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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

       
Autor:
Dziubak, Emilia,   
Titel:
Das Faultier und die Motte: Die ungewöhnlichsten Tierfreundschaften
ISBN:
978-3-8458-3414-6  
Übersetzer:
Weiler, Thomas
Originalsprache:
Illustrator:
Dziubak, Emilia
Seitenanzahl:
32
Verlag:
arsEdition, München
Gattung:
Sachliteratur / Sachbilderbuch
Reihe:
Jahr:
2020
Preis:
15,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Geniales Sachbilderbuch, das ganz nebenbei eine kleine Katzengeschichte sowie einen Freundschaftstest für die Leser*innen bereithält. Hier gibt es viele sehr interessante und selten gehörte Fakten über die vielfältige Tierwelt zu erfahren.
[nana 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
0 - 5 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Natur / Umweltschutz / Tiere
       
Beurteilungstext:
Mit diesem Buch wird auf nur 32 Seiten einiges geboten, ganz ohne überfrachtet zu wirken. Es beginnt mit Homer, einer Katze, die die Rolle des Erzählers übernimmt und durch das gesamte Buch führt. Sie fühlt sich alleingelassen und ist auf der Suche nach einem neuen Freund. Dabei reist sie durch die Tierwelt und findet sehr außergeöhnlichen Tierfreundschaften. Diese sind auf neun Doppelseiten jeweils einer Freundschaftsart zugeordnet. So trifft Homer beispielsweise auf ""falsche Freunde"", die sich anlocken und dann sogar auffressen wie z. B. den Seeteufel und den Fisch oder die Geierschildkröte und den Frosch. Letztere setzt ihren Zungenfortsatz, der wie ein rosa Wurm aussieht als Köder ein. Homer trifft ebenfalls auf ""perfekte Freunde"", die in wunderbarer Symbiose miteinander leben, vor allem da die einen mit Nahrung versorgt werden und dadurch zur Erhaltung der anderen Art beitragen wie z. B. Eichhörnchen und Nüsse oder Hummel und Kleeblüte. Interessant sind jedoch auch ""heimliche Freunde"" wie der Schiffshalter und der Hai. Während ersterer als blinder Passagier beim Hai mitreist, indem er sich andockt und Essensreste des Hais verspeist, legt der Mistkäfer seine Eier in den Kot des Elchs, der seinen Larven gleich als Futter dient. Diese Doppelseiten illustrieren die jeweils vorgestellten Tierfreundschaften in einem kleinen Bild, das mit Computertechnik erstellt und in naturnahen Farben abgedruckt wurde. Alle Bildausschnitte wurden mit einem gemeinsamen Hintergrund verbunden, der die Ausschnitte rahmt und ebenso sehr natürlich aussieht. Damit fließt ein Bild ins nächste und die Seiten sehen sehr ästhetisch aus, auch wenn die relativ dunkle Farbgebung, wie auch schon auf dem Cover, vielleicht etwas ungewöhnlich anmutet. Nach einer Überschrift und einer Aussage der Katze, um was für eine Art Freundschaft es sich handelt, findet sich dann eine jeweils sehr knappe Erläuterung der Tiere und Freundschaft in ein bis zwei Sätzen. Dies wurde in beigefarbenen Hintergrund gedruckt und bezieht sich auf die nummerierte Abbildung. Damit kann eine einfache Zuordnung von statten gehen. Die Tiernamen wurden zudem fett gedruckt, um sie schnell zu erfassen. Einige Fachbegriffe werden knapp in extra Kästen erläutert (z. B. Bestäubung). Am Ende erfährt die Metageschichte um Homer eine Rahmung, indem er doch feststellt, dass es zu Hause am schönsten ist. Es folgen zwei Doppelseiten mit einem Freundschaftstest und der Auswertung: Welcher Freundschaftstyp bist du? Hier gibt es Fragen wie ""Ihr seid im Unterricht zu laut, also setzt die Lehrerin deinen Freund und dich auseinander. Was nun?"" Damit wird die Leser*in explizit abgeholt und kann sehen, ob sie*er eher wie ein Löwe, eine Katze, eine Bohne oder eine Hummel ist. Abschließend kann im hinteren Einband auf einem Labyrinth der Weg zwischen Grundel und Pistolenkrebs gesucht werden - in gleichem Bildstil wie die übrigen Seiten.
Zusammenfassend handelt es sich um ein ästhetisch sehr ansprechend gestaltetes, wenn auch ungewöhnlich dunkles Sachbilderbuch mit sehr interessanten Informationen, die knapp gehalten wurden und am Ende durch den Freundschaftstest zur eigenen Reflexion anregen. Mit Nachdruck zu empfehlen.
Nadine Naugk
[nana 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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