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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

       
Autor:
Schössow, Peter,   
Titel:
Popinga muss mal!
ISBN:
978-3-446-25878-5  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Schössow, Peter
Seitenanzahl:
14
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
10,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Popinga muss im Kaufhaus auf die Toilette. Gar nicht so einfach, wie sich schnell herausstellt. Doch schließlich kommt auch diese Geschichte zu einem guten Ende.
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Gefühle / Komik / Humor / Alltag
       
Beurteilungstext:
Popinga ist ein großer, ansonsten vom Alter her undefinierbarer Zeitgenosse, der mit langem Mantel und übergroßem Zylinder eine etwas seltsame Erscheinung darstellt, an der sich seine Mitmenschen aber nicht zu reiben scheinen. In einem Kaufhaus muss Popinga plötzlich aufs Klo, das kann ja vorkommen. Doch hier gibt es kein Klo, es gibt Geschirr, Teddys und Puppen, was zum Anziehn und Töpfe. Jede Menge anderer Waren zeigen sich dem zunehmend verzweifelten Popinga in der Produktpalette, die an den Zuschauern der Szene Doppelseite für Doppelseite vorbeiziehen. Schließlich und endlich erreicht Popinga die Kundentoiletten und alles kommt zu einem guten Ende – so verspricht es der Abschluss des Buches.
Die Handlung ist denkbar einfach, keinesfalls aber trivial erzählt. Es ist mehr ein innerer Monolog, der erzähltechnisch etwas unspezifisch bleibt, der die Handlung sprachlich vermittelt. Jede Seite beginnt mit „Hier gibt’s kein Klo. Hier gibt’s nur...“. Dann werden Produktgruppen eingesetzt. Mehr Text ist in der Regel nicht zu lesen. Auf dem Bild ist Popinga in der entsprechenden Warenhausabteilung zu sehen, die wie auf einer Bühne in immer gleicherer mittlerer Distanz die Produkte zeigt, vor denen Popinga nach einer Toilette sucht. Die Bilder sind – typisch für Peter Schössow – digitale Grafiken, die viel mit monochromen Flächen und weichen Farbverläufen arbeiten und weitgehend in orange und grün gehalten sind. Auf humorvolle Art und Weise kommentieren sie in den Details die Handlung, zum Beispiel wenn der zunehmen verzweifelte Popinga mit seinem doch sehr intimen Wunsch auf allen Fernseher zu sehen ist oder wenn in der Bücherabteilung neben jeder Menge gleichförmigen Schund ein Kind ein Buch von Popinga liest. Solche Details kann man entdecken und die einfach Lektüre damit zu einem komplexen Unterfangen machen – und auch für Erwachsene einiges Vergnügen bieten. Das vorliegende Buch macht Spaß und regt an. Es ist nachdrücklich zu empfehlen.

Michael Ritter
[mr 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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