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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

       
Autor:
Fromental, Jean-Luc,   
Titel:
365 Pinguine
ISBN:
978-3-8489-0157-9  
Übersetzer:
Jakobson, Leonie
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Jolivet, Joelle
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Aladin, Stuttgart
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
17,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Silvester draußen auf dem Rasen verbringen, während 365 Gäste im Frack im Haus feiern? Da scheint ein aufregendes Jahr zu Ende zu gehen.
[tm 23 Sachsen-Anhalt]
       
Lesealter:
4 - 11 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Natur / Tiere / Umweltschutz / Komik / Humor / Familie / Mathematik
       
Beurteilungstext:
Neujahrsmorgen. Es klingelt. Ein Paket ohne Absender. Sein Inhalt überrascht die vierköpfige Familie, denn es springt ein kleiner Pinguin heraus. „Ich bin die Nummer 1, bitte füttert mich“ steht auf einem kleinen Zettel, welcher dem Paket beigelegt war. Der Pinguin flattert wild durchs Haus und richtet dabei Schaden an. Größer wird dieser jedoch als der Paketbote auf seinem Motorrad am 2. Januar den zweiten und am 3. Januar den dritten Pinguin vorbeibringt. „Es wird immer verrückter“, stellt der Vater etwas verzweifelt fest. Kaum zu glauben, doch am 31. Januar wohnen bereits 31 Pinguine im Haus der Familie, womit sie sich wohl arrangiert hat. Doch mit jedem Tag des Jahres wächst die Anzahl der Federvögel – und die der Probleme! Pinguine brauchen Futter: Fisch. Viel Fisch! Der ist nicht nur teuer, sondern stinkt auch. Doch nicht nur die Versorgung der ungewöhnlichen Mitbewohner ist herausfordernd, auch ihre Unterbringung im Haus. So kommt es, dass am Silvesterabend 365 Pinguine im Haus und die Familie im Garten Silvester feiern. Im Raum steht immer wieder die Frage danach, wo die Pinguine herkommen. In der letzten Nacht des Jahres wird sie beantwortet, bevor die Familie zur Normalität zurückfindet – oder doch nicht?
Dieses großformatige Bilderbuch ist überraschend anders. Der Plot der Geschichte, welche vom jüngsten Familienmitglied, dessen Name die Rezipient*in nicht erfährt, erzählt wird, ist einfach. Schnell lässt sich der Ausgang der Handlung, auch dank des Buches Titels, erahnen. Mehr und mehr Pinguine, immer größeres Chaos; letztlich der Höhepunkt und die absolut logische Erklärung für die skurrile Begebenheit. Text und Bild ergänzen sich hervorragend, wobei der Text sachlich die Begebenheiten schildert und die Illustrationen das Durcheinander widerspiegeln. Der Umfang des Textes ist, bis auf die Erklärung am Ende des Buches, gering. Die Ausdrucksweise und Verständlichkeit ist adressat*innengerecht, obgleich die abschließende Erklärung dieser unfassbaren Geschichte klärende Gespräche provoziert. Die Anordnung des Textes ist variant. Er ist zwischen den Bildern befindlich oder in selbige integriert. Die Schriftgröße variiert ebenfalls. Immer gleich und damit markant ist dagegen die Verbildlichung der Türklingel. „Klingeling!“ ist stets auf eine hellblaue kleine Blase mit vielen Zacken gedruckt.
Die abstrakten Illustrationen kommen mit fünf Farben aus: schwarz, weiß, hellblau, orange und grau. Sie sind kantig und skurril, bergen jedoch eine Vielzahl an Details, welche entdeckt werden wollen und ihre Betrachtung spannend machen.
Insgesamt ist dieses Bilderbuch eine wundervolle Symbiose aus Wort und Bild, welche durch die amüsante Geschichte getragen, ein großartiges Leseerlebnis generieren. Ergänzend dazu liefert das Buch Anregungen zu mathematischen Auseinandersetzung mit der unterschiedlichen Anzahl der Pinguine. So werden der Leser*in teils Additionsaufgaben gestellt, teils gilt es Mengen zu bündeln. Dabei liefert das Bilderbuch Antworten auf gestellte mathematische Probleme. Auch die Brisanz des Themas, welches im Kern die Erderwärmung sowie der Umgang mit derselben ist, eröffnen zusätzliche Möglichkeiten in der Auseinandersetzung mit dem Buch. Die Möglichkeit des Einsatzes im Unterricht ist nicht nur dadurch geschaffen.
[tm 23 Sachsen-Anhalt]
  
       

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