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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

       
Autor:
Topuria, Tea & Eliaschwili, Sonia,   
Titel:
Land unter im Zoo
ISBN:
978-3-922825-97-5  
Übersetzer:
Kartalashwili, Otar
Originalsprache:
Illustrator:
Eliaschwili, Sonia
Seitenanzahl:
40
Verlag:
Edition Orient, Berlin
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2018
Preis:
15,90 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Eine reale Katastrophe im Jahr 2015 bildet die Grundlage der Geschichte. Ein Fluss schwillt durch starken Regen so an, dass der Zoo überflutet wird - und die Tiere sind eingesperrt! Das Flusspferd hilft wie es kann.
[uhb 18 Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 7 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Hilfsbereitschaft Katastrophe
       
Beurteilungstext:
Tiflis, die Hauptstadt von Georgien, hat einen Zoo. Der Bach Were fließt durch das Gelände und gibt genug Wasser für die Tiere, die es benötigen. Als es jedoch ein großes Unwetter mit ganz viel Regen gibt, endet die Idylle, denn die Were schwillt an und wird zu einem reißenden Fluss, der für 300 Tiere und drei Pfleger den Tod bedeutet. Das erfahren wir allerdings erst im Anhang, außerhalb der Geschichte also. Dort gerät das Nilpferd in den Blickpunkt. Es kann zwar nicht fliegen, aber es kann schwimmen. Flieht es wie manch andere Tiere? Nein! Es macht sich auf den Weg von Käfig zu Käfig und hilft dabei, die Gitter zu zerstören, um Überlebenschancen zu geben. Klar, dass es am Ende vor dem neuen Zoo ein Denkmal erhält. Bis dahin erleben wir, wo die anderen Tiere gefunden werden, dass es neue Freundschaften gibt und einige Missverständnisse.

Der Text sucht sich auf den Doppelseiten bildfreie Stellen, ist jedoch mit meist 5 bis 6 Zeilen relativ lang, nutzt allerding die Betrachtungzeit der Bilder, sodass weder Unruhe noch Langeweile beim Vorlesen und Betrachten entstehen.
Die Illustrationen sind sehr reduziert und lassen viel Hintergrund-Weiß stehen. Sie machen an vielen Stellen den Eindruck, als wären einige Objekte halbdurchsichtig gestempelt worden. Der Blumentopf mit der Pflanze lässt das Balkongitter und den Pelz des Braunbären durchscheinen, das Geländer der Gangway vom Flugzeug bleibt auch hinter dem Kamel sichtbar.
Das Bild auf dem Cover entwickelt seine Wirkung erst richtig, wenn man das Buch dabei aufschlägt - wie Enna meinte, sei das sowieso das Merkmal für ein gutes Buch. Wir sehen ein wellenwildes Wasser, vor dem sich viele Tiere in wildem Galopp versuchen, in Sicherheit zu kommen. Gut, die Schlange nicht, die schlingt sich um den Hals der Giraffe. Und auch der Pinguin nicht, der surft auf der größten Welle ganz rechts..

Neben der ernsten Situation des Themas, bleibt der Humor dennoch nicht auf der Strecke: Der Löwe möchte den Platz auf dem Sofa bei dem Mann im 11. Stock nicht mehr verlassen, das Nilpferd gibt auf dem Schlussbild "Autogramme" an die Menschen, die in langer Schlange dafür anstehen.
Ein neuer Ort ohne Flussdurchlauf wurde zwar gesucht und gefunden, die Frage nach der Sinnhaftigkeit der Berechtigung von Zoos wird (leider) nicht gestellt.

[uhb 18 Niedersachsen]
  
       

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