrieben imitierter Jugendsprache. Hier zeigt sich sehr angenehm und niveauvoll ein Stück kinderliterarischer Kultur.

 (bj & lr für die AJuM der GEW)

 

  

 

Inge Meyer-Dietrich kommt aus Bochum, lebt mit ihrem Mann in Gelsenkirchen - die drei Kinder sind erwachsen - und ist bekennende Ruhrgebietlerin. Sie hat Germanistik, Soziologie und empirische Kulturwissenschaften studiert, in verschiedenen Berufen gearbeitet und ist seit 1986 freie Autorin. Inzwischen hat sie rund 25 Bücher veröffentlicht. Für ihr Gesamtwerk erhielt sie den „Literaturpreis Ruhr“. Der vielfach ausgezeichnete Ruhrgebietsroman „Plascha“ ist 2009 in der Reihe 801 bei Henselowsky Boschmann erschienen.

Anja Kiel wurde in Süddeutschland geboren, ihre Stationen im Ruhrgebiet waren Essen, Gelsenkirchen und Bochum, bevor sie nach Hagen zog, wo sie mit ihrem Mann und der kleinen Tochter lebt. Sie studierte Kunstgeschichte, Philosophie und angewandte Kulturwissenschaften und arbeitet als freie Journalistin u. a. für die Zeitschrift „Prinz“ Ruhrgebiet. Als Gästeführerin zeigte sie Besuchern die Zeche Zollverein und die Innenstädte von Essen und Bochum.

Die Autorinnen sind Mutter und Tochter. „Die Hüter des schwarzen Goldes“ ist ihr erstes gemeinsames Buch.

© Bücher vonne Ruhr / Foto ©  Sascha Kreklau

 

 

 

       

 

       

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch    

(01/05/09)

  (bj&lr)
Jugendbuch     (02/06/10)   (cjh&tk)
Sachbuch     (03/07/11)   (gas)
Bilderbuch     (04/08/12)   (uhb)
         
 
         
     

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel

     

Impressum: AJuM der GEW  *  c/o    Ulrich H. Baselau  * Osterstr. 30  * 26409 Wittmund * ulrich.baselau [ad] ajum.de * 04462 -- 943611
Zur Datenschutzerklärung