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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

       
Autor:
Frazee, Marla,   
Titel:
Kleiner Streuner
ISBN:
978-3-8489-0180-7  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Frazee, Marla
Seitenanzahl:
40
Verlag:
Aladin, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Wie geht es einem Kind, wenn es sich ausgeschlossen fühlt? Wie bewältigt man einen Konflikt mit einem bockenden Spiel- Gefährten? Wer macht den ersten Schritt und wie kann der aussehen? Eine kleine Hundefigur führt uns das Problem vor Augen.
[Jt 25 Thüringen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Ethik / Philosophie / Streit / Konflikt / Lernen / Gefühle / Freundschaft
       
Beurteilungstext:
Ein kleiner Hund sitzt in der Ecke und schaut den anderen beim Spielen zu. Warum nur spielt niemand mit ihm? Die Wut steigt in Kleiner Streuner hoch und wird immer größer. Bis er den anderen ihr Spielzeug wegnimmt. Alles Spielzeug. So wütend ist er und kommt nicht aus dieser Wut heraus. Aber die anderen wissen auch keinen Anfang. Sollen wir mit ihm spielen, nur um unsere Sachen zurückzubekommen? Oder werden wir dann auch wütend? fragen sie sich. Streuner fragt sich auf der anderen Seite, wenn ich alles zurückgebe und sie trotzdem nicht mit mir spielen, was dann?
Auf diese Weise wird ein alltäglicher kindlicher Konflikt argumentativ hinterfragt. Durch die Einfachheit der Fragen, die Bekanntheit der Situation und die Rolle der niedlichen Tierfigur können Kinder diese Gedankenführung sicher gut nachvollziehen. Und damit geht die Autorin einen völlig anderen Weg als die vielen Wutüberwindungs- Zauber, die andere Bilderbücher für die gleiche Adressatengruppe anbieten.
Die Illustrationen zeigen ganzseitig oder auf einer Doppelseite jeweils eine einzelne Situation. Es gibt wenige Details, aber eine starke Dynamik durch die Perspektive und Linien im Bild. Die Farben sind vorrangig erdig und treten somit zurück. Oft steht kleiner Streuner im Mittelpunkt und seine Stimmung ist an Bildordnung, Farbe, Gestik und Mimik klar abzulesen. Die anderen Hunde sind zeichnerisch zwar stark individualisiert, treten aber nur als Gruppe auf und lenken somit nicht vom Hauptproblem ab.
Auf den inneren Umschlagseiten gibt es zu unser aller Freude eine Bonus- Gabe: Die teilnehmenden Hunde werden einzeln vorgestellt und erhalten charakterisierende Namen.
Bärbel Jähnert
[Jt 25 Thüringen]
  
       

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