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Der LesePeter |
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Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel. |
geht an Timo Parvela |
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| für das Jugendbuch | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ella und der Neue in der Klasse | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Timo Parvela |
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Die Mutter des kleinen Paavo ist einfach
begeistert von dem neuen Lehrer ihres Sohnes.
Der geniale Mann hat mit dem Ratschlag, den
Jungen zeitiger ins Bett zu bringen, aus dem
ständig müden Kind einen putzmunteren
Besserwisser gemacht, der nun in Ellas Klasse
allen mit seiner Gewinnersucht auf den Wecker
geht. Ella und ihre Klassenkameraden fanden die
Schule bisher eigentlich recht schön. Und der
Lehrer, der die Schule manchmal auch schön fand,
bedauert den Tag, als er Paavos Mutter zum
ersten Mal traf.
Seit sieben Bänden ringen die Schüler dieser
Grundschulklasse mit ihrem Lehrer um die
Bewältigung des Lebens. Reale Probleme werden
zum Auslöser haarsträubendster Verwicklungen.
Jede Figur ist bei Parvela ein echter Charakter.
In ihren Grundzügen sind es Mitmenschen, wie wir
sie alle kennen. Da ist der Lehrer, permanent
überfordert von den Anforderungen des Alltags,
der einfach alles für seine Schüler gibt, ob sie
wollen oder nicht. Da gibt es den verhätschelten
Muttersohn, der ständig heult und seine
Minderwertigkeitskomplexe lauthals auslebt; den
Klassenrowdy, der seine gewalttätigen
Erfahrungen aus dem Elternhaus in der Schule
umsetzt; den Klassendödel, der wirklich keine
Ahnung hat und damit glücklich ist; das toughe
Mädchen, das mit ihren zahlreichen
Geschwistererfahrungen auch die Geschicke der
anderen meistert; den Oberschlaumeier, der immer
alles wissenschaftlich erklären kann; zu guter
Letzt die weitgehend neutrale und sehr genau
hinschauende Erzählerin. Die satirische
Überspitzung der Eigenheiten führt zu den
Missverständnissen, welche den Witz der Bücher
ausmachen. Im Mittelpunkt jedes Buches steht in der Regel ein Problem, dem sich die Kinder mit voller Hingabe zuwenden. In ihrer kindlichen Beschränkung erfassen sie oft nur einen Teil des Ganzen, überschauen nicht den Umfang, nehmen dafür wiederum Kleinigkeiten wahr, die den Erwachsenen entgehen, weil sie nicht mehr genau hinschauen. Oft steht der Lehrer im Zentrum, sein persönliches Glück haben die Kinder im Sinn. Ihr Unverständnis dafür, dass der Lehrer sein Privatleben gern aus dem Berufsalltag heraushalten würde und seine verständliche Unfähigkeit, seine Persönlichkeit vom Schulalltag zu lösen, machen das Ganze schmerzlich vertraut, aber auch beneidet. In einer Gegenwart, wo jeder nur sich selbst der Nächste scheint und die meisten verzweifelt um ein eigenes Stückchen Lebensglück kämpfen, ist diese Art von Zusammenhalt beneidenswert.
Anfangs sind es die Symptome im Verhalten eines
Kindes oder des Lehrers, die augenscheinlich
werden. Um diese Figur herum baut Timo Parvela
aus Alltagssituationen einen Zustand auf, der
geradezu nach einer Lösung schreit. Wie in einer
Karikatur überzeichnet der Autor die
Situationen, verzerrt die Wahrnehmung extrem.
Dabei wimmelt es nur so von Missverständnissen,
die eben jenes komische Bild entwerfen. Der Autor Timo Parvela wird in seiner finnischen Heimat bereits mit Lob überhäuft. Obwohl nicht alle Ella-Bände die gleiche Qualität haben, sind sie dennoch auf höchster Ebene der Situationskomik vertreten. Der Wert dieser Kinderliteratur entsteht gerade dadurch, dass wir alle erst einmal herzhaft lachen über diese urkomischen Verwicklungen, uns die deutliche Kritik an den Zuständen in den Bildungssystemen aber nicht entgehen kann. Unterstützt wird die hohe Qualität ganz sicher auch durch die hervorragenden Übersetzungsleistungen von Anu und Nina Stohner sowie die meisterhaften Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Sabine Wilharm, die besonders witzige Ausschnitte liebevoll wiedergeben und dabei jeden Charakter genau abbilden.
zum Autor / zur Illustratorin / den Übersetzerinnen:
© Fotos mit frdl. Genehmigung des Verlags
(bj & lr für die AJuM der GEW) |
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