AJUM Logo
Datenbank
Besprechungen von Kinder-,
Jugendliteratur & Medien




Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
Datenbank

AJUM Datenbank
Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW
c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

8593 aktuelle Rezensionen, weitere 65046 Rezensionen im Archiv
Suchtext:
Schlagwörter:
Titel:
Autor:
Illustrator:
Bewertung:
 Einsatzmögl.:
Medienart:
Alter:
Gattung:
 Archiv anzeigen:
Wolgastpreis:
 
Wie suche ich richtig? Wie darf ich die Rezension verwenden? DRUCKANSICHT



Autor:
Audren,     
Titel:
Mein Hund ist Rassist
ISBN:
978-3-95878-017-0  
Übersetzer:
Kaiser, Christiane
Originalsprache:
Französisch
Illustrator:
Oubrerie, Clément
Seiten / Spielzeit (min):
80
Verlag:
Little Tiger, Gifkendorf b Lüneburg
Gattung:
Erzählung / Roman
Reihe:
Jahr:
2017
Preis:
9,90 €   Buch (Print, gebunden)
       
Inhalt:
Miezi, ein niedlicher weißer Findelhund, bereitet Mael und seiner Familie schon bald Probleme, denn er knurrt, bellt und beißt, wenn er mit bestimmten Personen zusammentrifft. Maels Freund Laurent stellt fest, dass es stets schwarze bzw. dunkelhäutige Personen sind. Ist Miezi Rassist?
[verh 16 Hessen]
       
Lesealter:
10 - 99 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Büchereigrundstock
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Komik / Humor / Freundschaft / Ethik / Philosophie
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Nachdem Mael den kleinen weißen Hund behalten darf, kristallisiert sich bald heraus, dass Miezi sich offen feindselig gegenüber seinem Freund Laurent verhält, während er mit der Klassenkameradin Emma gut klarkommt. Die Familie beginnt, sich über das tiefe Innere des Hundes und der Menschen Gedanken zu machen, was dem Vater einen Lachanfall entlockt. Aus dem witzigen Umgangston wird jedoch bitterer Ernst, als Laurent Miezi füttern soll, der aber den Jungen und dessen Mutter nicht die Wohnung betreten lässt. Miezi versucht die Mutter in den Knöchel zu beißen und knurrt sie an. Die Tochter der Hausmeisterin kann aushelfen, aber als Laurents Mutter das seltsame Verhalten des Hundes als rassistisch bezeichnet, will der Vater es kindheitspsychologisch deuten(Der Hund sei zu früh von seiner Mutter getrennt worden.). Maels Eltern halten Rassismus bei Hunden nicht für möglich, doch bald häufen sich die Beispiele, die Erklärung wird erhärtet. Die Familie sperrt den Hund ins Badezimmer, wenn Besuch kommt, grübelt, ob sie dazu beigetragen oder gar Schuld am neurotischen Verhalten des Hundes sind. Die Familie streitet, ob die Krankheit heilbar ist, Mael will versuchen, den Hund in ruhigen Gesprächen von seiner falschen Einstellung abzubringen. In der Schule fühlt sich Mael unwohl und versucht durch verstärkte Kontakte mit schwarzen Schulkameraden die Dummheit seines Hundes auszugleichen.
In dieser verfahrenen Situation kündigt sich der zweiwöchige Besuch der schwarzen Familie von Maels Mutter an. Es kommt wie vorhersehbar: Der Cousin wird gebissen, der Hund ins Bad gesperrt. Vom Tierarzt wird Mutter an einen Tierpsychologen weiter verwiesen. "Der psychologische Zustand eines Hundes reflektiert notwendigerweise den seiner Besitzer", stellt der fest, kassiert 160€ und Mutter hinterfragt sich selbst, ihre Schwester versucht vergeblich den Hund mit Prügelstrafe zu züchtigen.
In dieser unerträglichen Lage bringt Emma Bewegung in die ganze Sache, sie verkündet öffentlich, dass sie sich um den rassistischen Hund kümmern will. Mael, in den sie verliebt ist, musste ihr als Bezahlung für diesen Dienst einen Kuss geben. Neue Probleme türmen sich auf, bevor eine unvorhergesehene Wende eintritt.
Diese grotesk zugespitzte Erzählung ist äußerst amüsant und gibt wie ein Erziehungsratgeber(, aber lustiger) Anlass für viele philosophische und politische Gespräche.
[verh 16 Hessen]
  
       

Für namentlich oder mit Namenskürzel gekennzeichnete Beiträge und Beurteilungen liegt die presserechtliche Verantwortung beim jeweiligen Autor bzw. bei der jeweiligen Autorin.