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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW (AJuM)
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Autor:
Mazini, Habib    
Titel:
Die Wut der kleinen Wolke
ISBN:
978-3-922825-77-7  
Übersetzer:
Ahlf-Wien, Imke
Originalsprache:
Arabisch
Illustrator:
Logié, Alexis
Seiten / Spielzeit (min):
28
Verlag:
Edition Orient, Berlin
Gattung:
Bilderbuch
Reihe:
Jahr:
2011
Preis:
14,90 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
Aus der Sicht einer kleinen Wolke wird über den Gegensatz von Nord und Süd erzählt, über die große Trockenheit und die Ausgeseetztheit der Menschen. Sie überredet die großen dicken Wolken mit ihr in die Wüste zu segeln und es dort regnen zu lassen. Als sie nach wenigen Jahren wiederkommt, ist alles schlimmer als vorher, denn es herrscht Krieg.
[uwo Berlin]
       
Lesealter:
6 - 9 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
Fantastik Ungleichheit Bildende Kunst
       
Anmerkungen:
- Eine Geschichte aus der Wüste.
       
Beurteilungstext:
Schon die gelungene Aufmachung lenkt die Aufmerksamkeit auf dieses kleine, anspruchsvolle, zweisprachige Buch. Es ist quadratisch und man blättert es von unten auf. damit engeht der Verleger der Schwierigkeit zwischen der arabischen Schreibweise von rechts nach links oder der europäischen von links nach rechts entscheiden zu müssen. Beide Text sind im Bild integriert, manchmal nebeneinander, manchmal untereinander, sodass zumindest ein Sichtvergleich auf beide Sprachen möglich wird.
Das kräftige Blau in den Farben des Umschlags, die wie ausgerissen wirkenden Figuren der Menschen und Tiere im unteren Drittel des Bildes weisen auf die fremde Welt hin, beonders die malerisch weiße Kopfbedeckung des Mannes neben dem Kamel, die der Verlag auf der Rückseite sehr knapp nur mit Wüste Sahara in Marokko benennt.
Auch im inneren verwendet der Illustrator Collagen, manchmal gefärbte Wellpappe u.ä. neben gemalten Partien bzw. den winzig kleinen gemalten Menschenfiguren und der sich verändernden kleinen weißen Wolke, Aus ihrer Sicht bliken wir auf die Welt, auf die Schatten, die sie wirft, auf die grünen und bunten Felder des Nordens und die blassen, hellgelben Flächen der Wüste.
Die Gefühle der kleinen Wolke sind vermenschlicht. Wird ihr anfangs ein heiter-unbeschwertes Leben zugeschrieben, ändert sich dies nach ihrem Blick auf die ausgedörrte Landschaft der Wüste und die Menschen dort. Sie bewegt die dicken Wolken ihr zu folgen und einmalig ihr Nass dort abzugeben. Aber der Schluss weist auf die Hoffnungslosigkeit hin, der die kleine Wolke nur ihren Schatten für die armen Menschen auf der Flucht bieten kann. So kann man die Geschichte als Parabel auf missglückte Enbtwicklungspolitik lesen, wenn man erwachsen ist.
Kindern bietet die Geschichte einen ersten Blick auf die ungerechte Verteilung in Nord und Süd und stößt - vielleicht - Überlegungen an, wie man Wasser in die Wüste bringen und Kriege vermeiden kann.
[uwo Berlin]
  
       

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