Der LesePeter
des Monats
November 2006

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Eirik Newth

 
      für das Sachbuch  
      Die Krähe, die nicht bis 5 zählen konnte  
         
         
         
         
     

Eirik Newth
Die Krähe, die nicht bis 5 zählen konnte

Gestaltung und Illustration
von Hildegard Müller
Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
München: Hanser  2006
61 Seiten, geb., 12,90 €
 

 
 

 

„Geschichten aus der tollen Welt der Zahlen“ nennt der Autor sein Buch im Untertitel. Und auf dem Rückentext wird vermerkt: „Krähen können nicht bis 5 Zählen - aber bis 4! Das ist wissenschaftlich erwiesen. Und da sollen Menschen Angst vor Mathematik haben?“
Das amüsante und überaus lebendig geschriebene Buch wird viele junge Leser, für die Mathematik bisher ein rotes Tuch oder ein Buch mit sieben Sigeln war, anregen, sich mit den Zahlen und mathematischen Gedankengängen zu beschäftigen.
Die einleitende Geschichte erzählt von dem Raben, den erst fünf Jäger überlisten konnten. Und weil er nur bis vier zählen konnte, musste er sein Leben lassen. So wie der Rabe, so können viele Vögel, Säugetiere und Insekten so etwas wie Zahlen erkennen. Mit der Geschichte will der Autor zeigen, dass Mathematik ein Teil der Natur ist und überall um uns herum, in Wind und Wasser, auf Sternen und Planeten und in unseren Gehirnen vorkommt.

Mit vielen Beispielen und lustigen Illustrationen wird dem Leser die Mathematik in kleinen, einfachen Schritten im wahrsten Sinne „schmackhaft“ gemacht. Im Kapitel „Garnelen-Mathe“ (Riesengarnelen isst der Autor wohl besonders gern, wie er angibt) werden Packungsgrößen und Teiler vorgestellt. Weitere Abschnitte befassen sich mit dem Problem der sinnvollen Aufteilung der Sterne in der Amerikanischen Flagge, der 12 als beliebte Zahl der Babylonier, der Einzigartigkeit der 1, der Besonderheit der Primzahlen und den Zahlensymbolen der Ägypter. Besonders erstaunt wird der Leser darüber sein, dass auch Themen wie Geheimschriften und Code-Knacker und die Methoden der Entschlüsselung uralter Schriften in den Bereich der Mathematik gehören. Die Gedankenspiele um die Dimensionen, die Inhalt im Kapitel „Ein Besuch im Flachland“ sind, erfordern schon eine gehörige Portion Vorstellungskraft, um sich dem vierdimensional oder vielfachdimensionale Universum und der Gedankenwelt eines Albert Einstein nähern zu können. Die Welt der großen und ganz kleinen Zahlen, Zahlen mit Potenzen sind dann schon wieder realer. Das Geheimnis der Zahl Pi und die irrationalen Zahlen folgen. Besonders humorvoll und locker geht es im Kapitel „Fünf Handschlag vom Präsidenten“ zu, in dem gezeigt wird, wie schnell sich Ideen (oder Witze) auf der Welt verbreiten können. Tiefsinnig ist hier der zitierte Witz. „Es gibt drei Arten von Mathematikern: die, die zählen können, und die, die nicht zählen können.“ Das letzte Kapitel befasst sich mit Zahlensystemen. Über unser Zehnersystem, einem fiktiven Achtersystem wird die Welt der Computer mit seinem Dualsystem erklärt. Das Dualsystem ist wohl auch die einzige Sprache, mit der sich die Menschheit außerirdischen Wesen verständlich machen kann. Mit dem Binärsystem im Weltall und der Darstellung der Pionier-Tafel, die mit der Raumsonde Pionier 10 auf dem Weg zu den Sternen ist, erteilt der Autor dem Leser die erste „Lektion in Galaktisch!“.

Die einzelnen Kapitel werden begleitet von eingestreuten Aufgaben, mit denen der Leser sich beschäftigen soll. Die Lösungen werden im Anhang aufgelistet.
Die fröhlichen und amüsanten Zeichnungen von Hildegard Müller lockern die Seiten ebenso auf wie Fotos aus dem Weltall und einer Code-Maschine sowie des riesigen ersten Computers oder wie die durchgehend zweifarbige Schrift (rot-schwarz) und die farbig unterlegten Kästen mit zusätzlichen Informationen. Teilweise sind ganze Seiten farbig unterlegt. Immer wieder erscheint auch der kritisch dreinschauende Rabe auf den Seiten oder bei den Aufgaben. Auf der letzten Seite liegt er jedoch auf dem Rücken und streckt seine Beine von sich.

Das amüsante und überaus lebendig geschriebene Buch zeigt, dass Mathematik mehr ist als stupides Rechnen und wird viele junge Leser, für die Mathematik bisher ein rotes Tuch oder ein Buch mit sieben Siegeln war, anregen, sich mit den Zahlen und mathematischen Gedankengängen zu beschäftigen.

 

Eirik Newth

Der norwegische Autor Eirik Newth wurd 1964 geboren, studierte Astrophysik und lebt als Sachbuchautor, freier Schriftsteller und Übersetzer in Oslo. Eirik Newth ist Mitglied der „Norwegian Non-Fiction Writers’ Association“ und schreibt neben Kindersachbüchern auch Schulbücher über Geographie und Naturwissenschaften.

Außerdem fotografiert er sehr gern und stellt seine Fotos öffentlich aus  (http://www.flickr.com/photos/eiriknewth/).

 

 Hildegard Müller

Hildegard Müller studierte Kunsterziehung in Mainz und lebt als freie Illustratorin in Ginsheim. Sie war viele Jahre für Grafik und Layout der Kinderzeitschriften Mücke und Mücki verantwortlich. Für Hanser illustrierte sie bereits die Bücher von Christoph Biemann „Christophs Experimente“ (2004) und „Mit 100 Sachen durch die Küche“ (2005).

 

(c) Nutzung der Fotos und der Bildauszüge mit fdrl. Genehmigung des Hanser-Verlags

(gas für die AJuM der GEW)

 

 

       

 

       

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch    

(01/05/09)

  (avn)
Jugendbuch     (02/06/10)   (pfn)
Sachbuch     (03/07/11)   (gas)
Bilderbuch     (04/08/12)   (uhb)
         
 
         
     

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