Der LesePeter
des Monats
Juli 2005

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Claude Nuridsany & Marie Pernnou

 
      für das Sachbuch  
      Genesis - Woher kommen wir?  
         
         
         
         
     

Claude Nuridsany und Marie Perennou,
Genesis – Woher kommen wir?

aus dem Französischen von Cornelia Panzacchi

Hildesheim: Gerstenberg 2004
144 Seiten, geb., 24,90 Euro

 

 
 

 

Wer für die menschlichen Grundfragen offen geblieben ist: “Woher kommen wir? - “Wohin gehen wir?”, der wird mit diesem Buch, seinen wunderbaren Fotos und den kongenialen Texten dazu ganz subtile, ernste und anrührende Antworten finden. Und wer diese Fragen längst nicht mehr stellt, dem werden noch einmal die Augen und Sinne geöffnet für die großen Zusammenhänge der Schöpfung. Dabei ist der große Vorzug des Buches, dass es ohne den speziellen Bezug zu den großen Weltreligionen auskommt und nur durch die atemberaubenden Verknüpfungen des Unbelebten sowie des Lebendigen zu einer tiefen Achtung, Ehrfurcht und Bewunderung der Schöpfung führt. Und gerade in diesem Punkt ist es ein Jugendbuch par excellence. Hier wird Evolutionsgeschichte nicht als distanzierte Sachkunde geboten sondern als ästhetische, aufregende, begeisternde Darstellung und Erzählung, der man das persönliche Betroffensein der Autoren anmerkt. Auch die Wahl des Erzählers, der durch das Buch führt - der afrikanische Schauspieler Sotigui Kouyaté - ist ein großartiger Kunstgriff und vertieft den mythischen Aspekt.
Die letzten neun Seiten berichten von der Entstehungsgeschichte des gleichnamigen Films. Auch hier wird deutlich, mit welch großem Einfühlungsvermögen die Autoren zu Werke gegangen sind.

Das Buch im Querformat 27 x 17 cm bringt auf 143 Seiten - (manche Texte sind auf durchscheinende Seiten gedruckt) - brillante Fotos, informative und zugleich poetische Texte zur Entstehungsgeschichte des Lebens, zur “Erfindung” der Sexualität und damit der Liebe, zu tierischen und pflanzlichen Verhaltensweisen und nicht zuletzt zum Tod.
Selten hat man tröstlichere Worte zum Sterben und zum Tod gefunden: “Eines Tages wird mein Leben den Kampf aufgeben und der Welt diese Materie zurückgeben, aus der ich gemacht bin. ... All diese Atome, die zusammenkamen, um in mir zu tanzen, werden vergehen, um anderswo zu tanzen. ... Sie werden in die Flügel eines Schmetterlings eingehen, in die Rinde eines Baumes, in den Wasserdampf einer Wolke. ...”

Die Fotos - die oft schwarzgrundig das Objekt besonders stark hervorheben - erzählen auf ihre Weise von der Entstehung der Welt, ihrem Werden und Vergehen. Dabei sind die ausgewählten Beispiele aus der Natur - Landschaften, Lebewesen, Strukturen - allesamt eindrucksvolle Metaphern in höchst ästhetischen Bildern. Vergleiche zwischen Unbelebtem und Belebtem, z.B. zwischen dem Verlauf menschlicher Adern und dem von Flüssen, weisen auf den großen Zusammenhang hin.
Warum die Natur die Liebe "erfand” und wie diese sich selbst in kleinen Lebewesen manifestiert, das beeindruckt in Wort und Bild als Wunder.

Eingesetzt werden kann das Buch in der Schule im Sachkundeunterricht, im Kunstunterricht, im Religionsunterricht. Empfohlen werden kann es im Unterricht der Kirchen, im Elternhaus.
Es kann Anregung sein für eigene Studien über bestimmte Naturphänomene oder Sachverhalte.

Das Besondere an diesem Buch ist die kaum zu übertreffende Art, in der das immer aktuell bleibende Thema der Schöpfung als Mythos und Wirklichkeit den ganzen Menschen anspricht, nicht nur den Intellekt, sondern auch Seele, das Gemüt. Und nur so kann das Thema in die Tiefe dringen und aus dem geistigen Staunen Ergriffenheit hervorrufen.
Junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben bekommen mit diesem Buch Werte vermittelt, die Grundstein sein sollten für menschliche Haltung und Handlung.

  

Die beiden Autoren, Claude Nuridsany und Marie Perennou - beide Biologen - arbeiten seit 1969 gemeinsam und erhielten 1976 nach vielen Ausstellung ihrer Fotoarbeiten in Frankreich und dem  Ausland den Niépce-Preis. Sie haben mehrere Bücher veröffentlicht und arbeiten für internationale Zeitschriften.

1996 entstand ihr erster abendfüllender Kinofilm  Mikrokosmos,  an dessen Erfolg sie nun mit dem Film und gleichnamigen Buch Genesis anknüpfen wollen.

 

RSchV (verantwortlich: gas für die AJuM)

 

 

       

 

       

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch    

(01/05/09)

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Jugendbuch     (02/06/10)   (pfn)
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