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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

       
Autor:
Johnson, Maureen  
Titel:
Teuflisch
ISBN:
978-3-473-58373-7  
Übersetzer:
Ganslandt, Katharina
Originalsprache:
Englisch
Illustrator:
Seitenanzahl:
315
Verlag:
Ravensburger, Ravensburg
Gattung:
Fantastische Erzählung
Reihe:
Jahr:
2011
Preis:
9,95 €   Buch: Taschenbuch
       
Inhalt:
Was ist nur mit Allison los? Seit kurzem trägt Janes beste Freundin - bisher Mauerblümchen der St. Teresa School - schicke Sachen, eine peppige Frisur und strotzt nur so vor Selbstbewusstsein. Jane erkennt sie nicht wieder und bald wird klar, dass tatsächlich mehr hinter ihrer Verwandlung steckt: Allison hat ihre Seele verkauft. Für Jane steht fest, dass sie ihre Freundin nicht im Stich lassen kann. Eine rasante Höllenfahrt beginnt.
[HSM Sachsen]
       
Lesealter:
12 - 17 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Dämonen Freundschaft
       
Beurteilungstext:
In Providence ist im wahrsten Sinne des Wortes der Teufel los, denn Maureen Johnson ist mit “Teuflisch” eine ausgesprochen innovative und anspielungsreiche Erzählung rund um das Motiv des faustischen Seelenhandels gelungen. Erfrischend sind dabei vor allem die Charaktere gezeichnet, die sich auf dem Campus der katholischen St. Teresa School für Mädchen herumtreiben und die wir durch Jane Jarvis, hochbegabte Schülerin an der Teresa und zugleich sympathische Ich-Erzählerin dieser Geschichte, entdecken: Da wäre unter anderem Janes beste Freundin, die unscheinbare Allison Concord, zu nennen, die sich über Nacht in einen taffen Vamp verwandelt. Oder die unheimliche Lanalee Tremone, die, wenn sie nicht gerade Buttercremetörtchen verspeist, Seelen in Flakons sammelt. Oder Owen Penderman, der aus irgendeinem Grund stets im rechten Augenblick auftaucht und ziemlich gut über Dämonen bescheid zu wissen scheint.
Johnson verfällt dabei keineswegs dem Klischeehaften, sondern entwirft immer wieder individuell. Das trifft auch auf den Handlungsstrang selbst zu, der den Leser mit einigem Tempo mitnimmt. Bald findet er sich dabei in einer Geschichte wieder, die zwar mit gewöhnlichem (katholischem) Schulalltag beginnt, rasch aber zwischen Geheimgesellschaften, Teufeln und Dämonenjägern endet. Dennoch haftet dem ganzen nichts Konstruiertes an. Das Fantastische wird in Janes Erzählbericht zu jeder Zeit plausibel hergeleitet und führt sogar zwischenzeitlich dazu, dass sie ihrem eigenen Verstand misstraut, wodurch der Leser streckenweise mitzweifeln muss, Wahn und Wirklichkeit auch für ihn verwischen. Wer ist noch Freund, wer Feind? Und wie weit kann man gehen, um einen Freund zu retten? “Teuflisch” wirft diese Fragen gelungen auf und berichtet im fantastischen Genre souverän von der wunderbaren Kraft echter Freundschaft.

Empfehlung: Dieser Text macht rundum Vergnügen und lohnt gerade auch wegen seiner schrägen Akteure, entdeckt zu werden. Die klare Sprache und witzreich-ironische Sichtweise der Ich-Erzählerin laden besonders zur Lektüre ein, doch ist “Teuflisch” aufgrund einiger blutiger Stellen (abgeschnittene Fußzehen und Messerstechereien) im letzten Drittel der Erzählung für die jüngste Leserschaft nur bedingt geeignet. Trotz zahlreicher Anspielungen auf den Fauststoff, Bulgakows “Der Meister und Margarita” oder Baudelaires Gedicht “Das Flakon” lässt sich Maureen Johnsons “Teuflisch” dennoch ohne weiterführende Stoff- oder Lektürekenntnisse gut erschließen. Vor dem Hintergrund des derzeitigen “Vampir-Hypes” eine erfrischende Alternative im fantastisch-unheimlichen Genre. Für den jugendbibliothekarischen Grundbestand uneingeschränkt empfehlenswert.
[HSM Sachsen]
  
       

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