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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

       
Autor:
Huxleys, Aldous,   
Titel:
Die Krähen von Pearblossom
ISBN:
978-3-7373-5409-7  
Übersetzer:
van Gunsteren, Dirk
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Wilharm,Sabine
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Fischer Sauerländer , Frankfurt/Main
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
14,99 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die Geschichte von der Krähenfamilie, die durch List und Witz eine gierige Schlange besiegt, kann für Kinder und Erwachsene gleichermaßen zum Lektüregenuss werden. Die lange verloren geglaubte Geschichte des berühmten englischen Autors A. Huxley ist seine einzige für Kinder erdachte Geschichte und auch deshalb eine Besonderheit. Nun wurde sie zum ersten Mal originell und detailreich von Sabine Wilharm auch bildlich in Szene gesetzt.
[emk 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Familie / Komik / Humor / Tiere
       
Beurteilungstext:
Die Geschichte der einfallsreichen Krähenfamilie ist vermutlich während eines langen Spazierganges zu den Weihnachtstagen 1944 in dem kalifornischen Ort Pearblossom entstanden. Der mit der Erzählung "Schöne neue Welt" berühmt gewordene englische Schriftsteller Aldous Huxley liebte es, seiner kleinen Nichte Geschichten zu erzählen. Er schenkte ihr den Text, damals noch ohne Illustrationen, eine Kopie davon ging an den Nachbarn der kleinen Olivia. Nur diese Kopie ist erhalten geblieben und erst Jahrzehnte später wieder aufgetaucht. Das Original ging bei einem Hausbrand verloren. Nun ist die Geschichte zum ersten Mal mit Bildern von Sabine Wilharm, die auch die bekannten Cover der Harry-Potter-Bände illustrierte, als Bilderbuch publiziert worden.
Es ist die einzige Erzählung, die Huxley für Kinder erdachte und sie birgt in ihren ironischen und doppeldeutigen Sprachbildern jede Menge Lektüreangebote nicht nur für Kinder, sonder auch für Erwachsene. Was wird erzählt?
Eine Krähenfamilie hat ihr Nest auf einer alten Ulme, wohin die Krähenmutter ihre Eier legt. Aber jedesmal, wenn sie von ihren Einkäufen aus der Stadt zurückkommt, muss sie feststellen, dass das Ei verschwunden ist. Eines Tages erwischt sie die Klapperschlange beim Stehlen des Eies und stellt sie zur Rede. Aber die Klapperschlange kriecht in ihre Höhle in der Baumwurzel zurück und reagiert nicht. Als die Krähenmutter ihrem Mann, der als stellvertretender Geschäftsführer in einer Apotheke in der Stadt arbeitet, ihr Leid klagt, verspricht der Abhilfe. Der kluge Uhu im Nachbargarten weiß Rat. Aus dem Schlamm des Luzernenfeldes formen Krähe und Uhu Eier, trocknen und bemalen sie , bis sie den echten Kräheneiern täuschend ähnlich sehen und legen sie dann in das Nest auf der Ulme. Am nächsten Tag, wie erwartet, kriecht die hungrige Schlange wieder den Baum hinauf, verschlingt zufrieden die Eier und muss nach kurzer Zeit erschrocken feststellen, dass die falschen Eier ihr schwer im Magen liegen. Als die Bauschmerzen immer schlimmer werden windet und krümmt sie sich so lange, bis sie ganz verknotet am Baum hängt. In diesem jämmerlichen Zustand entdeckt sie die Krähenmutter, hält ihr eine lange Standpauke und kann von nun an unbehelligt ihre Kräheneier ausbrüten. Die unlösbar verknotete Schlange benutzt sie seitdem als Wäscheleine für die Lätzchen ihrer Jüngsten.
Der Übeltäter ist bestraft, die Krähenfamilie kann in Ruhe und Frieden leben. Was aus der bösen Schlange wird, bleibt - wie in den alten Volksmärchen - vollkommen offen und wird nicht thematisiert.
Die schöne List im Handlungsgeschehen und die klare Moral der Geschichte wird Kinder zufrieden stellen, Erwachsene können sich an den anspielungsreichen und ironischen Dialogen des Krähenehepaares erfreuen. Die Illustrationen von Sabine Wilharm, die detailreich und mit gekonnten Perspektivwechseln der Sichtachsen arbeitet, geben der Geschichte eine besondere Würze. In den Illustrationen wird die Geschichte überaus anschaulich und detailreich bebildert, es gibt auf jeder Seite etwas zu entdecken und durch die von Wilharm zusätzlich in die Handlung eingebauten Figuren wie die kleine Vogelfamilie erweitert sich die Fabel noch.
Ein insgesamt höchst vergnüglicher Lektüregenuss der Geschichte, von der es treffend im Untertitel heißt, dass sie „dieses und jenes und überhaupt etwas sehr Komisches“ erzählt.

Eva Maria Kohl
[emk 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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