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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

       
Autor:
Heine, Helme,   
Titel:
Hui und Pfui
ISBN:
978-3-407-75119-3  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
Heine, Helme
Seitenanzahl:
48
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
13,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Dieser Kindertausch hat wirklich gute Folgen. Engelmädchen und Teufeljunge (Achtung: Klischee! Aber toll!) sorgen dafür, dass sich zwei Familien am Ende gut vertragen. So süß die Aquarellbilder mit den schmalen Rändern auch sind, so halten sie doch eine gehörige Portion versteckten Humors parat.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Beurteilungstext:
Ein typischer Fall von Ronja Räubertochter ist hier allerdings viel höher / tiefer angesiedelt. Es sind die Kinder, die aus verfeindeten Familien gute Freunde machen. Und das geht so: Die Kleinen lernen sich kennen und können sofort miteinander spielen, völlig egal, welche Erziehung sie bisher genossen. Hui ist die Tochter der braven Familie Engel, wohnhaft irgendwo oben in den Wolken. Pfui hat bereits kleine Hörner und darf bereits den Ofen in der Hölle tief in der Erdhöhle heizen. Als beide Eltern zugleich außer Haus sind, proben Hui und Pfui schon mal etwas Verbotenes. Die eine spielt Rockgitarre anstatt Cello und macht einen Ausflug bei Regen, der andere hilft einem Maulwurf, der sich verlaufen hatte. Ja kein Wunder, dass sich Hui und Pfui gut verstehen, als sie sich auf der Erdoberfläche treffen und sofort anfreunden.
Für die ersten fünf Seiten muss man das Buch um 90 Grad drehen, damit der Himmel auch wirklich oben ist und die Hölle unten. Als die Kinder sich auf der Erdoberfläche treffen, muss man das Buch zurück drehen. Gleiches wird sich noch wiederholen.

Den Text setzt Helme Heine entsprechend in die Bilder oder darunter. Herrlich, wie er mit unseren Vorstellungen spielt. Mutter Teufel ist wie unser Klischee von Hexen, hat rote Haare, fliegt auf dem selbst gebundenen Besen, ist ansonsten in schmutziger Unterwäsche und wirft den Engels vor, sie hätten ihren Sohn verhext. Außerdem sei Hui kein Umgang für den mühselig erwirtschafteten miesen Ruf. Vater Engel macht einen Zweikampf mit dem Teufel (Forke gegen Bischofsstab) und flucht bei dieser Gelegenheit. Wunderbar, wie beim Kindertausch auf Zeit der Unfug im Himmel Einkehr hält und das Brave in der Hölle. Aber wir ahnten und wissen ja schon, dass die Geschichte gut ausgehen wird.

Fazit: Idee wie Ausführung sind sehr gelungen, die Bilder wie der Text bieten auch den Erwachsenen trotz der Beschränkungen auf Weniges witzige Details. Gut, wenn wir von Frühauf erfahren, dass zum Guten auch das Böse gehört, beides hier allerdings zurückhaltend. Und: Wer am Schluss an der Feier nicht mitmacht, sondern nur sehnsüchtig von fern zuschaut, hat selbst schuld.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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