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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Alexandra Ritter, Reifenberger Straße 21, 60489 Frankfurt am Main

       
Autor:
Cantini, Barbara,   
Titel:
Mortina. Eine Freundin voller Überraschungen
ISBN:
978-3-423-76260-1  
Übersetzer:
Krüger, Knut
Originalsprache:
Italienisch
Illustrator:
Cantini, Barbara
Seitenanzahl:
44
Verlag:
dtv, München
Gattung:
Erstlesebuch
Reihe:
Jahr:
2019
Preis:
10,95 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Ein spannender kleiner Zombieroman als Erstlesebuch!
[Christoph Jantzen 15 Hamburg]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Klassenlesestoff Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
fantastisch / märchenhaft / Außenseiter / Freundschaft
       
Beurteilungstext:
Mortina wächst bei ihrer Tante auf: Große Villa, super Garten, weit ab vom Dorf. Problem: Sie sollte nicht von anderen gesehen werden. Das macht einsam, denn sie hat nur noch einen Hund zum Spielen. Grund: Mortina ist ein Zombie. Doch dann kommt Halloween und eine ""GROSSARTIGE IDEE: Wenn die anderen Kinder dachten, dass sie als Gruselgestalt verkleidet wäre, dann konnte sie mit ihnen zusammen Halloween feiern!"" Und so lernt sie endlich die anderen Kinder kennen, die zuerst begeistert über die neue Gruselfigur sind, dann aber bedröpst dreinschauen, als Mortina einfach ihren Kopf abnimmt. Doch als die Kinder verstehen, dass Mortina ein echter Zombie ist, ist die Freundschaft besiegelt.

Die Geschichte an sich ist recht konventionell, der Plot ist nur bedingt überraschend, die Thematisierung nicht neu und auch Zombies in der Erstleseliteratur längst nichts Besonderes mehr (man denke hier an Kai Pannens Zombert...). Besonders ist aber das interessante Zusammenspiel von Text und Bild, das die Welt von Mortina mit vielen liebevollen Details lebendig macht. Das ist nicht nur die Figur Mortina, die in vielfältigen Posen zu sehen ist, sondern die oft beschrifteten Bilddetails (im Bild mit Mortinas Haus: ""Knirschende Treppenstufen"", ""Spinnen auf dem Dachboden"", ""Unheimlicher Ostflügel"") laden zum Entdecken ein; es wird dadurch eine parallele Erzählebene geschaffen, die mit viel Bild und wenig Text neue Sinn-Ebenen erschließt. Teils sind sie für die Haupthandlung vollständig irrelevant, teils können dadurch Vor- oder Rückdeutungen erschlossen werden. In die detailreichen Bilder sind immer wieder Fotos von (eher älteren) Menschen einmontiert, teils beschriftet und mit Verwandtheitsgraden versehen, z. B. ""Großonkel Funestos"", ""Tante Acidina, eine alte Jungfer und Schwester der Tante"".

Von Umfang und Leseanspruch her ist dieses Buch nicht unmittelbar für den Übergang vom allerersten Lesen zum Buchlesen geeignet; andererseits nimmt es in vielerlei Hinsicht Rücksicht auf die Kompetenzen, die Kinder im Leselernprozess erst entwickeln sollen und schafft durch die Erzählebene der Bilder eine Erweiterung der Sinnstruktur. Daher liegt hier ein Buch vor, das Kindern, die schon ein wenig Erfahrung mit dem selbstständigen Lesen haben, sicher viel Lesefreude bereiten kann.
[Christoph Jantzen 15 Hamburg]
  
       

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