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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

       
Autor:
Rufener, Sabine,   
Titel:
Der Wal im Garten
ISBN:
978-3-948743-00-0  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Rufener, Sabine
Seitenanzahl:
36
Verlag:
Kunstanstifter, Mannheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2021
Preis:
22,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine ungewöhnliche Freundschaftsgeschichte zwischen einem Mädchen und einem Wal, die durch die besonderen Bilder geheimnisvoll und mystisch wirkt.
[sd 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Freundschaft / fantastisch / märchenhaft
       
Beurteilungstext:
Sabine Rufener erzählt in ihrem Bilderbuchdebüt, das gleichzeitig das Abschlussprojekt ihres Studiums darstellt, eine ungewöhnliche Geschichte: Eines Morgens wird dem Mädchen Lille der freie Blick aus ihrem Fenster in den Garten versperrt, denn ein Pottwal liegt in dem großen wilden Garten, der zu dem Haus gehört, in dem Lille mit ihrer Großmutter lebt. Wie er dort gestrandet ist und wie es ihm gelingt, tagelang außerhalb des Meers zu überleben, erfährt weder das Mädchen noch der*die Lesende. Dass es sich aber um einen ziemlich mürrischen Wal handelt, wird schnell klar. Dennoch entwickelt sich über die Tage hinweg eine Freundschaft zwischen den beiden. Wundersamerweise beginnt der Wal zu schrumpfen und zwar in umgekehrter Relation zu seiner wachsenden Sehnsucht nach dem Meer. Schließlich ist der Vertreter der größten Säugetiere der Welt so klein, dass er in einen Eimer passt und Lille ihn mit dem Fahrrad zum Meer zurückbringen kann.
Die Geschichte, die Lille hier erlebt, erscheint surreal und lässt viele Fragen offen. Zum Beispiel warum die Großmutter und auch sonst niemand etwas von dem Wal mitbekommt. Dass es sich andererseits nicht um einen Traum des Mädchens handelt, wird durch die Muscheln und Seesterne deutlich, die Lille noch im Garten findet. Getragen wird die Geschichte von den besonderen Bildern: Rufener arbeitet mit Drucktechniken, mit Farbstiften und Tusche. Die Farben sind reduziert, aber die Bilder spielen kunstvoll mit Licht, Schatten und Dunkelheit. Auffallend ist die Doppelseite als Lille und der Wal in den Himmel blicken und Bilder in den Wolken deuten: das strahlende Türkis, das genauso gut auch das Meer darstellen könnte, sticht aus den gedeckten Farben in ocker, braun, grün, schwarz oder grau, hervor und vereint möglicherweise zwei Sehnsuchtsorte (Meer und Himmel).
Es ist ein Bilderbuch, das vielleicht erst auf den zweiten oder dritten Blick zugänglicher wird, aber mit seinen Bildern und der intensiven Gesprächseinladung unbedingt beachtet werden sollte.

[Susanne Drogi]
[sd 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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