AJUM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

       
Autor:
Rentta, Sharon,   
Titel:
Eisbärin Ella im Amazonas
ISBN:
978-3-8369-6063-2  
Übersetzer:
Flegler, Leena
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Rentta, Sharon
Seitenanzahl:
36
Verlag:
Gerstenberg, Hildesheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eisbärin Ella ist angesteckt von dem Forscherdrang ihres Großvaters. So begibt sie sich auf ein wagemutiges Abenteuer in den Amazonas, um die berühmte Singende Orchidee zu finden. Komm doch mit auf Entdeckungsreise!
[WS 25 Thüringen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Abenteuer / Freundschaft / Natur / Umweltschutz / Spannung / Tiere
       
Beurteilungstext:
Was für ein wunderschönes und farbenprächtiges, animierendes und erheiterndes Bilderbuch. Schon das Cover mit der lebensfrohen Eisbärin Ella, inmitten der farbenfrohen Pflanzen und Getiere, macht neugierig. Eisbären leben doch in der Arktis; da gibt es keine Blütenfülle und Wildnis? Und schwupps blättert man um und taucht alsbald in eine spannende Expedition der Eisbärin Ella, zum Amazonas, ein. Dazu ist es gekommen, weil Ella im Frühlingserwachen in der Antarktis eine schöne Blume gesehen hat. Sie ist ganz entzückt, aber ihr Opa, der früher einmal Pflanzenforscher war, berichtet ihr von seinen Abenteuern, auf denen er viele Blumen entdeckt hat. Nur die Singende Orchidee hat er leider nie gefunden. Und ruck zuck ist Ellas Entschluss gefasst: „Ich finde die Blume für dich. Ich will auch Pflanzen erforschen, genau wie du.“, sagt sie zu ihrem Großvater. Das imponiert dem Opa sehr und er ist stolz über den Wagemut seiner Enkelin. Der Buchinhalt macht durchweg Mut und bestärkt die kleinen und großen Leser darin, nicht nur einen Traum zu träumen, sondern auch zu leben. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, könnte man auch sagen. Und so muss man schon schmunzeln, als Ella von ihrem Freund Hoppel Unterstützung in punkto Reiseausstattung erhält. Tja, das will schon gut überlegt sein, ob etwas zu groß, zu warm oder gar schmelzen könnte. Und auch wenn die anderen Bewohner sie für verrückt erklären, so steht Ella Großvater voller Stolz hinter ihr und wünscht ihr alles Glück der Welt. Die Expedition nimmt ihren Lauf. Für eine bessere Verdeutlichung hat die Autorin und gleichsam Illustratorin eine Doppelseite im Hochformat mit der Reiseroute abgebildet, auf der wir einen Hauch der Strapazen und Gefahren erahnen können, die Ella bestehen musste. Aber zu guter Letzt erreicht sie ihr Ziel. Und wir dürfen wie auf einem Wimmelbild unterschiedlichste Pflanzen und Tiere suchen und bestaunen. Alles ist für Ella so ganz anders hier: so grün, so farbenfroh, so laut, so groß. Wie soll sie da bloß eine kleine Orchidee finden? Wir dürfen gespannt mitverfolgen, wie die Eisbärin ganz oben, ganz tief unten sucht und was für erstaunliche Exemplare sie findet. Besonders für eine Eisbärin ist das harte und heiße Arbeit. Aber Ella gibt nicht auf. Schließlich hat sie eine Mission. Sehr gewissenhaft führt sie Tagebuch und fertigt Skizzen von ihren Entdeckungen an, aber die Singende Orchidee hat sie noch nicht entdeckt. Und dann beginnt es zu regnen… Ella ist noch gelassen und ahnungslos. Doch rundum kreischen alle Tiere und ergreifen panikartig die Flucht. Wir haben bisher nicht nur eine Vorstellung davon bekommen, welche Tiere in der Antarktis und welche am Amazonas leben, sondern nun auch was ein Urwaldregen auslösen kann. Gefahr auf höchster Stufe! Doch nach der Schlammflut und nachdem sich alle wieder berappelt haben, vernehmen die gestrandeten Tiere, samt Ella, fremdartige, süße Töne. Zum Glück bekommt die Eisbärin beim Aufstieg jede Menge Hilfe und je höher sie kommt, umso lauter wurde das Singen. Und da waren sie endlich, dutzende Singender Orchideen, wunderschön anzusehen und sie sangen wirklich. Hätten sie gewusst, dass es tatsächlich Singende Orchideen gibt? Ich nicht. Sicherlich ist der Opa mindestens so stolz auf Ella gewesen, wie sie auf sich selbst, nachdem er die frohe Kunde durch ihre Postkarte erhalten hat. Ella meint, das ist der Anfang ihres Abenteuers. Da sind wir aber gespannt, auf welche waghalsigen Unternehmungen uns Ella demnächst noch mitnehmen wird. Es wäre sehr erfreulich und begrüßenswert, weitere Ausgaben von Eisbärin Ella lesen zu dürfen. Text und Illustrationen sind sehr stimmig und versprühen beide Optimismus, Lebensfreude, Neugier und Zuversicht. Die Eisbärin ist eine sympathische Hauptfigur, die man gerne zum Freund hätte. Sie wirkt vorbildhaft mit ihrer Entschlossenheit, ihrem Mut, ihrer Zuversicht und ihrem Durchhalten. Ihre Neugier und dankbare Entdeckungsfreude wirken ansteckend. Ja, wenn wir die Umwelt aufmerksam beobachten, erforschen, können wir sehr viel Schönes und uns fremdartiges entdecken und staunen. Nichts scheint unmöglich, solange man es nicht versucht hat. Die Künstlerin hat Mimik und Gestik auch sehr bildlich dargestellt auf den farbenfrohen Seiten. Man möchte z.Bsp. gemeinsam mit den anderen Amazonasbewohnern Ellas Hintern in die Höhe stemmen, damit sie es wirklich schafft, die Herkunft des Gesangs aufzuspüren. Die staunenden Augen der Eisbärin sprechen Bände, als sie die Singenden Orchideen endlich erblickt, umschwirrt von vielen Kolibris. Und auch die Lianen schwingende Ella, umgeben von vielen Regenwaldbewohnern, gibt einen frohgemuten Ausblick auf eine Weiterführung des Abenteuers.
[WS 25 Thüringen]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.