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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

       
Autor:
Barth, Rolf; Bunge, Daniela,   
Titel:
Mein Andersopa
ISBN:
978-3-446-26057-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Bunge, Daniela
Seitenanzahl:
32
Verlag:
Hanser, München
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
14,00 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Die siebenjährige Nele verbringt viel Zeit mit ihrem verwitweten Opa. Der Großvater pflegt viele haltgebende Rituale, die seinen gesamten Tagesablauf prägen und ihm Orientierung geben. Nele mag die stets wiederkehrenden Abläufe und fühlt sich wohl damit. Jedoch das Verhalten des Opas verändert sich durch eine einsetzende Demenz. Nele lernt, dass es sich um eine unumkehrbare Erkrankung handelt und es nun den Opa, den sie kannte, so nicht mehr gibt. Jetzt hat sie einen „Andersopa“, auf den sie nun aufpassen muss und nicht umgekehrt.
[KaCr 19 Nordrhein-Westfalen]
       
Lesealter:
4 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
für Arbeitsbücherei
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Demenz, / Familie / Krankheit / Gefühle
       
Beurteilungstext:
Das Bilderbuch umfasst 32 Seiten und wurde in Aquarell- und Zeichentechnik gestaltet. Die farbigen Bilder sind zum Teil ein- oder zweiseitig mit integriertem Text gehalten. Weiterhin wurde eine Seite nur mit einem Textblock und die dazugehörige Bildseite auf die gegenüber liegende Buchseite gedruckt. Die Textschrift ist in Größe 14 eines Schreibprogrammes verfasst.
Nele ist sieben Jahre alt und geht in die zweite Klasse. Sie hat einen Opa, der seit dem Tod seiner Frau sein tägliches Leben meistert, indem er seinen Haushalt, seinen Garten, seinen Tagesablauf und seine Kleidung sehr in Ordnung hält und stets alles gleich gestaltet. Er sagt, dass ihm dies Halt gebe und er die Oma dann nicht so sehr vermisse. Opa verbringt viel Zeit mit Nele und sie liebt die gemeinsamen Spiel- und Spazierzeiten mit ihrem Großvater und dem Hund. Doch die einsetzende Demenz des Opas verändert alles Bekannte.
Die detaillierten Bilder nehmen den Betrachter regelrecht mit in die Situation. Alles ist gut erkennbar und die Emotionen aus den Gesichtern der Beteiligten gut zu erkennen. Kinder, die dieses Buch betrachten, werden deutlich darauf aufmerksam gemacht, wie sich das Verhalten des Erkrankten ins Absurdum verändert. Früher angelte der Opa im Teich, jetzt will er einen Fisch in der Toilette fangen. Gut gefällt mir, dass nicht nur das Vergessen, sondern auch die Wesensveränderung dargestellt wird. Früher zog Opa freundlich seinen Hut vor der Nachbarin und nun streckt er die Zunge heraus. Doch neben dem Erschrecken werden auch Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, so sagt Nele dem Opa nicht, dass sein Benehmen völlig falsch sei, sondern bietet dem angelnden Opa an Fischstäbchen zu machen.
Mir gefällt an diesem Buch gut, dass einerseits klargestellt wird, dass es sich um eine dauerhafte und krankhafte Veränderung handelt, die alle traurig macht, jedoch auch Veränderung von allen Beteiligten erfordert. Großvater kann nicht mehr alleine wohnen und zieht zu Neles Familie. Dies bedeutet, dass es noch mehr Nähe und auch schöne gemeinsame Situationen gibt, aber Nele auch Verantwortung übernehmen muss und sie nun einen „Andersopa“ hat.
Ich denke, dass das Thema Demenz, mit dem Kinder immer mehr in ihren Familien in Kontakt kommen, kindgerecht, umfassend und erklärend bearbeitet wird. Die dargestellten Situationen sind sicher für Kinder oft lustig, jedoch fehlt es auch nicht an ernsten und gesprächsanregenden Situationen. Dieses Buch könnte Kindern ab etwa fünf Jahren Hilfe und Informationen zu diesem Thema bieten. Etwas kritisch sehe ich die doch recht kleine und dichte Textgestaltung, da dieses Buch auch für Leseanfänger gut geeignet ist und eine größere Schrift motivierender wäre. Mein Fazit lautet: Sehr empfehlenswert.
[KaCr 19 Nordrhein-Westfalen]
  
       

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