k j l & m forschung.schule.bibliothek

   
   

ist ein Produkt der AJuM der GEW und hieß bis zum 01.01.2007
"Beiträge Jugendliteratur und Medien".
kjl&m
ist im Abonnement käuflich über den kopäd Verlag zu erwerben.

   

       

 

geplante Themen der folgenden Hefte:


4/16 - Traum
Extra - Gender


1/17 - Fiktion  / Metafiktion
2/17 -
3/17 - All Age
4/17 - Reformation -Pietismus
Extra - Familie


1/18 -
2/18 - Philosophieren
3/18 - 1968
4/18 - Mythos
Extra - 125 J kjl&m


1/19 -
2/19 - Biographie
3/19 - Lyrik
4/19 - Erstleselit.
Extra - "Wende"

 


 

 

 

 

 

... zu den Bezugsbedingungen etc

... zum Inhaltsverzeichnis gehe zu:
2005-01  2005-02  2005-03  2005-04  2005-Ex
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2007-01  2007-02  2007-03  2007-04  2007-Ex

2008-01  2008-02  2008-03  2008-04  2008-Ex
2009-01  2009-02  2009-03  2009-04  2009-Ex

2010-01  2010-02  2010-03  2010-04  2010-Ex
2011-01  2011-02  2011-03  2011-04  2011-Ex
2012-01  2012-02  2012-03  2012-04  2012-Ex
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2014-01  2014-02  2014-03  2014-04  2014-Ex
2015-01  2015-02  2015-03  2015-04  2015-Ex
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3/2016 [Prof. Dr. Petra Josting]

Einen Schritt zurück, zwei nach vorn … Die Kinder- und Jugendliteratur der 1990er-Jahre

Mit diesem Heft beendet die Redaktion vorerst ihr Anliegen, die Literaturgeschichtsschreibung der deutschsprachigen KJL nach 1945 mit größerem Abstand neu in den Blick zu nehmen (vgl. 3/2013: Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre – 2/2014: Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! – 1/2015: Innovationen auf allen Ebenen – 4/2015: ästhetischer, poetischer) und dabei Ost- und Westdeutschland sowie Österreich zu berücksichtigen. Der KJL der 1990er-Jahre werden die Rückkehr von Komik und (gebrochenen) Idyllen ebenso bescheinigt wie ein Einfluss der rasanten Medienentwicklung: Einen Schritt zurück, zwei nach vorn …
Jana Mikota stellt in ihrem Überblicksartikel die Bandbreite vom Bilderbuch zum Jugendroman sowie die mediale Entwicklung der Neunzigerjahre und ihren Einfluss auf die KJL des 21. Jahrhunderts vor: Die KJL vor der Jahrtausendwende ist vielfältig, zeichnet sich durch Genremix, Gattungsvielfalt und eine Verbindung der literarischen Moderne und Postmoderne aus. Titel, die die 1990er-Jahre geprägt und die KJL nachhaltig beeinflusst haben, sind vor allem Sofies Welt und Harry Potter, die die Bestseller-Listen stürmten und auch das erwachsene Lesepublikum begeisterten.
Ob sich die neue Mädchenliteratur tatsächlich als fortschrittlich erweist oder ob angesichts der häufig als psychisch labil geschilderten jungen Frauen nicht eher von einem Rückschritt gesprochen werden muss, ist die Fragestellung von Iris Schäfer, die sich den Girlies, Junkies, traumatisierten, essgestörten oder besonders rebellischen und eigensinnigen jungen Mädchen zuwendet und damit die Themen- und Figurenvielfalt der Mädchenliteratur jener Jahre nachweist.
Neben der neuen Mädchenliteratur spielen in den Neunzigerjahren zwei weitere Gattungen eine zentrale Rolle: Maren Bonacker zeichnet den Siegeszug und die Entwicklung der lange Zeit kritisch beäugten Fantasyliteratur nach; Ricarda Freudenberg analysiert die unterschiedlichen Spielarten von Komik sowie die Narration im sog. (tragik-)komischen Familienroman beispielhaft an Andreas Steinhöfels Dirk und ich und Peter Härtlings Mit Clara sind wir sechs.
Umbruch, Neuorientierung und Neuausrichtung des Kinderfilms ist das Thema von Tobias Kurwinkel, der den Entwicklungsprozess mit Beginn der Wiedervereinigung verfolgt. Susanne Brandt ruft mit ihrem Beitrag die berühmte Musikwerkstatt von Wolfgang und Margarete Jahn in Erinnerung, die mit ihren poetischen Liedern das Singen mit Kindern in den 1990er-Jahren geprägt hat.
Der Fokus DDR beginnt mit dem 2. Teil des Beitrags von Karin Richter, die in Heft 4/2015 das letzte Jahrzehnt der KJL der DDR beschrieben und auf deren ästhetische Vielfalt aufmerksam gemacht hat. Maria Becker macht die Entwicklung der DDR-KJL in den 1990er-Jahren am Handlungssystem fest, das eng mit den Möglichkeiten des Schreibens und Veröffentlichens ehemaliger DDR-AutorInnen interferiert. Damit schärft sie zugleich das Bewusstsein für Titel und SchriftstellerInnen, die geblieben sind, wie für solche, die neu zu entdecken wären. Wie bisher schließt der Rückblick mit einem Beitrag von Ernst Seibert über die österreichische KJL, die sich im Beobachtungszeitraum von der „sozialpartnerschaftlichen Ästhetik“ abkehrt.
Petra Josting


Inhalt

Jana Mikota
Zwischen einer „beschädigten Idylle“ und einer rasanten Medienwelt. Die Kinder- und Jugendliteratur der 1990er-Jahre

Iris Schäfer
Eine neue Mädchenliteratur der 1990er-Jahre. Im Zeichen von Postemanzipierung und Pathologisierung

Maren Bonacker
Die 1990er-Jahre: Ein neues Image für die Fantasy Fiction

Ricarda Freudenberg
Jubel, Trubel, Nachdenklichkeit. Der (tragik-)komische Familienroman für Kinder

Tobias Kurwinkel
Der Kinderfilm der 1990er-Jahre

Susanne Brandt
Kinderlieder und Geschichten aus der Musikwerkstatt von Wolfgang und Margarete Jehn

Karin Richter
Das letzte Jahrzehnt der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Literarische Welten in ihrer ästhetischen Vielfalt und als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungen (Teil II)

Maria Becker
„Aber so geht Geschichte...“ DDR-Autoren und Texte der Kinder- und Jugendliteratur in den 1990er-Jahren

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den 1990er-Jahren. Abkehr von einer „sozialpartnerschaftlichen Ästhetik“

Spektrum

Susanne Brandt
Silent Books. Wenn aus Bildern Worte wachsen

Philipp Schmerheim
KinderundJugendmedien.de

Fachliteratur/Rezensionen
Petra Josting (Hg.):Kirsten Boie.
Bielefelder Poet in Residence2013.München: kopaed 2014, 231 S., (Kinder- und Jugend-literatur aktuell; 2) 18,00 € (Günter Lange)
Liping Wang:
Figur und Handlung im Märchen. Die „Kinder-und Hausmärchen“ der Brüder Grimm im Licht der daoistischen Philosophie. Frankfurt/M.: Lang Edition, 2013. 320 S. (Kinder-und Jugendkultur, -literatur und -medien; 82), 54,95 Euro (Dr. Sebastian Schmideler)
Roeder, Caroline (Hg.):
Topographien der Kindheit. Literarische, mediale undinter-disziplinäre Perspektiven auf Orts- und Raumkonstruktionen. Bielefeld: transcript, 2014. 398 S., € 44,99. Roeder, Caroline (Hg.): Himmel und Hölle. Raumerkundungen – interdisziplinär & in schulischer Praxis. München: kopaed, 2015. 251 S., € 18,80. (Prof. Dr. Kaspar Spinner)
Knopf, Julia/ Abraham, Ulf (Hgg.):
Bilder-Bücher. Bd. 1, Theorie. Baltmannsweiler: Schneider, 2014. (Deutschdidaktik für die Primarstufe; 1). 195 S., € 18,00.
Knopf, Julia/ Abraham, Ulf (Hgg.):
BilderBücher. Bd. 2, Praxis.Baltmannsweiler: Schneider, 2014. (Deutschdidaktik für die Primarstufe; 2). 183 S., € 18,00. (Dr. Margarete Hopp)
Ballis, Anja/ Burkard, Mirjam:
Kinderliteratur im Medienzeitalter. Grundlagen und Perspektiven für den Unterricht in der Grundschule. Berlin: Erich Schmidt, 2014. 200 S., € 29,80. (Dr. Margarete Hopp)
Keller-Loibl, Kerstin/ Brandt, Susanne:
Leseförderung in Öffentlichen Bibliotheken. Berlin [u. a.]: de Gruyter, 2015 (Praxiswissen), 201 S., € 49,95 (Harald Pilzer)


Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW

 

 

 

 

 

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2/2016 [Ricarda Dreier]

Neues von Rotk@ppchen!
(Trans)Mediale Märchenwelten

Das Vorlesen am Abend, die ersten eigenen Leseversuche, das Hörspiel im Bett, der Aschenbrödel-Film, der zu Weihnachten dazu gehört: Ohne Märchen würde der Kindheit etwas fehlen. Dies liegt besonders an den Figuren: Schneewittchen, Rotkäppchen, Hänsel und Gretel, aber auch Jorinde und Joringel, Hans oder Rapunzel: Sie alle haben unsere Kindheit begleitet und sind auch aus dem Leben unserer Kinder nicht wegzudenken. Man verknüpft viele persönliche Erinnerungen mit bestimmten Märchen, deren Wortlaut man auch noch Jahrzehnte später mitsprechen könnte. Die Bedeutung, die diese Textsorte auf einer ganz subjektiven Ebene haben kann, spiegelt sich in der wissenschaftlichen und didaktischen Auseinandersetzung wider. Regelmäßige Tagungen, zahlreiche Publikationen, universitäre Seminare oder die schulischen Curricula zeugen von der intensiven Auseinandersetzung und der wichtigen Rolle, die dem Märchen in der Literaturwissenschaft und -didaktik zugeschrieben wird. Angesichts des breiten Felds, auf dem Märchen bereits untersucht wurden, erscheint es mehr als nötig, im vorliegenden Heft den Fokus zu verengen. Der Leitartikel von Sebastian Schmideler gibt in diesem Sinne die Richtung vor: Er stellt verschiedene mediale „Transformationen" vor, die verdeutlichen, dass Märchen neben aller Traditionen in der Gegenwart im neuen (medialen) Gewand erscheinen und von den Kindern und Jugendlichen vorrangig (medial) verändert rezipiert werden ...  
Ricarda Dreier

Inhalt

Sebastian Schmideler
Alte Märchen neu erzählt - Märchenforschung zwischen Tradition und Medienwandel

Karin Richter
Märchen und ungewöhnliche Bildwelten. Illustrationen der Bildkünstlerin Warja Lavater und ihr Anregungspotential für 'Medienkinder'

Michael Ritter
Märchen-Apps zwischen Spiel und Erzählung. Eine Spurensuche

Jan M. Boelmann
Und wenn sie nicht gespeichert sind ... Märchenadaptionen und Märchenelemente in aktuellen Computerspielen

Julia Benner
Vom Märchenerzählen mit der Schere. Lotte Reinigers Silhouettenfilme

Christian Müller
Literarische Texte - TV-Serie - Wiki. Zur Intermedialität bei Once Upon a Time

Manuela Kalbermatten
Frauenkrieg im Heteroland. Geschlechterpolitik in populären Märchenadaptionen


Spektrum

Ada Bieber
Die US-amerikanische Metropole New York in der internationalen Kinder- und Jugendliteratur

Hadassah Stichnothe
Gegenräume - Zwischenräume. Ideologiekonstruktionen im kinderliterarischen Initiationsroman


Fachliteratur


Aktuell

Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM der GEW
 

 

 

 

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1/2016 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Ausgezeichnet!
Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird 60

Auf der Frankfurter Buchmesse werden alljährlich in einer Festveranstaltung die Preistitel des Deutschen Jugendliteraturpreises verkündet. In dieser Ausgabe dreht sich alles auch um den Preis, aber ausnahmsweise stehen nicht die AutorInnen, ÜbersetzerInnen oder IllustratorInnen auf dem Treppchen, auf das Podest gehoben wird vielmehr der Preis selbst! 60 Jahre alt wird der Deutsche Jugendliteraturpreis 2016, nicht nur ein stolzes Alter, sondern auch etwas für eine Preisgeschichte! Die vorliegende Ausgabe würdigt die Entwicklung des Preises, der sich zu einer bedeutsamen literarischen Institution entfaltet hat; sie blickt zurück auf die Anfänge, ebenso in die Zukunft und fragt, wohin die Preiseroute gehen könnte. Blickt man auf die ausgezeichneten Titel des DJLP zurück, so lässt sich an den Titellisten ablesen: Die preisgekrönte Auswahl hat Literaturgeschichte geschrieben. So verwundert es nicht, wenn auch die Liste der GratulantInnen ein Who‘s who der Kinderliteraturszene bedeutet. Angeführt wird die feine Geburtstagsgesellschaft von Klaus Doderer, der „Zum Geleit“ das Heft eröffnet und den Stellenwert des international ausgerichteten Preises unterstreicht. Fünf Juryvorsitzende an der Zahl haben für diese Ausgabe Grußworte an den DJLP verfasst: Gundel Mattenklott, Sabine Mähne, Christoph Schmitz, Emer O‘Sullivan und Susanne H. Becker. Das Kernstück des vorliegenden Bandes umfasst zehn Fachbeiträge, die einen Parcours durch die Sparten und Gattungen, die Programmatik und Ästhetik der Preisbücher darstellen. Den Auftakt macht Otto Brunken mit einem narratologisch fundierten Blick auf die Historie, an der er das erzählerische Potenzial dieser Schatzkiste, wie er schreibt, aufzeigt. Michael Schmitt verfolgt die pädagogischen Diskurse über jugenderzählende Texte und spannt einen profunden Bogen von den Anfängen bis zum aktuellen Preistitel. Gina Weinkauff setzt sich mit der Internationalität des Preises und dem Stellenwert der Übersetzungsleistungen auseinander, die wesentlicher, wenngleich oftmals weniger Beachtung findender Bestandteil des DJLP sind. Gabriele von Glasenapp zeichnet die Narrative geschichtserzählender Texte nach und weist auf die richtungsweisende Bedeutung dieser Erinnerungen. Maria Linsmann-Dege zeigt die Innovationskraft der preisgekrönten Bilder-Geschichten, Heike Elisabeth Jüngst widmet sich preisgekrönten Titeln der Sparte Sachbuch. – Der DJLP lebt von seiner Vielfalt und dem Blick über den Tellerrand. Christine Tresch fächert exemplarisch für die vielen Literaturen, die der Preis umfasst, eine prominent besetzte Titelliste des DJLP von Schweizer AutorInnen auf. Nicht vergessen wurden bei dieser Jubiläumsausgabe die Buch-Macher und die literarische Wertung. Klaus Humann beleuchtet mit kritischem Blick den Stellenwert des Preises unter verlegerischen Aspekten; Stefan Hauck begibt sich unter die Festgemeinde und kommentiert die Zeremonien der Preisvergabe. Philine Edbauer schließlich weist als ehemaliges Mitglied einer Jugendjury darauf hin, was die Teilhabe an der Preisfindung für den persönlichen Werdegang bedeuten kann. Im Spektrum verortet Ina Brendel-Perpina den DJLP in der deutschen Preislandschaft; schließlich findet man wie gewohnt aktuelle Rezensionen zur Fachliteratur, Informationen aus dem literarischen Leben und Tagungshinweise. Nicht zu vergessen das Cover, das die Ausgabe schmückt! Nadia Budde hat wahrlich einen preiswürdigen Titel entworfen! Ebenso gedankt sei allen FesttagsrednerInnen für ihre Beiträge, und schließlich gilt ein literarisches Tischfeuerwerk dem Jubilar.
Caroline Roeder

Titelabbildung: Nadia Budde, Berlin

Klaus Doderer
Zum Geleit: Der Deutsche Jugendliteraturpreis wird sechzig Jahre alt

Grußadressen
Gundel Mattenklott, Sabine Mähne, Christoph Schmitz, Emer O’Sullivan. Susanne Helene Becker

Otto Brunken
Kinderliteraturgeschichte im Spiegel des Deutschen Jugendliteraturpreises. Narratologische Aspekte kinderliterarischen Erzählens in historischer Perspektive

Michael Schmitt
Pubertät als Schicksal? Sechzig Jahre Jugendbücher und Adoleszenzgeschichten

Gina Weinkauff
The unusual thing – über die transnationale Ausrichtung des Deutschen Jugendliteraturpreises

Gabriele von Glasenapp
Ausgezeichnete Erinnerung(en). Der Deutsche Jugendliteraturpreis und seine Geschichtserzählungen

Maria Linsmann-Dege
Zum Stellenwert der Bilder

Heike Elisabeth Jüngst
Hin zu den fuzzy edges – die Diversifikation im KiJu-Sachbuch

Stefan Hauck
Von der Sardinenbüchse zur Showbühne - Die Preisverleihungen

Klaus Humann
Unser Preis. Unser Preis? Der DJLP aus Verlagssicht

Philine Edbauer
Vor allem jugendlich? Zur Jugendjuryarbeit

Christine Tresch
Die Schweizer Kinder- und Jugendliteratur und der Deutsche Jugendliteraturpreis

Spektrum

Ina Brendel-Perpina
Konkurrenz oder gute Wegbegleiter: die Preislandschaft für Kinder- und Jugendliteratur

Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW

 

 

 

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Extraband /2015 [Dr. Ricarda Freudenberg & Prof. Dr.  Petra Josting]

Norm und Normüberschreitung in der Kinder- und Jugendliteratur und ihren Institutionen

Regel und Abweichung, lustvolles und zugleich riskantes Ausloten von Grenzen, Novellierung oder Restitutionalisierung von Normen und Werten durch symbolisches Probehandeln im literarischen Raum: Der vorliegende Band widmet sich in historischer wie systematischer Perspektive gesellschaftlichen, literarischen und unterrichtlichen Setzungen, die für das Handlungs- wie für das Symbolsystem Kinder- und Jugendliteratur (KJL) Relevanz besitzen.
Nicht von ungefähr eröffnet Carsten Gansel die Diskussion mit einem Beitrag zur Kategorie Störung, deren Geltung für die Systeme der KJL er anhand ausgewählter Textbeispiele begründet. Es folgen 14 literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische Beiträge, denen teilweise empirische Forschungsprojekte zugrunde liegen.
Einige von ihnen fokussieren diachron perspektiviert gegenstandsimmanente Aspekte, wie beispielsweise die Frage, welche inhaltlichen und narratorischen Normen in KJL verhandelt wurden und werden. Dafür werden etwa literarische Figuren oder typische Situationen wie das gemeinsame Einnehmen von Mahlzeiten in den Blick genommen. Andere Beiträge konzentrieren sich auf Normierungsinstanzen und beleuchten die historische Entwicklung des Diskurses zur Frage, was das denn sei: ein gutes Kinder- oder Jugendbuch. Eine weitere Gruppe untersucht explizite Setzungen oder implizite Werthaltungen, auf denen heute Auswahlentscheidungen kinder- und jugendliterarischer Werke für den Schul- oder Freizeitbereich (z. B. Kitas und Bibliotheken) beruhen. Berücksichtigung findet dabei auch die Überlegung, welche Leseinteressen insbesondere Jungen haben, sodass die Auswahl entsprechend anzupassen wäre. Den Abschluss bilden Beiträge, die rund um konkrete literarische Werke zu diesem Themenkomplex Anregungen und Modelle für den Unterricht von der Primar- bis zu den Sekundarstufen bieten.
 

I. Einführung

Carsten Gansel
Störungen in (Kinder- und Jugend-)Literatur und Medien - Aspekte einer Theorie der Störung
 

II. Normen und Normierungsinstanzen in historischer Perspektive

Gina Weinkauff
„Verständlich, unterhaltend und lehrreich zugleich“ - Normen und Instanzen der Beurteilung von Kinder- und Jugendliteratur im historischen Wandel

Caroline Roeder
Vom Trotzkopf bis Tschick, von Moritz bis Marsmädchen - Nonkonforme adoleszente ProtagonistInnen im Spannungsfeld von (literarischen) Regel-Diskursen

Sonja Müller
Kindgemäß und literarisch wertvoll: Das normative Konzept der Theorie des ‚guten Jugendbuchs‘ - Zur Weiterführung der Diskussionen der 1950er- und 1960er-Jahre in späteren Jahren

Ralph Müller
Wertungen in Erzählungen der Kinder- und Jugendliteratur

Ina Brendel-Perpina
Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis - Eine Analyse der literarischen Wertung der Zielgruppe
 

III. Genderperspektiven bei der Textauswahl?

Frank Münschke
boys and books. Nach welchen Kriterien lässt sich geeignete Kinder- und Jugendliteratur für Jungen auswählen?

Karin Richter
Warum in die Ferne schweifen – sieh, die Schule liegt so nah! - Jungen und literarische Rezeption im schulischen Kontext
 

IV. Jenseits vertrauter Pfade: Die RezipientInnenperspektive

Alexandra Ritter / Michael Ritter
Du groß, und ich klein?! - Bilderbucherkundungen zwischen Faszination und Normierung

Ulrike Preußer
Wie Kinder mit Leerstellen umgehen - Aspekte literarischen Lernens bei der Bilderbuchrezeption
 

V. Instanzen literarischer Sozialisation im Blick: Kitas, Bibliotheken und Schulen

Susanne Helene Becker
Über das Spiel mit literarischen Normen in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur - Beobachtungen zu ihrer Funktion für die literarische Sozialisation

Stefanie Rose
„Bücher sind die wichtigsten Medien überhaupt“ - Perspektiven auf Kinder- und Jugendmedien innerhalb der kooperativen Leseförderung

Ulrike Siebauer
Wie geht man mit einem Außerirdischen um? - Unterrichtsentwurf zu Susann Opel-Götz: Außerirdisch ist woanders

Bettina Heck
Normenbrüche mit und in der Graphic Novel Schattenspringer. Wie es ist, anders zu sein von Daniela Schreiter - Unterrichtsvorschläge für die Klassen 6 bis 8

Ricarda Freudenberg
Zu Gast in einer bitteren, komischen Welt - Überlegungen zum literaturdidaktischen Potenzial des Romans Das Schicksal ist ein mieser Verräter für den Unterricht der 10. bis 12. Jahrgangstufen


Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

 

 

 

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4/2015 [Prof Dr. Petra Josting]

ästhetischer, poetischer
Kinder-und Jugendliteratur in den1980er-Jahren

Mit dem vorliegenden Heft setzen wir unser Anliegen fort, die Literaturgeschichtsschreibung der deutschsprachigen KJL nach 1945 mit größerem Abstand neu in den Blick zu nehmen (vgl. 3/2013: Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre; 2/2014: Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! u. 1/2015: Innovationen auf allen Ebenen) und parallel den Blick auf Ost- und Westdeutschland sowie Österreich zu werfen. Dabei zeigt sich, dass in allen drei deutschsprachigen Staaten der innovative Anspruch der KJL bestehen bleibt und oft über Bisheriges hinausgeht: Es wird ästhetischer, poetischer.
Den Auftakt macht wie in den anderen Heften Andrea Weinmann, die die Modernisierungstendenzen im Bereich der fantastischen und realistischen KJL jener Jahre aufzeigt. Susanne Helene Becker gibt einen Überblick über die Entfaltung des (post)modernen Kinder- und Jugendromans, der entsteht und bis in die Gegenwart ein wesentliches Segment des KJL-Marktes bildet. Großer Beliebtheit bei Leserinnen und Lesern erfreut sich seit langem die Gruselliteratur. Welchen Wandel diese Gattung durchläuft, welche Veränderungen sie insbesondere in den 1980ern erfährt und welche Funktionen ihr zugeschrieben werden, ist Andrea Weinmanns historischer Rückschau zu entnehmen, die von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart verläuft. Zu den Neuerungstendenzen gehören weiterhin die ökologische Kinderliteratur jener Jahre, auf die sich Jana Mikota bezieht, sowie die neue Vielfalt im Bilderbuch, dargeboten von Mareile Oetken. Ein Beispiel für weibliche Medienkindheit präsentiert Bettina Wild mit dem Medienverbund Anne of Green Gables.
Für die KJL der DDR ist in jenen Jahren kennzeichnend, wie Karin Richter herausarbeitet, dass sie sich kindlichen und jugendlichen Daseinsfragen der Gegenwart zuwendet, aber auch mit großer Erzählkunst der Darstellung historischer Prozesse und vor allem fantastischer Welten. Alfred Wellm spielt in diesen Ausführungen eine wichtige Rolle, den Eva Maria Kohl anschließend noch einmal in den Mittelpunkt stellt, den „pädagogischen Poeten“, wie sie ihn charakterisiert. Am Ende des Thementeils steht wieder Ernst Seiberts Beitrag zur österreichischen KJL. Mit Blick auf die Repräsentantinnen jener Zeit – Mira Lobe, Vera Ferra-Mikura, Käthe Recheis und Christine Nöstlinger –, verdeutlicht er die neuen Konturen kinder- und jugendliterarischen Schaffens. Im Spektrum gewährt Annika Behler einen interessanten Einblick in das Bilderbuchwerk von Michael Ende, indem sie den bislang vernachlässigten literar-onomastischen Fragen nachgeht.
Die Mitteilungen beinhalten einen Nachruf auf Bettina Hurrelmann, die am 19.07.2015 verstarb. Die Nachricht vom Tod Günter Langes (12.09.2015) erreichte uns in der Druckphase dieses Heftes. Ein Nachruf auf ihn wird folgen.  Petra Josting

Inhaltsverzeichnis

Andrea Weinmann
Kinder- und jugendliterarische Entwicklungen der Achtzigerjahre – ein Überblick

Susanne H. Becker
Zur Entfaltung des (post)modernen Kin-der- und Jugendromans in den 1980er-Jahren bis heute

Andrea Weinmann
Zwischen Angst und Lust. Zur Entwicklung der deutschsprachigen Gruselliteratur für
junge Leser von den 1950er-Jahren bis heute

Jana Mikota
Von geretteten Robben, ausgesetzten Bibern und Umgehungsstraßen. Der Umweltschutz in der Kinderliteratur der 1980er-Jahre

Mareile Oetken
Die neue Vielfalt. Bilderbücher der 1980er-Jahre

Bettina Wild
Die Wiederentdeckung weiblicher Tugen-denim Fernsehen der 1980er-Jahre. Der Medienverbund Anne of Green Gables

Karin Richter
Das letzte Jahrzehnt der Kinder- und Jugendliteratur der DDR. Literarische Welten in ihrer ästhetischen Vielfalt und als Spiegel gesellschaftlicher Wandlungen (Teil I)

Eva Maria Kohl
Schutzraum Fantasie. Der pädagogische Poet Alfred Wellm

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendlite-ratur in den 1980er-Jahren – forciertes gesellschaftspolitisches Erwachen
 

SPEKTRUM

Annika Behler
Von Aida Rüsselzart bis Zacharias Zierfuß. Michael Endes Bilderbuchwerk aus literar-onomastischer Perspektive
 

Fachliteratur

Çetin, Stefanie:„Ohne Spaß gibt´s nichts zu lachen“. Humor in Erich Kästners Kinderliteratur. Marburg: Tectum, 2014. (Erich-Kästner-Studien; 2). 273 S. Zugl.: Limerick, Univ., Diss., 2007, € 24,95 (Prof. Dr. Reiner Neubert, Zwickau)
Kruse, Iris/ Sabisch, Andrea (Hgg.): Fragwürdiges Bilderbuch. Blickwechsel–Denkspiele–Bildungspotentiale. München: kopaed, 2013. 184 S., € 18,80 (Kathrin Grothe, Uni Bielefeld)
 

Aktuelles
Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen [93]
Aus der AJuM und der GEW

 

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3/2015 [Ricarda Dreier]

Graphic Novels

Vom Türöffner zur Streitaxt – so lautet der Titel eines Beitrags von Lars von Törne im Tagesspiegel vom 04.07.2014, der zugleich die schriftliche Fassung eines Vortrags darstellt, den der Verfasser zum Thema „Was ist eigentlich eine Graphic Novel?“ gehalten hat.
Eine gute Frage! Die vorliegende kjl&m-Ausgabe bedient sich schon im Titel dieses Begriffes, der in den letzten Jahren mehr und mehr Einzug gehalten hat in Buchhandel, Feuilleton oder Wissenschaft, obwohl mit der inflationären Verwendung des Ausdrucks „Grapic Novel“ durchaus auch Probleme verbunden sind.
Als Türöffner, so stellt von Törne fest, hat der Begriff Comics im deutschen Sprachraum den Weg in die breite Öffentlichkeit geebnet, indem damit eher erwachsene Rezipienten angesprochen werden (sollen), die mehr Wert auf eine Qualität in den Bildergeschichten legen, die sie im ,banalen’ Comic nicht zu finden glauben.
Damit offenbart sich die Streitaxt in Form eines Diskurses, den der Comic nicht verdient hat. Denn immer noch wird dieser abgegrenzt von der Graphic Novel, der ein höherer thematischer und narrativer Anspruch zugeschrieben wird, was nicht immer nachzuweisen ist bzw. sich schon seit Jahrzehnten in Comics findet.
 

Thema

Bernd Dolle-Weinkauff
Die ‚Graphic Novel’. Phänomen oder Phantom?

Andreas Seidler
Verwandlungen. Kafka-Adaptionen in der Graphic Novel

Heidi Lexe
Coming of Age vor dem Hintergrund der Apokalypse. Zu Lukas Jüligers Graphic Novel Vakuum

Felix Giesa
Graphische Künstlermythen. Comicbiographien über Künstler

Christian Müller
Aspekte literarischen Lernens verknüpfen mit der Graphic Novel Vergiss nicht, das Salz auszuwaschen von Sohyun Jung

Mario Zehe
Der Affe in uns. Kollektive Identitäten und Konfliktkonstellationen in der grafischen Literatur

Anna Stemman
Gezeichnete Umwelt. Übergänge von faktualem und fiktionalem Erzählen in der Graphic Novel

 

Spektrum

Günter Lange            
Otfried Preußler. Familiengeschichte und Werk

 

Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW
Impressum

 

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2/2015 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Sascha, Mascha & Tschick - Russen- und Russland(bilder) in Kinder- und Jugendmedien

Auf dem deutschsprachigen Buchmarkt ist ein interessantes Phänomen zu beobachten: Zunehmend bevölkern in großer Zahl russische ProtagonistInnen die aktuellen Romanwelten; zugleich melden sich einige aus Russland stammende AutorInnen mit überaus erfolgreichen Titeln zu Wort. Die vorliegende Ausgabe widmet sich diesem Phänomen.
Doch bevor der Blick auf die Gegenwart gerichtet wird, eröffnet Carola Pohlmann mit ihrem Beitrag zu Sachbüchern über Russland einen breiten Horizont, der unter Bezugnahme auf historische Paradigmen und Diskurse das weite Feld der Russland- Bilder in geschichtlicher Perspektive aufruft. Pohlmanns sachkundig gespannter Bogen erlaubt, einen konzisen Blick ... (Das ganze Editorial finden Sie als pdf (===> hier).

Carola Pohlmann
„Das Land der frohen Zuversicht“. Die Darstellung Russlands in Sachbüchern und Sacherzählungen für Kinder und Jugendliche von der Aufklärung bis zur Gegenwart

Irene Boose
Die neuen Russen. Deutsche Gegenwartsliteratur postsowjetischer Autorinnen und Autoren

Heidi Rösch
Tschick und Maik – Stereotype in der Kinder- und Jugendliteratur

Boris Hoge
Metakonstruktion. Zu Möglichkeiten des Umgangs mit problematischenRussland-/ Russendarstellungen in der jüngsten deutschen Gegenwartsliteratur am Beispiel von Wolfgang Herrndorfs Roman Tschick

Oxane Leingang
„Der schrecklichste aller vorstellbaren Schrecken. Die Russen!“ Imagologische Darstellung der Rotarmisten in ausgewählten zeitgeschichtlichen Jugendromanen

Claudia Blei-Hoch
Die Bild(er)welten des Gennadij Spirin. Russische Illustrationskunst im Bilderbuch

Peter Rinnerthaler
Meanwhile in Russia. Das deviante Bild Russlands im Medium Internet

Judita Kanjo
Kinder- und Jugendliteratur aus den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. Neue Perspektiven

Ina & Natascha Nefzer
„Ich mache eigentlich immer, was man mir sagt.“ Interview mit dem Bilderbuchkünstler Axel Scheffler

Nikola von Merveldt & Cornelia Rémi
Die Vermessung der Sachbuchwelt. Interdisziplinäres Forum zu geographischen Sachbüchern für Kinder und Jugendliche 22.–23.5.2014, Internationale Jugendbibliothek (IJB), München  

 

Medien im Unterricht

Hinweise, Berichte, Mitteilungen

Aus der AJuM und der GEW

 

Impressum

 

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1/2015 [Prof Dr. Petra Josting]

Innovationen auf allen Ebenen
Kinder- und Jugendliteratur in den 1970er-Jahren

Mit dem vorliegenden Heft setzen wir unser Anliegen fort, die Literaturgeschichtsschreibung der deutschsprachigen KJL nach 1945 noch einmal neu in den Blick zu nehmen, Entwicklungen aus heutiger Perspektive zu beleuchten. Begonnen haben wir diese Arbeit mit dem Heft 3/2013, das unter dem Titel Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre erschien. Die Fortsetzung erfolgte mit Heft 2/2014, das den Titel Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! trägt. Im Mittelpunkt steht nun die KJL in den 1970er-Jahren, eine Phase, die sich mit Innovationen auf allen Ebenen gut beschrieben lässt. Und da Literatur nicht an das Medium Buch gebunden ist, geht es im Folgenden auch um Theater, Film, Fernsehen und Rundfunk.
Was wäre die Kinder-und Jugendliteratur ohne ihre wissenschaftliche Betrachtung? Klaus Doderer berichtet eindrucksvoll, wie die KJL-Forschung in jenen Jahren einen festen Platz in der akademischen Welt findet, wie sie sich der literaturhistorischen Aufarbeitung, der ideologiekritischen Analyse, aber auch didaktischen Fragen zuwendet und sich in nationale sowie internationale Netzwerke integriert. Was wäre, so ist außerdem zu fragen, die Kinder- und Jugendliteratur ohne mutige Verleger? Hans-Joachim Gelberg ist einer der großen Vorreiter, der aus jener Zeit erzählt und von dem Malte Dahrendorf sagte, er habe im wahrsten Sinne des Wortes KJL-Geschichte gemacht.
Andrea Weinmann konzentriert sich in ihrer Darstellung auf jene erzählende Kinderliteratur, die in der zeitgenössischen Terminologie als progressiv bezeichnet wurde, weil es ihr um die Gleichstellung von Kindern und Erwachsenen ging, und die sich im Kontext eines übergreifenden, gesamtgesellschaftlichen Modernisierungsprozesses herausbildete. Im Mittelpunkt von Gina Weinkauffs Beitrag steht Ursula Wölfel, deren Werke schon in den 1960er-Jahren formale und inhaltliche Elemente des kinderliterarischen Wandels vorwegnahmen, der sich erst in den 1970er-Jahren durchsetzte.
Gerd Taubes Beitrag zeigt auf, wie entscheidend die zur Diskussion stehende Dekade
für das Kinder- und Jugendtheater in beiden deutschen Staaten war
. Sodann beschäftigt sich Horst Schäfer mit dem sozialkritischen Realismus im Jugendfilm der 1970er-Jahre, den es bis dahin in dieser Form nicht gegeben hatte und auch später nicht mehr geben sollte. Um Angebote des Kindermedienmarktes in der BRD und DDR geht es in den Ausführungen von Gudrun Stenzel, die nachweist, dass die heutige Allgegenwart und permanente Verfügbarkeit damals ebenso schon angelegt war wie die Kommerzialisierung.
In den beiden sich anschließenden Aufsätzen steht noch einmal die KJL der DDR im Fokus. Während Sebastian Schmideler unter Rückgriff auf den Forschungsansatz Kulturtransfer vier Paradigmenwechsel für die DDR-KJL der 1970er- Jahre nachweist, widmet sich Michael Ritter  Kontinuitäten und Brüchen der kinderliterarischen Darstellungskonzeption von Franz Fühmann (Teil I: H. 2/2014). Abgerundet wird der Thementeil mit einem Beitrag von Ernst Seibert zur österreichischen KJL.
Im Spektrum begeben wir uns mit Hansjörg Droll und Michael Staiger auf eine Erkundungsreise des lesedidaktischen Potenzials von digitalen Audiostiften und gratulieren zusammen mit Hans-Joachim Gelberg ganz herzlich Klaus Doderer zum 90. Geburtstag!

Klaus Doderer
Die Kinder- und Jugendliteraturforschung in den 1970er-Jahren

Hans-Joachim Gelberg
Damals, als die Kinderliteratur neu gefunden wurde, ein Blick zurück

Andrea Weinmann
Die Wirklichkeit der Kinder und die Kinder- und Jugendliteratur der Zweiten Moderne in den 1970er-Jahren

Gina Weinkauff
„Im besten Sinne Zeitgenossin“ – Ursula Wölfels Anteil am kinderliterarischen Wandel

Gerd Taube
Die Idee eines zeitgenössischen Kinder- und Jugendtheaters. Weichenstellungen in den Siebzigern

Horst Schäfer
Authentische Jugendfilme an alternativen Orten. Der sozialkritische Realismus im Jugendfilm der 1970er-Jahre

Gudrun Stenzel
Medien erobern die Kinderzimmer. Angebote und Strukturen in den 1970er-Jahren

Sebastian Schmideler
Die Kinder- und Jugendliteratur der DDR in den Siebzigerjahren – Paradigmenwechsel und Kulturtransfer

Michael Ritter
Das Wunderbare von nebenan – Teil 2. Franz Fühmanns märchenhafte Kindererzählungen im Spiegel sich verändernder poetischer Konzeptionen

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den 1970er-Jahren – Autonomie gegenüber den Institutionen

 

Spektrum

Hansjörg Droll/ Michael Staiger
Vorlesen! Mitlesen. Selbstlesen? Erkundungen zum lesedidaktischen Potenzial von digitalen Audiostiften

Hans-Joachim Gelberg
Zur Welt kommen – Klaus Doderer zum 90. Geburtstag

 

Fachliteratur

Weinkauff, Gina/ Josting, Petra (Hgg.):
Literatur aus zweiter Hand. Anregungen zum Umgang mit Übersetzungen im Deutschunterricht. Baltmannsweiler: Hohengehren, 2013.  160 S. mit CD, € 19,80. [Anne Siebeck Frankfurt/ M.]

 

Aktuell

Medien im Deutschunterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW

 

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Extraband /2014 [Prof. Dr.  Petra Josting und Ricarda Dreier]

Lesefutter für Groß und Kleine
Kinder- und Jugendliteratur zum literarisches Lernen im medienintegrativen Deutschunterricht

Einleitung (PDF siehe ===> hier)

 

I. Jg. 1-4 (Primarstufe)
Alexandra Ritter:
Wörterfabrikanten. Medienintegratives Lernen mit dem Buch Die große Wörterfabrik von Lestrade/Docampo

 Ricarda Freudenberg:
„Gespenster sind unhygienisch“. Didaktische Überlegungen zu Boardstories im Literaturunterricht

Ulrike Preußer:
Literarisches Lernen am Bösen. Das Bilderbuch Das Gold des Hasen als irritierende Erfahrung von Raffgier, Angst und Täuschung 

Gudrun Stenzel:
Von Freundschaft, Einsamkeit und Eifersucht. Fuchs von Margaret Wild und Ron Brooks im Unterricht 

Ulrike Siebauer:
Tollkühne Leseerfahrungen mit JanBenMax von Zoran Drvenkar

  

II. Jg. 5-6 (Erprobungsstufe)
Kristina Schubert/Barbara Schubert-Felmy:
Rico, Oscar und die Tieferschatten von Andreas Steinhöfel 

Karin Vach:
Schule ohne Mobbing? Das Hörbuch Wunder von Raquel J. Palacio im Deutschunterricht 5/6 

Franz-Josef Payrhuber:
Komm jetzt geh. Ein Theaterstück von Ingeborg von Zadow für ältere Kinder

 

III. Jg. 7-9 (Mittelstufe)

Markus Raith:
Gregs Tagebuch. Vom Comic-Roman zum Film 

Bettina Heck:
Wer war Wagner? – Graphic Novel, Film und App im Deutschunterricht der Klassenstufen 7-9 

Holger Zimmermann:
Das Exil der kleinen Leute – Anne C. Voorhoeves Roman Nanking Road als Grundlage zur Erstellung eines Wiki

Dieter Wrobel:
Hinter der Maske des Helden. Stephen Emond: Happyface – eine Graphic Novel zu (mehr als) den Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens 

Steffen Gailberger:
Nur noch kurz die Welt retten? Über ironische Symbole und die Förderung ihres Verstehens mithilfe von Tim Bendzkos gleichnamigem Videoclip 

Elisabeth Hollenweger/Anna Stemmann:
Wenn möglich, bitte wenden. Klimawandel als Makrothema einer Bildung für nachhaltige Entwicklung im medienintegrativen Deutschunterricht am Beispiel des Comics Die große Transformation

  

IV. Jg. 10-12 (Einführungs- und Qualifikationsphase)

Lilli Gebhard:
Aminas Restaurant (Lüders 2012) und Soul-Kitchen (Akin 2009) – Kulinarisches und die Möglichkeit, sich Heimat zu schaffen
 

Thorsten Strübe:
Arbeitswelt im Adoleszenzroman – Christian Frascella: Meine Schwester ist eine Mönchsrobbe (2009/2012) 

Gina Weinkauff:
Aktuelle Jugendromane im Deutschunterricht: Wer hat Angst vor Jasper Jones von Craig Silvey und Pampa Blues von Rolf Lappert
 

Petra Anders:
Fact oder Fiction? Authentisierungsstrategien im Poetry Slam

Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

 

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4/2014  [Ricarda Dreier] Rückschläge - Gewalt gegen sich selbst und andere in aktueller Kinder- und Jugendliteratur

Es sind erschütternde Zahlen, die von UNICEF im September 2014 veröffentlicht wurden: Eine Milliarde Kinder auf der ganzen Welt wird regelmäßig Opfer körperlicher Gewalt und zwar verborgen in aller Öffentlichkeit: Hidden in Plain Sight nennt das internationale Hilfswerk deshalb auch die Ergebnisse seiner in 190 Ländern durchgeführten Untersuchung. Und dabei geht es nicht um den sprichwörtlichen Klaps auf den Po, sondern um schwere körperliche Gewaltanwendungen, oftmals in der eigenen Familie, in der Kindern und Jugendlichen eigentlich ein Schutzraum im wahrsten Sinne des Wortes gewiss sein sollte. Nicht selten werden die Opfer selbst zu Tätern und geben eigene Erfahrungen weiter, sei es an Mitschüler(innen) oder später, im Erwachsenenalter, an eigene Kinder. Dieser Teufelskreis kann sich nicht nur in der Konfrontation mit anderen manifestieren (Prügeleien, (Cyber-)Mobbing, Amok, Mord…), sondern auch als Ausdruck tiefster Verzweiflung gegen sich selbst gerichtet werden (Selbstverletzungen, emotionale Isolation, Suizid…).
In der Kinder- und Jugendliteratur ist das Thema Gewalt bereits seit einiger Zeit in verschiedenen Ausprägungen präsent, auch die Forschungslage ist entsprechend umfangreich. Die Beiträge im vorliegenden Band gehen unterschiedliche Wege, was sowohl die Mehrdimensionalität der aktuellen literarischen Texte und Medien unterstreicht, zugleich aber auch das breite Spektrum an Interdependenzen betont, die dem Thema Gewalt inhärent sind.

Den Anfang beschreitet Thorsten Strübe mit einer ausführlichen Untersuchung einiger Romane von Zoran Drvenkar, in denen Gewalt immer wieder – explizit und implizit – eine Rolle spielt. Vor allem in dessen autobiographischen Jugendromanen erleben die Figuren eine alltägliche, fast schon nebensächliche Gewalt, die ihren Prozess der Ich-Findung begleitet und beeinflusst. Ricarda Freudenberg widmet sich einer Autorin, in deren Romanen die Figuren oft keinen anderen (gewaltfreien) Ausweg sehen, um einem Leben zu entkommen, das weit Schlimmeres für sie bereithält. Diese Werke von Antonia Michaelis, die sich oft auf der Grenze zum phantastischen oder surrealen Erzählen bewegen, halten dabei nur selten ein Happy End bereit, statt dessen wird dem Leser/der Leserin das gedankliche Fortschreiben des Romanendes selbst überlassen. Das Thema Selbstmord nimmt Romy Brüggemann in den Blick und überträgt ihre Überlegungen zum Theaterstück norway.today sowie zum autobiographischen Arbeit und Struktur von Wolfgang Herrndorf auf den Literatur-, aber auch den (Praktischen) Philosophieunterricht, indem sie vor allem die Reflexionsebene in den Blick nimmt, auf der man Schülerinnen und Schüler beim Umgang mit diesen emotional aufgeladenen Texten sensibel begleiten sollte. Am Beispiel der Verfilmung des Sendak-Klassikers Wo die wilden Kerle wohnen untersucht Tobias Kurwinkel Mechanismen und Darstellungsformen von Gewalt im Kinder- und Jugendfilm, wobei sich überraschende Parallelen zu Hitchcocks Thrillern offenbaren. Katrin Manz und Tanja Lindauer widmen sich in ihren jeweiligen Beiträgen der aktuellen Jugendliteratur zum Thema Suizid, wobei sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Im SPEKTRUM berichtet Steffen Gailberger über ein literarisches Schreibprojekt in der Grundschule, das durch Wendebilderbücher initiiert wurde. Günter Langes Beitrag reflektiert verschiedene autobiographische Texte und Äußerungen von Christine Nöstlinger. Gina Weinkauf berichtet über ihre Tätigkeit als Vorsitzende der Jury der Deutschen Jugendliteraturpreises und zieht eine kritische Bilanz.

Ricarda Dreier

Inhaltsverzeichnis

Thorsten Strübe
Gewalt als wiederkehrendes Motiv in Zoran Drvenkars (Jugend-)Romanen

Ricarda Freudenberg
„Und es war alles, alles gut“?  - Gewalt in den Jugendromanen von Antonia Michaelis

Romy Brüggemann
Selbstmord als Thema im Literatur- und (Praktischen) Philosophieunterricht - Probleme und Chancen unterrichtlicher Auseinandersetzung

Tobias Kurwinkel
„You’re out of control“. Gewalt im Kinder und Jugendfilm am Beispiel von Wo die wilden Kerle wohnen

Katrin Manz
„Ich weiß nicht, ob ich sterben will. Ich möchte glücklich sein.“ - Vom Suchen nach dem Sinn des Lebens – Suizid(gedanken) in der aktuellen Jugendliteratur

Tanja Lindauer
„Das Spiel ist aus. Die Maus ist tot. Die Katze hat gewonnen.“ - Mobbizid und (Cyber-)Mobbing in aktuellen Jugendmedien
 

Spektrum

Steffen Gailberger
Zur Förderung der Perspektivenübernahme durch Wendebilderbücher - Bericht über ein literarisches Schreibprojekt für dritte und vierte Klassen

Günter Lange
Erinnerungen - Autobiographische Texte von Christine Nöstlinger

Gina Weinkauff
Literatur- und Leseförderung - Der Deutsche Jugendliteraturpreis und seine Basisfunktionen
 

Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht
Impressum
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW
 

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3/2014 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Hirbel, Kurt und die Tiefbegabten.
Behinderung in Kinder- und Jugendliteratur und Medien

Die Coverfigur stammt aus einer fernen Welt: Planet Willi ist das Bilderbuch von Birte Müller betitelt, das einen kleinen Kerl in seinen Mittelpunkt stellt, dessen Lebenswahrnehmung für uns ein fremdes Universum bedeutet – denn Willi ist behindert, beeinträchtigt, ein Trisomie21-Kind – ja, wie heißt es denn nun richtig? Und mit dieser Frage ist man inmitten der Thematik der vorliegenden Ausgabe. Sie widmet sich dem Thema Behinderung und wie dies literarisch, bildlich, sprachlich, stofflich in kinder- und jugendliterarischen Texten (und Medien sind hier eingeschlossen) dargestellt wird. In der Kinder- und Jugendliteratur findet man behinderte Protagonistinnen und Protagonisten vereinzelt in historischen Werken (wie Karla in Johanna Spyris Heidi), häufiger vertreten sind diese Figuren allerdings ab den 1970er Jahren in der realistisch und problemorientierten Literatur. Für diese Entwicklung ist Peter Härtlings Das war der Hirbel (1973) programmatisch; Härtling führte mit dieser fein gezeichneten Figur eine neue Perspektive auf benachteiligte Kinder ein. Mit Max von der Grüns Vorstadtkrokodile (1976) eroberte sich das Rollstuhlfahrerkind Kurt einen prominenten Platz in der Schullektüre; Andreas Steinhöfel schließlich verschaffte mit seinem Dreamteam Rico, Oskar (2008ff) der Tiefbegabung Kultstatus. – Das Thema Behinderung scheint angesagt zu sein. Doch was ist hip an der disability? Das Phänomen des verstärkten Auftauchens von behinderten – und oftmals autistischen Figuren – lässt sich im Übrigen auch in Filmproduktionen aufweisen.
Das vorliegende Heft nähert sich dem Phänomen auf vielfältige Weise.
Gabriele von Glasenapp nimmt eine systematisierende Untersuchung vor. Sie zeigt auf ihrem Parcours durch die Kinderliteraturgeschichte behinderter junger ProtagonistInnen, dass die literar-ästhetischen Strategien dieser Simples (vgl. Murail 2007) keinesfalls einfach gestrickt sind. Auch Klaus Maiwald wendet sich einer Simple-Figur zu und unternimmt eine präzise akzentuierte mediale Analyse von Forrest Gump und zeichnet den satirisch-historischen Diskurs nach, der hier entworfen wird. Märchenhaften Karrieren folgt Ute Dettmar und veranschaulicht dies an der Figur der Dummlinge, deren Wegen ins Glück sie folgt. Mareile Oetken spannt einen komplex ausbuchstabierten Bilderbücher- Bogen über die Thematik und zeichnet die bildsprachlichen Räume nach, die die Behinderungen umfassen. Birgit Althans zeigt das performative Potenzial am sogenannten Behinderten-Theater auf und entfaltet die Magie des Imperfekten, während Iris Schäfer zwei aktuelle und preisgekrönte Jugendromane auswählt und an diesen Beispielen Narrative der Krankheit der Jugend aufzeigt. Schließlich steht Finn-Ole Heinrich im Interview mit Ina Nefzer Frage und Antwort zu seiner ungewöhnlichen Protagonistin Maulina, die mit einer schwer erkrankten Mutter lebt. Der Kurator Thomas Kramer stellt im Spektrum ein Ausstellungsprojekt vor, das deutsche Geschichte am Beispiel der „sozialistischen Bilderzeitschriften“ ATZE und MOSAIK erinnerungskulturell aufbereitet. Von dem Symposium „Sick [sic!?]. Krankheit in kinder- und jugendliterarischen Medien“ berichten die Frankfurter Nachwuchswissenschaftlerinnen Agnes Blümer, Iris Schäfer und Anika Ullmann. Ute Wolters erzählt eine kleine Geschichte über Ziganismus am Beispiel der schwedischen Autorin und Roma-Angehörigen Katarina Taikon.
Im Spektrum laden Rezensionen zur Fachliteratur, Schulpraktisches und aktuelle Berichte zu vertiefender Lektüre ein. – Ach ja, und Willi trommelt übrigens wie einst Oskar M., aber das hat man ja schon beim ersten Blick auf das schöne Cover gehört.
Caroline Roeder

Inhalt 

Gabriele von Glasenapp
Simple Stories? Die Darstellung von Behinderung in der Kinder- und Jugendliteratur

Klaus Maiwald
Don't wanna be an American idiot ...
Behinderung als ambivalente Gabe in Robert Zemeckis' Forrest Gump

Iris Schäfer
Körperliche Behinderung im aktuellen (deutschsprachigen) Jugendroman

Mareile Oetken
b-b-b-barrierefrei? Inszenierungen von Behinderung im Bilderbuch

Ute Dettmar
Von Hans Dumm zu Hans im Glück. Märchen-Karrieren mit Behinderung

Birgit Althans
No Body is perfect. Das Theater der Behinderten und die Magie des Imperfekten

Iris Schäfer, Anika Ullmann, Agnes Blümer
Aktuelle Tendenzen zu Krankheit und Behinderung in Kinder- und Jugendliteratur und –medien

Spektrum

Thomas Kramer
ATZE und MOSAIK. Geschichte und Politik zwischen 1914 und 1989 in DDR-Comics

Ute Wolters
Nur eine kleine Geschichte, ein Brief und eine übersehene Autorin. Eine „Zigeunergeschichte“ von Astrid Lindgren und die Katitzi-Bücher von Katarina Taikon

Finn-Ole Heinrich/Interview mit Ina Nefzer
„Maulina findet immer irgendwo Sterne, die für sie leuchten". Der Kinderbuchautor Finn-Ole Heinrich im Gespräch über seine außergewöhnliche Mädchenfigur

Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht

Hinweise - Berichte - Mitteilungen

Aus der AJuM und der GEW

 

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2/2014 [Prof Dr. Petra Josting]

Bewegung, Aufbruch, Wendepunkte! - Deutschsprachige KJL in den 1960er Jahren

Literaturgeschichtsschreibung arbeitet mit dem Epochenbegriff und geht davon aus, dass sich z. B. aufgrund spezifischer geistesgeschichtlicher, weltanschaulicher, sozio-kultureller, politischer oder ökonomischer Entwicklungen Periodisierungen vornehmen lassen. Für die Geschichtsschreibung der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) spielen zudem Kindheits- und Jugendkonzepte eine maßgebliche Rolle; Konzepte, die Einzug in das öffentliche Bewusstsein halten, ihren Niederschlag auch in der KJL finden, zumindest in bestimmten, später als repräsentativ geltenden Texten. Die damit einhergehende Veränderung der KJL kann innovativ sein, muss es aber nicht, wenn man von einem positiv konnotierten Begriff der Innovation ausgeht und an die NS-Zeit sowie das damals propagierte Jugendkonzept denkt.
In Überblicksdarstellungen zur KJL der BRD wird gemeinhin der Untersuchungszeitraum 1949 bis 1969 als Epoche betrachtet. Diese Einteilung soll nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, die Begründungen sind plausibel. Aber vieles spricht auch dafür, den Blick noch einmal neu auszurichten: u. a. der immer größer werdende zeitliche Abstand und damit möglicherweise einhergehende andere Bewertungen, zweitens die Tatsache, dass es vier Jahrzehnte lang zwei deutsche Staaten gab und drittens daneben eine deutschsprachige KJL in Österreich und der Schweiz. Mit dem Heft 3/2013, das unter dem Titel Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die KJL der 1950er-Jahre erschien, nahm die Neuausrichtung des Blicks ihren Anfang, die nun mit dem Focus auf die 1960er-Jahre fortgesetzt wird.

Andrea Weinmann widmet sich mit innovationsgeschichtlicher Perspektive der zeitgeschichtlichen KJL sowie der Kurzgeschichte für Kinder und zeigt auf, wie einiges in Bewegung und die Vorherrschaft des Konzepts vom guten Jugendbuch zunehmend unter Druck geriet. Die Veränderung mädchenliterarischer Genderkonstruktionen im Kontext der Wohlstands- und Wissensgesellschaft der 1960er-Jahre arbeitet Ute Dettmar heraus. Mit Indianergeschichten, die mehrheitlich in Österreich und der DDR entstanden, jedoch auch in der BRD rezipiert wurden, setzt sich Gina Weinkauff auseinander, die abschließend betont, dass dieser Seitenstrang der neueren deutschen KJL-Geschichte einerseits gesamtdeutsche Ähnlichkeiten zu Tage befördere, andererseits aber auch Anlass zum Nachdenken über das Erklärungspotenzial der gängigen Phasenmodelle zur Modernisierungsgeschichte der KJL der BRD biete. Agnes Blümer gewährt einen Einblick in das weite Feld der kinderliterarischen Übersetzungen der BRD und kann Vorgriffe auf heute übliche Übersetzungsstrategien festmachen. Und natürlich darf der Illustrator Franz Josef Tripp nicht fehlen, den Mirijam Steinhauser vorstellt und der vielen Kinderbüchern der 1960er-Jahre ihr noch heute bekanntes Gesicht verlieh.
Karin Richter gibt des Weiteren einen Überblick über die KJL der DDR des Untersuchungszeitraums und macht in einem zweiten Artikel mit dem Erzählwerk von Benno Pludra vertraut, insbesondere mit der Reise nach Sundevit.
Kontinuitäten und Brüche in der kinderliterarischen Darstellungskonzeption von Franz Fühmann zeigt Michael Ritter exemplarisch an den märchenhaften Erzählungen auf. Abgerundet wird der Thementeil mit einem Beitrag von Ernst Seibert zur österreichischen KJL und von Verena Rutschmann zur deutschsprachigen Kinderliteratur der Schweiz.

Editorial von Petra Josting

Inhalt 

Andrea Weinmann
Die westdeutsche Kinder- und Jugendliteratur in den 1960er-Jahren. Ein innovationsgeschichtlicher Rückblick

Ute Dettmar
Barbie, Bildung und Beruf. Mädchenliterarische Genderkonstruktionen im Kontext der Wohlstands- und Wissensgesellschaft der 1960er-Jahre 

Gina Weinkauff
„Der große Geist möge alle Menschen Brüder sein lassen“. Indianergeschichten in der deutschsprachigen KJL der 1960er-Jahre 

Agnes Blümer
Die kinderliterarische Übersetzung in der Bundesrepublik in den 1960er-Jahren 

Mirijam Steinhauser
„Der Illustrator als unauffälliger Partner des Autors[?]“– Franz Josef Tripp und die Kinderliteratur der 60er-Jahre

Karin Richter
Die Kinder- und Jugendliteratur der DDR in den 1960er-Jahren 

Michael Ritter
Das Wunderbare von nebenan (Teil 1). Franz Fühmanns märchenhafte Kindererzählungen im Spiegel sich verändernder poetischer Konzeptionen

Karin Richter
Benno Pludras Reise nach Sundevit als Kinderroman und als Film. Pludras Erzählwerk für Kinder und Jugendliche

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den 1960er-Jahren – Abkehr vom Jugendschrifttum

Verena Rutschmann
Die deutschsprachige Kinderliteratur der Schweiz

 

Spektrum

Harald Pilzer
Medien für kleine und junge Leute: E-Books und E-Book-Reader eher nicht, aber Internet, Smartphones und Tablets?

  

Publikationen

Fachliteratur

 

Aktuell

Medien im Deutschunterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM …

 

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1/2014 [Ricarda Dreier]

Achtung Spoiler! - Rezeption und Ästhetik aktueller Fernsehserien

"Multithreading is the most celebrated structural feature of the modern television drama […].“ Glaubt man dem Wissenschaftsjournalisten Steven Johnson (2005, 72), so macht uns das Fernsehen klüger. In seinem Buch Everything bad is good for you (2005) weist er nach, dass selbst der größte TV-Trash in den letzten Jahrzehnten an struktureller Komplexität gewonnen hat.
Dass aktuelle Fernsehserien inzwischen nicht nur formal, sondern auch inhaltlich zu den interessantesten narrativen Strukturen zählen, die sich in der modernen Medienlandschaft finden lassen, belegen zahlreiche Beispiele, auf die in den folgenden Beiträgen ausführlich eingegangen wird. Aber nicht nur das von Johnson ausführlich belegte Multithreading, also die Vielzahl an parallel laufenden Handlungssträngen innerhalb einer Folge, bietet Anlass dazu, diese Serien als Teil eines sich neu etablierenden Quality TV einzuordnen.

Einen Überblick über die historische Entwicklung der Fernsehserie mit Blick auf aktuelle Tendenzen bietet Lothar Mikos in seinem einleitenden Beitrag. Dabei betrachtet er auch die bislang eher selten in den Blick genommenen Produktionsbedingungen der (vor allem US-amerikanischer) Serien. Michael Staiger zeigt, dass sich die erfolgreiche Fantasy-Serie Game of Thrones, besonders mit Blick auf ihre mehrfach preisgekrönte Titelsequenz, für eine genaue Analyse der Erzählanfänge bei Serien eignet, die sich deutlich von denen im Film unterscheiden. Das Verhalten der Rezipienten und die Selbstreferentialität aktueller Fernsehserien untersucht Christina Ulm, wobei sie vor allem die Beispiele House of Cards und Supernatural miteinbezieht. Katharina Portugal widmet ihre Ausführungen einer ganz besonderen Gruppe innerhalb des Serienuniversums: den Außenseitern oder den Figuren, die als Nerds, Freaks oder Geeks bezeichnet werden und die Protagonisten vieler, besonders bei Jugendlichen beliebten Serien wie z.B. The Big Bang Theory sind. Bodo Lecke fragt in seinem Beitrag nach dem Potential von Serienhelden als kindlichen Identifikationsfiguren und stützt sich dabei – wie einst Piaget – vor allem auf Beobachtungen im engsten Familienkreis. Eine Heldin im Wandel der Zeit stellt Silke Günther vor, die zwei Serienfassungen über die Auftragskillerin Nikita miteinander vergleicht. Ob Schauspieler im Kindesalter durch ihre Arbeit vor der Kamera ihre Medienkompetenz erweitern, hat Eva Fritsch im Rahmen einiger Interviews untersucht, die sie mit verschiedenen Beteiligten der Kinderserie Die Pfefferkörner durchgeführt hat.
Im Spektrum dieser Ausgabe ruft zunächst Ricarda Freudenberg dazu auf, die Irritationsbereitschaft bei Schülerinnen und Schüler zu fördern: Sich über einen literarischen Text zu wundern, Fragen an ihn zu stellen und den Auslösern der Irritation nachzuspüren, sieht sie als einen wichtigen Weg zur Literarischen Bildung. Anschließend folgt Jan Boelmanns Beitrag über narrative Computerspiele und ihr bislang kaum ausgeschöpftes Potenzial für den Literaturunterricht. Als kurze Replik auf einen Beitrag von Carsten Gansel in kjl&m 13.3. formuliert Jörg Schlewitt abschließend einige Anmerkungen zu Erwin Strittmatters Tinko.

Editorial von Ricarda Dreier

Inhalt 

Ricarda Dreier: Editorial

Lothar Mikos: Fernsehserien im Wandel      

Michael Staiger: Anfang und Fortsetzung: Zur Funktion der Erzählanfänge in der Fernsehserie Game of Thrones

Christina Ulm: „I wish this were a TV show“. Selbstreferentialität als Symptom der Wechselwirkungen zwischen Produktion, Distribution und Rezeption aktueller Fernsehserien

Katharina Portugal: Nerdsein in Serie: Die Darstellung von Freaks, Geeks & Outcasts 

Bodo Lecke: Rund oder flach? Serienhelden als kindliche Identifikationsfiguren 

Silke Günther: La Femme Nikita 1997-2001 und Nikita 2010. Eine Serienheldin im Wandel der Zeit?

Eva Fritsch: Medienkompetenzerwerb beim Acting vor der Kamera. Neues von den Pfefferkörnern.

 

Spektrum

Ricarda Freudenberg: „Arme, arme Schlange!“ Ein Aufruf zur Ausbildung von Irritationsbereitschaft

Jan M. Boelmann: Literarisches Lernen spielend realisieren

Jörg Schlewitt: Anmerkungen zu: Carsten Gansel: Erwin Strittmatters Tinko (1954) oder Die große Hoffnung auf das Neue (In: kjl&m 13.3, S. 33 ff.)

 

Fachliteratur

Bräuer, Christoph/ Wangerin, Wolfgang (Hgg.): Unter dem roten Wunderschirm. Lesarten klassischer Kinder- und Jugendliteratur. Göttingen: Wallstein, 2013. 384 S., € 29,90.

 Prestel, Marco: Actioninszenierungen in der modernen Kinder- und Jugendliteratur. Die Artemis Fowl-Romane von Eoin Colfer. Frankfurt/ M. [u. a.]: Peter Lang, 2011. (Europäische Hochschulschriften Bd./Vol. 2012, Reihe I: Deutsche Sprache und Literatur). 276 S. Zugl.: Frankfurt/ M., Univ., Magisterarbeit, 2008, € 49,80.

 Gansel, Carsten/ Zimniak, Paweł (Hgg.): Zwischenzeit, Grenzüberschreitung, Aufstörung. Bildervon Adoleszenz in der deutschsprachigen Literatur. Heidelberg: Universitätsverlag Winter, 2011. (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; 280). 631 S., € 68,00.

 Abraham, Ulf/ Knopf, Julia (Hgg.): Deutsch – Didaktik für die Grundschule. Berlin: Cornelsen Scriptor, 2013. 256 S., € 23,95.

Bartholomäus Figatowski: Wo nie ein Kind zuvor gewesen ist … Kindheits - und Jugendbilder in der Science Fiction für junge Leser. 2. Aufl. Bonn: Kid Verlag. 2012. 441 S. Zugl.: Köln, Univ. Diss., 2010, € 20,80.

Naujok, Natascha: Zu zweit am Computer. Interaktive und kommunikative Dimensionen der gemeinsamen Rezeption von Spielgeschichten im Deutschunterricht der Grundschule. München: kopaed, 2012. (Medien im Deutschunterricht – Beiträge zur Forschung; 9). 309 S., € 22,80.

  

Aktuell
Medien im Unterricht
Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW

 

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Extraband/2013[Prof Dr. Petra Josting und Prof. Dr. Caroline Roeder]

"Das ist bestimmt was Kulturelles". Eigenes und Fremdes am Beispiel der Kinder- und Jugendmedien.

„Das ist bestimmt was Kulturelles“ – ein Zitat aus Shaun Tans Bild-Text-Erzählung Eric und gleichzeitig Erklärungsmuster einer Erwachsenen für Alteritätserfahrungen – dient als Eintrittskarte, um das Thema Eigenes und Fremdes am Beispiel von Kinder- und Jugendmedien in seiner Komplexität vorzustellen.
Kinder- und Jugendmedien kommt im Zuge der Globalisierung und Medialisierung eine immer wichtiger werdende Funktion als Sozialisationsinstanz zu, wobei zwei Dynamiken aufeinandertreffen: zum einen die Nivellierung kultureller Unterschiede, zum anderen die Vielfalt kultureller Entwicklungen. Der vorliegende Band beinhaltet 18 Fachbeiträge, medienspezifisch, didaktisch und/ oder empirisch fokussiert:
Einführende Beiträge zeichnen die Entwicklungslinien interkultureller Literatur- und Sprachdidaktik nach wie auch die kulturelle Vielfalt (in) der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. An Bild-Text-Medien lässt sich eine Phänomenologie des Fremden ablesen. Zentrales Thema der globalisierten Gesellschaft sind Sprachliche Identität(en). Ein Klassiker der Auseinandersetzung mit Inszenierungsformen und -strategien von Alterität ist die fantastische Literatur. Ein weiterer Schwerpunkt ist die türkische Kultur. Und schließlich haben die kulturwissenschaftlichen Diskurse des Postkolonialismus neue Perspektiven (gewissermaßen Dritte Räume) eröffnet.

Das Inhaltsverzeichnis finden sie -> hier und das Editorial -> hier.
 

 

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4/2013[Prof Dr. Caroline Roeder]

"die Worte kommen dann fast von selbst“
Erzählen in Kinder- und Jugendmedien

 

„Wer erzählen will, muss sich zunächst eine Welt errichten, eine möglichst reich ausstaffierte Welt bis hin zu den letzten Details [...]“ – In der Nachschrift zum Name der Rose (1984) gibt der italieni­sche Autor Auskunft über das Was und das Wie des Erzählens. Eco schreibt, das „Problem“ beim Erzählen sei, „die Welt zu errichten, die Worte kommen dann fast von selbst“. [...] Das gesamte Editorial finden Sie ->hier.   

 

Inhalt

Carsten Gansel:    
Von der Evolution des Menschen und dem Erzählen von Geschichten - Zu Aspekten einer evolutionspsychologisch motivierten Narratologie

Klaus Maiwald:        
„Was die Geschichte betrifft, so darf sie sogar weitgehend albern sein“. The Artist oder: Wie ein Stummfilm einen Stoff zum Strahlen bringt

Marco Prestel:        
Raumphantastereien - Literarische Raumdarstellung aus erzähltheoretischer Perspektive am Beispiel kinder- und jugendliterarischer Fantasy

Christiane Dätsch:   
Dealen mit Geschichten -
Der phantastische Realismus der Story Dealer in Berlin

Katrin Damman-Thedens:  
Ich erzähle was, was du nicht siehst. - Figurenperspektiven in textlosen Bildnarrationen

Christina Ulm:         
WienerScienceLectures - Erzähltheorie für Jugendliche

Stefanie Jentgens:         
Kinder lernen erzählen - Ein Konzept der Akademie Remscheid

 

Spektrum

Bärbeli Wanning:     
Nachhaltigkeit lehren – Die Forschungsstelle Kulturökologie und Literaturdidaktik

Ina Brendel-Perpina:         
Lesen – Diskutieren – Nominieren: Die Jugendjury zum Deutschen Jugendliteraturpreis mittendrin im Literaturbetrieb

Brigitte Lutz / Karsten Schuldt:     
Vergleich von Richtlinien für Schulbibliotheken
 


Und außerdem

·         Rezensionen

·         Unterrichtsmaterialien

·         Aktuelles

·         Berichte aus der AjuM

·         Lesepeter

 

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3/2013 [Prof. Dr. Petra Josting]

Was gibt’s Neues? Otfried Preußler und die Kinder- und Jugendliteratur der 1950er-Jahre

Otfried Preußler, geboren am 20. Oktober 1923, sollte zu seinem 90. Geburtstag in diesem Jahr auch von kjl&m ein Geburtstagsgeschenk bekommen: ein Heft, ihm persönlich gewidmet. Seit weit über einem Jahr hatte die Redaktion das geplant, doch dann verstarb Preußler am 18. Februar dieses Jahres. Feiern wollen wir ihn aber trotzdem.
Über den allseits bekannten Kinder- und Jugendbuchautor ist schon viel geschrieben worden. Mehrere Generationen kennen seine Bücher, die Klassikerstatus erlangt haben. Sie sind übersetzt in mehr als 80 Sprachen, die Weltauflage dürfte inzwischen ca. 50 Millionen betragen, 13 mal stand Preußler auf der Liste für den Deutschen Jugendliteraturpreis, auch internationale Preise wie z. B. den Europäischen Jugendbuchpreis hat er bekommen. Kater Mikesch und Der Räuber Hotzenplotz haben unzählige Kinder über das Fernsehen bzw. die Augsburger Puppenkiste erreicht. Welche Bereicherung von Kindheiten!
Von Anfang an war geplant, nicht nur über Preußler und seine Bücher Aufsätze einzuwerben, sondern die 1950er-Jahre sollten im Mittelpunkt stehen; ein Heft, verstanden als Beitrag zur Geschichtsschreibung der KJL, mit Blick auf die BRD, die DDR und Österreich.

 

Inhalt

Andrea Weinmann
Otfried Preußler und die neue Autorengeneration

Sonja Müller
Das gute Jugendbuch in den 1950er-Jahren in Westdeutschland und Österreich

Ernst Seibert
Österreichische Kinder- und Jugendliteratur in den 1950er-Jahren – eine „Abgelegte Zeit“?

Carsten Gansel
Erwin Strittmatters Tinko (1954) oder Die große Hoffnung auf das Neue

Gundel Mattenklott
Kulturen und Krisen. Über ausgezeichnete Bücher in den ersten fünf Jahren des Jugendbuchpreises

Michael Ritter
Ohne Leinen- und Maulkorbzwang. Josef Hegenbarths Beitrag zur Kinder- und Jugendliteratur

Eva Maria Kohl
Vom Militärbericht zum Kinderbuch. Überlegungen zum literarischen Platzwechsel von Ludwig Renn

Sebastian Schmideler
Ein Markenzeichen der Demokratie – Erich Kästner in den Fünfziger Jahren

Reiner Neubert
Ausgewählte biografische Sachliteratur der 1950er-Jahre in der DDR

Jens Mätschke
Rassismus in Jugendmedien der DDR? Zur Darstellung und Inszenierung von Schwarzen im MOSAIK

 

Spektrum

Ulrike Preußer
Literarisches Lernen am Comic. Zur Visualisierung literarischer Verfahren

 

Rezensionen Fachliteratur

Sammelrezension von Steffen Gailberger zu:

Frey, Hanno: Lesekompetenz verbessern? Lesestrategien und Bewusstmachungsverfahren nutzen! Münster [u.a.]: Waxmann, 2010. (Empirische    Erziehungswissenschaft; 24). 285 S. Zugl.: Hamburg, Univ., Diss., 2009, € 29,90.

Pfaff-Rüdiger, Senta: Lesemotivation und Lesestrategien. Der subjektive Sinn des Bücherlesens für 10- bis 14-Jährige. Berlin [u.a.]: Lit, 2011. (Mediennutzung; 17). 319 S. Zugl.: München, Univ., Diss., 2010, € 29,90.

Philipp, Maik: Besser lesen und schreiben. Wie Schüler effektiver mit Sachtexten umgehen lernen. Stuttgart: Kohlhammer, 2012. 203 S., € 23,90.

 

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2/2013 [Ricarda Dreier]

Erstaunliches – Philosophie (nicht nur) für Kinder und Jugendliche

In einem YouTube-Video, das mittlerweile knapp zehn Millionen Mal aufgerufen wurde, charakterisiert Sir Ken Robinson divergentes Denken u.a. als die Fähigkeit, auf eine simple Frage wie „Was kann man mit einer Büroklammer anfangen?“ möglichst viele Antworten zu geben. Im Durchschnitt sind 10-15 Antworten zu erwarten. Werden 200 oder mehr erreicht, spricht man von einem Genie auf dem Gebiet des divergenten Denkens. Erstaunlicherweise gibt es eine Bevölkerungsgruppe, die fast nur aus solchen Genies besteht: die Kindergartenkinder. Vielleicht ist es die Unbefangenheit des kindlichen Denkens, das noch nicht in das Korsett schulischer Erwartungen gepresst wurde, die dafür sorgt, dass uns Kinder auch mit ihren Fragen immer wieder zum (Er)Staunen und zum Nachdenken und bestenfalls zum Philosophieren bringen. Denn das Wesen der Philosophie besteht bekanntlich – frei nach Jaspers – nicht in den Antworten, sondern in den Fragen. Das besondere Potenzial kindlichen Fragens, Staunens und Philosophierens bildet den Ausgangspunkt für die einzelnen Beiträge in diesem Heft.

Bernhard Rank stellt philosophische Aspekte in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur an Einzelbeispielen vor und rückt dabei vor allem die Rolle des Lesers in den Vordergrund. Dass auch das Fernsehen Anlass zu philosophischen Betrachtungen bieten kann, zeigt Christina Ulm in ihrem Beitrag: Denn aktuelle Serien wie Lost, Dexter oder Breaking Bad bieten sowohl in thematischer als auch ästhetischer Hinsicht zahlreiche Anknüpfungspunkte zur (philosophischen) Anschlusskommunikation. Die Muminbücher der finnlandschwedischen Autorin Tove Jansson, deren Übersetzungen in Deutschland vermehrt von Kindern und Erwachsenen gelesen werden, werfen Fragen existenzieller, aber auch alltäglicher Art auf, die den Lesern zum Nachdenken anregen. Mareike Jendis beleuchtet diese verschiedenen Fragen, indem sie mögliche Schwerpunkte innerhalb einzelner Muminbücher betont und, sowohl am Text als auch mit Bezug auf die Bilder, deren philosophisches Potenzial vorstellt. Im Beitrag von Swantje Rehfeld über Kitty Crowthers Bilderbuch Der kleine Mann und Gott werden die Bilder in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt und es wird der Frage nachgegangen, wie Bildverstehen (unter besonderer Berücksichtigung ihrer Selbstreferentialität) funktioniert. Florian Dietz wirft in seinem Beitrag einen didaktischen Blick auf (Sach)Bücher zum Philosophieren für Kinder der Primarstufe. Axel Krommer zeigt, wie sich im Philosophieunterricht mit einem innovativen Web-Tool Phasen analytisch-diskursiver und kreativ-produktiver Textarbeit verbinden lassen.
Ein Unterrichtsmodell liefert Romy Brüggemann, die am Beispiel des (ambivalent diskutierten) Erfolgsroman Nichts. Was im Leben wichtig ist von Janne Teller vorstellt, welche Fragen der Roman für jugendliche Leser bereit hält und wie diese in einem angemessenen Unterricht thematisiert werden können. Den abschließenden Beitrag im Thementeil stellt ein praxisorientierter Werkstattbericht von Kristina Calvert dar.
Im Spektrum liegt der Schwerpunkt auf der Vermittlung von Leseförderung und Lesekultur. Ada Bieber bezieht ihre Überlegungen auf die Möglichkeiten der Schulbüchereien, während Barbara Knieling das Weiterbildungskonzept Lese- und Literaturpädagogik vorstellt.

Editorial von Ricarda Dreier
 

Inhalt

Bernhard Rank
Philosophie und Philosophieren in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur

Christina Ulm
Philosophie in zeitgenössischen Fernsehserien

Mareike Jendis
„Alles ist sehr unsicher, und gerade das finde ich beruhigend.“ Philosophische Gedanken in den Muminbüchern Tove Janssons

Swantje Rehfeld
Die Präsenz des Unsichtbaren. Bildphilosophische Gespräche in Kitty Crowthers Der kleine Mann und Gott

Florian Dietz
Vom Staunen zum Denken – und zurück? Ein didaktischer Blick auf Bücher zum Philosophieren für Kinder der Primarstufe

Axel Krommer
Wenn Kant mit Singer über Gentechnik diskutiert. Ein Vorschlag zum kreativen Einsatz des Hackasaurus im Philosophieunterricht [U]

Romy Brüggemann
Nichts. – Sollte man sein Herz an Dinge hängen…? [U]

Kristina Calvert
Brauchen wir etwas Lebendiges? – Kognitiv herausfordernde Fragen beim Philosophieren mit Kindern. Ein Bericht aus der Praxis



Spektrum

Ada Bieber
Library and Literacy-Learning. Überlegungen zur Initiierung und Vermittlung einer Lesekultur in Schule und Bücherei

Barbara Knieling
Lesen mit Lust und Leidenschaft. Die Weiterbildung Lese- und Literaturpädagogik

Rezensionen Fachliteratur

Aktuell

Medien im Unterricht: Die Zukunft des Schulbuchs - oder: Wie begrenzt wollen wir lernen? (Felix Schaumburg)

Hinweise, Berichte, Mitteilungen
Aus der AJuM und der GEW

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1/2013 [Prof. Dr. Petra Josting]

Bilderbücher - Aktuelle ästhetische Bildwelten und ihr didaktisches Potenzial

Im Prozess der literarischen, ästhetischen und sprachlichen Sozialisation spielen Bilderbücher bekanntlich eine bedeutende Rolle. Oft stehen sie in der Familie oder im Kindergarten im Mittelpunkt frühkindlicher dialogischer Vorlesesituationen, die ideale Sprachlernsituationen darstellen. Das Vorlesen ist stets auch Mitlesen, womit das Bilderbuch eine Brückenfunktion zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit übernimmt. Zur Bilderbuchrezeption gehört aber auch noch bis in die gesamte Grundschulzeit hinein das gemeinsame Betrachten der Bilder: Kind und erwachsene Lesebegleiter verweilen in den Bildern, stellen Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven, verständigen sich, erschließen Symbolwelten. Gewissermaßen nebenbei lernt das Kind zu antizipieren und eine Art Erzählgrammatik zu verinnerlichen, gleichzeitig bieten ihm die Bilder die Möglichkeit, vom Eigenen zu erzählen, sich persönlich einzubringen. Der Bilderbuchmarkt bietet inzwischen eine Fülle ästhetisch anspruchsvoller Produkte, nicht nur hinsichtlich der Text-Bild-Interdependenzen, sondern auch im Hinblick auf die visuellen Elemente.

Inhalt

Sarah Wildeisen
Kunst am Bilderbuch. Aspekte einer bild-fokussierenden Bilderbuchanalyse

Mareile Oetken
Es war finster. Über das Dunkle im Bilderbuch

Alexandra Ritter/ Michael Ritter
Emanzipierte Prinzessinnen? Ein Blick auf die Königstöchter im neuen Märchenbilderbuch

Sebastian Schmideler
Shreks Vater – Die Bilderbücher für Kin-der von William Steig (1907-2003)

Margret Hopp
Goethe für Kinder! Goethes Osterspaziergang und andere Weltliteratur im Bilder-buch

Wolfgang Schill/ Wolfgang Antritter
Vom (Bilder)Buch zum Hörbuch – Text und Töne

Bärberl Jähnert
Bilderlesen im Kindergarten – Entwicklung der Vorläuferkompetenz des Lesens     U

Antje Sinemus/ Krystyna Strozyk
Bilderbücher im integrativen Unterricht      U

Hartmut Vollmer
Martin Baltscheits Bilderbuch Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor. Didaktische Analyse und Unterrichtsvorschläge ... 3./4. Klasse      U

Renate Naderwitz
Die besten Beerdigungen
der Welt im Medienverbund in der Grundschule     U

 

Spektrum

Steffen Gailberger
Story-Grammar-Bewusstheit im Zentrum von Literarischem Lernen und Poetischem Schreiben in der Sek. I

  

Rezensionen Fachliteratur

Wangerin, Wolfgang (Hg.): Der rote Wunderschirm. Kinderbücher der Sammlung Seifert von der Frühaufklärung bis zum Nationalsozialismus.  Göttingen: Wallstein, 2011. 439 S., € 29,90 (Herbert Günther, Friedland)

Brosche, Heidemarie/ Szillat, Antje (Hgg.): Wie der Löwe ins Kinderbuch flog … Geheimnisse erfolgreicher Kinder-und Jugendbuchmacher. Unter der Schirmherrschaft der Dt. Akademie für Kin-der- und Jugendliteratur e.V. Neureichenau: Edition Zweihorn, 2011. 243 S., € 19,95. (Kristina Spahn, Uni Duisburg-Essen)

Gansel, Carsten/ Zimniak, Pawel (Hgg.): Zwischen didaktischem Auftrag und grenzüberschreitender Aufstörung? Zu aktuellen Entwicklungen in der deutsch-sprachigen Kinder- und Jugendliteratur.
Heidelberg: Winter, 2011. (Beiträge zur neueren Literaturgeschichte; Folge 3, 293). 410 S., € 58,00 (Dr. Kirsten Kumschlies, Bremen)

Tomkowiak, Ingrid (Hg.): Perspektiven der Kinder- und Jugendmedienforschung. Zürich: Chronos, 2011. (Beiträge zur Kinder- und Jugendmedienforschung; 1). 256 S., € 28,00 (Dr. Bettina Oeste, Uni Duisburg-Essen)

Baradaranossadat, Anna-Katharina (Hg.): Jugendsprache im Deutschunterricht. Erscheinungsweisen im Schulalltag und Perspektiven für den Unterricht. Frankfurt/M. [u.a.]: Lang, 2011. (Sprache – Kommunikation – Kultur. Soziolinguistische Beiträge; 11). 388 S. Zugl.: Wuppertal, Univ., Diss., 2010, € 62,80. (Dr. Thorsten Strübe, BBS Stadthagen)

 

Unterricht

Medien im Unterricht: Präsentieren im Unterricht: Prezi, Video-Scribe und Explain Everything (Ricarda Dreier)

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Extraheft 2012 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Blechtrommeln – Kinder- und Jugendliteratur & Musik

Der kleine weiße Knopf im Ohr ist unverzichtbares Utensil heutiger Kinder und Jugendlicher, durch die Verkabelung rauscht vor allem Musik und prägt fast ohne Sendepause die Generation iPod.  Doch auch vor dem viel beschworenen Knopf-Zeitalter lässt sich eine bedeutsame Bezugnahme und Verschränkung, Verwandtschaft und Adaptionsbreite zwischen Kinder- und Jugendliteratur und Musik feststellen. Nicht allein die romantischen Wunderhorn-Verse singen hiervon ein Lied. – Neunzehn (Fach-)Beiträge und eine Einführung werfen Schlaglichter auf dieses Wechselverhältnis der Künste. Literaturwissenschaftliche und literaturdidaktische, kulturwissenschaftliche und musisch-ästhetische, sozialwissenschaftliche und medientheoretische Perspektiven und Ansätze wurden gewählt, um – mit dem Fokus auf Kindheit und Jugend – die spannungsvollen wie spannenden Entwicklungslinien dieser Verschränkungen nachzuzeichnen und aufzuspüren. Die magische wie widerständige Kraft, die der Musik (in der Literatur) beigemessen wird, der spezifische Ton der Kinder- und Jugendliteratur, die Klangfarben der musikalischen Werke sowie die ästhetischen Potentiale dieser Wechselverhältnisse stehen im Mittelpunkt des Bandes. – Der hier angestimmte Trommelwirbel möchte eine weiterführende Debatte anstoßen und den vielstimmigen und neuartigen Zusammenklang, der hier orchestriert wurde, zu Gehör bringen.

Zum Inhaltsverzeichnis geht es hier, und hier finden Sie das Editorial.

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4/2012 [Prof Dr. Caroline Roeder]

Von Lady Punk zu Lady Gaga – Aktuelle (Mädchen)literatur

Vom Aktionsrat zur Befreiung der Frauen bis zum feministischen Alltag: Die (zweite) Welle der Frauenbewegung nahm ihren Ausgang in den politisch-sozialen Aufbrüchen der 1960er Jahre und differenzierte und profilierte sich zu einer vielgestaltigen (west-)deutschen (feministischen) Frauenbewegung. Das aus dieser Entwicklung erwachsende Forschungsinteresse richtete sich auf verschiedenste Disziplinen, im Bereich der Literaturwissenschaften wurde der Blick auf weibliche Themen und Schreibweisen gelenkt. In der Kinder- und Jugendliteraturforschung rückte Mädchenliteratur – sowohl unter historischer Perspektive als auch unter Bezugnahme auf zeitgenössische Diskurse – mehr und mehr in den Mittelpunkt.
Die emanzipatorische (gesellschaftliche) Entwicklung lässt sich ebenfalls auch an den (literarischen) Konstruktionen weiblicher Figuren und Lebensentwürfe ablesen; Veränderungen werden sowohl in der ästhetischen wie in der formalen Gestaltung und thematischen Ausrichtung virulent. – Seit diesem feministischen Aufbruch verschob sich der Diskurs der Geschlechter zu dem komplexen Begriff Gender. Eine aktuelle Debatte, die diese skizzierten interessanten Umschreibungen theoretisch fasst und kommentiert, fehlt indes. – Der vorliegende Band versucht die Entwicklungslinie – von den emanzipatorischen Aufbrüchen einer Lady Punk bis hin zu aktuellen popkulturellen Inszenierungspraktiken, die beispielsweise an Ikonen wie Lady Gaga ablesbar werden – nachzuzeichnen. Bei dieser Bestandsaufnahme wird an vergangene Debatten angeknüpft, Entwicklungslinien werden nachgezeichnet, ebenso werden aktuelle Fragestellungen, Themen und Praktiken aufgegriffen.
Gewonnen werden konnte Franziska Schößler, die mit kritischem Blick die theoretischen Diskussionslinien nachzeichnet und systematisiert; Gundel Mattenklott blickt auf die Rezeptionsgeschichte von Dagmar Chidolues Lady Punk (1985) und hat den Titel aus heutiger Perspektive gegengelesen. Angelika Nix verfolgt die antiautoritär-phantastische Figur Pippi Langstrumpf und deren intermediale Adaptionen und Metamorphosen, Susanne Hochreiter widmet sich Alexa Hennig von Lange und ihrem Werk, das sattsam repräsentiert wird durch diverse Hungerkünstlerinnen; Gudrun Stenzel präsentiert weiblichen Spürsinn in Kriminalromanen für Kinder, und Gerda Wurzenberger geht dem Discourse of Girlhood in rosazarten Mädchenträumen am Beispiel des Medienverbunds Lillifee nach.
Im Spektrum, das zum gegebenen Anlass fast gänzlich der Damenwelt gewidmet ist, liefert Ulrike Koch einen Überblick über feministische Blogs im world wide web und last but not least dechiffriert Katrin Horn die Maskeraden der popkulturellen Ikone Lady Gaga. Die Quotenmänner des Heftes sind Echte Kerle, die von Jenny Wozilka begutachtet werden, bevor sie sich zu ihrer großen Schwester ins Bett flüchten ... Das Heft schließt mit Rezensionen von Fachliteratur, Unterrichtshinweisen und aktuellen Meldungen, die ebenfalls Genderthemen aufgreifen, und mit der Hoffnung. die feministische Debatte im Bereich Kinder- und Jugendliteratur wiederzubeleben – also doch noch mit etwas Rosarot, wenn auch als Schimmer am Horizont.

Zum Inhaltsverzeichnis geht es hier.

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3/2012 [Ricarda Dreier]

Kein Ort. Niemals?

Endzeitstimmung und Dystopie als Themen der Kinder- und Jugendliteratur

“It’s the End of the World as We Know It…”
Als R.E.M. 1987 diesen Song aufnahmen, ahnten sie wahrscheinlich nicht, dass sich der Titel schon bald zu einer Redewendung entwickeln würde, die gerne und oft zur kurzen Charakterisierung von Endzeitszenarien aller Art herangezogen wird. Gerade im Jahr 2012 sollten wir uns ernsthaft Gedanken darüber machen, wie wir unsere letzten Tage verbringen wollen, endet doch in wenigen Monaten laut einem Maya-Kalender die Zeit der menschlichen Zivilisation. Doch bis es soweit ist, können wir immerhin jede freie Minute nutzen, um die zahlreichen dystopischen Kinder- und Jugendromane zu lesen, die in den vergangenen Jahren den zuvor von Vampiren und Werwölfen beherrschten Buchmarkt aufgewühlt haben. Es herrscht eine düstere Atmosphäre zwischen den Buchdeckeln und auf den Filmleinwänden: Menschen werden institutionell überwacht, Beziehungen werden arrangiert oder ganz verboten, die Natur ist zerstört, es herrschen Chaos und Anarchie. Aber was ist neu an diesen Texten? Haben wir es wirklich mit einer neu zu definierenden Gattung zu tun oder differenzieren sich in den dystopischen Texten seit langem bekannte Inhalte, Themen und Motive lediglich weiter aus?

Im vorliegenden Band widmen sich die Autoren den verschiedenen Facetten des Phänomens der dystopischen KJL, indem sie beispielsweise untersuchen, welche Vorläufer es für diese Texte gab und ob die Apokalypse in ihren verschiedenen Versionen lediglich als Folie für andere Themen dient.
Den thematischen Einstieg auf diesem Weg bereitet Ralf Schweikart, der verschiedene aktuelle Texte vorstellt und eine Kontextualisierung der Gattung versucht. Christina Ulm belegt den Zusammenhang zwischen aktuellen Dystopien und dem Motiv der Insel im Hinblick auf Robinsonaden. Das Phänomen, dass übersetze Jugendliteratur häufig im Vergleich zu ihrem Original gesehen werden muss, stellt Tanja Lindauer in ihrem Beitrag vor. Mareile Oetken wagt sich in die anti-utopische Welt des Bilderbuchs und zeigt, welche Ausdruckskraft den Illustrationen inne wohnt. Thorsten Strübe stellt den Roman Skinned von Robin Wasserman in den Mittelpunkt einer Unterrichtsreihe für die Sekundarstufe II, während Florian Dietz seine Überlegungen zu dem Bilderbuch Serafin auf die Grundschule bezieht.

Sonja Loidl untersucht das konfliktreiche Verhältnis zwischen Mentoren und ihren Schützlingen, das in vielen dystopischen Jugendromanen eine wichtige Rolle spielt. Den umfassenden Bereich der dystopischen Filme mit jugendlichen Akteuren bzw. für ein jugendliches Publikum beleuchtet Horst Schäfer in seinem Beitrag. Den Abschluss des Thementeils bildet eine Sammelrezension von Maik Nümann, der verschiedene aktuelle Jugendbücher kritisch in den Blick nimmt.
Das Spektrum wird eingeleitet durch einen Beitrag von Markus Schwahl, der die Polyphonität jugendliterarischer Texte durch intertextuelle Anspielungen untersucht. Gabriele Rabkin stellt das Konzept der Family Literacy aus Hamburg vor, in dessen Rahmen vor allem mit Familien gemeinsam eine Basis für Lesekompetenz geschaffen werden soll.
Den Abschluss bildet Helga Römers Beitrag über die Buch- und Medienfernleihe für Gefangene und Patienten in Dortmund, durch die jugendliche Straftäter an das Lesen herangeführt werden.

Inhalt

Ralf Schweikart
Nur noch kurz die Welt retten. Dystopien als jugendliterarisches Trendthema BiB

Christina Ulm
Tabula Rasa. Die jugendliterarische Insel im Spannungsfeld zwischen Utopie, Dystopie und Heterotopie

Mareile Oetken
Unmöglich. Anti-utopische Welten im Bilderbuch BiB

Tanja Lindauer
Matched?
Dystopische Jugendbücher im Kontext literarischer Übersetzungen

Thorsten Strübe
Der menschliche Geist in der Maschine. Einsatzmöglichkeiten des dystopischen Romans Skinned von Robin Wasserman im Deutschunterricht

Florian Dietz
Mit der „Schatzkiste für ein schönes Leben“ zur eigenen Utopie.
Wie Grundschulkinder sich mit Serafin produktiv der Anti-Utopie und Utopie nähern können BiB

Horst Schäfer
Hurra, die Schule brennt! Kinder und Jugendliche in dystopischen Filmen

Sonja Loidl
MentorInnen als ManipulatorInnen. Vertrauensbruch als zentrales Motiv in dystopischer Jugendliteratur

Maik Nümann
Aktuelle dystopische Jugendliteratur BiB

 

Spektrum

Markus Schwahl
Polyphone Helden. Intertextualität in der Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart

Gabriele Rabkin
Family Literacy in Hamburg BiB

Helga Römer
Die „Buch- und Medienfernleihe für Gefangene und Patienten“. Eine Bibliothek auch für jugendliche Straftäter BiB

 

REZENSIONEN FACHLITERATUR  BiB

Oeste, Bettina: Mensch versus Monster. Hitler-Konzeptionen in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur nach 1945. Baltmannsweiler: Schneider, 2011. 216 S., € 20,00. (Prof. Dr. Rüdiger Steinlein, Berlin))

Kalbermatten, Manuela: „Von nun an werden wir mitspielen.“ Abenteurerinnen in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Zürich: Chronos, 2011. (Populäre Literaturen und Medien; 4). 278 S., € 28,00. (Geralde Schmidt-Dumont, Hamburg))

Langenhorst, Georg (Hg.): Gestatten: Gott! http://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/extras/images/spacer.gifhttp://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/extras/images/spacer.gifhttp://www.christ-in-der-gegenwart.de/aktuell/extras/images/spacer.gifReligion in der Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. München: Sankt Michaelsbund, 2011. 224 S., € 12,90. (Margarete Hopp, Universität Duisburg-Essen)

Gailberger, Steffen: Lesen durch Hören. Leseförderung in der Sek. I mit Hörbüchern und neuen Lesestrategien. Weinheim [u. a.]: Beltz, 2011. 128 S., € 24,95. (Julia Ricart Brede, Flensburg)

Wrobel, Dieter: Vergessene Texte der Moderne. Wiederentdeckungen für den Literaturunterricht. Trier: WVT Wissenschaftlicher Verlag, 2010. 239 S., € 20,00. (Dr. Helga Karrenbrock, Osnabrück)

Rosebrock, Cornelia/ Daniel Nix/ Carola Rieckmann/ Andreas Gold:
Leseflüssigkeit fördern. Lautleseverfahren für die Primar- und Sekundarstufe.
Seelze: Klett Kallmeyer, 2011. 189 S., € 29,95. (Steffen Gailberger, Universität Lüneburg)

 

UNTERICHT

Medien im Unterricht: „Bring your own devices.“ / Simplify your (school)life

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2/2012 [Prof. Dr. Petra Josting]

Leseeinsteiger – Buchstaben und Bilder mit allen Sinnen erkunden

Der Thementeil beginnt mit einem Beitrag von Andreas Hartinger und Susanne Huber, die zentrale Diskussionsstränge der aktuellen Schriftspracherwerbsdidaktik darstellen und anhand empirischer Befunde aufzeigen, was über einen erfolgreichen Leseeinstieg von Kindern bekannt ist. Mit der Rolle und Funktion von Medienverbund-Figuren in Schrifterwerbsprozessen beschäftigt sich Iris Kurse. Erstlesebücher – Einstieg, Übergang oder Zwischentief? ist das Thema von Bettina Oeste, die sich der Entwicklung der Gattung Erstlesebücher widmet und diese sowohl literaturwissenschaftlich als auch literaturdidaktisch betrachtet. Welche Bedeutung Raumstrukturen im Märchen haben und wie diese didaktisch fruchtbar gemacht werden können, verdeutlicht Claudia M. Pecher am Beispiel eines Grimm’schen Märchens. Ein Leseerlebnis der besonderen Art im Kindergarten und in der Grundschule ist die Leselotte, die von Maria T. Rössler vorgestellt wird und zur Nachahmung einlädt. Anregungen für einen gelungenen Anfangsunterricht mit Bilderbüchern stammen von Monika Plath.
Antje Sinemus und Krystyna Strozyk stellen ihr mehrsprachiges Vorleseprojekt Mulingula vor. Das Projekt möchte Kinder in ihrer Sprach- und Leseentwicklung gezielt fördern, was über das kindbezogene Vorlesen und die handelnde Auseinandersetzung mit muttersprachlicher Literatur geschieht. Mit den literaturdidaktischen
und literaturtheoretischen Prämissen des literarischen Lernens beschäftigt sich Anja Pompe, die auf dieser Basis einen Vorschlag für den Umgang mit Gedichten im Anfangsunterricht unterbreitet. Abschließend zeigt Maik Philipp unter Rückgriff auf zahlreiche internationale Studien auf, wie Wortschatz und Leseverstehen zusammenhängen und wie die Wortschatzarbeit in der Grundschule aufgebaut sein sollte.
Im Spektrum geht es um Kooperationsformen von Schulbibliotheken (Karsten Schuldt), um einen Einblick in die Welt der Wiegenlieder (Christiane Schurian-Bremecker) und zuletzt um den Feldherrn Caesar in der Kinderliteratur (Bettina Heck).

 

Andreas Hartinger/ Susanne Huber: Schriftspracherwerb

Iris Kruse: Komplex durch den Verbund. Literarische Rezeption und eigenes Lesen im kinderliterarischen Medienverbund BiB

Bettina Oeste: Erstlesebücher – Einstieg, Übergang, Zwischentief? BiB

Claudia Pecher: Vom Pisspott zum Papstpalast und zurück! Zur Topografie im Märchen der Brüder Grimm BiB

Maria Theresia Rössler: 25 Taschen aus Stoff … – … mit 25 Bilderbüchern BiB

Monika Plath: Zum Potenzial von Bilderbüchern für den Literaturunterricht in Klasse 1 und 2 - am Beispiel des Buches „Das Traumfresserchen“

Antje Sinemus/ Krystyna Strozyk: Das mehrsprachige Vorleseprojekt. Ein Beispiel literaler Erziehung für Kinder mit verschiedenen Herkunftssprachen BiB

Anja Pompe: Zauberworte. Gedichte im Anfangsunterricht

Maik Philipp: Wenn die Wörter fehlen. Wortschatz und Lesen – einige Betrachtungen eines wenig beachteten Bereichs der frühen Lesesozialisation

  

Spektrum

Karsten Schuldt: Formen der Kooperation von Schulbibliotheken BiB

Christiane Schurian-Bremecker: „Abends wenn ich schlafen geh’…“. Einblick in die Welt der Wiegenlieder

Bettina Heck: Caesar in der Kinderliteratur – ein bewundernswerter, kein skrupelloser Feldherr? BiB

 

REZENSIONEN FACHLITERATUR BiB

Schwinghammer, Ylva: Rittergeschichten für die Klein(st)en. Die Welt des Mittelalters im aktuellen deutschsprachigen Kinderbuch. Frankfurt/ M. [u. a.]: Lang , 2010.(Mediävistik zwischen Forschung, Lehre und Öffentlichkeit; 4). 246 S., € 49,80. (Björn Bulizek, Universität Duisburg-Essen)

Rossi, Melanie: Das Mittelalter in Romanen für Jugendliche. Historische Jugendliteratur und Identitätsbildung. Frankfurt/ M. [u. a.]: Lang, 2010. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 64). 335 S., € 54,80. (Jane Brückner, Universität Duisburg-Essen)

Köhnen, Ralph (Hg.): Einführung in die Deutschdidaktik. Stuttgart [u. a.]: Metzler, 2011. 276 S., € 19, 95. (Christian Winter, (Universität Würzburg)

 

UNTERRICHT

KJL im Medienverbund: Von bewegten Träumen und mechanischen Menschen: Die Entdeckung des Hugo Cabret

„Prinz Friedrich von Homburg zu Deinen Freunden hinzufügen?“ Das etwas andere Unterrichtsprojekt zu Kleists „Prinz Friedrich von Homburg

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1/2012 [Dr. Jörg Knobloch]

Nicht nur Lindgren, nicht nur Lear..." - Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur

Klassiker im Sinn der Kinder- und Jugendliteratur verweisen auf das 19. Jahrhundert (Hauff, Bürger, Ebner-Eschenbach, Schiller, Storm). Es gibt jedoch auch neuere (Lindgren, Preußler) und neueste Kinder- und Jugendbücher (Rowling, Funke), die  den Titel Klassiker beanspruchen können.

 

 

Marlene Zöhrer
Klassiker der Kinderliteratur oder Kinderbuchklassiker? Spielarten des Klassischen BiB

Phillip Dylan Th. Knobloch
Shunko: Ein Klassiker der argentinischen Kinder- und Jugendliteratur- Im deutsch-sprachigen Raum weitgehend unbekannt BiB

Susanne Heinke
Die Geschichte vom kleinen Muck: Ein Klassiker des Kinderfilms BiB         

Karin Richter
Krabat und die Schwarze Mühle: Ein Klassiker in medialer Verwandlung und im Unterricht

Stefanie Scheer
Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter Im Unterricht: Ein Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur

Barbara Weigand
Michael Endes Kinderbuch Jim Knopf. Ein Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur in der Grundschule

Silke Kloppig
Beispiele zu Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur: Ein nach wie vor sehr lebendiges Genre BiB

Kurt Franz
Bücher - nichts als Bücher. Lesen in einer veränderten Medienlandschaft BiB

Patrick Masius
Umweltbewusstsein in fantastischen Ge­schichten II. Tierethik und Freiheit BiB

 

Fachliteratur BiB

Unterricht

Hinweise, Berichte, Mitteilungen BiB
Aus der AJuM und derGEW

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4/2011 [Prof. Dr. Caroline Roeder]

Um uns die Stadt - Kinder- und Jugendliteratur & Metropolen

Das Spektrum des Heftes führt auch in die Schatzkammern von kinder- und jugendmedialen Bibliotheken, die wertvolle Bild-Angebote bergen und archivieren; Historisch-Erhaltenswertes hat auch in Christian Pommering in seinen sorgfältigen Recherchen aufgespürt. Winfried Konerdings Beitrag erlaubt einen Blick über die Wolken. Den Blick auf das Um-uns-die-Stadt lenkt auch das Titelfoto und präsentiert den Himmel über Berlin.

Hier geht es zum Editorial und hier finden Sie das Inhaltsverzeichnis vom kjl&m 11.4

 

Rezensionen Fachliteratur in kjl&m 4/ 2011

Gansel, Carsten/ Hermann Korte (Hgg.): Kinder- und Jugendliteratur und Narratologie. Göttingen: V&R unipress, 2009. (Deutschsprachige Gegenwartsliteratur und Medien; 2) 241 S., 39,30 €. (Caroline Roeder, PH Ludwigsburg)

Gina Weinkauff/ Gabriele von Glasenapp: Kinder- und Jugendliteratur. Paderborn: Schöningh, 2010. (StandardWissen Lehramt). 283 S., € 18,90. (Margarete Hopp, Universität Duisburg-Essen)

Iris Bierschenk: Kreuz und Queer: Queere Erzählstrukturen in der schwedischen Jugendliteratur. Hamburg: Dr. Kovač, 2010. (Gender Studies. Interdisziplinäre Schriftenreihe zur Geschlechterforschung; 18). 213 S.,€ 75,-.( Svenja Blume, Universität Regensburg)

Lison, Inger: Du kennst mich nicht und schreibst trotzdem genau, wie es mir geht!“ Erfolgreiche Rezeption und Innovation in ausgewählten Werken Astrid Lindgrens. Frankfurt: Lang, 2010. 426 S., € 69,80. (Mareike Jendis, Umeå universitet)

Richter, Karin: Krabat und die Schwarze Mühle. Die sorbische Sage im literarischen, ethnischen, historischen und medialen Kontext. Modelle und Materialien für den Literaturunterricht (Kl. 3 bis Kl. 9). (Bilder erzählen Geschichten – Geschichten erzählen zu Bildern; 7).Baltmannsweiler: Schneider, 2010. 110 S., € 19,80. (Reiner Neubert, Zwickau)

Bräuer, Christoph: Könnerschaft und Kompetenz in der Leseausbildung. Theoretische und empirische Perspektiven. Weinheim: Juventa, 2010. 392 S., € 27,00. (Maik Philipp, Zentrum Lesen FH Nordwestschweiz, Aarau)

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3/2011 [Prof. Dr. Petra Josting]

Erinnerungskulturen: Die NS-Epoche in aktueller KJL

Vor nunmehr 50 Jahren erschien Hans Peter Richters Buch Damals war es Friedrich (1961), das seit langem zu den Klassikern zeitgeschichtlicher KJL zählt, die sich u. a. der Epoche des Nationalsozialismus zuwendet. In historischer Perspektive handelt es sich zweifellos um einen wichtigen Text, denn er gehört zu den ersten in der BRD erschienenen, die nicht das Flucht- und Vertriebenenschicksal der Deutschen thematisieren, sondern die Ausgrenzung und würdelose Behandlung der deutschen Juden im NS-Staat. Gleichwohl scheint es spätestens seit den 1970er-Jahren fragwürdig, Richters Buch weiterhin im Unterricht zu behandeln; schließlich wissen wir, dass die Mehrheit der Juden nicht im Bombenhagel ums Leben kam wie der Protagonist aus Richters Buch: In Auschwitz und anderen Lagern wurden sie ermordet. Insofern fällt das Buch seit langem weit hinter das aktuelle historische Bewusstsein zurück. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl anderer Bücher, die einen Beitrag zur politischen Bildung und literarischen Erinnerungskultur leisten, gleichzeitig aber auch literarästhetischen Ansprüchen genügen.

Doch welche Bücher eignen sich für welches Alter aus der z. B. beträchtlich angewachsenen Titelzahl über den Holocaust seit den 1980er-/1990er-Jahren oder aus dem Bereich der autobiografiebasierten Texte, die insbesondere im letzten Jahrzehnt erschienen? Und wie geht man methodisch-didaktisch als Lehrkraft damit um? Während etliche SchülerInnen nie mit dem Thema im Deutsch- oder Religionsunterricht konfrontiert werden, sind andere der Thematik überdrüssig und entwickeln eine Abwehrhaltung. Nicht zuletzt stellt sich auch die Frage, ob das Thema bereits in der Grundschule behandelt werden sollte. Überfordert man diese Altersgruppe oder hat sie ein diffuses Wissen, das man den kognitiven und emotionalen Voraussetzungen entsprechend aufgreifen muss? Das vorliegende Heft versteht sich als eine Art Zwischenbilanz und möchte zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema in Schulen, Hochschulen, Bibliotheken, Horten etc. anregen.

Bettina Oeste
Gegenwärtiges Spektrum der KJL zum Thema Nationalsozialismus – Gattungsdefinition und -problematik            BiB
Bettina Oste stellt die Frage, inwieweit es gut 60 Jahre nach Kriegsende noch angebracht ist, von Zeitgeschichte im Sinne von zeitgenössischer Geschichte zu sprechen. Anschließend gibt einen Einblick in die Gattungsgeschichte, stellt Forschungsansätze sowie -Schwerpunkte vor und führt sodann in aktuelle Trends und Themenschwerpunkte ein. Des Weiteren rückt sie traditionelle Erzählweisen in Werken der neueren zeitgeschichtlichen KJL, experimentelle Erzähler und Erzählungen sowie Fragen der Authentizität und Medialität in den Fokus.

Karin Richter
Zur Darstellung des Nationalsozialismus in der fiktionalen KJL der DDR. Texte von Peter Abraham, Karl Neumann und Alfred Wellm          BiB
Anhand ausgewählter Autoren wirft Karin Richter einen differenzierteren Blick auf die KJL der DDR zum Thema Nationalsozialismus als es in bisherigen Veröffentlichungen der Fall ist.
Ohne Zweifel können Richter zufolge die eigenen Ausführungen zu einigen Kinder- und Jugendromanen der 1970er- und 1980er-Jahre nicht mit der erforderlichen Exaktheit das Verdikt widerlegen, die KJL der DDR sei – ähnlich wie die NS-KJL – darauf ausgerichtet gewesen, im Sinne einer literarischen Mobilmachung zu wirken, die letztlich zu einer Art schleichenden Vergewaltigung des Menschen führte. Aber mit den Anmerkungen zu einigen Texten von drei der bekanntesten KJLAutoren der DDR wagt sie dennoch den Versuch, dass man mit pauschalen Urteilen der KJL der DDR nicht gerecht wird.

René Mounajed
Der Nationalsozialismus in aktuellen Comics und Graphic Novels       BiB
Geschichtscomics sind derzeit wieder Ernst zu nehmende Aspekte von zeitgeschichtlicher Geschichtskultur. Immer mehr Werke, häufig als Graphic novels bezeichnet, bereichern den deutschen Büchermarkt im Segment der Belletristik. Doch nicht nur als Produkt, sondern auch als Medium erobern sich Geschichtscomics derzeit neue Räume. René Mounajed stellt einige der zahlreichen Geschichtscomics zum Thema Nationalsozialismus/ Holocaust vor und zeigt, dass das Medium Comic in Bezug auf die Beschäftigung mit dem Themenfeld inzwischen selbstverständlich ist und nicht als Klamauk abgetan werden kann. Es erstaune geradezu, wie viele KünstlerInnen sich diesem schwierigen Thema stellen und wie verschieden sie vorgehen. Nicht selten stellen diese Comics geeignete Lernanlässe für den schulischen Unterricht dar, gerade in einer Phase der Vertiefung, wo die Förderung von De-Konstruktionskompetenz eine bedeutende Anforderung darstellt.

Holger Zimmermann
„Blumen für den Führer“ – Kinder und Jugendbücher aus der Täterperspektive    BiB
Dem Beitrag von Holger Zimmermann ist zu entnehmen, dass Täterfiguren seltener als Opferfiguren in den Mittelpunkt der Handlung rücken, dass aber auch sie nunmehr differenzierter dargestellt. Der Blick auf die Anhänger des Nationalsozialismus zeigt darüber hinaus, dass die Autoren weiterhin davor zurückschrecken, auch Kinder und Jugendliche als wirkliche Täter darzustellen, stattdessen ist der positive Blick auf Kindheit und Jugend vorherrschend. Dies heißt aber nicht, dass die Verbrechen der NS-Zeit in den Texten ausgespart werden. Täter bleiben jedoch die Anderen, zumeist die Erwachsenen. Deren Unrecht wird insbesondere unter einer historischen Perspektive deutlich benannt, was – im Gegensatz zu älteren Texten – meist zu einer die jungen Protagonisten teilweise irritierenden, sie aber nicht fundamental verstörenden Auseinandersetzung mit der einer eigenen Schuld führt. Grundsätzlich erweisen sie sich aufgrund ihres Charakters, oft auch wegen des positiven Beispiels ihrer Eltern, als fähig sich der Frage nach einer beschränkten Mitverantwortung zu stellen.

Horst Schäfer
Widerstand gegen die Nazis in Kinder- und Jugendfilmen        BiB
In den Erinnerungen an die Nazi-Zeit kommt den Geschehnissen eine besondere Bedeutung zu, in denen Kinder und Jugendliche nicht nur Betroffene und Opfer sind, sondern sich aktiv an Widerstandshandlungen gegen das Regime beteiligten. Viele der Filme, die solche Geschichten – meist mit authentischen Bezügen – erzählen, sind verständlicherweise in unseren Nachbarländern produziert worden. Einer der bekanntesten Filme in diesem Zusammenhang ist Die Jungen von St. Petri (1991) von Soeren Kragh-Jacobsen. Horst Schäfer gibt einen Einblick in Kinder- und Jugendfilme zum Thema Widerstand und stellt unter den Aspekten „Filme mit authentischen Bezügen“, „Widerstand im Ruhrpott“ sowie „Nachforschungen über die Edelweißpiraten“ exemplarisch einige Filme vor.

Karin Richter
Mirjam Presslers neuer Roman „Ein Buch für Hanna“. Das Holocaust-Thema im engen und weiten Sinne in der gegenwärtigen Schaffensphase der Autorin  BiB
Mirjam Pressler hat in den letzten 10 Jahren äußerst bemerkenswerte Kinder- und Jugendromane vorgelegt, die alle dem Themenkreis Antisemitismus, Verfolgung Andersgläubiger und -denkender, Intoleranz, Hass, Gewalt verpflichtet sind, aber auf der anderen Seite – als Zeichen der Hoffnung – auch von Menschlichkeit, Hilfs- und Opferbereitschaft erzählen. Nach Malka Mai (2001) erschienen Golem stiller Bruder (2007), Nathan und seine Kinder (2009) und nun vor wenigen Wochen Ein Buch für Hanna (2011). Karin Richter setzt sich insbesondere mit dem letztgenannten Buch analytisch auseinander und gibt darüber hinaus auch Unterrichtsanregungen.

Oxane Leingang
„Seine Arme sind bis zum Ellenbogen im Blut. Er erschoss höchstselbst Juden“ – Sowjetisch-jüdische Kindheit während der Shoah
Oxane Leingang beschäftigt sich mit einem Thema, das in Deutschland bislang keine Rolle gespielt hat. Sie untersucht Werke der jüdisch-sowjetischen Kriegskinder und zeigt, dass der Antisemitismus sowohl als das Kennzeichen der NS-Vernichtungspolitik wie auch als ein latentes Phänomen der sowjetischen Geschichte fungiert. Die Formen und Wahrnehmungen der Judenfeindschaft, die in den untersuchten Erinnerungstexten diskutiert werden, gehen vom christlichen Antijudaismus über antijüdische Vorwürfe des Spekulantentums und der Kriegsdienstverweigerung bis hin zu Antisemitismus und Antibolschewismus.

Bettina Heck
Ein Mensch ist erst vergessen, wenn... – Zur Produktion eines Schüler-Videos über Gunter Demnigs Stolperstein-Projekt
Stolpersteine gibt es in Deutschland inzwischen viele, wer ist in den letzten Jahren noch nicht über einen „gestolpert“? Bettina Heck führt beispielhaft vor, wie man Vergangenheit und Gegenwart, regionale Geschichte und kulturelle Erfahrung mit dem Ziel politischer Bildung in einem fächerübergreifenden Unterricht verknüpfen kann, der sich auch der Medienerziehung verpflichtet weiß.

Susanne Brandt
„Wir sollten jeden einzelnen Augenblick achten“ – Janusz Korczak als Impulsgeber für die dialogische Begegnung mit Kindern      BiB
Mit dem im Herbst 2010 erschienenen Bilderbuch „Janusz Korczak. Ein Held der Kinder“, erzählt und illustriert von Tomek Bogacki (2010), liegt eine weitere Veröffentlichung vor, die Kindern ab etwa 8 Jahren das Leben und Wirken Janusz Korczaks neu zu erschließen sucht – und das nicht nur mit dem Fokus auf die Zeit des Nationalsozialismus. Bemerkenswert – auch und gerade für ein besseres Verstehen seines Wirkens nach 1939 – ist die Tatsache, dass dieses Buch der Vorgeschichte einen sehr großen Raum einräumt: Es erzählt von der eigenen Kindheit Korczaks, von seinem Entschluss, Kinderarzt zu werden, von ersten Diskriminierungserfahrungen als Jude und seinen wachsenden Einsichten und Vorstellungen von einem würdevollen und gerechten Leben. Das Buch eignet sich hervorragend als Impulsgeber für kulturelle Bildung und Literacy.

Annika Joosten
Der Holocaust in neuen Bilderbüchern Sammelrezension          BiB
In den letzten Jahrzehnten sind weit über zwanzig Bilderbücher erschienen, die auf unterschiedliche Art und Weise einen Beitrag zur Vermittlung des Nationalsozialismus leisten. Die Sammelrezension stellt vier aktuelle, repräsentative Werke vor.

 

Spektrum

Karsten Schuldt

Die Anzahl der Schulbibliotheken wächst offenbar        BiB
Die Gesamtzahl der Schulbibliotheken in Berlin ist in den letzten Jahren massiv gewachsen. 2011 hatten erstmals die Grundschulen prozentual mehr Schulbibliotheken als die Gymnasien. Gerade in Anbetracht des Wachstums dieser Einrichtungen ist ersichtlich, dass die Arbeit von Schulbibliotheken nicht als marginal abgetan werden kann. Während die meisten Schulbibliotheken in den Sekundarschulen einen Beitrag dazu leisten sollen, den jeweiligen Schulauftrag zu unterstützen, nehmen die meisten Einrichtungen in Grundschulen für sich in Anspruch, das Lesenlernen und die Festigung der Lesefähigkeiten zu unterstützen.

 

REZENSIONEN FACHLITERATUR BiB

Cerovina, Danielle: Das Glück der Erde lesend erleben. Mädchen-Pferdebuchserien – eine genderorientierte, strukturelle und inhaltliche Untersuchung. Würzburg: Königshausen & Neumann 2009. (Epistemata. Würzburger wissenschaftliche Schriften. Reihe Literaturwissenschaft; 658.). 509 S., 68,- €. (Geralde Schmidt-Dumont)

Storm, Linde/ Sibylle Nagel (Hg.): Struwwelpeters Nachfahren. Starke Kinder im Bilderbuch der Gegenwart. Petersberg: Imhof 2009. 154 S., 19,95 €. (Geralde Schmidt-Dumont)

Lange, Günter (Hg.): Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Ein Handbuch. Baltmannsweiler: Schneider 2011. 544 S., 36,- €. (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Bendel, Christian: Die Innenweltdarstellung in der realistischen Kinderliteratur des 20. Jahrhunderts. Formen und Funktionswandel – Eine erzähltheoretische Untersuchung zur Bestimmung und Präzisierung gattungstypischer Phänomene. Hamburg: Kovaè, 2008. (Narrare. Interdisziplinäre, intermediale und transgenerische Schriftenreihe zur Narratologie; 1). 349 S., 78,- €. (Ann-Katrin Ostermann)

Schade, Frauke (Hg.): Astrid Lindgren. Ein neuer Blick. Kinderkultur, Illustration, Literaturgeschichte. Berlin: LIT Verlag, 2008. 126 S., € 19,90. (Dr. Angelika Nix)

Plath, Monika/ Karin Richter: Literatur für Jungen – Literatur für Mädchen. Wege zur Lesemotivation in der Schule. Baltmannsweiler: Schneider, 2010. (Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur; 38). 186 S., 19,- €. (PD. Dr. Annette Kliewer)

 

UNTERRICHTSMATERIALIEN
Aktuelle Unterrichtsmaterialien der Stiftung Lesen

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2/2011 [Dr. Jörg Knobloch]
Themenschwerpunkt: Zur Sache kommen – Sachbücher und Sachtexte als KJL

Autorinnen und Autoren aus dem Bereich der Literaturdidaktik betonen immer wieder, dass sich die empirisch feststellbare Lektüreabstinenz gerade männlicher Jugendlicher und in der Folge die beunruhigenden Ergebnisse nach PISA 2000 speziell durch die Lektüre von Sachbüchern positiv verändern lassen. Dabei ist, was Sachbücher eigentlich sind, für die Literaturwissenschaft weitgehend unklar. Siegfried Hummelsberger (2003) spricht in diesem Zusammenhang von einem „definitorischen Mangel“, stehen doch teilweise mit identischer Bedeutung neben den Sachbüchern auch die Begriffe Sachtexte, Gebrauchstexte, pragmatische Texte, nichtliterarische Texte oder nichtfiktionale Texte. Dass eine Trennschärfe zwischen Sachbüchern und sogenannten literarischen Büchern nicht gegeben ist, lässt sich nicht zuletzt am Beispiel von Biografien und Autobiografien nachweisen.

Aber nicht nur Biografien für erwachsene Leserinnen und Leser, auch Kinder- und Jugendliteratur und in diesem Zusammenhang die entsprechenden Sachbücher haben ja erst in den letzten Jahren den Weg in den Unterricht aller Schularten gefunden. Hinweise auf eine bisherige schulische Vernachlässigung gerade der Sachliteratur lassen sich indirekt der Sekundärliteratur entnehmen. Wertet man nämlich die in den letzten Jahren erschienenen Einführungen in die Literaturdidaktik bzw. in die Didaktik der Kinder- und Jugendliteratur aus, so finden sich hier eher keine nennenswerten Plädoyers oder Modelle für den Umgang mit Sachbüchern und Biografien in der Schule. Auch in Gansels „Praxishandbuch für den Unterricht“ Moderne Kinder- und Jugendliteratur (1999) werden weder das Sachbuch noch die Biografie explizit aufgegriffen. Hummelsberger beendet seine Ausführungen denn auch mit der begründeten Behauptung, dass eine didaktisch orientierte empirische Forschung zum Themengebiet Sachtexte „als dringendes Desiderat erkannt und unterstützt werden“ müsse. Mit anderen Worten: Gerade Wissenschaftler/innen sollten mehr über Sachbücher und Sachtexte forschen. Nur dann lässt sich u.a. erkennen, ob man die Lesekompetenz gerade männlicher Jugendlicher tatsächlich durch die Lektüre von Sachbüchern fördern kann. Die Beiträge in diesem Heft können allerdings nur auf den Weg hinweisen und ein Schritt in dieser Richtung sein.

Kurt Franz: Was ist ein Sachbuch? Gedanken zu einer aktuellen Kinder- und Jugendbuchgattung BiB
Ausgehend vom Deutschen Jugendliteraturpreis erfolgt eine Annäherung zunächst an die dort preisgekrönten Sachbuch-Titel und die dort geführte Diskussion um Kriterien und Begriffe. Dabei zeigt sich, dass Sachbücher im Gegensatz zu Erzählenden Texten zwar als nicht-fiktional gelten, dass es mit dem Erzählenden Sachtext und der Sacherzählung aber auch Mischformen gibt. Der Autor plädiert dafür, dass künftig negative Ausschlussverfahren stärker von positiven Beschreibungsverfahren abgelöst werden, wobei Jörg Steitz-Kallenbach (2006) einen recht einleuchtenden Definitionsversuch vorgelegt hat. 

Ulrike Kruse: Natur-Darstellung und Natur-Metaphorik in Sachbüchern. Friedrich Eberhard von Rochow Der Kinderfreund BiB
Rochows Kinderfreund zählt bis heute sowohl zu den Klassikern der Pädagogik als auch zu den Klassikern der Kinder- und Jugendliteratur. Zweifellos handelt es sich dabei um ein Sachbuch, zumal es um die Darstellung einer Naturlehre geht, die unter den Gesichtspunkten Weltwissen, Orientierungswissen und Regelwissen betrachtet werden kann. Es entstand somit bereits im 18. Jahrhundert eine ganz neue Sachliteratur, die zugleich als erste landwirtschaftliche Fachliteratur für den gemeinen Mann anzusehen ist (vgl. Böning 2007).

 

Anita Schilcher: Visualisierungsstrategien für Sachtexte 
Für Anita Schilcher ist der Begriff Sachtexte ein Sammelbecken für sehr unterschiedliche Texte, deren Gemeinsamkeit eine eher pragmatische Ausrichtung ist und die vielfach als Gegensatz zu literarischen Texten gesehen werden. Der hier vorgelegte Beitrag möchte die Varianzbreite von Sachtexten verdeutlichen. Gleichzeitig wird gezeigt, wie diese Unterschiedlichkeit durch eine entsprechende Visualisierung deutlich werden kann.

 

Andrea Beißner :Willi will’s wissen - wir auch! Sachbücher für Kinder in Öffentlichen Bibliotheken BiB
Sachbücher werden auch in Öffentlichen Bibliotheken angeboten. Ein Erfahrungsbericht aus Bibliotheken zeigt, wie Sachbücher gerade für Kinder präsentiert werden können. Das Spektrum reicht dabei vom Bücher-Memory über Bücherkisten bis zur Einbeziehung sogenannter Bücher-Paten. Anregungen von außen, etwa Projekte oder die Nutzung des Schuleinschreibungstermins ergänzen diese Möglichkeiten. Letztlich geht es darum, dass Kinder möglichst frühzeitig eine Bücherwelt spielerisch entdecken können, die vielfältig ist und u.a. auch Sachbücher enthalten muss.

Theo Kaufmann: Biografien für alle Unterrichtsfächer. Materialien und didaktische Vorschläge
Der Verfasser dieses Beitrags bietet vor allem Materialien an, die dabei helfen, speziell neuere Biografien im Unterricht mit jungen Leserinnen und Lesern zusammenzubringen. Dabei bieten sich zahlreiche Wege an: Ein Steckbrief kann genau so erstellt werden wie Stellungnahmen zu bekannten Zitaten; Aussagen prominenter Personen lassen sich bedeutsamen lebensgeschichtlichen Situationen zuordnen und schließlich könnten die Protagonisten einer Biografie in Zusammenhang mit anderen berühmten Personen gesehen werden.    

Thorsten Strübe: „Wie die anderen leb(t)en und was um uns herum passiert“. Biografien als Sachbücher, Thema Natur in Sachbüchern BiB
Neuere Sachbücher werden in diesem Beitrag vorgestellt, der sich thematisch allerdings auf Biografien und Natur beschränkt. Schon dabei wird jedoch deutlich, wie breit das Spektrum ist, das durch Sachbücher abgedeckt werden kann. Das gilt sowohl für das Alter der Leserinnen und Leser als auch für die Unterschiedlichkeit der Darstellungsformen.

 

Spektrum

Patrick Masius: Umweltbewusstsein in fantastischen Geschichten I. Naturschutz und Landschaftsästhetik BiB
Dieser Beitrag wird in zwei Teilen angeboten. Der Autor zeigt dabei, dass sich Umweltbewusstsein auch in fantastischer Literatur zeigen kann. In diesem ersten Teil geht es um Bücher des prominenten britischen Autors J.R.R. Tolkien, vor allem um Umweltbewusstsein, das sich in Der Herr der Ringe zeigt, das sich aber auch durch die Lektüre dieses Werkes erst entwickeln werden kann.  

Ina Brendel-Perpina: Bilderbücher und der außerschulische Lernort Museum. Binette Schroeder und ihre Bilderbücher im Unterricht BiB
Dieser Beitrag stellt das bei der Internationalen Jugendbibliothek in München eingerichtete Bilderbuchkabinett für das Werk der bekannten Bilderbuchautorin Binette Schroeder vor. Zugleich wird gezeigt, wie Bilderbücher und deren Präsentation im Kabinett literarisches und medienästhetisches Lernen begünstigen und so ein Museum als außerschulischer Lernort Grundlage des Unterrichts werden kann.

Lydia Rücker: Hinweise zum Lesen in Langenbach. Nutzung einer Bibliothek mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur BiB
Die kleine bayerische Gemeinde Langenbach verfügt über eine Bibliothek, die de facto als Gemeindebibliothek öffentlich ist, zugleich aber als Schulbibliothek genutzt und auch von Lehrkräften und Eltern der Schule betreut wird. Das Literaturangebot besteht überwiegend aus Kinder- und Jugendbüchern. Die von der Bibliothek durchgeführten Aktionen sind zweifellos spektakulär (Projekte etwa zu Harry Potter oder zu Astrid Lindgrens Büchern, Medienarbeit bei Schullandheimaufenthalten, Verfilmungen von Kinder- und Jugendliteratur) und orientieren sich überwiegend an den Bedürfnissen der Schule.   

Heinz Dörr: Die Archive der heutigen Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien und der früheren Vereinigten Jugendschriftenausschüsse. Ein Überblick
Bereits in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg gab es in Deutschland eine Organisation, die sich zunächst Vereinigte Jugendschriften-Ausschüsse (VJA) nannte, die eine bis in die Reformpädagogik zurückreichende Arbeit der deutschsprachigen Lehrerschaft fortsetzte und sich schließlich in Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) umnannte. Aus dieser Arbeit gibt es umfangreiche Dokumente, die als Grundlage für eine spätere wissenschaftliche Aufarbeitung u.a. bei der Friedrich-Ebert-Stiftung gesammelt werden. Allerdings lassen sich, wie aus diesem Beitrag hervorgeht, auch Dokumente an anderen Stellen finden – was letztlich auf die komplexe Geschichte jenes Staates zurückzuführen ist, der sich heute Bundesrepublik Deutschland nennt.    

 

Publikationen

Fachliteratur

Heller, Friedrich C.: Die bunte Welt. Handbuch zum künstlerisch illustrierten Kinderbuch in Wien 1890-1938. Wien: Brandstätter, 2008. 432 S., € 98,00. (Prof. Dr. Dietrich Grünewald, Universität Koblenz-Landau)

Schütte, Anna Ulrike: Ein ferner Kontinent der Abenteuer und der Armut. Lateinamerika in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur der Gegenwart. Frankfurt/M. [u.a.]: Peter Lang, 2010. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und –medien; Band 67). 392 S., € 59,80. (Georg Föhr, München)

Siebeck, Anne: Das Buch im Buch: Ein Motiv der phantastischen Literatur. Marburg: Tectum, 2009. 128 S., € 24,90.  

Gerstner, Ulrike: Einfach phantastisch! Übernatürliche Welten in der Kinder- und Jugendliteratur. Marburg: Tectum, 2008. 179 S., € 24,90. (Stephanie Reinbold, Universität Tübingen)

Kröll, David: Rettungswege aus der Wirklichkeit? Perspektiven und Gefahren fantastischer Jugendliteratur. Marburg: Tectum Verlag, 2009. 123 S., € 24,90. (Prof. Dr. Reiner Neubert, Zwickau)

Abraham, Ulf: Filme im Deutschunterricht. Seelze-Velber: Kallmeyer in Verbindung mit Klett, 2009. 224 S., € 29,95.

Ingo Kammerer: Filme – Genre – Werkstatt. Textsortensystematisch fundierte Filmdidaktik im Fach Deutsch. Baltmannsweiler: Schneider, 2009. 296 S., € 28,00. (Prof. Dr. Hartmut Jonas, Greifswald)

 

Unterrichtsmaterialien

Conrady, Peter (Hg.): Zum Lesen verlocken. Unterrichtserarbeitungen für die Grundschule. 3. ergänzte und überarbeitete Auflage als CD-Ausgabe. Würzburg: Arena, 2010.

Conrady, Peter (Hg.): Zum Lesen verlocken. Unterrichtserarbeitungen für die Sekundarstufe. 3. ergänzte und überarbeitete Auflage als CD-Ausgabe. Würzburg: Arena, 2010. (Dr. Jörg Knobloch, München/Freising)

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1/2011 [Dr. Caroline Roeder]

Thema: Alles Lüge! Unwahrheiten in Kinder- und Jugendliteratur

zum Inhaltsverzeichnis bitte auf das Bild klicken; hier geht's zum Editorial

ES IST WAHR, dass das Heft sich um Unwahrheiten dreht. Es ist wahr, dass die Kinder- und Jugendliteratur hier im Mittelpunkt steht. ES IST WAHR, dass es hier nur am Rand um die Wahrheit geht: Das ist wahr. DAS IST WAHR. ABER SONST, ABER SONST? ALLES LÜGE! ALLES LÜGE! [...]
Vor einem Vierteljahrhundert – 1986 – meldete Rio Reiser mit seinem Song „Alles Lüge“ lautstark seinen poetischen Zweifel an; das kjl&m-Heft stimmt kräftig hierin ein und breitet einen breiten Fächer der Thematik aus.

 

 

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Extra 2010 [Prof. Dr. Petra Josting]
Verfilmte Kinderliteratur

Gattungen, Produktion, Distribution, Rezeption und Modelle für den Deutschunterricht

hrsg. von Petra Josting und Klaus Maiwald in Zusammenarbeit mit der AJuM der GEW

Petra Josting / Klaus Maiwald: Einführung: Verfilmte Kinderliteratur

Der vorliegende Band widmet sich der verfilmten Kinderliteratur, der die Forschung bislang wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat. Er konzentriert sich damit auf Filme, die zum einen auf literarischen Vorlagen basieren und deren Zielgruppe zum anderen vom Vorschulalter bis ins Alter von 12, 13 Jahren reicht. Im Mittelpunkt stehen also spezifische Kinderfilme, doch werden auch solche einbezogen, die ausdrücklich für Kinder empfohlen werden (intentionaler Kinderfilm) und die von ihnen rezipiert werden, ohne als Kinderfilm ausgewiesen zu sein.

Teil I behandelt in Auswahl das Gattungsspektrum verfilmter Kinderliteratur. Um Fragen der Produktion, Distribution und Rezeption geht es in Teil II.  Der dritte Teil beginnt mit einer komprimierten Einführung in grundlegende filmanalytische Begriffe und Kategorien, der Unterrichtsanregungen und -modelle für Kinderfilme im Deutschunterricht der Jahrgangsstufen 1 bis 7 folgen.

Teil I: Grundlagen

Manfred Hobsch: Gute Feen, listige Begleiter und gutmütige Geister
Hobsch beschäftigt sich mit den ersten Kinderspielfilmen in Deutschland, den Märchenfilmen. Ausgehend von der anhaltenden Faszination der Märchenfilme beschreibt er die Entwicklung dieser Gattung in der BRD, DDR und Sowjetunion wie auch die aktuelle Märchenfilmwelle in den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten ARD und ZDF.

 

Rolf Giesen: Drei Prinzessinnen aus Burbank. Europäische Märchen-Vorlagen in Disney-Filmen Der historisch ausgerichtete Beitrag richtet zunächst den Blick ausführlich auf Disneys ersten abendfüllenden Spielfilm, der den Brüdern Grimm verpflichtet war: Snow White and the Seven Dwarfs (1934). Neben Schneewittchen stehen aber auch die Prinzessin Cinderella und das Dornröschen Aurora im Mittelpunkt.

 

Hauke Lange-Fuchs: „Gar nicht so übel“, würde Pippi zum hässlichen Entlein sagen. Filme aus Skandinavien
Gewissermaßen als eigenständige Gattung sind die in Skandinavien entstandenen Kinderfilme anzusehen. Lange-Fuchs widmet sich den bedeutendsten Namen unter den in Skandinavien verfilmten Autoren der Kinderliteratur: Hans Christian Andersen, dem Meister des Kunstmärchens, und Astrid Lindgren.

 

Wolfgang Schwarzer: Comicverfilmungen aus Frankreich
Schwarzer führt in die Geschichte der Comicverfilmungen in Frankreich ein und belegt, dass diese so alt sind wie die Filmgeschichte selbst. Des Weiteren macht er mit den französischen Kultfiguren Bécassine, Les Pieds Nickelés und Tintin bekannt, außerdem werden die Verfilmungen von René Goscinny vorgestellt, wie auch die beiden internationalen Kinoerfolge Kirikou und Persépolis.

 

Werner C. Barg: Fantasy – phantastische Weltorientierung für Kinder und Jugendliche  
Barg geht eingangs u. a. den Fragen nachgeht, welchen Beitrag diese Gattung zur Überlieferung von gesellschaftlichen Werten, Normen und Verhaltenscodes leistet und welche Rolle sie in der Pubertät und Adoleszenz spielt. Als Fallbeispiele für den Vergleich von Buch und Film dienen ihm Preußlers Krabat und Rowlings Harry Potter.

 

Christel Strobel: Alltags-Realität in Deutschland – von Kästner bis heute
Strobels historischer Überblick beginnt mit Kästners berühmtem Roman Emil und die Detektive und reicht chronologisch bis in die Gegenwart, die sich dadurch auszeichnet, dass Filme mit authentischen Geschichten aus dem realen Leben von Kindern heute eher rar sind.

 

Christian Exner: Von Alexander bis Zora. Cliquen und Banden im Abenteuerfilm für Kinder
Wie bei Strobel steht auch in diesem historischen Rückblick an erster Stelle Kästners Emil; darüber hinaus geht es u. a. um den Krieg der Knöpfe nach dem gleichnamigen Roman von Louis Pergaud, um die Vorstadtkrokodile nach Max von der Grün und um die Bestseller der vergangenen Jahre: Die Wilden Kerle und Die wilden Hühner.

 

Horst Schäfer: Das Kind im Manne – Peter Pan und J. M. Barrie
Einem Klassiker der Kinderliteratur widmet sich Schäfer. Er zeichnet die Erfolgsstory des Peter-Pan-Stoffes nach, widmet sich in diesem Zusammenhang der Biographie des Autors und insbesondere den verschiedenen Verfilmungen.

 

Jens Meinrenken: Gesteigerte Realität und Illusion in Henry Selicks Animationsfilm „Coraline“
Mit Coraline wird ein Paradebeispiel für die Vermischung von 3-D- und klassischen Animationstechniken vor gestellt. Im Gegensatz zur Umsetzung von Coraline als Comic (gezeichnet von P. Craig Russell) entfernt sich Selick bewusst von der gleichnamigen literarischen Vorlage (Neil Gaiman) und kreiert ein cineastisches Panoptikum, das zahlreiche Analogien und Bezüge zu seinen früheren Filmen enthält, wie Meinrenken belegt.

 

Teil II: Produktion – Distribution – Rezeption

 

Ute Wegmann: Jede Adaption ist ein neues Original. Eine Geschichte – zwei Kunstwerke. Vom Bilderbuch zum Kinderfilm
Wie man Bilderbücher in Realfilme umsetzt, was dabei alles zu bedenken und zu planen ist, darüber berichtet Wegmann aus der eigenen Praxis. Beispiele sind die beiden Bilderbücher Sein erster Fisch und Die besten Beerdigungen der Welt.

  

Richard Lutterbeck: Werkstattbericht: „Ente, Tod und Tulpe“ – nach dem Buch von Wolf Erlbruch
Am Beispiel der Verfilmung des Bilderbuches Ente, Tod und Tulpe vermittelt Lutterbeck die typischen Produktionsschritte eines Animationsfilms (3-D-Film, Puppen- oder Zeichentrickfilm), die sich aus Storyboard, Animatic, Sprachaufnahme, Model-Sheet, Layout, Animation und zum Schluss aus Post-Production und Sound-Design zusammensetzen.

 

Katrin Hoffmann: Von Bestseller zum Blockbuster
Hoffmann beschreibt den Weg vom Bestseller zum Blockbuster, den z. B. Das Sams oder Die Wilden Hühner genommen haben. Und sie erklärt auch, warum viele Filme, die auf bekannten literarischen Vorlagen basieren, scheitern.

 

Holger Twele: Links, Festivals, Filmverleiher und andere Vertriebe
Twele stellt in seinem Überblick bewährte Internetauftritte vor, ebenso die wichtigsten deutschen Kinderfilmfestivals sowie kommerzielle und nichtkommerzielle Filmverleihe und -vertriebe.

 

Tilmann P. Gangloff: Umsatz mit Kinderträumen. TV-Sender und Lizenzgeschäfte mit Vorschulserien
Über das gegenwärtige Ausmaß des Merchandising informiert Gangloff und belegt dies beispielhaft an Lizenzgeschäften, die TV-Sender (private und öffentlichrechtliche) mit Vorschulserien machen.

 

Claudia Maria Pecher: „Zeig mir einen Film, und ich sag Dir, wer du bist!“ Das Augsburger Kinderfilmfest – ein Modell aktiver Migrations- und Integrationshilfe
Als Beispiel für ein Kinderfilmfestival, das sich zudem als Modell aktiver Migrations- und Integrationshilfe versteht, dient Pechers Bericht über das Augsburger Kinderfilmfest , das seit 20 Jahren erfolgreich durchgeführt wird.

 

Isabell Tatsch: Filmwahrnehmung und Filmerleben von Kindern
Tatsch belegt, dass Kinder bis ins Grundschulalter Filme vorwiegend erlebnisorientiert und emotional rezipieren; mit allen Sinnen tauchen sie in die Filmhandlung ein, identifizieren sich sehr stark mit den Protagonisten und sind dementsprechend intensiv in das Filmgeschehen involviert.

 

Stefanie Rose / Gudrun Marci-Boehncke: „Na klar, ich hab’s!“ – Wickie in der Remake-Rezeption. Wie Lehrer und Schüler über Film ins Gespräch kommen können
Die Autorinnen vermitteln Ergebnisse ihrer Rezeptionsforschung und zudem Anregungen, wie Lehrer und Schüler über einen Film ins Gespräch kommen können. Ziel ist es, sich in einer metaperspektivischen Betrachtungsweise Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Rezeption mitzuteilen und dadurch einen Blick für die Vermarktungsstrategien der Filmwirtschaft zu entwickeln – ohne dass das lustvolle Rezeptionserlebnis darunter leidet.

 

Teil III: Kinderfilme im Deutschunterricht (Jahrgangsstufen 1-7)

 

Klaus Maiwald: Grundlegende filmanalytische Begriffe und Kategorien

 

Iris Kruse: Figuren, Handlungen und Räume in Text, Ton und Bild. Literarisches und medienästhetisches Lernen in intermedialer Lektüre
Kruse plädiert für einen Ansatz, der vielfältige Chancen für Prozesse bewusster ästhetischer Wahrnehmung bietet. Didaktische Herausforderungen und methodische Möglichkeiten für den Unterricht in der Grundschule werden am Medienverbund zu Lindgrens Mio, mein Mio konkretisiert.

 

Markus Pissarek: „Schwierige Sequenz – Wie kommt man rein in den Traum?“ (Lars Büchel) Die Neuverfilmung von Paul Maars „Lippels Traum“ im medienintegrativen Deutschunterricht
Pissarek schlägt eine Systematik möglicher Fragestellungen vor, die es den Lernenden einerseits erleichtert, einen differenzierten Vergleich von Buch und Film vorzunehmen, ihnen andererseits aber auch bewusst macht, wie vielschichtig generell die Transformationsleistungen bei der Verfilmung eines Kinderbuchklassikers sind

 

Eva Lang: „Der hat so gedacht wie Tom Sawyer!“ Ein Filmprojekt mit einer Grundschulklasse: Intertextuelle Bezüge im Film „Hände weg von Mississippi“
Für eine 3./4. Klasse ist Langs Filmprojekt konzipiert. Die SchülerInnen sollen mithilfe unterschiedlicher methodischer Zugangsweisen lernen, genaue Wahrnehmung zu schulen, Vorstellungen zu bilden und zu differenzieren sowie diesen Wahrnehmungen und Vorstellungen auch Ausdruck zu verleihen – in sprachlicher und künstlerischer Form.

 

Bettina Heck: Zwischen Kunst und Kommerzialisierung. Trailer und Musikvideos zu Kinderliteraturverfilmungen im Deutschunterricht
Heck regt an, Trailer und Musikvideos zu Kinderliteraturverfilmungen zu behandeln. Maßgeblich sollte es darum gehen, die jeweiligen Inhalte zu erfassen und den Zusammenhang von Gestaltung und werbender Funktion zu durchschauen: im 3./4. Schuljahr z. B. mit einem Trickfilm-Trailer-Vergleich zu Spyris Heidi; in Klasse 5/6 eignen sich Musikvideo und Trailer von Kästners Emil und die Detektive.

 

Ulf Abraham: „Vorstadtkrokodile“. Einstieg in die Arbeit mit der Neuverfilmung (2008) oder einem Filmvergleich (1977/2008)
Abrahams Vorschlag beinhaltet die exemplarische Untersuchung von Schnittfrequenz, Bildsprache und Kameraführung, um die erzählerischen und dramatischen Möglichkeiten des Mediums Film zu thematisieren und auf diese Weise zur medienästhetischen Reflexion anzuregen.

 

Klaus Maiwald: „Viel digital geschraubt“ und „totgelabert“? Marco Kreuzpaintners „Krabat“ (2008)
Maiwald  bezieht kritische Distanz zu Kreuzpaintners Literaturverfilmung, die seiner Meinung nach den Hype nicht vollends rechtfertigt. Dennoch habe der Film vor allem in seinem medialen Eigenwert als aktionsreiches und visuell intensiv inszeniertes Fantasy-Abenteuer didaktische Potenziale.

 

AutorInnenverzeichnis

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04/2010 [Prof. Dr. Petra Josting]
Du fehlst mir, du fehlst mir ...! Tod in der KJL

Das Thema Tod und Sterben hat in der KJL eine lange Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Gleichwohl nahmen sich erst mit dem sog. Formen- und Funktionswandel um 1970 vermehrt AutorInnen dieses Themas an. Vor allem in den letzten Jahren ist ein enormer Anstieg an Titeln auf dem Buchmarkt zu verzeichnen, insbesondere im Bereich des Bilderbuchs. Der Anstieg der Produktionszahlen innerhalb dieser Gattung ist nicht zuletzt ein Ausdruck dafür, dass Tod und Sterben in unserer Gesellschaft in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend an

den Rand des Lebens, ja geradezu tabuisiert wurden. Bilderbücher sind deshalb für viele Erwachsene in konkreten Situationen ein geeignetes Medium, um im Gespräch mit Kindern die eigene Sprach- und Hilflosigkeit zu überwinden, womit sich die KJL einmal mehr als Themenlieferantin erweist. Aus Sicht der KJL-Forschung und Literaturdidaktik gilt es aber vor allem, die literarästhetischen Strukturen und damit das Potenzial zum literarischen Lernen in den Blick zu nehmen. Der Komplexität des Themas entsprechend, ist innerhalb des Wissenschaftsdiskurses nicht nur die KJL-Forschung unter Rückgriff auf psychologische, pädagogische und soziologische Erkenntnisse zuständig, sondern auch philosophische und theologische Fragen spielen eine Rolle.

Zu den großen Vorreitern gehören Die Brüder Löwenherz (1973) von Astrid Lindgren, die für ihr Kinderbuch viel Lob erhielt, aber auch stark kritisiert wurde: Todessucht, Verharmlosung etc. lauteten die Vorwürfe. Die Mehrdeutigkeit des Romans, die als Qualitätskriterium zu bewerten ist, wurde dabei oft übersehen. Im Hinblick auf die qualitative Beurteilung des Themenbereichs fehlen bislang noch umfassende kinder- und jugendliterarische Studien, doch scheint sich eine Tendenz von einer eher aufklärerischen Intention hin zu offenen Darstellungsweisen abzuzeichnen, die verschiedene Lesarten zulassen. Das vorliegende Heft greift einige zentrale Aspekte des Themas auf und möchte damit Anregungen für die Auseinandersetzung an Schulen und Hochschulen, aber auch für den außerschulischen Bereich geben.

THEMENSCHWERPUNKT

Margarete Hopp: Kinder fragen nach dem Tod. Kindliche Todesvorstellungen, Trauerreaktionen und religiöse Trostbilder BiB
Der Beitrag liefert einen Überblick über kindliche Todesvorstellungen und die verschiedenen Phasen des Trauerprozesses bei Kindern. Die Betrachtung jüngster Neuerscheinungen im Bereich des Bilderbuches in religionspädagogischer Perspektive zeigt, dass kaum Spuren einer neutestamentlich-christlichen Auferstehungshoffnung zu finden sind. Obwohl Begräbnisrituale häufig eine Rolle spielen, fehlen Bezeugungen christlichen Glaubens an ein Weiterleben bei Gott nahezu gänzlich. Die Bewältigung von Trauer ist auf eine Erinnerungskultur ausgerichtet, die ein Weiterleben nach dem Tod zwar nicht ausschließt, es aber dem Erinnernden überantwortet.

Claudia Maria Pecher: Der Tod und das Mädchen. Ein zeitloses Modell in bildender Kunst, Literatur und Film
Wie sich das Motiv Tod und Mädchen vom Mittelalter bis in die Gegenwart in den verschiedenen Künsten entwickelt hat, untersucht Claudia M. Pecher. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Vorstellung vom Tod als Knochenmann und von der Frau als Schönheit in Anlehnung an die Tradition der Totentänze vor allem in der bildlichen Umsetzung ihre Fortführung findet. In der modernen Literatur und im Film jedoch, abgesehen von Satire und Horrorfilm,wird der Tod zumeist durch eine männliche Figur als Liebhaber oder Peiniger in realiter ersetzt. Der Tod und das Mädchen stehen für eine todbringende und leidenschaftliche Beziehung zwischen Mann und Frau in privatem oder gesellschaftlichem Kontext. In Texten, die das Mädchen in erster Linie als Kind interpretieren, wird der Tod als naiv hilfreich wirkender Freund beschrieben, dessen Pflicht der Seelenernte bezwingbar ist, aber bestehen bleibt. Interessanterweise erweisen sich jene Beispiele als die am ehesten geeigneten Texte für Kinder, die jenes erotische, gewaltvolle und ironische Moment, das zum Tabubruch führt, ausblenden. Für Jugendliche scheint sich jene Begegnung im Wesentlichen in Vampir- Romanen à la Stephenie Meyers Bis(s)-Reihe zu ereignen.

Margarete Hopp: Die neuen Bilderbücher über Sterben, Tod und Trauer BiB
Margarete Hopp stellt aktuelle Neuerscheinungen im Bereich des Bilderbuches vor und untersucht diese auf der Text- und Bildebene. Das Spektrum ist breit gefächert: Sie erzählen facettenreich vom Leben und seinem Vergehen, von Verlust und Trauer und der Unausweichlichkeit des Todes. Wer nach passenden, dem individuellen Anlass gemäßen Trostbildern und Gesprächshilfen sucht, kann mittlerweile aus einer breiten Palette der Darstellung verschiedenster Betroffenheiten auswählen, vom Tod von Haustieren bis zum Elternverlust. Gerade für Kinder sind solche Gesprächsangebote von nachhaltiger Bedeutung für die Entwicklung eines gesunden Todes- und Trauerkonzepts.

Lea Grimm: Krankheit und Tod in Texten mit Bezug zu Asien BiB
Mit zwei Büchern, die einen Bezug zu Asien aufweisen und in jeweils sehr eigener Weise das Thema Krankheit und Tod aufgreifen, eröffnen sich sowohl dem landeskundlich interessierten als auch dem nach literarischen Besonderheiten suchenden Leser vielfältige Möglichkeiten eines intensiven Lektüre-Erlebnisses, das über einen flüchtigen Blick in fremde Kulturen hinausgeht. Lea Grimm hat zwei Texte ausgewählt: Das Haus der sechzehn
Krüge von Jane Vejjajiva (2006) und Seidentochter von Anneli Schinkel (2007). Beide Protagonistinnen haben ein außergewöhnliches Schicksal zu erleiden: Im Roman Das Haus der sechzehn Krüge lebt die Mutter der Hauptfigur Kati aufgrund ihrer unheilbaren Krankheit zurückgezogen am Meer und sieht ihre Tochter erst kurz vor dem Tod wieder. In der autobiografischen Darstellung Seidentochter findet Anneli, die bei ihren Adoptiveltern in Deutschland aufwächst, als junge Erwachsene ihre leibliche Mutter in Korea wieder, verliert sie jedoch nach nicht sehr langer Zeit durch Krankheit und Tod.

Horst Schäfer: Fantastische Reisen. Sterben, Tod und Trauer im Kinder- und Jugendfilm BiB
Horst Schäfers Überblick zeigt, dass Filme für Kinder und Jugendliche zu den Themen Sterben, Tod und Trauer aus verschiedenen europäischen Ländern stammen und auch aus Übersee. Im aktuellen Kinderkino marktführend sind allerdings nach wie vor die Filme aus Skandinavien. Neu auf dem deutschen Markt sind Anime aus Japan, die zumeist auf erfolgreichen Manga beruhen, wie z. B. Die letzten Glühwürmchen (1988). Neben diesem Film analysiert er u. a.  
Die Brüder Löwenherz (1977), Grüne Wüste (1999) und Mondscheinkinder (2006).

Jeanette Hoffmann: Vom Schweigen über den Tod. Die Graphic Novel „Meine Mutter ist in Amerika und hat Buffalo Bill getroffen“
Jeanette Hoffmann unterzieht die Bild- und Textebene der Grafiv Novel einer eingehenden Analyse und stellt zahlreiche Rezeptionseindrücke von Kindern vor. Diesen ist gemein, dass sie sich sowohl auf die Handlungs- als auch auf die Bewusstseinsebene der Geschichte beziehen, was aus didaktischer Perspektive ein wichtiges Lernpotenzial literarischer Texte darstellt. Darüber hinaus werden didaktische Anregungen für den Einsatz im Deutschunterricht gegeben, wobei es der Verfasserin vor allem darum geht, Möglichkeiten aufzuzeigen, die Vielschichtigkeit der literarischen Text-Bild-Vorlage als Gesprächs- und Schreibanlässe aufzugreifen.

Kathrin Wexberg: Nach-Erzählen. Erzählerische Annäherungen an das Thema Tod in neueren Kinder- und Jugendbüchern BiB
In ihrer Sammelrezension widmet sich Kathrin Wexberg folgenden Titeln:
Asher: Tote Mädchen lügen nicht (2009), Hof: Tote Maus für Papas Leben (2008),  Kooij: Klaras Kiste (2008), LaFleur: Mich gibt’s auch noch! (2009), Nicholls: Wie man unsterblich wird (2008), Oates: Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon (2008), Valentine: Kaputte Suppe (2010), Wegenast/Meyer: Hannah und ich (2008) und Zeevaert: Wer ich bin (2009).

 

SPEKTRUM

 

Maik Philipp: Unterschätzte Unterstützer der Lesemotivation, -häufigkeit und –menge. Längsschnitt-Befunde zur Relevanz der Gleichaltrigen (Peers) für das Lesen bei älteren Kindern BiB
Maik Philipp kommt u. a. folgenden interessanten Ergebnissen: Über die Anschlusskommunikation mit Gleichaltrigen besteht die Möglichkeit, Leseaktivitäten anzuregen. Vielleseverfahren und Maßnahmen der Leseanimation (vgl. Rosebrock/ Nix 2008), die gezielt Lesen als soziale Praxis inszenieren, erscheinen daher im Licht der Ergebnisse der vorgestellten Studien als geeignete Mittel. Zugleich ließe sich über die Aufwertung des Lesens im Freundeskreis der Rückgang der Lesemotivation abpuffern. Da sich sowohl in der PEER-Studie als auch in der von Klauda (2008) positive Peer-Beiträge auf Sachtexte zeigten, ließe sich gezielt daran ansetzen, indem Kindern und Jugendlichen interessante Sachbücher und Zeitschriften angeboten werden, über die sie miteinander ins Gespräch kommen. So ließe sich das Potenzial einer bislang unterschätzten Instanz der Lesesozialisation nutzen, die spätesten im Jugendalter zur wichtigsten Bezugsgruppe für das Lese- und Medienverhalten werden dürfte.

Iris Kruse: Eigenes in verfremdetem Gewand. Realistische Kinderliteratur als Herausforderung für den Literaturunterricht
Kruse kritisiert, dass realistische Kinderromane aufgrund ihres Wirklichkeitsbezugs in Schulen oft missbraucht werden. Nicht als poetische Literatur werden sie gelesen und in ihrer Ästhetizität erschlossen und genossen, sondern schlicht gebraucht als Erziehungs- bzw. Sozialisationsliteratur oder als Themenlieferanten. Dem setzt sie einen Literaturunterricht entgegen, der kompetenzorientiert ausgerichtet ist. Denn nicht im auf Informationszuwachs zielenden Umgang mit den Inhalten entfaltet sich vertieftes literarisches Verstehen, sondern durch die Wahrnehmung des sprachästhetischen Gesamtkunstwerks. Inszenierungsmuster für einen auf subjektive Wahrnehmungen und individuelle Lektürewirkungen hin geöffneten Literaturunterricht beinhalten zum Beispiel Formen offener Produktionsorientierung, literarische Gespräche oder auch Verfahren szenischer Interpretation. Macht man sich die Kompetenz fördernden Effekte dieser Methoden klar, die durch weiterführende Strukturierungsmaßnahmen wie z. B. sekundäre Anschlussaufgaben zu Lesetagebucheinträgen noch verstärkt werden können, so lässt sich auf standardisierende, inhaltszentrierende und pragmatisierende Verfahren und Materialien wie Antolin oder die diverse Lektürekarteien getrost verzichten.

Karin Richter: „Denkst du schon an Liebe?“ Gedanken zur Darstellung von Liebe, Erotik und Sexualität im Kinder- und Jugendbuch der DDR BiB
Ein Nachtrag zu Heft 4 (2010), Wenn Amors Pfeil getroffen hat ..., ist der Beitrag von Karin Richter. Ihre Untersuchung zeigt, dass sowohl in den fiktionalen Texten für Kinder und Jugendliche als auch in den zeitgenössischen literaturkritischen Debatten das Thema Liebesbeziehungen und erotische Empfindungen junger Menschen seit den 1970er-Jahren häufig im Mittelpunkt stand. Im Unterschied zur Literaturszene in der Bundesrepublik war es weniger an das traditionelle Mädchenbuch gebunden, das in dieser Form in der DDR nicht existierte, auch wenn die Spuren dieses Genres in anderen Kontexten und literarischen Formen wahrnehmbar waren. Einige in den 1970er- und 1980er-Jahren erschienene Bücher zum Thema Liebe waren ausgesprochene Bestseller, die die Trends wie auch die Veränderungen, die sich im Laufe von 1 5 Jahren innerhalb der Darstellung von Erotik und Sexualität in der Kinder- und Jugendliteratur der DDR vollziehen, widerspiegeln. An fünf Titeln, die sich in einem völlig unterschiedlichen Kontext diesem Thema zuwenden, werden einige Charakteristika dieser Geschichten aufgezeigt.

 

REZENSIONEN FACHLITERATUR BiB

 

Blume, Svenja/ Kümmerling-Meibauer,Bettina/ Nix, Angelika (Hgg.): Astrid Lindgren – Werk und Wirkung. Internationale und interkulturelle Aspekte. Frankfurt/ M.: Lang, 2008. 324 S., € 56,50 (Mareike Jendis)

Heinke, Susanne/ Plath, Monika: Bildwelten als spielerische Zugänge zu Andersens Märchen „Des Kaisers neue Kleider“/ „Das Feuerzeug“. Modelle und Materialien für den Literaturunterricht. Baltmannsweiler: Schneider, 2008. (Bilder erzählen Geschichten – Geschichten erzählen zu Bildern; 4). 62 S., € 16,00. (Bettina Oeste)

Lieber, Gabriele/ Jahn, Ina Friederike/ Danner, Antje (Hgg.): Durch Bilder bilden. Empirische Studien zur didaktischen Verwendung von Bildern im Vor- und Grundschulalter. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2009. 178 S., € 18. (Mirijam Seitz)

 

UNTERRICHTSMATERIALIEN

 

Aktuelle Unterrichtsmaterialien aus den Kinder- und Jugendbuchverlagen cbj, dtv und Hanser

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3/2010 [Dr. Jörg Knobloch]
Themenschwerpunkt: Tango mit einer Anaconda? KJL aus und über Argentinien

 Argentinien gilt im deutschsprachigen Raum als eher unbeschriebenes Blatt. Das schließt eine weite Verbreitung von Informationen zur Landschaft, zur Tierwelt, zur Geschichte oder über bekannte Persönlichkeiten des Landes nicht aus. Die Pampa, Patagonien, Evita und Juan Domingo Perón, die Militärdiktatur sowie der Krieg um die Falkland Inseln bzw. die Malwinen, der Tangosänger Carlos Cardell und nicht zuletzt Fußballstar Diego Maradona sind jedenfalls bekannt. Spätestens bei den beschriebenen Blättern, d.h. bei der von Argentiniern bzw. der in und über Argentinien geschriebenen Literatur, hören die Informationen jedoch meist auf. Dass Jorge Luis Borges ein argentinischer Autor von Weltgeltung ist, bleibt vielfach unbekannt. Dass es außer und neben ihm weitere bedeutende Autorinnen und Autoren gegeben hat oder gibt und nicht zuletzt, dass man in Argentinien eine durchaus wichtige und kreative Kinder- und Jugendbuchszene vorfindet, wissen nur wenige. 

Ein Grund dafür, dass im Jahr 2010 Argentinien Ehrengast der Frankfurter Buchmesse ist, kann darin gesehen werden, dass im deutschsprachigen Raum die Literatur eines der größten Länder der Erde bekannter werden soll. Dass Argentinien im gleichen Jahr auf 200 Jahre Unabhängigkeit zurückblickt, steht eigentlich auf einem anderen Blatt, mag aber den Zeitpunkt der Ehrung beeinflusst haben.

Wir haben die verstärkte Präsenz der argentinischen Literatur auf der Frankfurter Buchmesse 2010 zum Anlass genommen, Leserinnen und Leser speziell auf Kinder- und Jugendliteratur aus und über Argentinien hinzuweisen und damit Befürchtungen, dass dieser Bereich der Literatur dort zu einem Schattendasein verurteilt sein könnte, entgegenzutreten. Immerhin hatte eine Umfrage bei deutschen Kinder- und Jugendbuchverlagen ergeben, dass Lizenzen aus Argentinien bisher eher selten sind. Auch in den bisher veröffentlichten Unterlagen der Frankfurter Buchmesse spielt die Kinder- und Jugendliteratur eine marginale Rolle. Nur wenige deutschsprachige Verlage haben und pflegen bisher Kontakte zu argentinischen Kinder- und Jugendbuchverlagen.

Neben speziellen Informationen, die auf die Präsenz argentinischer Kinder- und Jugendliteratur auf der Frankfurter Buchmesse 2010 hinweisen, bieten die Beiträge dieses Heftes einen Überblick über die Entwicklung der argentinischen KJL. Es gibt Einblicke in die Arbeit argentinischer Kinder- und Jugendbuchautorinnen und -autoren. Es wird gezeigt, wie man mit Literatur bei einem Schullandheimaufenthalt Grundschülern erste Informationen über das - von Deutschland aus gesehen - weit entfernte Land Argentinien vermitteln kann. Außerdem wird auf die Auseinandersetzung eines deutschen Autors mit dem Argentinier Che Guevara hingewiesen. Die Rubrik Spektrum enthält Beiträge, die über den Rahmen des Themenschwerpunktes hinausgehen, aber dennoch mit ihm verbunden sind: Buchmessen in Lateinamerika, Kinder- und Jugendbücher in den Bibliotheken des Instituto Cervantes und nicht zuletzt die schulische Arbeit mit einer Biografie über Frida Kahlo, die als eine der wichtigsten lateinamerikanischen Malerinnen gilt.

Victorio Taccetti / Magdalena Faillace / Mempo Giardinelli
Argentinien als Ehrengast / Argentina como País Invitado de Honor de la Feria del Libro de Fráncfort 2010  BiB
Der Beitrag enthält eine Zusammenstellung von Auszügen aus Redemanuskripten von in diesem Zusammenhang wichtiger Personen aus Argentinien. Diese Zusammenstellung stützt sich auf eine Pressemappe, die aus Anlass der Ernennung Argentiniens zum Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2010 schon 2009 vorgestellt wurde. In deutscher und spanischer Sprache.
 

Jochen Weber

Die argentinische Kinder- und Jugendliteratur von ihren Anfängen bis heute.

Ein fragmentarischer Überblick BiB 
Dieser Beitrag bietet einen Überblick über wichtige Epochen und aktuelle Tendenzen der argentinischen Kinder- und Jugendliteratur. Da das Bilderbuch und die ins Deutsche übersetzte Literatur in anderen Beiträgen dieses Heftes beleuchtet werden, bleiben sie hier unberücksichtigt. Teilweise wurde für die Erarbeitung dieses Beitrages spanischsprachige Literatur als Grundlage verwendet.

Phillip D. Th. Knobloch / Celeste Palacios
Zwischen Schlappohren und Monstern. Anmerkungen zum Leben und Werk der argentinischen Kinder- und Jugendbuchautorin Graciela Montes BiB
Graciela Montes gilt in Argentinien als eine der bedeutendsten Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Im deutschsprachigen Raum ist sie jedoch weitgehend unbekannt. Da sie in Argentinien aber nicht nur durch Kinder- und Jugendbücher, sondern auch durch Herausgebertätigkeiten bei verschiedenen Verlagen, Übersetzungen sowie durch ihr umfassendes Engagement in der Leseförderung bekannt geworden ist, erschien es interessant, im Zusammenhang mit der Präsentation Argentiniens auf der Frankfurter Buchmesse ein Interview mit Graciela Montes zu führen. Das war geplant, da sich die Autorin aber aus privaten Gründen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hat und deshalb kein Kontakt mit ihr hergestellt werden konnte, musste sich dieser Artikel auf Informationen, die im Internet veröffentlicht sind, auf frühere Interviews und auf die Kinder- und Jugendbücher der Autorin stützen. Dafür mussten überwiegend spanischsprachige Quellen ausgewertet werden.

Daniel Roldán / Cristian Turdera / Gabriela Escobar
Illustration in Buenos Aires – zwischen Kunst und Design. Auszüge aus einem Gespräch
der Illustratoren Daniel Roldán und Cristian Turdera BiB
 
Grundlage für diesen Beitrag ist ein Gespräch zwischen Daniel Roldán und Cristian Turdera. Die Gesprächspartner sind in Argentinien als vielseitige Illustratoren bekannt und beliebt. Sie greifen vor allem Aspekte auf, die deutlich machen sollen, mit welchen Themen sich argentinische Kinderbuchillustratoren gegenwärtig auseinandersetzen. So wird auch ein Einblick in die aktuelle Szene argentinischer Kinderbuchillustratoren möglich. Der Beitrag wurde aus dem Spanischen ins Englische übertragen und dann ins Deutsche übersetzt.

Claudia Blei-Hoch
Die Poesie der Rätsel. Zum Bilderbuch Rede des Bären des argentinischen Autors
Julio Cortázar
Julio Cortázar (1914-1984) gilt als einer der bekanntesten und bedeutendsten argentinischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Seine Texte stecken voller rätselhafter Begebenheiten und beziehen den Leser in das Geschehen ein. Dass sich seine Art der Weltbeschreibung auch für Kinder eignet, ist eine neue Erfahrung, der sich der schweizerische Bajazzo Verlag durch die Veröffentlichung von Julio Cortázars Bilderbuch von der Rede des Bären (in der Übersetzung von Wolfgang Promies) stellt.

Jörg Knobloch
Flamingos am Ammersee oder: Annäherungen an Argentinien durch ein Tiermärchen von Horacio Quiroga   
Der Beitrag geht auf den Schullandheimaufenthalt einer 3. Klasse zurück. Ergänzend zu anderen Programmpunkten sollte exemplarisch und kindgerecht auch das Leben im Urwald thematisiert werden. Als Grundlage dafür bot sich ein Tiermärchen von Horacio Quiroga an, der lange im Urwald der argentinischen Provinz Misiones gelebt hatte. Somit war eine erste Annäherung an Argentinien möglich. Quiroga, der heute als einer der wichtigsten Vertreter der lateinamerikanischen Fantastik gilt, kann auf ein tragisches Schicksal verweisen, das sich in vielen seiner Erzählungen widerspiegelt. Viele seiner Tiererzählungen gehören nicht zufällig in vielen lateinamerikanischen bzw. Spanisch sprechenden Ländern zum Grundbestand eines schulischen Kanons der Kinder- und Jugendliteratur.

Antonia Stock
Poesie, Fantasie und Fußball. Neuere argentinische Kinder- und Jugendliteratur in deutscher Übersetzung BiB

Im folgenden Beitrag stehen Bücher argentinischer Autorinnen und Autoren im Vordergrund, die auch auf dem deutschen Buchmarkt zu finden sind. Neben Bilderbüchern, die nicht nur als Kinderbücher bezeichnet werden können, gibt es Kinderbücher, Jugendbücher und „all-age-Bücher“. Groß ist die Auswahl der Bücher allerdings nicht, wenn man sich an die Aufgabe macht, Kinder- und Jugendbücher argentinischer Autoren in deutscher Übersetzung zu suchen. Diese Übersetzungen konnte man bisher an einer Hand abzählen. Durch den Ehrengastauftritt Argentiniens bei der Frankfurter Buchmesse sind ein paar Übersetzungen hinzukommen. Da die argentinische Kinder- und Jugendliteratur jedoch qualitativ hochwertig und absolut empfehlenswert ist, sollten die in diesem Beitrag genannten Bücher Ansporn für einen stärkeren Literaturtransfer vom Rio de la Plata in unsere Gefilde sein.

Redaktion
Einblicke in eine nicht realisierte Ausstellung oder: Ein Überblick über neuere Kinder- und
Jugendbücher aus Argentinien / Una presentación de libros actuales de Argentina para niños y jóvenes BiB
Ursprünglich sollten hier Kinder- und Jugendbücher genannt werden, die man als Ausstellung argentinischer Verlage auch auf der Frankfurter Buchmesse 2010 sehen würde. Dieser Plan ließ sich allerdings nicht realisieren. Da für Interessenten aus Verlagen, Buchhandlungen oder  Bibliotheken sowie für Privatpersonen in der vorliegenden Ausgabe der Zeitschrift kjl&m Informationen dennoch wenigstens eine kleine Auswahl neuerer argentinischer Kinder- und Jugendbücher angeboten werden sollten, musste ein anderer Weg gewählt werden. Es wurden daher speziell Kinder- und Jugendbuchverlage, deren Repräsentanten auf Einladung der Frankfurter Buchmesse bereits 2009 durch Deutschland gereist waren, um Hinweise zu neueren Büchern gebeten. Vielleicht kann so gezeigt werden, welch hohes Niveau und welche Vielfalt die argentinische Kinder- und Jugendliteratur auszeichnen.

Jörg Knobloch
Der deutsche Jugendbuchautor Frederik Hetmann über den Argentinier Che Guevara.
Anmerkungen zur literarischen Auseinandersetzung mit einem Phänomen BiB 
Die nicht vorhersehbare Erkrankung eines Autors hat den ursprünglich geplanten Beitrag verhindert. Eine Person, die mit vergleichbaren Kenntnissen, gleicher Kompetenz und ersatzweise die beiden Che Guevara-Bücher Frederik Hetmanns einer kritischen Würdigung unterziehen würde, konnte in der Kürze der zur Verfügung stehenden Zeit jedenfalls nicht mehr verpflichtet werden. Die Aufgabe einer Auseinandersetzung mit diesen beiden Büchern musste daher an die Leserinnen und Leser weitergegeben werden. Die Anmerkungen, die hier stellvertretend präsentiert werden, könnten die bevorstehende Arbeit allerdings erleichtern. Bei der Erarbeitung konnten auch Erfahrungen auf den Spuren Che Guevaras in Argentinien eingebracht werden.

Spektrum

Tanja Katharina Lichtenstern

Eine Biografie über die mexikanische Malerin Frida Kahlo. Leseförderung durch Kooperation von

Förderschulen für Hörgeschädigte und Bibliotheken BiB  
Die Kinder- und Jugendbuchautorin Maren Gottschalk hat neben verschiedenen Biografien nun die Lebensgeschichte der Frida Kahlo verfasst. Die 1907 geborene Frida Kahlo gehört heute zu den wichtigsten Malerinnen nicht nur Lateinamerikas, sondern der Welt. Im Alter von 6 Jahren erkrankte sie an Kinderlähmung. Bei einem schweren Verkehrsunfall wurde auch ihre Wirbelsäule schwer verletzt. Nach der Hochzeit mit Diego Rivera, einem bekannten kommunistischen Revolutionsmaler, malte Frida ihre ersten Bilder mit surrealistischen Elementen. 1954 starb sie. Die Hinweise zur Arbeit mit dieser Biografie im Unterricht  bzw. in Bibliotheken sind für achte Klassen einer Förderschule für Hörgeschädigte gedacht. Dabei wird angenommen, dass die Verwendung dieses Buches für die Förderung der Identitätsentwicklung von Schülerinnen und Schülern eine große Chance bietet. Durch die Probleme und Lösungsstrategien der literarischen Protagonisten wird es offenbar möglich, Parallelen zum eigenen Leben zu ziehen und sich damit auseinanderzusetzen.

Martina Stemann
Wenn Bilder und Bücher auf Reisen gehen. Kinder- und Jugendliteratur auf lateinamerikanischen Buchmessen BiB
Das lateinamerikanische Kinder- und Jugendbuch ist überall präsent, vor allem natürlich auf Buchmessen in den verschiedenen Ländern Lateinamerikas. Die Autorin, Mitarbeiterin der auf diesen Buchmessen meist vertretenen Frankfurter Buchmesse, stellt Verlage vor, die regelmäßig auf den Buchmessen in Guadalajara (Mexiko), Buenos Aires (Argentinien) und São Paulo (Brasilien) ausstellen, und natürlich deren neuere Bücher. Diese Messen sind Motor der Branche und könnten unterschiedlicher nicht sein. Einen Teil des Erfolges lateinamerikanischer Kinder- und Jugendbücher bezeichnet die Autorin als „hausgemacht“. Sie sieht ihn darin, dass offenbar die Politik in Lateinamerika dem Thema Leseförderung eine wesentliche Bedeutung beimisst und damit den Verlagen den notwendigen Nährboden vorbereitet.

Jordi Carrascosa
Kinder- und Jugendliteratur in den Bibliotheken des Instituto Cervantes in Deutschland BiB
Das Instituto Cervantes (IC) ist eine von Spanien gegründete öffentliche Einrichtung zur Förderung der spanischen Sprache und zur Verbreitung spanische und hispanoamerikanischer Kultur. Auf vier Kontinenten gibt es entsprechende Kulturzentren, alle Institute verfügen über eine eigene Bibliothek. Die Bibliotheken des IC bilden das größte spanische Bibliotheksnetz der Welt und informieren über Kultur und Literatur aus Spanien und Hispanoamerika. Der Buchbestand umfasst insgesamt mehr als eine Million Exemplare, mit denen das Ziel verfolgt wird, eine möglichst vollständige und ausgewogene Vorstellung von spanischer Sprache und Literatur, von Geschichte, Geografie, Kunst, Philosophie, Wissenschaft, Politik, Gesellschaft, Musik und Filmproduktion zu ermöglichen. Es wird auch eine repräsentative Sammlung spanischer und lateinamerikanischer Kinderliteratur aufgebaut. Allein in der Bibliothek in Berlin können z.Z. 600 Kinderbücher- und Jugendbücher, 200 Filme und Fernsehserien sowie 50 Musik-Medien ausgeliehen werden. Im letzten Jahr bot sich der Bibliothek in Berlin die Möglichkeit ihre Räumlichkeiten zu erweitern. Diese Chance wurde vor allem genutzt, um einen neuen Bereich für Kinder mit entsprechendem Mobiliar einzurichten. Der Erwerb neuer Kinder- und Jugendbücher wird im Bibliotheksverbund des IC von Fachleuten des jeweiligen Zentrums vorgenommen. Der aus Spanien stammende Autor des Beitrags ist Leiter der Bibliothek in Berlin.

Publikationen

Fachliteratur BiB

Seibert, Ernst: Themen, Stoffe und Motive in der Literatur für Kinder und Jugendliche. Wien: Facultas Universitätsverlag, 2008 (UTB 3073). 206 S., € 18,90. (Regina Pantos)

Mittler, Hubert: Prinz Eisenherz oder: Das Mittelalter in der Sprechblase. Das Bild von Ritter und Rittertum zwischen 1000 und 1200 in ausgewählten historisierenden Comics. Frankfurt/M.: Peter Lang, 2008 (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 54). 291 S., € 51,50. (Prof. Dr. Dietrich Grünewald)

Hodaie, Nazli: Der Orient in der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Fallstudien aus drei Jahrhunderten. Frankfurt/ M [u.a.]: Lang, 2008 (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 58). 337 S., € 56,50. (Geralde Schmidt-Dumont)

Kromp, Ilona: Eigennamen in der deutschen und polnischen Kinderliteratur unter textlinguistischem und translatorischem Aspekt. Frankfurt/ M.: Peter Lang Verlag, 2008 (Danziger Beiträge zur Germanistik; 24). 162 S., 36,20 €. (Dr. Yvonne Luft)

Kumschlies, Kirsten: „Es war sehr schön in dir zu leben ...“. Literarische Kompetenz und Szenische Interpretation. Texte von Grundschulkindern als Zeugnisse der Rezeption. Frankfurt/ M.: Lang, 2008 (Beiträge zur Literatur- und Mediendidaktik; 16). 327 S., € 55,90. (Dr. Kristina Popp)

Leubner, Martin / Anja Saupe: Textverstehen im Literaturunterricht und Aufgaben. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren, 2008. 248 S., € 19,80. (Prof. Dr. Clemens Kammler)

 

Unterrichtsmaterialien

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Klaus-Peter Wolf / Bettina Göschl: Leon und die wilden Ritter. München: cbj, 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 2-3. Kostenloser Download unter
www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_wolfleon_final_13405.pdf

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Jo Pestum: Die geheimnisvolle Schatzinsel. München: cbj, 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 2-3. Kostenloser Download unter
www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/pestum_diegeheimnisvolleschatzinsel_12388.pdf

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Klaus-Peter Wolf / Bettina Göschl: Jenny und die Seeräuber. München: cbj, 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 2-3. Kostenloser Download unter
www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_wolf_jenny_final_13404.pdf

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Patricia Schröder: Du schaffst das, Felix! München: cbj, 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 2-3. Kostenloser Download unter
www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_schroeder_rz_13602.pdf

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Klaus-Peter Wolf / Bettina Göschl: Ulf und die starken Wikinger. München: cbj, 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 2-3. Kostenloser Download unter
www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_wolf_ulf_final_14661.pdf

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Nortrud Boge-Erli: Melissa in der Hexenschule. München: cbj, 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 3. Kostenloser Download unter
www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_bogeerlil_rz_13052.pdf

Neubauer, Annette: [Unterrichtsmodell zu] Annette Neubauer: Sagenhafte Abenteuer: Das rätselhafte Schwert. Ein Nibelungen-Abenteuer. Hamburg: Carlsen, [2009] (Carlsen in der Schule – Ideen für den Unterricht). Klassenstufe: 3-4. Kostenloser Download unter
 http://tdb.carlsen.de/carl2_resources/uploads/instructionMaterials/UM-9783551555212.pdf

Zerbe, Renate: [Ein Unterrichtsmodell zu] Anja Tuckermann: Ein Buch für Yunus. München: dtv junior / Reihe Hanser, 2009 (Unterrichtspraxis - Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 3-4. Kostenloser Download unter
www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62375.pdf

Lohrberg-Pukrop, Anke: Ein Unterrichtsmodell zu Ulrich Hub / Jörg Mühle: An der Arche um Acht. München: dtv Junior, 2009 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe 4-6. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71392.pdf

Pabst, Lea: Ein Unterrichtsmodell zu Jana Frey: Frido XXL. München: dtv junior, 2010  (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 4-6. Kostenloser Download unter
www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71391.pdf

Schäfer, Kerstin: [Ein Unterrichtsmodell zu] Linda Newbery: Katzenaugen. München:  dtv junior / Reihe Hanser, 2009 (Unterrichtspraxis - Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 6-7. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62388.pdf

Klimmer, Richard: [Ein Unterrichtsmodell zu] Günter Grass: Katz und Maus. Eine Novelle mit Bildern von Jacky Gleich. München:  dtv junior / Reihe Hanser, 2009 (Unterrichtspraxis - Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 9-10. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62276.pdf

Wittstruck, Wilfried: Ein Unterrichtsmodell zu Christian Linker: Blitzlichtgewitter. München: dtv junior, 2008  (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 9-11. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/78224.pdf

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2/2010 [Dr. Caroline Roeder]

Thema: So leben wir jetzt – Krieg in Kinder- und Jugendliteratur 
zum Inhaltsverzeichnis bitte auf das Bild klicken; hier geht's zum Editorial


Das Thema Krieg in der Kinder- und Jugendliteratur steht im Mittelpunkt dieses Themenheftes, das mit aktuellen theoretischen Fragestellungen, mit Blick auf die Entwicklungen des kinder- und jugendliterarischen Marktes und die medialen Ausgestaltungen dieser Thematik, ebenso wie mit einer weit gefassten Perspektive auf die literarische Motivgeschichte ausgeleuchtet wird.
Zur Sprache kommen theoretische Aspekte der Erinnerungskultur ebenso wird ein Blick auf neue mediale Formate der Kriegsdarstellung im Bereich Computerspiele geworfen, die man unter dem Begriff Militainement fassen kann. Kriegerisch geht es aber auch in Mythen-Bearbeitungen zu, die für Kinder erzählt sind, während in dem umfänglichen Textkorpus, das sich im Bereich Jugendbuch mit dem sogenannten Nahostkonflikt beschäftigt, der Begriff Krieg häufig ausgespart bleibt. Im Bereich Comic für Kinder bedeutet die Darstellung des Holocaust ein Novum. Betrachtet wird eine dieser Bildgeschichten hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeit für den Deutschunterricht. Mit einem Blick auf den aktuellen kinder- und jugendliterarischen Buchmarkt wird versucht, neue Tendenzen in der Kriegsdarstellung nachzuzeichnen und zu fragen, inwiefern diese Titel eine Zeitdiagnose liefern.
Im Spektrum schließlich wird über die Möglichkeiten der Leseförderung im Buchhandelssegment berichtet; daneben erfährt man, was für Archivschätze in Bibliotheken verborgen liegen und schließlich wird eine Studie zur Rezeption von Bilderbüchern mit Generationenthematik vorgestellt, die mit Viertklässlern durchgeführt worden ist. Rezensionen von Fachliteratur, ausgewählte Unterrichtsmaterialien, Aktuelles und Berichte aus der AJuM schließen das Heft ab.

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1/2010 [Prof. Dr. Petra Josting]

Thema: Wenn Amors Pfeil getroffen hat ... Liebe in der KJL
Das Thema Liebe findet sich in vielen Texten der KJL. Gleichwohl sucht man in der KJL-Forschung vergeblich nach dem Gattungsbegriff Liebesroman; meistens spielt das Thema lediglich in der Auseinandersetzung mit Adoleszenzromanen und der sog. Mädchenliteratur eine zentrale Rolle. Auch die Germanistik zeigt sich weitgehend nur dann an diesem Gegenstand interessiert, wenn es sich um sog. leichte Unterhaltungslektüre handelt. Eine der wenigen Ausnahmen bildet die Studie von Elke Reinhardt-Becker, die unter dem Titel Seelenbund oder Partnerschaft? (2005) die Liebessemantiken in der Literatur der Romantik und Neuen Sachlichkeit untersuchte. Daran anschließend wäre im Hinblick auf die KJL zu fragen, inwieweit sich diese oder andere Liebessemantiken in den Texten wiederfinden: Hängen zumindest die Protagonisten in Jugendbüchern, wie man vermuten könnte, eher dem romantischen Liebesideal an, d. h. gehört für sie zur Liebe eine gewisse Seelenverwandtschaft, das gegenseitige Verstehen, die Untrennbarkeit von geistiger und körperlicher Liebe und sehnen sie sich letztlich nach ewiger Liebe? Vorstellbar ist aber auch, die neusachliche Liebessemantik anzutreffen, sprich die Liebe dient nicht mehr der Ich- Konstruktion, sondern wird als eine Form der Bewältigung und Verschönerung des Alltags angesehen. Oder geht es nur um den ersten Kuss oder das Erste Mal? Das vorliegende Heft versteht sich als Anregung zur weiteren Beschäftigung mit dem Thema und auch Gattung. Zusammengetragen wurden deshalb Beiträge, die sich aktuellen Segmenten des KJL-Marktes zuwenden.

Heidi Lexe
Zum Heule
n. Der Liebesroman als jugendliterarische Gattung
BiB
Heidi Lexe wendet sich der aktuellen Jugendliteratur zu und macht drei Handlungseinheiten ausfindig, die einander chronologisch folgen, wenngleich unterschiedlich miteinander variiert: 1. Zwei Personen lernen sich kennen, verlieben sich; 2. Es treten Hindernisse auf, die der Liebesbeziehung im Wege stehen; 3. Die Liebenden finden zueinander, doch der Ausgang kann positiv oder negativ sein.

Ralf Schweikart
Mein hungriges Herz – L
yrik und Liebe
BiB
Ralf Schweikart geht der Frage nach, was die Jugendlyrik zu bieten hat und stellt in diesem Zusammenhang neben Sammlungen von Zoran Drvenkar oder Jochen Till auch Songtexte/ Lyrics vor, die von Pop über HipHop bis zu Rock und Punk reichen.

Thomas Kunz
Was passiert,
wenn Ayse sich in Florian verliebt oder: Die Foto-Love-Story als Ort stereotyper Fremdheitskonstruktionen im Medium Jugendzeitschrift
Auf der Basis einer Foto-Love-Story in der Zeitschrift Yam! beschäftigt sich Thomas Kunz mit stereotypen Fremdheitskonstruktionen, denn im Mediendiskurs sind Darstellungen und Positionierungen hinsichtlich der Jugendlichen mit sog. Migrationshintergrund vorherrschend negativ konnotiert. Sie werden zumeist entweder als defizitär, als problematisch und/ oder gar als bedrohlich inszeniert. Die Leitfrage lautet deshalb, inwieweit bestätigen oder unterlaufen die Darstellungen und Inszenierungen der Foto-Love-Story diese hegemonialen Bilder?

Caroline Roeder
Die Sprache als Schutzmantel oder Über die Schwierigkeiten am Leben überhaupt teilzunehmen. Ein Interview mit der Autorin Marjaleena Lembcke über ihren Roman Liebeslinien BiB
Lembcke siedelt den Roman in den 1960er-Jahren an und verortet die Zeit vor allem durch Filme. Dennoch lastet dem Buch nichts Vergangenes an. Die Liebeslinie, die Lembcke mit diesem außergewöhnlich poetischen Roman gezogen hat, reicht von gestern nach heute nach morgen – und schließt an einem hoffnungsvollen Punkt.

Felix Giesa
„Du hast dich verlie
bt.“ – Und jetzt? Liebe in der zeitgenössischen Kinderliteratur
BiB
Grundlage von Felix Giesas Untersuchung sind u. a. folgende aktuelle Kinder- und Bilderbücher : Ani, Friedrich: Meine total wahren und überhaupt nicht peinlichen Memoiren mit genau elfeinhalb. München: Hanser, 2008; Holmberg, Bo R.: So was macht die Liebe. Hamburg: Oetinger, 2002; K., Ulf:
Sternennächte. Ein Bilderbuch für
verliebte Melancholiker. Wuppertal: Edition 52, 2004; Meyer, Piri/ Klaus Meyer: Leinen los für Jonas! Ravensburg: Ravensburger, 2002; Nilsson, Per: Für immer Milena. Hamburg: Oetinger, 2003; Ranst, Do van: Rabenhaar. Hamburg: Carlsen, 2008; Schulß, Axel/ Daniela Bunge (Ill.): Als Otto das Herz zum ersten Mal brach. Köln: Boje, 2009.
Er kommt zu dem Ergebnis, dass die kindlichen Protagonisten das Kribbeln im Bauch letztlich als etwas Schönes wahrnehmen; der Kuss auf den Mund sei für das Genre konstitutiv.

Mareike Jendis
Alles okeh – K
artoffelpüreh. Verliebte Jungen in den Sune- und Bert-Büchern von Anders Jacobsson und Sören Olsson BiB
Dass Liebe zumindest in der schwedischen KJL kein typisches Thema für Mädchen und weibliche Leser ist, zeigt Mareike Jendis in ihrer Auseinadersetzung mit den Sune- und Bert- Büchern, die sich auch in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen und nicht nur als Freizeitlektüre, sondern ebenso für das Klassenzimmer geeignet sind.

Bettina Oeste
Liebe ahoi! Ein Unterrichtsmodell zum Thema Liebe für Kinder in der Grundschule
2009 erschien im Bajazzoverlag das Bilderbuch Papierschiff ahoi! des Schriftstellers Jorge Luján. Wie Bettina Oeste zeigt, eröffnet die Gattung Bilderbuch ein breites Spektrum ästhetischer Zugangsmöglichkeiten zu einem Phänomen wie Liebe oder Freundschaft, wenn es sich an dem Erfahrungs- und Erlebnishorizont des Kindes orientiert. Die kompetenzorientierte Unterrichtideen gliedern sich in neun Module für die Klassen 2 bis 4.

Alice Bienk
Es ist, was es ist – Liebe in Zeiten moderner Kommunikationsmedien.
Schüler der 10. Klasse drehen Handyfilme zum Thema Liebe
Dass sich mit Mobiltelefonen filmästhetisch sehr gute und technisch relativ gute Produkte herstellen lassen, zeigt der Unterrichtsvorschlag von Alice Bienk. Darüber hinaus lassen sich u. a. folgende Ziele mit der Einheit realisieren: Die SchülerInnen bekommen eine Vorstellung davon, wie sie den Liebesbegriff füllen und wie sie diese Definition ästhetisch in einen Filmtext umsetzen können; sie erhalten fundierten Einblick in den Entstehungsprozess eines Films, und werden im Zuge dessen zur Medienanalyse wie Medienkritik befähigt.

 

Spektrum

Anastasia Moraitis
Pediki logotechnia: Die griechische Kinder- und Jugendliteratur
. Ein historischer Streifzug
Über die griechische KJL ist in Deutschland nur wenig bekannt. Anastasia Moraitis gibt deshalb einen Einblick in ihre historische Entwicklung. Für hochwertige und wertvolle Kinderliteratur stehen heute in Griechenland Namen wie Christos Boulotis, Manos Kondoleon, Loti Petrovits, Litsa Psarafti, Georges Sari, Kira Sinou und viele andere. Die Thematik der griechischen Kinderliteratur ist vielfältig, sie schöpft aus allen Bereichen des Kinderlebens; manchmal phantasievoll von märchenhaftem Inhalt, dann ernst und problemorientiert, stets hat sie die kindlichen Leser im Blick, sie ist lehrreich, aber ohne den moralisch erhobenen Zeigefinger.

Susanne Brandt
Bilderbücher als Lebenshilfe. Thesen und Impulse zum dialogisches Vorlesen BiB
Eine dialogisch gestaltete Vorlesesituation ermöglicht dem Kind ein Ausbalancieren zwischen fiktiver und realer Wirklichkeit und weckt über begleitende Gespräche immer wieder Phantasien und Bilder für die eigenen Gefühle und Handlungsmöglichkeiten, die in diesem geschützten Raum spielerisch erprobt und verändert werden können. In dialogisch gestalteten Vorlese- und Erzählsituationen öffnet sich für Kinder somit quasi der Vorhang für eine Bühne, auf der alle Gefühle phantastischen Ausdruck finden: Projektionen und Identifikationen helfen, gerade auch mit schwierigen Gefühlen wie Trauer, Angst, Wut, Aggression umzugehen und sie unbeschadet bewältigen zu lernen. Wie das konkret in der Auseinandersetzung mit Bilderbüchern aussehen kann, zeigt der Beitrag von Sabine Brandt.

 

Publikationen

Fachliteratur BiB

Brunken, Otto/ Bettina Hurrelmann/ Maria Michels-Kohlhage/ Gisela Wilkending (Hgg.): Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur. Von 1850 bis 1900. Stuttgart: Metzler, 2008. 876 S., € 299,95. (Reiner Neubert)

Glasenapp, Gabriele von/ Hans-Heino Ewers (Hgg.): Kriegs- und Nachkriegskindheiten. Studien zur literarischen Erinnerungskultur für junge Leser. Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2008. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 57). 519 S., € 69. (Caroline Roeder)

Wild, Reiner (Hg.): Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. 3., vollst. überarb. u. erw. Aufl. Stuttgart [u.a.]: Metzler, 2008. 533 S., € 39,95. (Reiner Neubert)

Gruben, Frauke: Kinder- und Jugendsachbücher. Fachliche Wissensbestände und Darstellungsstrategien in Kinder und Jugendsachbüchern. Tostedt: Attikon, 2006 (HAFF. Hamburger Arbeiten zur Fachsprachenforschung; 7). Zugl.: Diss., Univ. Oldenburg. 396 S., € 98. (Geralde Schmidt-Dumont)

Erzse-Boitor, Kinga: Das Bild des Anderen in der rumäniendeutschen Kinder- und Jugendliteratur. Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2008 (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 59). Zugl.: Diss., Univ. Sibiu, 2007. 187 S., € 39. (Maria Sass)

Graf, Werner: Lesegenese in Kindheit und Jugend. Einführung in die literarische Sozialisation. Baltmannsweiler: Schneider 2008. 204 S. € 19. (Steffen Gailberger)

 

Unterrichtsmaterialien

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Frauke Nahrgang: Das Schulhof-Geheimnis. München: cbj 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 3. Thematik: Detektivgeschichte, Freundschaft, Selbstbewusstsein. Kostenloser Download unter www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_nahrgang_rz_13054.pdf

Gehring, Birgit: [Ein Unterrichtsmodell zu] Manfred Mai: Klassenfahrt zur Ritterburg. München: cbj 2009 (cbj Unterricht). Klassenstufe: 3. Thematik: Zusammenleben in einer 3. Klasse, Lesenacht, Theater- und Ritterprojekt. Kostenloser Download unter www.randomhouse.de/content/attachment/webarticle/cbj_uhilfe_mai_rz_13053.pdf

Dorst, Gisela: [Ein Unterrichtsmodell zu] Cornelia Franz: Das Geheimnis des Roten Ritters (Reihe: dtv junior Tigerauge). München: dtv junior 2008 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 3–5. Thematik: Krimiabenteuer, Lebensweise im Mittelalter, Sitten und Gebräuche der Ritterzeit. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/7711.pdf

Dorst, Anja: [Ein Unterrichtsmodell zu] Franjo Terhart: Die Augen der Hydra. Ein Mitratekrimi aus dem Alten Rom. München: dtv junior 2009 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 4–6. Thematik: Erzählte Geschichte für Jüngere, Kinderkrimi vor historischer Kulisse, Alltagsleben früher u. heute, Teil 3 einer Serie von Mitratekrimis aus dem alten Rom. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71370.pdf

Joist, Alexander: [Ein Unterrichtsmodell zu] Claudia Frieser: Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder. München: dtv junior 2009 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 5-6. Thematik: Reise in die Vergangenheit, Stadt im Mittelalter, Alltagsleben früher u. heute, Krimi. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71277.pdf

Ahrens, Kerstin: [Ein Unterrichtsmodell zu] Susanne Fritsche: Die Mauer ist gefallen. Eine kleine Geschichte der DDR. München: dtv junior 2009 (Unterrichtspraxis – Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 8-10. Thematik: Politische Entwicklungen und Berichte aus dem persönlichen Lebensalltag in der DDR – in Texten und Bildern. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62419.pdf

Heinß, Wolfgang: [Ein Unterrichtsmodell zu] Sherman Alexie: Das absolut wahre Tagebuch eines Teilzeit-Indianers. München: dtv Premium 2009 (Lesen in der Schule mit dtv Premium). Klassenstufe: 8-11. Thematik: Autobiografischer Jugendroman über das Leben zwischen Reservat und weißer Mehrheitsgesellschaft. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/24742.pdf

Limbach, Reiner: [Ein Unterrichtsmodell zu] Valérie Zenatti: Leihst du mir deinen Blick? Eine Freundschaft zwischen Jerusalem und Gaza. München: dtv pocket 2009 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 9-12. Thematik: E-Mail-Roman einer jüdischen Autorin, Briefwechsel einer Schülerin aus Jerusalem mit einem jungen Mann in Gaza, Leben in Israel, Leben der Palästinenser in Gaza. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/78223.pdf

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Ich!
Identität(en) in der Kinder- und Jugendliteratur

kjl&m extra / 2009 erscheint Mitte Oktober 2009 – 224 Seiten mit 17 Fachbeiträgen sowie Originalbeiträgen von IllustratorInnen und zwei Texten von Andreas Steinhöfel

Die in diesem Band versammelten Beiträge leuchten Identitätsperspektiven und –konzepte aus, diskutieren theoretische Überlegungen und reflektieren Identitätskonstrukte, verfolgen historische Koordinaten und skizzieren in die Zukunft weisende (mediale) Entwicklungen, verdeutlichen praxisorientierte Positionen sowohl für den Literaturunterricht als auch für die außerschulische Arbeit und weisen ganz persönliche Zugänge auf: erzählen Geschichte und Geschichten vom Ich und ergänzen sich zu einem vielschichtig schillernden Kaleidoskop der Identitäten.

 Der vorliegende Band zum komplexen Thema Identität hat verschiedene Wissenschaften und Künste einbezogen. Angefragt wurden LiteraturwissenschaftlerInnen und LiteraturdidaktikerInnen, Fachleute medialer Entwicklungen und Personen, die im Kulturbetrieb tätig sind, IllustratorInnen, AutorInnen, GestalterInnen, d.h. befragt wurden für diesen Band SpezialistInnen aller Couleur, um das Wechselspiel Identität im Spiegel von Kinder- und Jugendliteratur und ihren Medien zu erforschen und zu entschlüsseln.

Neben den 17 Fachaufsätzen beinhaltet der Band Originalbeiträge bekannter Bild- und Text-KünstlerInnen.

Folgende IllustratorInnen im Selbstporträt: Martin Baltscheit, Aljoscha Blau, Nadia Budde, Jacky Gleich, Renate Habinger, Nikolaus Heidelbach und Susanne Janssen. Der Autor und Übersetzer Andreas Steinhöfel hat seinen Text „Labyrinth“, der autobiographische Züge trägt, zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus erzählt Andreas Steinhöfel über sein Verhältnis zum autobiografischen Schreiben und gewährt so Einblick in die literarische Reflexion und den persönlichen Zugang zu fiktiven Welten.

Jährlich erscheint „kjl&m extra“ als umfangreichere Sonderausgabe (224 Seiten), die den AbonnentInnen außerhalb des Abos zu einem ermäßigten Preis mit Rückgaberecht geliefert wird. Die Ausgabe 2009 (erscheint im Oktober). Bezug/Abonnement bei: kopaed, Pfälzer-Wald-Str. 64, 81539 München; info@kopaed.de; Einzelpreis: 18,80 €.

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4/2009 [Dr. Jörg Knobloch]

Thema: Die angekündigte Katastrophe oder: KJL und Umweltschutz

(zum Inhaltsverzeichnis bitte auf das Bild klicken)

Die Klimakatastrophe ist eines der zentralen Themen gegenwärtiger Politik, nicht zuletzt seit der frühere US-Vizepräsident Al Gore mit seiner Medienkampagne über Eine unbequeme Wahrheit an die Öffentlichkeit ging und damit – quasi nebenbei –   auch zum Jugendbuchautor wurde. Allerdings verbergen sich hinter dem Begriff Klimakatastrophe komplexe ökologische Zusammenhänge. Man kann heute nicht mehr von den Folgen einer Erwärmung des Weltklimas sprechen und von der Globalisierung der Weltwirtschaft schweigen, nicht Eisbären auf schmelzenden Eisschollen bedauern und vor den Kriegen um Wasser die Augen verschließen. Auch nicht in Kinder- und Jugendbüchern. Auf diese erst nur zögerlich zur Kenntnis genommene Problematik wurde lange hingewiesen. Inzwischen aber wird z.B. die Bedeutung der Klimafrage über Landes- und Parteigrenzen hinweg wahrgenommen. Die vom Ehepaar Meadows 1972 veröffentlichte Studie über Die Grenzen des Wachstums erregte in diesem Zusammenhang nicht nur Aufmerksamkeit, wurde ein Bestseller und könnte mit Blick auf die heute drohende Klimakatastrophe als Chronik eines angekündigten Todes (Márquez) bezeichnet werden. Sie gilt auch als Meilenstein für die Entwicklung ökologischen Bewusstseins.

Der Frage, ob und wie auch in der Kinder- und Jugendliteratur ökologische Aspekte aufgegriffen wurden und werden, gehen die Beiträge des vorliegenden Heftes exemplarisch nach. Dabei wird immer wieder deutlich, dass durch Meadows Bestseller die langjährige Vorherrschaft einer weitgehend heilen (Um-) Welt in der KJL keineswegs abgelöst wurde. Es hatte zwar schon länger Kinder- und Jugendbücher gegeben, in denen die unberührte, wilde Natur besungen und Menschen für das Leid von Tieren verantwortlich gemacht wurden. Ökologische Zusammenhänge oder die Folgen einer auf Ausbeutung reduzierten Globalisierung wurden aber zu selten gesehen. Trotz aller Naivität, trotz eines von Naturidyllen geprägten Weltbildes gibt es hier jedoch auch Störfälle, die Vorläufer heute geschätzter Publikationen einer Gudrun Pausewang oder eines Al Gore sind. So wird im vorliegenden Heft zu Recht auf Aufklärung und Romantik verwiesen (B. Oeste). Mark Twain gilt als Wegbereiter von Zeitreisen und aus ökologischer Perspektive wird ein Buch betrachtet, das während der Weimarer Republik entstanden ist (H. Zimmermann). Selbst ein von der Forschung bisher als problematisch eingeschätzter Autor wie Erich Kloss kann als Beleg für literarische Entwicklungen genannt werden, die längst begonnen hatten, als das Tierbuch noch als Kategorie des Abenteuerbuches galt und der Begriff Ökologie weitgehend unbekannt war.

Zweifellos gibt es jedoch einen Zusammenhang zwischen Literatur und Realität. Deshalb wird hier ganz optimistisch davon ausgegangen, dass gerade eine sogenannte Ökologische Kinder- und Jugendliteratur dazu beiträgt, sich selbst überflüssig zu machen.     

Bettina Oeste
Natur und Umwelt (-schutz) in der Kinder- und Jugendliteratur. Eine kurze Geschichte der deutschsprachigen Ökologischen KJL
BiB
Ökologische Kinder- und Jugendliteratur ist keinesfalls nur ein Produkt neuerer Entwicklungen. Entsprechende Aspekte lassen sich bereits in den Volksmärchchen der Romantik finden und auch die Robinsonaden der Aufklärung gehören mit ihrer Kritik am Fortschrittsglauben und –optimismus dazu. Bettina Oeste weist in ihrem Beitrag auf eine Entwicklung hin, die letztlich begonnen hat, bevor die Gattung der Ökologischen KJL geboren war.

Holger Zimmermann
Essen im Gras, Trinken aus Flüssen und Verbrechen in Kloaken. Die Darstellung von Natur und Umwelt in Zeitreiseerzählungen
BiB 
Ökologische Aspekte sind, wie Holger Zimmermann nachweist, auch in den Zeitreiseerzählungen der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur zu finden. Er arbeitet heraus, dass es sich lohnt diese Spielart des Fantastischen auch unter ökologischen Gesichtspunkten zu betrachten.

 Regina Pantos
Störfälle. Der Streit um die Verleihung des Deutschen Jugendliteraturpreises 1988
BiB
Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl erschien ein Buch der Lehrerin, Autorin, engagierten Vertreterin globaler demokratischer Entwicklungen und letztlich Umweltschützerin Gudrun Pausewang, für das sie 1988 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde: Die Wolke. Die politische Aussage des Buches führte allerdings zu einer Kontroverse, die es zunächst fraglich erscheinen ließ, ob es zu einer Preisverleihung überhaupt kommen würde. Regina Pantos, heute Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur, hat damals diese Entwicklung verfolgt. Sie zeigt auf, welcher Mut dazugehörte, sich der Position der damaligen Bundesregierung entgegenzustellen. Als eigentlicher Störfall wird angesehen, dass das Urteil einer kompetenten Jury nichts mehr wert sein sollte, wenn es um die gemeinsamen Interessen von Staat und Atomindustrie geht.

 Malte Dahrendorf
Wider das Verdrängen und Verharmlosen. Gudrun Pausewangs Atomkatastrophenbücher
BiB 
Der inzwischen verstorbene Malte Dahrendorf (vgl. dazu den Band von Ursula und Heinz-Jürgen Kliewer hgg. Band: Nur das Denken, das wir leben, hat einen Wert. Zur Erinnerung an den Literaturdidaktiker und Kinder- und Jugendliteraturforscher Malte Dahrendorf. Frankfurt/M 2009) war lange Jahre Redakteur der GEW-Zeitschrift Beiträge Jugendliteratur und Medien. Er trat 1991 mit einem engagierten Aufsatz für Gudrun Pausewang ein. Dabei betonte er, dass es der Autorin selbst in ihren „Atomkatastrophenbüchern“ gelungen sei, die Balance zwischen realistischer und fiktiver Darstellung zu wahren. Der hier wiederabgedruckte Beitrag Dahrendorfs erweist sich als wichtiges Dokument nicht nur zur Entwicklung der Ökologischen KJL, sondern zur neueren KJL überhaupt.

 Bettina Oeste
Nach der Wolke kann die Freiheit wieder grenzenlos sein. Über die Verfilmung eines Bestsellers von Gudrun Pausewang
BiB
Gudrun Pausewangs damaliger Bestseller wurde im Jahr 2006 verfilmt. Bettina Oeste macht allerdings auf Unterschiede zwischen ursprünglichem Printmedium und Film aufmerksam, die meist Folge der filmischen Adaption des Buches sind, aber auch auf einen unterschiedlichen Umgang mit der naheliegenden Pubertätsproblematik verweist.

 Ruth Paulig
Al Gore: Vom Politiker zum  Friedensnobelpreisträger und Sachbuchautor für Jugendliche
BiB 
Al Gore ist nicht nur Politiker. Als Umweltaktivist hat er den Friedensnobelpreis bekommen. Sein gegenwärtiges Hauptwerk ist nicht nur als Dia-Show, als Buch für Erwachsene und als Film erschienen, sondern auch als Jugendbuch. Ruth Paulig, ehemalige Landtagsabgeordnete in Bayern und selbst Umweltaktivistin, stellt den Autor und sein Anliegen vor und macht dabei zugleich deutlich, wie dieses Anliegen in einem Jugendbuch sinnvoll aufbereitet werden kann.

Jörg Knobloch
Umweltschutz im Unterricht mit Kinder- und Jugendliteratur. Ein didaktischer Versuch mit Tierbüchern von Erich Kloss
Erich Kloss gilt vor allem im Bereich des Tierbuches als Bestsellerautor. Seine einst geschätzten Bücher sind jedoch heute nur noch über den Antiquariatsbuchhandel und eventuell in Bibliotheken lieferbar. Diese Hürden sowie ein Vergleich mit heutigen Tierbüchern verweisen jedoch auf Entwicklungsprozesse, mit denen, wie Jörg Knobloch in seinen „didaktischen Versuch“ zeigt, in einem aktuellen Unterricht mit Büchern gearbeitet werden kann.

Thorsten Strübe
Klimawandel, Ressourcen und Verantwortung. Neuere Kinder- und Jugendbücher zum Thema Umweltschutz
BiB
Treibhauseffekt, Klimawandel und Artensterben sind heute Schlagworte in den Medien und gehören damit zum Leben von Kindern und Jugendlichen. Insofern liegt die Erwartung nahe, dass sich dieser Themenkreis in einer großen Anzahl von aktuellen Publikationen der Kinder- und Jugendliteratur niederschlagen müsste. Das ist allerdings keineswegs der Fall, wie Thorsten Strübes Recherche für die vorliegende Sammelrezension gezeigt hat. Diese greift schwerpunktmäßig die Sachliteratur zum Thema Umwelt auf. Wie die vorgestellten Bücher zeigen, wird dabei der Begriff Umwelt als Bezugspunkt sehr weit gefasst. 

Lydia Rücker
Schullandheimaufenthalte mit Umweltbibliothek oder: Kein Ort ohne Bücher
BiB 
Die Autorin, langjährige Mitarbeiterin einer Schulbibliothek, hat mehrere Jahre Schulklassen bei Schullandheimaufenthalten begleitet. Lydia Rückers Aufsatz zeigt zum einen, dass sich die Gründe für die nach wie vor hohe Akzeptanz von Schullandheimaufenthalten nur teilweise verändert haben, dass aber in diesem Zusammenhang bei Schülerinnen und Schülern eine Recherchekompetenz notwendig ist, die auf Schulbibliotheken vor, im und nach dem Schullandheim angewiesen ist. Flexible „Umweltbibliotheken“ zeigen dabei, dass auch Schullandheimaufenthalte „kein Ort ohne Bücher“ sein müssen. 

Spektrum

Hilde Würdemann / Jörg Knobloch
Bücher durch Bibliotheken recyceln oder: Vertrauensbüchereien als Modell für Bibliotheken an kleinen Schulen?
BiB 

Die Arbeit mit Schulbibliotheken ist vielfach mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Dieser Aufwand kann oft nicht geleistet werden, vor allem nicht, wenn Lehrkräften als Betreuerinnen und Betreuern von Bibliotheken keine angemessene Stundenermäßigung als Ausgleich gewährt werden kann. Vor diesem Hintergrund diskutiert der Beitrag von Hilde Würdemann und Jörg Knobloch, ob nicht die Einrichtung einer sog. Vertrauensbücherei gerade für eine kleine Schule eine Alternative sein kann. 

 Melanie Wigbers
„Betreten für Urwaldzwerge verboten!" Zur Bedeutung der Handlungsräume in Cornelia Funkes Kinderbuchreihe  Die Wilden Hühner
BiB
Melanie Wigbers weist in ihrem Aufsatz darauf hin, dass Handlungsräume und der Umgang mit Grenzen in Cornelia Funkes Serie Die Wilden Hühner eine zentrale Rolle spielen. Es wird über Räume gesprochen, Räume werden gesucht, versteckt, hergestellt, verteidigt. Die in ihnen geltenden Regeln werden diskutiert, aufgehoben oder verändert. Die Aufmerksamkeit der handelnden Figuren für ihre Räumlichkeiten ist ein Indiz dafür, dass sich ein analysierender Blick auf die Ortsgestaltung des Textes lohnen kann.

 

REZENSIONEN VON FACHLITERATUR (BiB)

 Beisbart, Ortwin / Bärbel Kerkhoff-Hader (Hgg.): Märchen. Geschichte – Psychologie – Medien. Baltmannsweiler: Schneider, 2008. (Ringvorlesungen der Märchenstiftung Walter Kahn; 7). 212 S., € 18.

El Wardy, Haimaa: Das Märchen und das Märchenhafte in den politisch engagierten Werken von Günter Grass und Rafik Schami. Frankfurt/M. [u.a.]: Lang, 2007. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 53). 297 S., € 54,70. (Dr. Helga Karrenbrock)

Marinelli-König, Gertraud: Russische Kinderliteratur in der Sowjetunion der Jahre 1920 - 1930. München: Sagner, 2008. (Slavistische Beiträge; 457). 293 S., € 30. (Prof. Dr. Elke Mehnert)

Zabka, Thomas (Hg.): Schule in der neueren Kinder- und Jugendliteratur. Baltmannsweiler: Schneider, 2008. 191 S., € 18. (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Härle, Gerhard / Bernhard Rank (Hgg.): „Sich bilden, ist nichts anders, als frei werden.“ Sprachliche und literarische Bildung als Herausforderung für den Deutschunterricht. Baltmannsweiler: Schneider, 2008. 346 S., € 24. (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Birkmeyer, Jens (Hg.): Holocaust-Literatur und Deutschunterricht. Baltmannsweiler: Schneider, 2008. 226 S., € 19. (Dr. Annegret Völpel)

Gailberger, Steffen / Michael Krelle (Hgg.): Wissen und Kompetenz. Entwicklungslinien und Kontinuitäten in Deutschdidaktik und Deutschunterricht. Heiner Willenberg zum 65. Geburtstag gewidmet. Baltmannsweiler: Schneider, 2007. 255 S. € 19,80. (Daniel Nix)

 

Hinweise auf Unterrichtsmaterialien 

Pabst, Lea / Regina Sievert: Ein Unterrichtsmodell zu Eveline Hasler: Schultütengeschichten. München: dtv junior, 2008 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 1-2. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71235.pdf

Pabst, Lea / Regina Sievert: Ein Unterrichtsmodell zu Cornelia Franz: Piraten im Klassenzimmer. München: dtv junior, 2009 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 3-4. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71229.pdf

Beyer, Julia: [Ein Unterrichtsmodell zu]  Rudolf Herfurtner: Pauline und der gelbe Ritter. Ein Kinder-Krimi. München: dtv junior / Reihe Hanser, 2008  (Unterrichtspraxis – Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 4. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62359.pdf

Beyer, Julia: [Ein Unterrichtsmodell zu] Hartmut von Hentig: Warum muss ich zur Schule gehen? München: dtv junior / Reihe Hanser, 2009  (Unterrichtspraxis – Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 4. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62353.pdf

Scheller, Anne: Ein Unterrichtsmodell zu Andreas Schlüter / Irene Margil: Startschuss. Fünf Asse – Sportkrimi. München: dtv junior, 2009 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 4. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71178.pdf

Dorst, Anja: Ein Unterrichtsmodell zu Christa Holtei: Der Pfefferdieb. Ein Mitratekrimi aus dem Mittelalter. München: dtv junior, 2008 (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 4–6. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71178.pdf

Dorst, Anja: Ein Unterrichtsmodell zu Kristina Dunkel: Schwindel. München: dtv junior, 2009  (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 7-9. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/78219.pdf

Beyer, Julia: [Ein Unterrichtsmodell zu] Andreas Thalmayr: Lyrik nervt! Erste Hilfe für gestresste Leser. München: dtv junior / Reihe Hanser, 2008  (Unterrichtspraxis – Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 7-9. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62356.pdf

Beyer, Julia: [Ein Unterrichtsmodell zu] Jenna Bush: Anas Geschichte. Ein Stück Hoffnung. München: dtv junior / Reihe Hanser, 2008  (Unterrichtspraxis – Reihe Hanser in der Schule). Klassenstufe: 8-10. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62372.pdf

Henne, Hermann: Ein Unterrichtsmodell zu Jan de Leeuw: Falsche Bilder. München: dtv junior, 2009  (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 8-11. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/78226.pdf

Heinß, Wolfgang: Ein Unterrichtsmodell zu Kevin Brooks: The Road of the Dead. München: dtv junior, 2009  (Lesen in der Schule mit dtv junior). Klassenstufe: 9-11 (in deutscher Übersetzung). Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/71286.pdf

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3/2009 [Dr. Caroline Roeder]

Thema: Harr! Harr! Comic in der Kinder- und Jugendliteratur

 

 

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2/2009 [Prof. Dr. Petra Josting]

Thema: Witz komm raus ...: Komik und Humor als Thema in der Kinder- und Jugendliteratur

Mit Komik und Humor haben sich in der Vergangenheit viele Disziplinen beschäftigt, angefangen bei den Philosophen Platon, Aristoteles, Kant, Schopenhauer etc. Unterschieden wird gemeinhin zwischen Komik als einer ästhetischen, medialen Ausdrucksform auf der einen und Humor als einem bestimmten Persönlichkeitsmerkmal auf der anderen Seite. Mit Blick auf den Rezipienten bzw. das Subjekt unternahmen im Laufe des 20. Jahrhunderts verschiedene Wissenschaften den Versuch, Humor genauer zu bestimmen: als eine individuelle Bewältigungsstrategie, eine kognitive Leistung oder auch als soziales Phänomen.

Diese und andere Theorien wurden von der Kinder- und Jugendliteraturforschung aufgegriffen, doch Rezeptionsstudien, die belegen, worüber Kinder und Jugendliche in literarischen Texten genau lachen oder welche Bedeutung Komik in literarischen Texten für die Entwicklung ihres Komikverständnisses hat, stehen leider noch aus. Insofern konzentrieren sich die Beiträge des Heftes auf die Produktseite, d.h. auf Erscheinungsformen des Komischen in verschiedenen Gattungen aktueller Kinder- und Jugendliteratur, aber auch neue Erkenntnisse zum Komikverständnis, insbesondere von Kindern, werden vorgestellt.

 

Gina Weinkauff
„Volle Kanne Witzigkeit“
: Über Komik und Humor in der Kinder- und Jugendliteratur, in den Medien und in der Entwicklung Heranwachsender      BiB
Der Beitrag gibt einen Überblick über Komik in der Kinderliteraturforschung, über Humor und Komik in der populärem Medienkultur, über Komik und Komikverständnis von Kindern und das von Studierenden am Beispiel von Philip Ardaghs „Schlimmes Ende“ 

Helga Kotthoff
Kindliche Komik, Spaß und Spiel      BiB
An Witz, Humor und Komik sind unterschiedliche Fähigkeiten beteiligt, z.B. kognitive, sprachliche, soziale, interaktionale, psychologische und performative Fähigkeiten. Diese gehen Hand in Hand.
 

Mareile Oetken
Was gibt es hier zu lachen? Inszenierungen von Komik in aktuellen Bilderbüchern  BiB
Anhand von Beispielen geht es um komisierende Normverletzungen, komische Sprachspiele, Komik zwischen Text und Bild, Gendertrouble sowie Masken und Monster.

Rüdiger Steinlein
Udakak und Lidokork – Komik in neuerer Kinderlyrik   BIB
Im Mittelpunkt steht die Kinderlyrik Paul Maars mit ihren komischen Phantasiewelten, ihren Wort- und Sprachspielen.

Inge Wild
Adoleszenz und Komik. Christine Nöstlingers Bonsai im Vergleich mit Alexa Henning
von Langes Ich habe einfach Glück und Erste Liebe BiB
Herausgearbeitet werden anhand der drei Romane u.a. die Komik des Erzählvorgangs und der familiären Beziehungsformen.

Barbara Schubert-Felmy/ Kristina Schubert
Was sind das für Kinder? Nachdenken über Streiche in Wilhelm Buschs Bildergeschichten: Eine Unterrichtsreihe in der siebten Jahrgangsstufe
Welches Verhältnis Wilhelm Busch zu Kindern hatte, wird ausgehend von „Max und Moritz“ und „Kuno Klecksel“ erarbeitet.

Heide Germann
Komik zum Hören. Sammelrezension  BiB
Mit Stimmen, Geräuschen und Musik bekommen Geschichten eine neue Dimension. Oft kommt Komik laut und fröhlich daher, manchmal versteckt sie sich auch zwischen den Zeilen und Tönen.

 

Spektrum

Kristina Kähler
Ein Schatz, den es zu heben gilt! Intertextualität als textuelles Angebot in Mats Wahls Winterbucht
Die systematische Analyse der intertextuellen Verweisstrategie in Mats Wahls Winterbucht zeigt, wie treffend literarische Figuren durch ihre Haltung zu anderen literarischen Protagonisten charakterisiert und dem aufmerksamen Leser Bedeutungsvielfalt und Sinnstiftung offerieren können.

Hiram Kümper
Was liest eigentlich ein Hitlerjunge? Eine bibliographische Skizze anhand der Richtlinien für Jungmannen-Bibliotheken an nationalsozialistischen Lehrerbildungsanstalten       BiB
Die Normierungsversuche des Leseverhaltens im NS-Staat spiegeln keine Lesewirklichkeiten, ja nicht einmal das tatsächliche Leseangebot, das sie zu reglementieren suchen, aber zweifellos sind sie integraler Bestandteil der NS-Literaturpolitik.

 

Publikationen

Fachliteratur    BiB

Luft, Yvonne: Die Bedeutung von Namen in Kinderbüchern. Eine Studie zur literarischen Onomastik im Spannungsfeld zwischen Autor und Leser. Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr, 2007. 278 S., € 34,95. (Thorsten Strübe)

Lange, Günter: Otfried Preußlers Kinder- und Jugendbücher in der Grundschule und in der Sekundarstufe I. Baltmannsweiler: Schneider, 2008 (Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht; 8). 112 S., € 12. (Reiner Neubert)

Urbanek, Andrea: Renate Welshs Kinder- und Jugendbücher in der Grundschule und Sekundarstufe I. Baltmannsweiler: Schneider, 2007.(Kinder und Jugendliteratur im Unterricht; 6). 101 S., € 12. (Bettina Oeste)

Payrhuber, Franz-Josef/ Gudrun Schulz (Hgg.): Lesen – Hören – Sehen. Kinder- und Jugendbücher in anderen Medien und Vorschläge zur Unterrichtsgestaltung. Baltmannsweiler: Schneider, 2007. (Schriftenreihe der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur; 36). 197 S., € 19. (Klaus Maiwald)

 Josting, Petra/ Clemens Kammler/ Barbara Schubert-Felmy (Hgg.): Literatur zur Wende. Grundlagen und Unterrichtsmodelle für den Deutschunterricht der Sekundarstufen I und II. Baltmannsweiler: Schneider, 2008 (Diskussionsforum Deutsch; 27). 254 S., € 19,80. (Almuth Meissner)

Unterrichtsmaterialien

Unterrichtsmaterialien zu Büchern von Cornelia Funke. (Jörg Knobloch)

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1/2009 [Dr. Jörg Knobloch]

Themenschwerpunkt
Über Gott und die Welt: Religion als Thema der KJL  

Wer Kinder- und Jugendliteratur betrachtet, die sich mit dem Thema Religion auseinandersetzt, dem stellen sich mehr Fragen, als auch im Themenheft einer Zeitschrift beantwortet werden könnten. So kann weder auf jede Religion eingegangen werden noch spiegelt sich die Vielfältigkeit der Religionen zwangsläufig in der KJL wider. Für manche Religion wird ohnehin erst seit wenigen Jahren ein Weg zur KJL gesucht, entsprechende Bücher sind oft nicht in deutscher Sprache lieferbar und es gibt auch weder ein allgemein anerkanntes Verständnis von Religion noch Einigkeit darüber, wie das Thema in der KJL zu darzustellen wäre.

Vor diesem komplexen Hintergrund stellt die im vorliegenden Themenheft präsentierte Auswahl von Beiträgen Beispiele aus christlicher Perspektive in den Mittelpunkt. Durch diese KJL wird zugleich deutlich, dass hier konfessionelle Gegensätze (weitgehend jedenfalls) überwunden sind. Diese positiv zu wertende Entwicklung zeigt sich nicht zuletzt in der Auswahl von Büchern für den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis sowie den Evangelischen Buchpreis. Auch die Problematik jüdischer Kinder- und Jugendliteratur wird in einem eigenen Beitrag aufgegriffen, was nicht zuletzt damit zu tun hat, dass sich in Deutschland und in einigen westlichen Ländern eine entsprechende Literatur etabliert hat, die auch Gegenstand der Forschung geworden ist. Die Auseinandersetzung des sogenannten christlichen Abendlandes mit Kinder- und Jugendbüchern zu anderen Religionen ist eine Aufgabe, die Produzenten, Vermittlern, Forschern, den jungen Leserinnen und Lesern und nicht zuletzt den entsprechenden Religionsgemeinschaften noch bevorsteht.

 

Wolfgang Huber
Lesen lernen. Anmerkungen zur Wiederentdeckung einer kulturellen Grundkompetenz aus evangelischer Perspektive (BiB)
Bischof Wolfgang Huber, von 2003 bis November 2009 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), skizziert in diesem Beitrag die Bedeutung des Reformators Philipp Melanchthon für die Entwicklung der Leseförderung in Deutschland. Schon frühzeitig hatte sich Melanchthon für eine verbreiterte Lesefähigkeit engagiert und für einen Kanon an Literatur plädiert, der weit über theologisch relevante Werke hinausging.

Folkart Wittekind
Religion im Kinder- und Jugendbuch  (BIB)
Der Autor macht deutlich, unter welchen Gesichtspunkten Religion in der Kinder- und Jugendliteratur heute betrachtet werden kann. Dabei zeigt er auf, welche Bedeutung diese Thematik für die jungen Leserinnen und Leser hat. Bei seinen Ausführungen bezieht sich Folkart Wittekind immer wieder auf aktuelle Beispiele der Kinder- und Jugendliteratur.

Ute Stenert
Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis. Anmerkungen zur Geschichte einer Literaturauszeichnung (BiB)
Die Autorin ist als Referentin bei der Deutschen Bischofskonferenz auch für den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis zuständig. In ihrem Beitrag weist sie auf die Geschichte dieses Preises hin, auch auf Veränderungen, die mit der bisherigen Preisvergabe verbunden waren.

Gabriele von Glasenapp
Religiöse Aspekte des Judentums in der Kinder- und Jugendliteratur (BiB)
Gabriele von Glasenapp gilt im deutschen Sprachraum als eine der wichtigsten Spezialistinnen für das jüdische Kinder- und Jugendbuch. Sie spürt hier in deutscher Sprache vorliegenden Kinder- und Jugendbüchern nach, in denen sich religiöse Aspekte des Judentums wiederfinden. Dabei kommt die Autorin zu dem Ergebnis, dass die jüdische Religion bisher eher eine untergeordnete Rolle spielt. Zu wünschen sei, dass insgesamt das Judentum in der KJL nicht auf den Holocaust reduziert werde.

 Udo M. Schmoll
„Bruchstellen sind Fundstellen“. Zum Leben und Werk von Arnulf Zitelmann (BiB)
Arnulf Zitelmann gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Autoren der Kinder- und Jugendliteratur. Vor allem hat er Erzählungen zu historischen Themen vorgelegt. Dabei lassen sich in nahezu allen seiner Bücher religiöse – hier in einem übergreifenden Sinn verstandene – Aspekte finden. Leben und Werk des bekannten Autors und Pfarrers werden in diesem Beitrag vorgestellt.

Christiane Boeck
Lesen im Religionsunterricht
Die Autorin zeigt in ihrem Beitrag auf, warum mit Jugendbüchern im Religionsunterricht gearbeitet werden kann, was bei der Auswahl entsprechender Bücher zu beachten ist und wie sie im Unterricht verwendet werden können. Auf der Grundlage von zwei bekannten Jugendbüchern werden konkrete Beispiele aus dem Religionsunterricht vorgestellt.   

Friederike George
Mein Gott - dein Gott … Religion für Kinder und Jugendliche in Bibliotheken (BiB)
Friederike George leitet die öffentliche Bibliothek in Freising und hat in diesem Zusammenhang auch mit Büchern zu tun, in denen für Kinder und Jugendliche das Thema Religion aufgegriffen wird. In ihrem Beitrag wird vor allem aufgezeigt, welche Bedeutung dieser Teil des Buchbestandes hat und welche dieser Bücher bei jungen Leserinnen und Lesern auf besondere Resonanz stoßen.

Markus Tomberg
Am Anfang war immer noch das Wort gewesen … Religiöse Spuren in aktueller Kinder- und Jugendliteratur (BIB)
Markus Tomberg stellt in seiner Sammelrezension Kinder- und Jugendbücher vor, die in den letzten Jahren erschienen sind und in denen nach seiner Aussage „Religion für eine postchristlich aufwachsende Generation zum Thema wird“. Das Spektrum reicht dabei von kind- und jugendlichen Fragen zur Religion über die Lebensgeschichte des Apostels Paulus bis zu den von Cornelia Funke oder Joanne K. Rowling geschaffenen fiktiven Welten.

Spektrum

Marianne Hertner-Kaser
Schulbibliotheken in Kanada. Erfahrungen mit dem Teacher-Librarian-System in British Collumbia (BiB)
Die Verfasserin arbeitet als Bibliothekarin bei der Zentralbibliothek in Solothurn und hatte Gelegenheit, bei einem Studienaufenthalt das kanadische Teacher-Librarian-System (TL) kennenzulernen. Ihr Beitrag erlaubt einen praxisorientierten Einblick in die Bibliotheksarbeit an kanadischen Schulen, wobei zu berücksichtigen ist, dass die meisten Schulen in der Provinz British Columbia seit 1970 mit Schulbibliotheken ausgestattet sind und von professionellen Teacher-Librarians geführt werden.

 Phillip D. Th. Knobloch
Zeitgeschichtliche Kinder- und Jugendliteratur in Argentinien. Das Beispiel der Diktatur von 1976-1983  (BIB)
Die Diskussion um die zeitgeschichtliche Kinder- und Jugendliteratur ist in Deutschland erst ca. 15 Jahre nach Ende der NS-Diktatur aufgekommen. In Argentinien hat nun ein analoger Diskussionsprozess begonnen. Allerdings ist bei uns über die zeitgeschichtlichen Kinder- und Jugendliteratur in Argentinien nur wenig bekannt. Der Verfasser stellt exemplarisch einige in diesem Zusammenhang relevante Bücher vor und versucht, die erst in Ansätzen erkennbare Diskussion über das in ihnen aufgegriffene Thema der argentinischen Diktatur zusammenzufassen.

Geralde Schmidt-Dumont
60 Jahre … Von der Jugendschriften-Warte zur kjl&m - Anmerkungen zur Geschichte einer Fachzeitschrift
Geralde Schmidt-Dumont zählt zu den Fachleuten, die gerade die Entwicklung der sog. Jugendschriften-Warte nach 1949 genau verfolgt haben. In Ihrem Beitrag zeigt sie Veränderungen in der 60-jährigen neueren Geschichte der Zeitschrift auf, die auch zu Titeländerungen und Verlagswechseln geführt haben. Dabei wird auf die besondere Rolle des kürzlich verstorbenen Malte Dahrendorf eingegangen, der von 1972 bis 2001 als Redakteur die Zeitschrift geprägt hat.


REZENSIONEN VON FACHLITERATUR (BiB)

Czech, Gabriele (Hg.): „Geteilter“ deutscher Himmel? Zum Literaturunterricht in Deutschland in Ost und West von 1945 bis zur Gegenwart. In Zusammenarbeit mit Oliver Müller. Frankfurt/M. [u. a.]: Lang, 2007. (Beiträge zur Geschichte des Deutschunterrichts; 59). 341 S., € 59,70. (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Weinrebe, Helge: Das Geschichten-Aktionsbuch. Vorlesen, erzählen, erfinden. Freiburg: Herder, 2006. 205 S., € 22. (Prof. Dr. Dieter Wrobel)

Vorst, Claudia: Textproduktive Methoden im Literaturunterricht. Eine fachdidaktische Studie zur Spiegelung fachdidaktischer Theorien und Konzepte in Lehrplänen, Lesebüchern und Unterrichtspraxis der Primarstufe. Frankfurt/ M.: Lang, 2007. (Studien zur Germanistik und Anglistik; 17). 493 S., € 69. (Prof. Dr. Dieter Wrobel)

Bertschi-Kaufmann, Andrea (Hg.): Lesekompetenz – Leseleistung – Leseförderung. Grundlagen, Modelle und Materialien. Seelze: Klett/ Balmer, 2007. (Lehren lernen – Basiswissen für die Lehrerinnen- und Lehrerbildung). 200 S. zzgl. CD-ROM, € 24,40. (Prof. Dr. Dieter Wrobel)

 

Hinweise auf Unterrichtsmaterialien 

Anmerkungen zur Beurteilung von Unterrichtsmaterialien zu Kinder- und Jugendbüchern (I) (Dr. Jörg Knobloch)

Aktuelle Unterrichtsmaterialien:

Manz, Katrin: Unterrichtsmodell [zu Andreas Steinhöfel: Beschützer der Diebe. Hamburg: Carlsen 2007 (TB)] für die Klassen 5-6. In: Carlsen in der Schule (o.J.). Kostenloser Download unter http://tdb.carlsen.de/pdf/UM-9783551356659.pdf

Dwenger, Inga: Unterrichtsmodell [zu Gudrun Pausewang: Ich war dabei. Geschichten gegen das Vergessen. Hamburg: Carlsen 2007 (TB)] für die Klassen 7-8. In: Carlsen in der Schule (o.J.). Kostenloser Download unter http://tdb.carlsen.de/pdf/UM-9783551375315.pdf

Mühleisen, Nina Patricia: [Unterrichtsmodell zu Gerhard Staguhn: Warum die Menschen keinen Frieden halten. Eine Geschichte des Krieges. München: dtv / Hanser 2008 (TB)]. Kostenloser Download unter www.dtv.de/_pdf/lehrermodell/62337.pdf

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4/2008 [Dr. Caroline Roeder]

Themenschwerpunkt:
Heimat – Landschaft in Kinder- und Jugendliteratur

 

Das Inhaltsverzeichnis liegt in Kurzform auch als pdf anbei.

Heimat und Landschaft sind jeder Literatur eingeschrieben. Manche findet man auf der Karte verzeichnet, manche sind der Sprache einverleibt, manche in Bildern zu entdecken oder in Leerstellen zu erahnen, andere Heimaten wurden verloren oder aber auch neu entdeckt. Zugleich erschafft Literatur wiederum selbst Heimat(en) und Landschaften. Das vorliegende Heft versucht verschiedenste Perspektiven dieser Thematik im Bereich Kinder- und Jugendliteratur einzunehmen, unterschiedliche Facetten dieser komplexen Begriffe deutlich zu machen und versteht sich als Reiseführer auf der Suche nach literarischen Kindheits-Orten.  


Verena Rutschmann: „Das ganze Bett war angefüllt mit Heimweh“
Bilder von Heimat in der Kinderliteratur der deutschen Schweiz
Der einführende Beitrag von Verena Rutschmann nähert sich historisch-kulturwissenschaftlich dem Begriff Heimat. Rutschmann widmet sich nicht allein Johanna Spyris Heidi, sondern spannt den Bogen der Betrachtung über Bearbeitungen dieses Stoffs bis in die heutige Zeit und zu aktuellen Titeln schweizerischer Kinderliteratur. Der bedeutsame Aspekt der Identität- und Sinnstiftung, der eng mit dieser Thematik verwoben ist, wird hier hervorgehoben.
 

Emer O’Sullivan
Meine Sprache wohnt woanders
Sprache als Heimat in Kinderliteratur und Kindheitsautobiographien
Emer O’Sullivan knüpft mit ihrer Betrachtung über Sprach-Heimaten bei der Identitätsfrage und -problematik an. Sie weist auf Leerstellen und Verluste hin, die durch das Verlassen von Sprach-Räumen und Sprach-Heimaten entstehen und zeigt eindrücklich an kinderliterarischen Texten sowie autobiographischen Kindheitserinnerungen, was es bedeutet, wenn Sprache woanders wohnt.
 

Svenja Blume
Zuhause am Ende der Welt
Skandinavische Heimaten in der Kinder- und Jugendliteratur
Blume fokussiert auf die skandinavische Kinder- und Jugendliteratur. Blume gelingt ein Brückenschlag, der von klassischen kinderliterarischen Texten (Lagerlöff; Lindgren) bis zu aktuellen Titeln reicht (Thor, Fosse).
 

Annette Kliewer
Von Heimatliebe und Kosmopolitismus: Der elsässische Autor und Zeichner Tomi Ungerer. Ein Unterrichtsvorschlag.
 

Die Kultur-Heimat und der Stellenwert kultureller Einflüsse wird auch bei Annette Kliewer deutlich. Kliewer zeigt an dem Werk des elsässischen Künstlers Tomi Ungerer die enge Verzahnung zwischen Kulturlandschaft und Kunstwerken und erläutert ihre grenzüberschreitende Herangehensweise in einem Unterrichtsentwurf.

 
Franz Lettner
Von der Kleeblattgasse bis zum Mödlinger Horizont
Eine Tapetenreise in die Kindheit zurück und ins Österreichische hinein

Einen Tapetenspaziergang durch die österreichische Kinder-Literatur-Landschaft: Franz Lettner gelangt mit leichtem Schritt in die eigene Kindheitslektüre-Heimat und lässt den Blick über die Bilder und Texte schweifen, die den Wegesrand säumten.
 

Caroline Roeder
Memory Map  – Kindheits-Kartographie im Werk des Bilderbuchkünstlers Peter Sis

Der Beitrag über den Künstler Peter Sis erschließt dessen Werk als Verbildlichungen autobiographischer Heimat- und Landschafts-Erinnerung.
 

Jana Mikota
Exil-Landschaften: Der Blick kindlicher ProtagonistInnen ‚zurück’ auf die Heimat

Auch Jana Mikotas Beitrag fokussiert verlorene Heimaten, Exil-Landschaften: Lisa Tetzners Kinderodyssee Die Kinder aus Nr. 67 steht hier im Mittelpunkt. In den Norden Europas führt Svenja Blume, die das Heimat-Verständnis vor dem Hintergrund dieses Kulturraumes anschaulich macht.
 

Kathrin Wexberg
TV Morrinho. Fernsehen aus der Favela?

Katrin Wexberg berichtet von dieser Welt, wo Kindheit (fast) keine Heimat hat – Sie berichtet von einer Spielzeuglandschaft, die von Kindern einer Favela erbaut wurde.

 

Spektrum

Mareile Oetken
Bildgestöber. Wimmelbilderbücher erzählen sich selbst

Ali Mitgutschs Wimmelbilderbücher haben Generationen an Kindern begleitet. Mareile Oetken wirft einen Blick auf das Genre und spannt einen Bogen bis zu aktuellen Büchern.

 

Iris Kruse
„Der Bunte Hund“ – Literatur- und mediendidaktische Perspektiven eines Geschichten- und Bildermagazins für 7– 11Jährige. Ein Nachruf

Die renommierte Kinderzeitschrift wurde vom Verlag Beltz & Gelberg eingestellt. Iris Kruse wirft noch einmal einen Blick auf die Konzeption dieser literarischen Zeitschrift.

 

Susanne Brandt
Kinder erzählen "wie am Schnürchen" von Landschaft und Natur

Die Bibliothek als Geschichtenwerkstatt -  mit der Zauberperlenkette leicht gemacht
Alles dreht sich hier um das Erzählen, ein Praxisbericht aus der Bibliothek.

 

Reiner Neubert
Geplänkel um einen Klassiker der KJL zur "Wendezeit" - Nachtrag zum Film "Die rote Zora und ihre Bande"

Werner Neubert berichtet über eine Buch-Geschichte in der DDR.

 

Und schließlich – last but noch least:

Zahlreiche Rezensionen von aktueller Fachliteratur, Unterrichtsmaterialien, Aktuelles und Informatives aus der AJuM und rund um den Kinder- und Jugendbuch-Markt.

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3/2008 [Prof. Dr. Petra Josting]

Themenschwerpunkt:
Hörerziehung – Hörbücher – Leseförderung

Zu den zentralen Aufgabenbereichen des Deutschunterrichts gehören das Sprechen, Zuhören, Schreiben und Lesen, der Umgang mit Medien sowie die Reflexion über Sprache. Entsprechend gibt es zahlreiche Konzepte zur Leseerziehung und Leseförderung, zur Schreibförderung, Medienerziehung etc. Hörerziehung ist in der Mehrzahl der Lehrpläne jedoch nicht explizit vorgesehen, und der Beitrag, den Hörerziehung u.a. zur Lese- und Schreibförderung oder auch zur Ausbildung der Ästhetischen Wahrnehmungsfähigkeit und Literarischen Kompetenz leisten kann, wird weitgehend verkannt. Aber nicht nur die Deutschdidaktik schenkt dem Bereich Hören geringe Beachtung; auch im kulturgeschichtlichen Kontext spielt das Ohr gegenüber dem Auge seit langem eine nur marginale Rolle. Hören – so offenbar die verbreitete Auffassung – kann man doch von Geburt an bzw. schon im Mutterleib, so dass die Notwendigkeit, ein aktives und kreatives Hören gerade in Zeiten der permanenten Beschallung zu fördern, kaum in den Blick gerät. Das vorliegende Heft bietet das Grundsatzbeiträge und praktische Beispiele.

  

Jutta Wermke
Hörerziehung im Deutschunterricht

Jutta Wermke, die seit vielen Jahren zu den Befürwortern einer aktiven Hörerziehung gehört, zeigt in einem Basisartikel auf, wie das Hören im Deutschunterricht zu verankern ist und welche Bezüge darüber hinaus zum fächerübergreifenden bzw. fächerverbindendenden Unterricht hergestellt werden können.

 

Heide Germann
Marktüberblick: Hörspiele, Hörbücher für Kinder           BiB

Wie der Hörbuchmarkt für Kinder sich entwickelt hat, wie man sich orientieren kann und was derzeit angeboten wird, ist Heide Germanns Marktüberblick zu entnehmen.

 

Sandra Kuhlmann
Geschlechterkonzepte in Krimihörspielserien für Kinder
BiB

Dass neuere Geschlechterkonzepte in die bei vielen Kindern und Jugendlichen beliebten Krimihörspielserien bislang kaum Einzug gehalten haben, ist das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung von Sandra Kuhlmann.

 

Karin Hahn
Wie kommt das Kinderbuch ins Radio? Über meine Arbeit als Hörfunk-Journalistin mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendliteratur             BiB

Der Bericht von Karin Hahn zeigt, dass aktuelle Kinderliteratur in fast allen Radioprogrammen für Kinder ihren Stammplatz hat und wie das speziell in der Sendung Kakadu beim Deutschlandradio Kultur aussieht.

 

Mette Börder
Literatur hören im Deutschunterricht der Grundschule am Beispiel von Martin Baltscheits Gold für den Pinguin

Mette Börders Praxisbeispiel aus der Grundschule führt vor, wie der Einsatz von Hörmedien nicht nur die aktive und kreative Wahrnehmungsleistung schult, sondern auch die Fähigkeiten der SchülerInnen in anderen Lernbereichen des Deutschunterrichts zu fördern vermag.

 

Steffen Gailberger/ Katrin Dammann-Thedens
Förderung schwacher und schwächster Leser durch Hörbücher im Deutschunterricht: Theoretische und praktische Anregungen zur Förderung der Leseflüssigkeit

Mit dem Problem der mangelnden Leseflüssigkeit vieler SchülerInnen noch in der Sekundarstufe I beschäftigen sich Steffen Gailberger und Karin Dammann-Thedens, die Anregungen für die Förderung schwacher und schwächster LeserInnen mit Hörbüchern im Deutschunterricht geben.

 

Jutta Kleedorfer
Klangbrücke Wien – Osnabrück     BiB

Jutta Kleedorfers Klangbrücke regt dazu an, von der eigenen Stadt einen Klangteppich herzustellen und einen Klangspaziergang zu entwickeln.

 

Susanne Brandt
Lautmalerei und Leselust: Hörerlebnisse in Kinderbibliotheken. Ein Praxisbericht     BiB

Susanne Brandt von nachahmenswerten Hörprojekten in Kinderbibliotheken: Hörclubs als Kooperationsmodell zwischen Grundschule und Bibliothek, Hörspielwerkstätten, Naturinstrumente im Museum und Geschichtenzeit für Kindergartenkinder.

  

Maria Klatte
Lärm in Bildungsstätten und seine Wirkungen auf Lernende und Lehrende      BiB

Maria Klatte hat untersucht, welche negativen Wirkungen Lärm auf das Sprachverhalten von Kindern hat wie auch auf deren Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleitungen.

 

Katja Bergmann
Hörbücher und Anregungen zum Hören      BiB

Auf aktuelle Hörbücher für verschiedene Altersgruppen sowie das fächerübergreifende Grundschulprojekt GanzOhrSein und zwei neuere Publikationen macht Katja Bergmann aufmerksam.

 

 

Spektrum

 

Elisabeth Pries-Kümmel
Alte Menschen in Kinder- und Jugendbüchern. Entwicklungslinien und Tendenzen      BiB

Auf der Basis von 50 Kinder- und Jugendbüchern untersuchte Elisabeth Pries-Kümmel, welche Aspekte des Alters in der KJL der 1990er Jahre vorkommen, welche Aspekte unterschlagen werden. U.a. stellt sie fest, dass die KJL mit der Darstellung psychischer Zustände, wie der Demenz und Depression, aber auch mit der Darstellung außerverwandtschaftlicher Beziehungen zwischen Alt und Jung auf neue Entwicklungen in unserer Gesellschaft reagiert.

 

Marianne Hertner-Kaser
Sprach- und Lesefrühförderung in Bibliotheken in Vancouver, BC Kanada. Ein Erfahrungsbericht einer Schweizer Diplombibliothekarin      BiB

Marianne Hertner-Kaser stellt Leseförderungsprogramme in der Bibliothek für Babies und Kleinkinder im Alter von 0 bis drei Jahren vor, die auf den amerikanischen Forschungsergebnissen der frühkindlichen Hirnentwicklung basieren.

 

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Publikationen

Fachliteratur     BiB

Weinkauff, Gina/ Martina Seifert: Ent-Fernungen. Fremdwahrnehmung und Kulturtransfer in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur seit 1945. München: Iudicium, 2006. 1086 S., € 98. (Reiner Neubert)

Reese, Ingeborg: Behinderung als Thema in der Kinder- und Jugendliteratur. Hamburg: Kovac, 2007. (Integrationspädagogik in Forschung und Praxis; 2). 296 S., € 58. (Geralde Schmift-Dumont)

Springman, Luke: Carpe Mundum. German Youth Culture of the Weimar Republic. Frankfurt [u.a.]: Lang, 2007. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 50). 299 S., € 51,50. (Winfred Kaminski)

Wagner, Annette: Postmoderne im Adoleszenzroman der Gegenwart. Studien zu Bret Easton Ellis, Douglas Coupland, Benjamin von Stuckrad-Barre und Alexa Henning von Lange. Frankfurt/ M.: Lang, 2007. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 48). 459 S., € 74, 50. (Kristina Kähler)

Thiele, Jens (Hg.)/ Elisabeth Hohmeister: Neue Impulse der Bilderbuchforschung. Wissenschaftliche Tagung der Forschungsstelle Kinder- und Jugendliteratur der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg 13. - 15. September 2006. Baltmannsweiler: Schneider, 2007. 185 S., € 18. (Dietrich Grünewald)

 

Unterrichtsmaterialien

Lesen, Verstehen, Lernen – Materialien für einen handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht/ Hgg.: Marc Bohann u. Regine Schäfer-Munro. Weinheim: Beltz & Gelberg 2006ff. Je ca. 24 S., unterschiedliche Preise, kostenloser download: www.beltz.de/html/frm_kinder.htm  (Katja Hellmich)

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2/2008 [Dr. Caroline Roeder]

Themenschwerpunkt:
Spielen in der Kinder- und Jugendliteratur

 

Gundel Mattenklott
Sprachspiel und Buchstabenzauber
Gundel Mattenklott hat Reimen und Tönen, Lautlichem und Laut-malerischem ihr Ohr geliehen. In ihrem Beitrag wirft sie einen Blick zurück zu romantischen Sprachspiele-Sammlungen und zieht einen roten Faden bis zu heutigen Sprach-AkrobatInnen.
 

Caroline Roeder
Die besten Kinderspiele der Welt. Aktuelle Titel zu alltäglichen und zu allerletzten Kinderspielen
Kinderspiele tauchen verstärkt als Kindheits-Spiele in der aktuellen Bilder- und Kinderbuchproduktion auf. Die kleinen ProtagonistInnen gründen „Beerdigungs-AGs“, inszenieren fantasievoll Spiele am Zauberstrand oder zeigen uns, letzte Kindheitsszenarien.
 

Gabriele von Glasenapp
Von Grenzüberschreitungen und Regelverstößen. Spiel und Gewalt in der Kinder- und Jugendliteratur
Die Autorin zeigt literarische Gewaltinszenierungen und deren spielerische Regelhaftigkeit bzw. die Regelüberschreitungen, die hier zum ‚Spiel’ zu gehören scheinen. Der Beitrag bezieht sich am Beispiel von aktuellen Jugendromanen auf ein bisher weniger beachtetes Phänomen der Gewaltproblematik.
 

Esther Kochte
In jedem Spieler steckt ein Taschenbier. Literatur-Spiele für Kinder
Wie wird aus Otfried Preußlers Die kleine Hexe ein Brettspiel? Die Berliner Künstlerin Esther Kochte hat sich durch einige aktuelle Angebote des Literatur-Spiele-Markts gewürfelt und kommentiert diese kritisch.
 

Martin Leubner
Statt spielen über das Spielen von Computerspielen reflektieren. Computerspiel-Didaktik als Teil einer Narrations-Didaktik
In diesem theoretisch ausgerichteten Beitrag stehen mediale Aspekte im Mittelpunkt. Leubner hinterfragt methodisch den Einsatz von Computerspielen in der Schulpraxis und entwirft eine medientheoretische Reflexion der Narrations-Didaktik.
 

Heidi Lexe
Kopf ab! Ein exemplarischer Blick auf Spiele und ihre Regeln als Handlungs- und Strukturelemente von Kinder- und Jugendliteratur
Die Leiterin der Wiener Leseförderungseinrichtung spürt sportlich-literarischen Spiel-Regeln auf und markiert diese als Text strukturierende Elemente. Ihr Blick richtet sich auf Klassiker der phantastischen Literatur wie Lewis Carrolls Alice im Wunderland ebenso wie auf neueste Publikationen des Kinder- und Jugendbuch-Marktes.
 

Claudia Rouvel
Die Welt ist allzu groß. Ausschnitte aus LesArt-Spielen rund um Hans Christian Andersen
Die Programmleiterin des Berliner Kinderliteraturhauses LesArt zeigt praxisbezogen und konzeptionell Spielangebote am Beispiel einer Hans-Christian-Andersen-Lesenacht, die zum Nachspielen einladen.
 

Barbara Mungenast
Das Spiel mit dem ganz normalen Wunderkind. Ein Werkstatt-Bericht oder: Wie ein Sachbuch entsteht.
Wie entsteht ein Sachbuch? Wie erklärt man Kindern eine Künstlerbiographie oder Zeitgeschichtliches? – Die österreichische Gestalterin Barbara Mungenast zeigt, wie sie die verspielte Konzeption zu ihrem Projekt Mozart. Ein Wunderkind entwickelt hat.
 

 

Spektrum

Nina Kuhn
Kinder lieben Bücher. Das Projekt Buchstart Hamburg
Die Leiterin des Hamburger literaturkontors skizziert das neue und interessante Projekt der Leseförderung für die Allerkleinsten. Die Startphase von Buchstart ist erfolgreich abgeschlossen, Kuhn erläutert die Konzeption und wirft einen ersten Blick zurück.
 

Stefan Hauck
Eine geht noch. Trotz harter Konkurrenz entstehen neue Reihen
Der Börsenblattredakteur stellt neueste Trends und Bewegungen auf dem Markt der Kinder- und Jugendliteratur vor.
 

Christoph Kochhan/Adrienne Hinze
Kinder- und Jugendliteratur: Chancen in unterschiedlichen Lebenswelten
Eine erste spannende Studie liegt aktuelle vor, die die KäuferInnen von Kinder- und Jugendliteratur ins Blickfeld nimmt. Die Referenten für Marketing und Markforschung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels in Frankfurt haben die in der Studie gewonnen Daten und soziologischen Kategorien für kjl&m aufgeschlüsselt.
 

Marlene Zöhrer
Von Bibliotheken bestückt mit Büchern, die es gar nicht gibt, ist in diesem Beitrag die Rede. Die Münchner Literaturwissenschaftlerin hat sich in imaginäre Bücherwelten begeben und liefert einen bibliotheks-theoretisch fundierten Ausstellungsbericht.

 

Rezensionen von Fachliteratur

Arkilic-Songören, Sevgi: Familienleben in Deutschland und in der Türkei im Spiegel der Kinder- und Jugendliteratur. Vergleichende Analyse ausgewählter deutschsprachiger und türkischer Kinder- und Jugendromane der Gegenwart. Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2006. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 45). 158 S., € 34. (Dr. Jörg Knobloch)
 

Choi, Moon Sun: Märchen als Mädchenliteratur. Mädchenbilder in literarischen Märchen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Frankfurt/ M.: Lang, 2006. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 47). 272 S., € 45,50. (Dr. Helga Karrenbrock)
 

Fangauf, Henning (Hg.): Jugendtheater im Deutschunterricht. Stücke und Materialien. Drei Stücke von Tatjana Rese/ Charlotte Kerner, Thomas Ahrens und Lutz Hübner. Wilhelmshaven: Noetzel, 2006. (Theaterpädagogische Bibliothek; 13). 165 S., € 19. (Regina Pantos)
 

Fischer, Martin B.: Konrad und Gurkenkönig jenseits der Pyrenäen. Christine Nöstlinger auf Spanisch und Katalanisch. Frankfurt/ M.: Lang, 2006. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie – Geschichte – Didaktik; 43). 464 S., € 74,50. (Prof. Dr. Bettina Kümmerling-Meibauer)
 

Pretzl, Christine: Sprache der Angst. Narrative Darstellung eines psychischen Phänomens in Kinder- und Jugendbüchern zum Holocaust. Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2005. (Regensburger Beiträge zur deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft; 91). 341 S., € 56,50. (Prof. Dr. Rüdiger Steinlein)
 

Roeder, Caroline (Hg.): Berliner Kindheit im 20. Jahrhundert. Eine literarisch-fotografische Spurensuche. Berlin: www.berlinerkindheit.de, 2006. 242 S., € 15 . (Dr. Helga Karrenbrock)
 

Ravagli, Lorenzo: Die geheime Botschaft der Joanne K. Rowling. Ein Schlüssel zu Harry Potter. Stuttgart: Urachhaus, 2007. 240 S., € 16,50. (Dr. Jörg Knobloch)
 

 

Rezensionen von Unterrichtsmaterialien

Schappert, Christoph: Das kleine Literaturlexikon. München u.a.: Oldenbourg Verlag,  2007. 144 S., € 9,95.  (Dr. Jörg Knobloch)

Arbeitsgemeinschaft Leseförderung:  Lesen – einfach cool. Persen: Horneburg 2006. 127 S., € 4,90.

Arbeitsgemeinschaft Leseförderung:  Einfache und altersgemäße Lesetexte für Jugendliche. Verschiedene Textsorten mit Arbeitsblättern. Persen: Horneburg 2007. 91 S., € 17,70. (Georg Föhr)

 

Aktuell

Hinweise, Berichte, Mitteilungen vom Buchmarkt, dem Bibliothekswesen, Preise, Glückwünsche und mehr; Informatives aus der AJuM und GEW

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1/2008 [Dr. Jörg Knobloch]

Themenschwerpunkt:
Abenteuer als Kinder- und Jugendliteratur

Der Literaturdidaktiker A. C. Baumgärtner, der sich lange theoretisch mit Abenteuerliteratur beschäftigt hat und als Autor in Deutschland zugleich wichtiger Vertreter dieses Genres ist, betont, dass das Abenteuermotiv in der neueren Literatur zurückgegangen sei, auch wenn sich hier immer wieder bemerkenswerte Beispiele der Realisierung finden ließen. Ob man dieser Einschätzung folgen möchte, ist nicht zuletzt eine Frage der Definition.

Die Grenzen der Abenteuerliteratur zu anderen Genres, auch zur Erwachsenenliteratur, waren nie eindeutig. Dass sie fließend sind und gar den Zugang zum Sachbuch oder zu anderen Medien ermöglichen, muss wohl heute mehr als früher zu den Merkmalen der Abenteuerliteratur gerechnet werden. Vor diesem Hintergrund versuchen die Beiträge des vorliegenden Themenheftes Aspekte herauszuarbeiten, die für die gegenwärtige Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen und zugleich für die Literaturwissenschaft von besonderer Bedeutung oder einfach nur von Interesse sind. Dabei werden zugleich Desiderate der Forschung deutlich. Eine neue „Vermessung der Welt“ (Daniel Kehlmann) der Abenteuerliteratur für Kinder und Jugendliche erscheint somit notwendig und steht uns also noch bevor.

 

Günter Lange
Abenteuerliteratur für junge Leser - Definitionen, Merkmale, Geschichte und Didaktik
 (BIB)

Der Autor skizziert in diesem Beitrag die theoretischen Grundlagen der literaturwissenschaftlichen und -didaktischen Diskussion um das Abenteuerbuch. Dabei geht er von Karla Schneiders Abenteuerbuch Die Reise in den Norden aus, wendet sich aber immer wieder auch den klassischen Beispielen dieses Genres zu. Insgesamt wird festgestellt, dass die Abenteuerliteratur trotz ihrer unbestrittenen Bedeutung sowohl bei der Auswahl zum Deutschen Jugendliteraturpreis als auch generell im Unterricht gegenwärtig eine eher untergeordnete Rolle spielt.

Geralde Schmidt-Dumont
Kreuzfahrer zwischen fantastischem Abenteuerbuch und Entwicklungsroman. Neuere Tendenzen in der Kinder- und Jugendliteratur
 (BIB)

Die Autorin wendet sich in ihrem Beitrag den Kreuzzügen zu, die als Thema die  Abenteuerliteratur seit Jahren bereichern, dabei aber immer wieder eine eher unrühmliche Rolle gespielt haben. In aktuellen Romanen lassen sich allerdings andere Tendenzen erkennen. So lässt sich nachweisen, dass die ehemals (pseudo-) realistische Gestaltung des Themas immer mehr einer fantastischen Auffassung gewichen ist. Auch versuchen die Autoren, ihre Bücher immer stärker dem Entwicklungsroman anzunähern.       

Carlos Rodrigues Gesualdi
Abenteuer im Zeitalter von PowerPoint?
Anmerkungen zu Isabel Allendes Jugendbuch-Trilogie

Der argentinische Autor Rodrigues Gesualdi setzt sich hier mit Isabel Allendes Jugendbuch-Trilogie auseinander (Die Stadt der wilden Götter, Im Reich des Goldenen Drachen Im Bann der Masken). Allerdings sieht er hier weniger eine Fortführung von Traditionen des Genres, sondern eher die zunehmende Gefahr eines Schreibens, das sich an den Bedürfnisses des Massenmarktes orientiert und immer wieder zu absurden Passagen führt.

Michail Krausnick
Das abenteuerliche Leben des Jack London. Anmerkungen zu einer Biografie
 (BIB)

 

Michail Krausnick ist als Kinder- und Jugendbuchautor und als Biograf bekannt. Früh hat er sich mit dem abenteuerlichen Leben des Abenteuerautors Jack London beschäftigt. Auf der Grundlage intensiver Recherchen stellt er in seinem Beitrag wesentliche Etappen von Jack Londons Leben dar. Es gelingt ihm damit eine Annäherung an das Genre der Abenteuerliteratur für junge Leserinnen und Leser aus einer anderen Perspektive. 


Sabine Hartmann
Alle an Bord? Abenteuerromane im Unterricht einer 7. Hauptschulklasse

Am Beispiel der aktuellen Piraten-Romane für Kinder macht die Autorin Vorschläge, wie mit diesen abenteuerlichen Büchern im Unterricht gearbeitet werden könnte. Das von ihr skizzierte Piraten-Projekt ist dabei einem offenen Unterrichtskonzept verpflichtet und lässt den Schülerinnen und Schülern viele Freiheiten. Um spezielle Vorlieben abzudecken werden dabei auch Sachbücher berücksichtigt.

Georg Braun
Abenteuer Bibliothek. Leseförderung in der Stadtbücherei Landshut
 (BIB)

Der Autor ist Diplombibliothekar und berichtet hier aus der letztlich ebenfalls abenteuerlichen Arbeit seiner Bibliothek in Landshut. Dabei kann sich die Bibliothek als Abenteuerspielplatz ebenso präsentieren wie als Ausgangspunkt für abenteuerliche literarisch-historische Erkundungen einer mittelalterlichen Altstadt. 

Torsten Strübe
Abenteuer Amerika. Neue Kinder- und Jugendbücher zu einem eroberten Land
 (BIB)

Der Autor stellt aus dem Angebot von in den letzten Jahren erschienenen Abenteuerbüchern solche vor, die sich in der ein oder anderen Weise mit dem Abenteuer Amerika beschäftigen. Dabei stehen Bücher über die Einwanderer neben solchen, die das Schicksal von Opfern dieser weißen Einwanderung aufgreifen. Obwohl die Auswahl der Bücher eher zufällig erfolgt ist, wird doch deutlich, dass die Leiden der indigenen  Bevölkerung Mittel- und Südamerikas im deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuch bisher kaum thematisiert werden.


Spektrum

Hans-Joachim Gelberg
Das Abenteuer des Büchermachens. Erinnerungen eines Kinder- und Jugendbuch-Verlegers
 (BIB)

Nicht minder abenteuerlich ist, was der bekannte Kinder- und Jugendbuch-Verleger Hans-Joachim Gelberg (früher Verlag Beltz&Gelberg) über sein Leben zu berichten weiß. In seinem Aufsatz stellt er dar, wie er – ein Kind der Kriegs- und Nachkriegszeit –vom eher unbekannten Buchhändler zu einem der wichtigsten und innovativsten Verleger aktueller Kinder- und Jugendliteratur wurde. Viele Bereiche der heutigen Kinder- und Jugendliteratur wären ohne Gelberg nicht denkbar, viele Autorinnen und Autoren wären wohl unbekannt geblieben.  

Eckart Hammerström
Öffnung und Identitätsstiftung. Die Historische Bibliothek des Gymnasiums Arnoldinum
 (BIB)

Der Autor beschreibt hier die Historische Bibliothek des Gymnasiums Arnoldinum, die eine Schulbibliothek der ganz besondern Art ist. Gegründet im 16. Jahrhundert, hat sie für heutige Schülerinnen und Schüler inzwischen einen eher musealen Charakter. Allerdings gibt es nach wie vor unterschiedlichste Möglichkeiten der Nutzung. Von besonderer Bedeutung ist dabei – als Teil der Historischen Bibliothek – das Schularchiv, dem sich etwa Dokumente über die vertriebenen und ermordeten jüdischen Mitschüler aus der Zeit des Nationalsozialismus entnehmen lassen.  

Jens Thiele
Vom Bild zum Text. Ein literaturdidaktischer Ansatz für die Grundschule

Der Autor setzt sich hier mit einem literaturdidaktischen Konzept für die Grundschule auseinander, das am Beispiel von Illustrationen zu bekannten Werken der Kinderliteratur „vom Bild zum Text“ führt. Grundlage ist dabei die inzwischen dreibändige, von Karin Richter und Monika Platz herausgegebene Buchreihe „Bilder erzählen Geschichten – Geschichten erzählen zu Bildern“. 


REZENSIONEN VON FACHLITERATUR (BIB)

Kruck, Marlene: Das Schweigen durchbrechen. Berlin: LIT Verlag, 2006 (Geschlecht – Gewalt – Gesellschaft). Bd. 1: Sexueller Missbrauch in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur. 528 S., € 49,90; Bd. 2: Einsatzmöglichkeiten von Kinder- und Jugendliteratur zur Thematik des sexuellen Missbrauchs im Rahmen der schulischen Präventionsarbeit. 240 S., € 19,90 (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Reiser, Philumena: Interkulturalität in der Kinder- und Jugendliteratur. Möglichkeiten und Grenzen des interkulturellen Dialogs. Marburg: tectum, 2006. 132 S., € 24,90 (PD Dr. Dieter Wrobel)

Dolle-Weinkauff, Bernd/ Hans-Heino Ewers/ Regina Jaekel (Hgg.): Gewalt in aktuellen Kinder- und Jugendmedien. Von der Verherrlichung bis zur Ächtung eines gesellschaftlichen Phänomens. Weinheim [u.a.]: Juventa, 2007 (Jugendliteratur – Theorie und Praxis). 200 S., € 19,50 (Prof. Dr. Winfred Kaminski)

Hoffmann, Christel: Spiel.raum.theater. Aufsätze, Reden und Anmerkungen zum Theater für junge Zuschauer und zur Kunst des Darstellenden Spiels. Frankfurt/ M.: Lang, 2006. (Kinder-, Schul- und Jugendtheater). 427 S., € 49,80 (Regina Pantos)

Meier, Bernhard (Hg.): Von EMIL bis FABIAN. Erich Kästner im Deutschunterricht. Hohengehren: Schneider, 2006. 244 S., € 18 (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Leubner, Martin / Anja Saupe : Erzählungen in Literatur und Medien und ihre Didaktik. Baltmannsweiler: Schneider, 2006. 344 S., €19,80 (Prof. Dr. Hartmut Jonas)

Bienk, Alice: Filmsprache – Einführung in die interaktive Filmanalyse. Marburg: Schüren, 2006. 128 S., € 24,90 (Dr. Bettina Heck)

Cevela, Inge (Hg.): Zumutungen. Lene Mayer-Skumanz und die religiöse Kinderliteratur. Wien: Praesens, 2006. (Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich; 9). 364 S., € 34 (Dr. Markus Tomberg)

 

REZENSIONEN VON UNTERRICHTSMATERIALIEN 

Kriminalität, Gewalt und Drogen. Lektürevorschläge für den Unterricht von Thomas Brand. Hollfeld: Bange Verlag 2006 (Königs Jugendbuchempfehlungen). € 9,90

Liebe, Familie und Identität. Lektürevorschläge für den Unterricht von Annette Kautt u. a. Hollfeld: Bange Verlag 2006 (Königs Jugendbuchempfehlungen). € 9,90 (Dr. Gudrun Stenzel)

Fantasy / Utopie. Lektürevorschläge für den Unterricht. Hollfeld: Bange Verlag, 2006 (Königs Jugendbuchempfehlungen). € 9,90 (Dr. Jörg Knobloch)

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4/2007 [Prof. Dr. Petra Josting]

Themenschwerpunkt:
Astrid Lindgren

Am 14. November 2007 feiern wir den 100. Geburtstag von Astrid Lindgren. Sie gehört zu den bedeutendsten KinderbuchautorInnen des 20. Jahrhunderts, deren Werke Kinder und Erwachsene in vielen Ländern dieser Welt kennen und lieben gelernt haben. Das Markenzeichen von Lindgren sind ihre individuell gestalteten Figuren. Sie laden zur Identifikation, aber auch Distanzierung ein, denn mit ihnen möchte man sich solidarisieren, man kann mit ihnen leiden, sie beneiden und bewundern oder sich ihnen überlegen fühlen. Lindgren kannte die Sorgen und Ängste von Kindern ebenso gut wie deren Wunschvorstellungen von Glück und Zufriedenheit. Indem sie aufgreift, was Kinder beschäftigt oder zukünftig für sie von Bedeutung sein könnte, eröffnet sie ihnen die Möglichkeit, in der Auseinandersetzung mit ihren Figuren Prozesse der Selbsterfahrung und Selbstfindung anzuregen, worin gleichzeitig ein leseförderndes Potenzial steckt.

Die Zahl der wissenschaftlichen Arbeiten über Lindgrens Werk ist allein im deutschsprachigen Raum inzwischen groß. Gleichwohl gibt es noch immer viel zu erkunden. Diesem Anspruch verpflichtet sich das vorliegende Heft: Es widmet sich u.a. den relativ unbekannten Mädchenbüchern, der Erzähltechnik in den fantastischen Romanen und den Illustrationen der Pippi Langstrumpf-Ausgaben, aber auch Unterrichtsmaterialien und neue Unterrichtsmodelle werden kritisch beleuchtet und vorstellt.

 

Angelika Nix
Pippi Langstrumpfs Schwestern – Astrid Lindgrens Mädchenbücher   (BIB)

Wie verhält es sich mit den Heldinnen von Lindgrens sog. traditionellen Mädchenbüchern, die nicht mehr in einer autonomen Kindheitswelt leben, sondern den Übergang in die Erwachsenenwelt vollziehen und sich dort verorten müssen? Britt-Mari erleichtert ihr Herz und Kerstin und ich entstehen parallel zu Pippi Langstrumpf, die Kati-Bücher nur wenige Jahre später. Es stellt sich die Frage, wie traditionell diese Texte tatsächlich sind, oder anders formuliert: Wie viel Pippi steckt in Britt-Mari, Barbro und Kati?

 

Stefanie Reinbold
Unzuverlässigkeit als Interpretationsstrategie? – Analyse der Erzähltechnik in Astrid Lindgrens fantastischen Romanen Mio, mein Mio und Die Brüder Löwenherz  (BIB)

Astrid Lindgren hat mit Mio, mein Mio und Die Brüder Löwenherz zwei Romane geschaffen, in denen sie ihren Lesern Hinweise auf eine eindeutige Interpretation verweigert. Der Leser ist unsicher, ob er die Werke wörtlich, d.h. märchenhaft-fantastisch, oder real-psychologisch deuten soll. Für beide Interpretationen gibt es hinreichend Belege. Mit welchen erzähltechnischen Mitteln Lindgren diese Unsicherheit hervorruft, ist Gegenstand des Beitrags.

 

Bettina Kümmerling-Meibauer
Astrid Lindgrens Bilderwelt
Pippi Langstrumpf-Illustrationen in Schweden und Deutschland   
(BIB)

Zu dem berühmtesten Buch Lindgrens gibt es keine Illustrationen, die international gesehen ausschließlich mit diesem Kinderklassiker verbunden werden. Im Gegenteil, viele europäische und außereuropäische Länder haben ihre eigene Pippi Langstrumpf. Wahrscheinlich denken viele Kinder und Erwachsene sogar zuerst an die Schauspielerin Inger Nilsson, die in den Verfilmungen die Figur Pippi spielte. Wie es zu diesen zahlreichen Pippi-Figuren gekommen ist und worin sich die Illustrationen unterscheiden, wird im vorliegenden Beitrag untersucht, indem die Illustrationen der schwedischen Originalausgabe und die vier verschieden illustrierten Ausgaben, die in Deutschland erschienen, untersucht werden.

 

Barbara Schubert-Felmy
Das Fenster als Übergang in die Welt des Fantastischen: Astrid Lindgrens Erzählung Im Land der Dämmerung mit Bildern von Marit Törnqvist; eine Unterrichtsreihe in der 4./ 5. Jahrgangsstufe

In Lindgrens Erzählungen sind wichtige Begebenheiten häufig mit dem Fenster verbunden, so z.B. in Karlsson vom Dach oder Im Land der Dämmerung. Die Fokussierung auf Bilder und Texte im Deutschunterricht, bei denen das Motiv Fenster die Mitte bildet, erleichtert den Prozess der Vorstellungsbildung, denn sie gewährleistet angesichts der Erfahrungsdichte, über die Lernende hier verfügen, einen gezielten Rückgriff auf Vorkenntnisse, Emotionen und Skripte und steigert auch, was die Methoden der Text- und Bilderschließung betrifft, die literarische Kompetenz der Lernenden. Diese Art der Annäherung versetzt Kinder am ehesten in die Lage, der Bilderflut, der sie im Umgang mit modernen Medien ausgesetzt sind, eigene Bilder entgegenzusetzen und sich nicht ungeprüft von ihr überrumpeln zu lassen.

 

Christine Niedermeier
Mit Ronja Räubertochter im Schullandheim:
Praktische Medienarbeit mit einer 5. Klasse

Viele Deutschdidaktiker gehen inzwischen davon aus, dass die fachspezifische Nutzung der multimedialen Optionen der Sprach- und Literaturproduktion einen besonderen Motivationsschub bewirken und so zu einer Förderung des Leseinteresses beitragen können. U.a. vor dem Hintergrund dieser Diskussion steht ein Videoprojekt, das während eines Schullandheimaufenthaltes mit der 5. Klasse einer bayerischen Grund- und Hauptschule durchgeführt wurde: Verfilmung eines Kapitels aus Astrid Lindgrens Ronja Räubertochter. Die Klasse bestand aus insgesamt 21 Schülerinnen und Schülern, von denen sich viele als lese- bzw. schreibschwach gezeigt hatten.

 

Mareike Jendis
„Kreuze die richtige Antwort an“:
Zum Umgang mit Astrid Lindgrens Werken in neuen Unterrichtsmaterialien

Die Zahl der Unterrichtsmaterialien und Didaktisierungsvorschläge zu Werken von Astrid Lindgren ist inzwischen hoch. Mareike Jendis untersucht diese Texte im Hinblick auf die Frage, welche Vorschläge für die Arbeit mit Lindgrens Werken unterbreitet werden welche Funktion die literarischen Texte im Unterricht damit bekommen.

 

Irmgard Honnef-Becker/ Peter Kühn
Zu Besuch bei Astrid Lindgren: Ein Lesetest im Kontext von Bildungsstandards, Kerncurricula und Vergleichsarbeiten

An den Grundschulen im Großherzogtum Luxemburg werden regelmäßig zentrale Sprachkompetenztests durchgeführt, mit dem Ziel, den Leistungsstand der Schüler(innen) in den Kernbereichen des Deutschunterrichts zu evaluieren. Für die Schüler soll der Testcharakter in den Hintergrund treten, sie sollen sich mit den Texten und Aufgaben mit Interesse und Lust beschäftigen. Dies wird u.a. dadurch erreicht, dass authentische Texte die Grundlage der Tests bilden. Dabei handelt es sich sowohl um Sachtexte als auch um Texte aus der Kinder- und Jugendliteratur, die auf den Erfahrungshorizont, die Lebenswelt der Schüler sowie auf ihre Interessen bezogen sind. Einer dieses Tests, Zu Besuch bei Astrid Lindgren, steht im Mittelpunkt dieses Beitrags. Er ist hier abrufbar (24-pdf-Seiten / 954 kB).

 

Verlag Friedrich Oetinger
Was macht der Verlag Friedrich Oetinger im Lindgren-Jahr?        (BIB)

Verlagsaktivitäten: Neue Bücher und Tonträger sowie die Verfilmung von Tomte Tummetott und vieles mehr.

 

Caroline Roeder
Neues aus dem Lindgren-Land: Ein Blick auf die Veröffentlichungen anlässlich des 100. Geburtstags von Astrid Lindgren (Sammelrezension)    (BIB)

Wie wird der Lindgren-Geburtstag vom Buchmarkt begangen? Vergeblich sucht an nach ungewöhnlichen Herangehensweisen. Vielmehr findet man eine recht traditionelle Form der Ehrung, die sich in bekannten und erprobten Genres widerspiegelt. So gibt es eine Biographie der Autorin, einen Fotobildband, der opulent und zahlreich Bilder aus Lindgrens Leben vorstellt, und auch eine Art literarischer Reiseführer, der ins Lindgren-Land führt, ist dabei.

 

SPEKTRUM:

Hans-Joachim Gelberg
Christine Nöstlinger zum Siebzigsten   
(BIB)

Nöstlinger und Gelberg verbindet eine fast dreißigjährigen Zusammenarbeit und Freundschaft. Noch immer gehört die Schriftstellerin zu den jungen Autoren des Verlegers.

 

Christoph Kühberger
Entschlüsseln von geheimen Botschaften: Zur De-Konstruktion von Sachbüchern im Geschichtsunterricht

Eine der Möglichkeiten einer Teilentschlüsselung (Teil-De-Konstruktion) von Sachbüchern im Geschichtsunterricht bietet die Überprüfung der fachlichen Triftigkeit. Dabei werden die in der Bestandsaufnahme vorgefundenen Elemente anhand von anderen Fachpublikationen oder sogar anhand von Quellen auf ihre Geltungssicherheit bzw. ihre fachliche Richtigkeit hin überprüft. Dies kann dazu führen, dass SchülerInnen erkennen, dass Sachbücher Aussagen tätigen, die eigentlich so nicht stimmen, oder dass Rekonstruktionsbilder die Vorstellungen der Vergangenheit trivialisieren und zu stark unserer heutigen Sichtweise anpassen.

 

Karen Gröning
Bibliotheken – Orte der Chancen: Zweisprachige Lesungen für Schüler; ein Projekt der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB)        (BIB)

Das Projekt zielt darauf ab, bei den Klassen, die diese Lesungen erlebt haben, und bei den Nutzern der Bestände dauerhaft zum selbstverständlichen und lustvollen Umgang mit fremdsprachiger Literatur anzuregen.

 

Irene Bark
Schulbibliotheken im Libanon – Eine erste nationale Konferenz  (BIB)

Die Organisatoren des Projekts, das mit Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert wird, sind das Goethe-Institut Beirut, die UNESCO (Regionalbüro Beirut), das libanesische Kulturministerium und der libanesische Bibliotheksverband ASSABIL.

 

 

REZENSIONEN VON FACHLITERATUR:    (BIB)

 Steinlein, Rüdiger/ Heidi Strobel/ Thomas Kramer (Hgg.): Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur. SBZ/DDR. Von 1945 bis 1990. Stuttgart [u.a.]: Metzler, 2006. 758 S., € 299,95 (Dr. Gina Weinkauff)

Roeder, Caroline: Phantastisches im Leseland. Die Entwicklung phantastischer Kinderliteratur der DDR (einschließlich der SBZ). Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2006. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien.; 44). 372 S., € 56,50 (Prof. Dr. Reiner Neubert)

Strewe, Uta: Bücher von heute sind morgen Taten. Geschichtsdarstellung im Kinder- und Jugendbuch der DDR. Frankfurt/ M.: Lang, 2007. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 49). 272 S., € 45,50 (Annemarie Weber)

Dolle-Weinkauff, Bernd/ Hans-Heino Ewers/ Regina Jaekel (Hgg.): Gewalt in aktuellen Kinder- und Jugendmedien. Von der Verherrlichung bis zur Ächtung eines gesellschaftlichen Phänomens. Weinheim [u.a.]: Juventa, 2007 (Jugendliteratur – Theorie und Praxis). 200 S., € 19,50 (Prof. Dr. Winfred Kaminski)

Hurrelmann, Bettina/ Susanne Becker/ Irmgard Nickel-Bacon: Lesekindheiten. Familie und Lesesozialisation im historischen Wandel. Weinheim [u.a.]: Juventa, 2006. (Lesesozialisation und Medien). 413 S., € 32 (Dr. Dieter Wrobel)

Augustin, Rolf und Heidi: Aus Tony Schumachers Leben. Geschichten und Begegnungen. Ludwigsburg: Hackenberg, 2006. 143 S., € 19,90 // Wagner, Irmgard: Kaiserreich und Republik in Tony Schumachers Jugendbüchern. Eine literarisch-kulturgeschichtliche Zeitreise. Ludwigsburg: Hackenberg, 2006. 246 S., € 19,90 (Manfred Berger)

Richter, Karin/ Monika Plath: Lesemotivation in der Grundschule. Empirische Befunde und Modelle für den Unterricht. Weinheim [u.a.]: Juventa, 2005. (Lesesozialisation und Medien). 232 S., €19,50 (Steffen Gailberger)

 

 

REZENSIONEN VON UNTERRICHTSMATERIALIEN:    (BIB)

 Fink, Veronika/ Markus Fritz (Hgg.): Netzwerk Schulbibliothek. Bozen: Pädagogisches Institut für die deutsche Sprachgruppe, Amt für Bibliotheken, 2006. (Projektberichte aus dem Pädagogischen Institut; 14). 104 S., € 12,00 (Dr. Jörg Knobloch)

Schule des Lesens: Sachtexte verstehen. Eine Initiative des Landesschulrates für TiroI/ Abt. APS. Innsbruck 2006. 77 S. mit ergänzender CD-ROM, € 19,90 (Dr. Jörg Knobloch)

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2007 Extrabuch der kjl&m (ausführliches Inhaltsverzeichnis als pdf-Download):

Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund
hrsg. von Petra Josting und Klaus Maiwald in Zusammenarbeit mit der AJuM der GEW

 

 

 

 

3/2007 [Dr. Gudrun Stenzel]

Themenschwerpunkt: Literarisches Lernen in der Grundschule

Literarisches Lernen in der Grundschule – das mag manchen Lehrkräften, Eltern und BildungspolitikerInnen vorkommen wie ein Luxusthema angesichts wachsender Klagen über mangelnde Lesekompetenz, fehlende Sicherheit beim Sinn entnehmenden Lesen, beim Verständnis von Textaufgaben in Mathematik oder Sachtexten für Sachunterricht oder Werken. Vergleichsarbeiten legen ihren Schwerpunkt meist auf Sachtexte, denen scheinbar exakt bestimmbare Informationen entnommen und an vorgegebener Stelle als Antworten formuliert werden müssen. Literatur als „Belletristik“, als Unterhaltung und / oder Spiegel eigener Wünsche, Ängste, Erfahrungen und Fragen an das Leben kommt meist nicht vor.
Und doch ist es wichtig, Kindern Zugänge zu diesen Aspekten des Lesens und Lebens zu ermöglichen. Auch das Kind, dass mühsam sich durch „Erstlesetexte“ arbeitet, das noch in der dritten oder vierten Klasse langsam nur den Sinn eines Textes zusammenbuchstabiert, das keine Bücher zu Hause hat und mit jeder Textaufgabe kämpft, hat ein Recht auf Begegnung mit einer Literatur, die ihm Angebote zur Reflexion macht, die mehr ist als nur Träger exakter Informationen oder Steinbruch für Gespräche über „Probleme“. Dies Unterfangen ist im heutigen Schulalltag, in dem anwachsende Stoffmengen in den Bildungsplänen ebenso wie heterogen zusammengesetzte Klassen viel Energie binden, nicht einfach. In Heft 07/3 von kjl & m geben Kaspar H. Spinner, Mechthild Dehn, Karin Richter, Wilfried Wittstruck, Melanie Wigbers und andere grundlegende Informationen, Begriffsbestimmungen und praktische Anregungen für eine Einbindung des literarischen Lernens in den Grundschulalltag.

Kaspar H. Spinner:

Literarisches Lernen in der Grundschule

In seinem Beitrag erläutert Kaspar H. Spinner in zehn Punkten, was literarisches Lernen in der Grundschule heißt und wie es vermittelt werden kann. Kinder sollen in Vorlesesituationen konzentriert zuhören können und Sinn für die Klanggestalt von Sprache entwickeln. Imaginationsfähigkeit, Verknüpfung mit eigenen Erfahrungen, Offenheit für Ungewohntes und Fremdverstehen sind weitere grundlegende Kompetenzen im Umgang mit Literatur. Dazu kommt die Fähigkeit, zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden zu können. Schließlich gehört zum literarischen Lernen das angemessene Reden über Lektüreerfahrungen und das eigene Schreiben nach literarischen Mustern.

Mechthild Dehn:  

Visual literacy und Sprachbildung

Es geht um die traditionelle Kontroverse von Textlesen und Bildersehen, darum, die Abwertung des kognitiven Anspruchs beim Sehen gegenüber dem Lesen infrage zu stellen. Mit Bezug auf psychologische und neurophysiologische Positionen wird Sehen als Konstruktionsprozess gekennzeichnet und das Prozessmodell des Bildverstehens (Weidenmann 1988) im Hinblick auf die Auswahl und den Umgang mit Bildern untersucht, nämlich den ersten Blick anzuhalten und Transformationsprozesse anzuregen. Die Unterscheidung zwischen Sehen von Bildern (im Sinne von pictures) und Vorstellen von Bildern (im Sinne von images) wird kunstpädagogisch ausgeführt und an Beispielen aus der Grundschularbeit spezifiziert. In Forschungen zu medialen Aspekten solcher Transformation (Hoffmann/Lüth 2006; Fix/Jost 2004) hat sich gezeigt, dass veränderten Bildwahrnehmungen veränderte Sprachformen korrespondieren, vor allem was die Perspektive des Schreibens und was das visualisierende Erzählen betrifft: eine große Herausforderung für Schreibforschung und Deutschdidaktik.  

Karin Richter:

Die Salzgewinnung in der Odyssee

Im Beitrag „Die Salzgewinnung in der Odyssee oder Der Sinn und Unsinn einer ‚Arbeitsblattdidaktik’ werden verschiedene Phänomene des gegenwärtigen Deutschunterrichts in der Grundschule erfasst, die für das literarische Lernen und die ästhetische Bildung kontraproduktiv sind. Das Lernen für den Test führt dazu, dass Informationen ermittelndes Lesen und pragmatische Nützlichkeit die Zugänge zu fiktionaler Literatur prägen. An Beispielen wird gezeigt, wie die so genannte Arbeitsblattdidaktik den Umgang mit literarischen Texten pervertiert, indem Quizfragen auf einer niedrigen intellektuellen Ebene dominieren. Didaktische ‚Gegenentwürfe’ aus der Mythenbehandlung dokumentieren, dass bereits in der Grundschule ein Literaturunterricht möglich ist, der Momente des Erlebens und Erkennens einschließt und sich von Quiz-Schemata, Grammatikübungen und sinnentstellenden Formen fächerübergreifenden Unterrichtens beim Umgang mit ästhetischen Welten abhebt.  

Wilfried Wittstrucka:
Kinderliterarisches Erzählen mit sozialpsychologischem Raffinement – ein Unterrichtsmodell für die 4. Klasse zu Auch zwei sind eine Bande! von Beate Dölling

Überlegungen, spezielle Leistungsdisposition im Hinblick auf das Lesen und Verstehen literarischer Texte zu bestimmen, führten zur Etablierung des Begriffs der „literarischen Lesekompetenz“. Dahinter steht die Vorstellung von einer spezifischen Kompetenz der ästhetischen Wahrnehmung poetischer Texte. In diesem Zusammenhang genannte Teilkompetenzen, mit denen aus fachdidaktischer Sicht die in hohem Grad abstrakt und allgemein formulierten „Bildungsstandards“ konkretisiert, beobachtbar und damit auch evaluierbar gemacht werden sollen, gehen über Autoren-, Epochen- und Gattungswissen weit hinaus und umgreifen neben der Fähigkeit, Perspektiven literarischer Figuren nachzuvollziehen und Umfang und Tiefe subjektiver Beteiligung zu beobachten, auch Kenntnisse darüber, wie Stoff und Thema, Handlungsgestaltung sowie formale und sprachlich-stilistische Mittel zu identifizieren und auf ihre Wirkung befragt werden können. Das folgende Unterrichtsmodell nimmt am Beispiel von Beate Döllings Kinderroman „Auch zwei sind eine Bande!“ die Frage auf, wie welche Erkenntnisse über Modalitäten des (kinderliterarischen) Erzählens zu gewinnen sind.

Melanie Wigbers:
Kein „ganz normaler Außenseiter“ - Erarbeitung der Kurzgeschichte Hannes fehlt von Ursula Wölfel im Literaturunterricht der Förderschule 

Der Beitrag stellt eine Unterrichtsstunde in einer siebten Klasse der Förderschule vor. Behandelt wird ein kurzer Text, der zum literarischen Lernen in besonderer Weise einlädt. Ausgehend von der Präsentation der Stunde werden auch grundsätzliche Aspekte wie die Bedeutung des Literaturunterrichts an Schulen für Lernhilfe angesprochen.

Gerda Dickertmann-Möller:
Lesen im sprachlichen Anfangsunterricht -Hanno malt sich einen Drachen von Irina Korschunow als Lektüre in einer 1. Grundschulklasse

Der kinderliterarische Klassiker ist Lektüre von vielen ersten Klassen der Autorin gewesen, die bereits frühzeitig den Kindern den Umgang mit einem „ganzen“ Buch, in dem sie eigene Wünsche, Ängste und Erfahrungen ästhetisch gelungen und atmosphärisch dicht sich selber „erlesen“ können.

Gudrun Stenzel:
Zwischen Unterforderung und Einfachheit – Sammelrezension von Erstlesetiteln

Sind Erstlesetitel per se zu mundgerecht und ästhetisch nicht befriedigend, oder finden sich wie in jedem Marktsegment des Buchmarktes literarisch gelungene und literarisch unbefriedigende Beispiele? Diese Sammelrezension sichtet einige Titel aus der Produktion 2007 und kommt zu Empfehlungen ebenso wie zu negativer Kritik.

Cornelia Jetter:
Leseförderung in der Bücherei – Was bringt's?

Über das Schuljahr 2004/2005 erhielten zwei zweite Klassen in Sörup intensive Leseförderung durch Studierende der Universität Flensburg in Kooperation mit der örtlichen Bücherei. Die Lernausgangslage der Kinder wurde intensiv getestet. Eine Vergleichsgruppe einer Flensburger Schule erhielt keine Leseförderung und wurde ebenfalls getestet. Nach einem Schuljahr ergaben weitere Test der Schülerinnen und Schüler keine wesentliche Verbesserung der Lesefähigkeit in Sörup. Das Leseverhalten der Kinder hatte sich in Sörup allerdings deutlich verändert, so dass nahezu alle Kinder Spaß und Freude am Lesen hatten und aus eigenem Antrieb Bücher lesen.

Uwe Britten:
Jugendliteratur auf dem Weg zur Kunst - Beobachtungen zu Jugendromanen der vergangenen Jahre BiB

Obwohl Jugendliche in der Schule differenzierte literarische Texte zu analysieren haben, bleibt die Jugendliteratur häufig auf einem eher schwachen literarischen Niveau stecken – was nicht zuletzt mit Marktbedingungen zu tun hat. Einfachste erzählerische Muster herrschen hier vor. Der Beitrag zeigt zunächst einmal auf, welche poetologischen Kriterien relevant sind, um erzählende Jugendliteratur zu beurteilen: Erzählmedium, Erzählform, Erzählverhalten (Perspektivik), Offenheit der Struktur, Tempus etc.
Im zweiten Teil stellt der Autor Jugendromane vor, die den Erwartungen nach einer höheren Komplexität der Erzählung entsprechen. Hier wird etwa mehrperspektivisches Erzählen genutzt, um jungen Lesern besondere Einblicke zu ermöglichen, oder achronologische Strukturen, um der Komplexität eines Geschehens gerechter zu werden.
Das Fazit lautet: Auch wenn ökonomische, pädagogische oder moralische Erwartungen den Jugendroman stark prägen, so haben sich einige Autorinnen und Autoren durchaus auf den Weg gemacht, Texte mit komplexeren Erzählstrukturen zu etablieren.

Christiane Schurian-Bremecker:
„Immer wenn ich schlafe, brauche ich viele Geschichten.“ Der ritualisierte Vorgang des abendlichen Vorlesens

In letzter Zeit scheinen Fragen nach dem Erwerb der Schlüsselkompetenz Literalität innerhalb und außerhalb der Schule immer wichtiger zu werden. Zu den gegenwärtigen Forschungsdesideraten gehört insbesondere eine biographische Perspektive auf Lern- und Bildungsprozesse und die Sicht auf außerinstitutionelle Zusammenhänge wie die Bildungs- und Sozialisationsvorgänge in Familien. Vor diesem Hintergrund erscheint es lohnend, das Vorlesen in Familien zu thematisieren.
In dem vorliegenden Beitrag geht es um den Bedeutungskontext des abendlichen Vorleserituals. In Form von atmosphärisch geschilderten Fallbeispielen ergeben sich spezifischer Einflussfaktoren, die die Inszenierung des allabendlichen Vorlesens in Familien bestimmen. Dabei zeigt sich, dass die Ausgestaltung des Rituals eng mit dem Erwerb von Lesekompetenz und damit für die zukünftige Bildungskarriere von Kindern wichtig ist. Der Ausblick auf Konsequenzen, Handlungsbedarf und bereits existierende Praxisprojekte, die die Arbeit öffentlicher Institutionen mit den innerfamilialen Sozialisationsprozessen verknüpfen, beschließen den Beitrag.

BiB = Beiträge, Berichte und Hinweise aus oder für BiBliotheken sind mit diesem Zeichen versehen. Die Redaktion möchte aber nicht nur BiBliothekarInnen, sondern auch ErzieherInnen und Lehrkräfte darauf besonders hinweisen. Umgekehrt werden literaturwissenschaftlich und didaktisch orientierte Beiträge auch der Aufmerksamkeit von MitarbeiterInnen in BiBliotheken empfohlen.

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2/2007 [Dr. Jörg Knobloch]

Themenschwerpunkt: Geschichte in der Kinder- und Jugendliteratur

Kinder- und Jugendbücher zu historischen Themen sind nicht zuletzt daraufhin zu analysieren, ob und wie sie Fragen der kulturellen Identität sowie des interkulturellen Miteinanders bzw. Dialoges aufgreifen. Die zum Themenschwerpunkt des vorliegenden Heftes gehörenden Beiträge setzen sich mit diesen Fragestellungen besonders auseinander, wobei Kinder- und Jugendliteratur zu unterschiedlichsten historischen Epochen als Grundlage dient. Das Spektrum reicht von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Allerdings werden immer auch weitere Aspekte aufgegriffen. Der von Holger Zimmermann vorgestellte Jugendbuchautor Alois Prinz etwa führt die Leser seiner Biografien, besonders der Biografie über die als Terroristin bekannt gewordene Ulrike  Meinhof, an einen Punkt, der auch für den schulischen Geschichtsunterricht von elementarer Bedeutung ist:  Hier wie dort werden nämlich nicht allein Informationen vermittelt, sondern auch Werte. Und gerade in diesem Zusammenhang müssen sehr oft mehr Fragen gestellt werden, als sich zufriedenstellend beantworten lassen. Daraus lässt sich schließen, dass die Auseinandersetzung mit Geschichte – im Unterricht ebenso wie in der Kinder- und Jugendliteratur – ein letztlich nicht abzuschließender Prozess ist. Das Wecken von Interesse für historische Zusammenhänge und Fragestellungen gehört daher zu den zentralen Aufgaben, denen sich die Autorinnen und Autoren dieses Genres, aber auch Lehrkräfte zu stellen haben. Diesem Anliegen sind im neuen Heft von kjl&m auch die folgenden Beiträge verpflichtet:

Klaus H. Kiefer:

Spinnen die Römer? Kulturkontakt und Kulturkonflikt im geschichtlichen Jugendbuch

Am Beispiel von Josef Carl Grunds Jugendbuch: Gib mir meine Legionen wieder. Eine Erzählung aus römisch-germanischer Zeit untersucht der Verfasser, wie sich hier historische Kulturkontakte und Kulturkonflikte äußern. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf Aspekten der Sprachgeschichte, die bei der Arbeit mit dem Buch zumindest an Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums vermittelt werden können. 

Geralde Schmidt-Dumont:  

Anmerkungen zur Darstellung der Kreuzzüge in der Kinder- und Jugendliteratur. Perspektiven, Aspekte der Interkulturalität und der historischen Authentizität  BiB

Die Autorin untersucht Aspekte der Interkulturalität in Kinder- und Jugendbüchern zum Thema Kreuzzüge und Kreuzritter. Damit greift sie Themen auf, die vor allem in der gegenwärtigen Diskussion zwischen Islam und Christentum bzw. dem christlichen Europa und dem islamischen Orient eine bedeutsame Rolle spielen.  

 

Phillip Dylan Th. Knobloch:

Die Entdeckung des Kolumbus. Deutsch- und spanischsprachige Jugendliteratur 500 Jahre nach dem Tod des Entdeckers 

Der Beitrag untersucht exemplarisch aktuelle Kinder- und Jugendliteratur über den bekannten „Entdecker“ Amerikas, Christoph Kolumbus (Cristóbal Colóne vor dem Hintergrund der eher belasteten spanischen bzw. lateinamerikanischen Geschichte entstanden sind.  

 

Carsten Quesel:
Britische Jugendsachbücher als Medium politischer Kultur. Reflexionen zur Zeitgeschichte von 1914 bis 1945

Dieser Beitrag liefert einen Überblick über britische Jugendsachbücher aus der Weltkriegsära. Der Ausgang des Ersten Weltkriegs erschien ja zunächst als Triumph des angelsächsischen Zivilisationsmodells, bald danach wurde aber der Niedergang des British Empire unübersehbar. Diktaturen stellten zudem für die britische Klassengesellschaft eine neuartige Herausforderung dar. Damit geriet eine politische Tradition unter Druck, die sich auch durch den Appell an die individuelle Initiative auszeichnete – ein Appell, der sich auch auf die Lernbereitschaft erstreckte und damit zu einem besonderen Interesse am Sachbuch führte.

 

Katja Hellmich:
Begegnung mit einem Neanderthaler. Der Film und das Jugendbuch Lapislazuli – im Auges des Bären  

Ausgangspunkt dieses Beitrags ist ein Jugendbuch zum Thema Steinzeit, das nach einem Film für Jugendliche geschrieben wurde. Es liegt auch als Hörspiel vor und es gibt dazu eine interaktive Homepage

Ein Multimediaprodukt also, das in besonderer Weise junge Leserinnen und Leser ansprechen kann und zudem zahlreiche Ansatzpunkte für die Verwendung im Unterricht bietet. Die kritische Auseinandersetzung mit dem Buch weist allerdings auch auf problematische Aspekte hin.

 

Andrea Beißner:
Wer waren die Kelten? Hinweise zu einem historischen Bibliotheksprojekt
BiB

Schülerinnen und Schüler sollten dadurch für ein geschichtliches Thema interessiert werden, das gerade in ihrem Umfeld eine große Rolle spielt und auch in den Lehrplänen für den Geschichtsunterricht verankert ist. Das Angebot der Bibliothek bestand aus einer Ausstellung, einem reichhaltigen Buch- und Medienangebot sowie einem ergänzenden Veranstaltungsprogramm.

Holger Zimmermann:
Die Menschen sehen, wie sie sind. Die Biografien des Alois Prinz
BiB

Der Verfasser dieses Beitrags stellt in seiner biografischen Skizze den Autor Alois Prinz vor, der sich in den letzten Jahren durch verschiedene Biografien für Jugendliche einen Namen gemacht hat. Für seine Biografie über Ulrike Meinhof erhielt Prinz 2004 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Nicht weniger bedeutsam sind jedoch seine Biografien zu Georg Forster, Hannah Arendt, Hermann Hesse oder Franz Kafka.

 

Jochen Weber:
Römer, Ritter, Reihen. Geschichtliche Themen in neuen Büchern für Kinder im Grundschulalter (Sammelrezension)
BiB

Der Autor stellt in dieser Sammelrezension neuere Bücher zu historischen Themen für den Grundschulbereich vor. Dabei geht es allerdings nicht nur um den dargestellten Zeitraum – markiert etwa durch die Begriffe Steinzeit, Ägypten, Griechenland, Rom, Ritter und Burgen –, sondern auch um das implizite didaktische Konzept dieser Bücher.    

Spektrum:

Petra Josting / Jörg Knobloch / Gudrun Stenzel:

Den Erwartungen der Leserinnen und Leser entsprechen. Anmerkungen zur Konzeption der Zeitschrift kjl&m –forschung.schule.bibliothek   BiB

Die Verfasser skizzieren, ohne in Details zu gehen, die neuere Geschichte der Zeitschrift kjl&m. Dabei wird auch das Konzept dieser Zeitschrift erläutert, die sich der Arbeit von Bibliotheken ebenso verpflichtet fühlt wie der Schulpraxis und der wissenschaftlichen Forschung zur Kinder- und Jugendliteratur.

 

Ulrich Störiko-Blume:

Warum viele Erstleserbücher gut gemeint, schlecht gemacht und von verheerender Wirkung sind. Erstleserbücher in Buchhandel, Bibliothek und Schule BiB

Ulrich Störiko-Blume hat sich als engagierter Verleger von Kinder- und Jugendbüchern einen Namen gemacht. Hier , setzt er sich mit dem Phänomen  der Erstleserbücher auseinander, die längst aus Buchhandlungen, Bibliotheken und Schulen nicht mehr wegzudenken sind. Ohne die Berechtigung dieses Genres in Zweifel zu ziehen, plädiert er dabei für eine erzählende Kinderliteratur, die nicht als „lesestufengerechte Literaturkonfektion“ anzusehen ist. Sie soll sich vielmehr durch eine Qualität auszeichnen, die u.a. durch Spannung, Witz, Lebendigkeit der Charaktere, Vielfalt im sprachlichen Ausdruck, Originalität und gekonnte Illustrationen gekennzeichnet ist.

BiB = Beiträge, Berichte und Hinweise aus oder für BiBliotheken sind mit diesem Zeichen versehen. Die Redaktion möchte aber nicht nur BiBliothekarInnen, sondern auch ErzieherInnen und Lehrkräfte darauf besonders hinweisen. Umgekehrt werden literaturwissenschaftlich und didaktisch orientierte Beiträge auch der Aufmerksamkeit von MitarbeiterInnen in BiBliotheken empfohlen.

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1/2007 [Prof. Dr. Petra Josting]

Themenschwerpunkt: Bilderbücher

Bilderbücher spielen eine bedeutende Rolle im Prozess der literarischen Sozialisation und haben somit einen festen Platz in vielen Kinderzimmern, in Kindertagesstätten und Kindergärten wie auch in der Grundschule. Folglich findet man Bilderbücher in Ausbildungszusammenhängen von ErzieherInnen, BibliothekarInnen, BuchhändlerInnen und GrundschullehrerInnen, doch haben sie z.B. im Lehramtsstudium – wenn überhaupt – oft nur eine marginale Bedeutung und werden dort zudem überwiegend unter literaturdidaktischen Gesichtspunkten betrachtet. Wird die Frage der bildnerisch-literarischen Qualität gestellt, orientieren sich die Auszubildenden gern am gängigen Kindchenschema bzw. an diffusen Vorstellungen von dem, was Erwachsene für ‚kindgerecht’ halten.
Als komplexes ästhetisches Medium haben Bilderbücher in der literatur- und kunstwissenschaftlichen Forschung wie auch in der Lehre/ Ausbildung leider noch immer nicht den ihnen gebührenden Platz. Das neue Heft von kjl&m mit dem Schwerpunkt Bilderbuch greift diese und andere Aspekte mit folgenden Beiträgen auf:

 

  • Jens Thiele:  Bilderbuchforschung – Eine unsystematische Bestandsaufnahme und vorläufige Perspektiven
    Bilderbuchforschung als eigenständige wissenschaftliche Disziplin existiert im deutschsprachigen Raum nur in Ansätzen. Eine auf die Inter- und Transdisziplinarität ihres Gegenstandes ausgerichtete wissenschaftliche Auseinandersetzung wäre aber die Konsequenz der bisherigen defizitären Forschungslage. In der Vernetzung u.a. mit Kindheits- und Medienforschung, mit der Entwicklungspsychologie sowie den Sozialwissenschaften könnte das Bilderbuch forschungsfähig werden.
     
  • Claudia Blei-Hoch: Das Bilderbuch mit anderen Augen sehen – Zu Erzählformen in aktuellen Bilderbüchern und ihrer Vermittlung
    Die für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2006 nominierten Bilderbücher spiegeln in unterschiedlicher Ausprägung und Ausdifferenziertheit die Merkmale eines von modernen Medien beeinflussten Erzählens in Bild und Text wider. Sie sind visueller geworden, d.h. es erfolgt eine Verlagerung des Erzählens auf die Bildebene. Die reine Form dieses Erzählens bildet das textlose Bilderbuch ab, das in den letzten Jahren Konjunktur und erstaunliche Erfolge erfahren hat.
    Die Bedeutung der bildästhetischen Erfahrung und ihrer Subjektivität bildet die Folie für interaktive Vorlesegespräche, die diese Bilderbücher auszulösen vermögen. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Erzählformen in aktuellen Bilderbüchern und ihrer Vermittlung kann einen wichtigen Beitrag leisten, um grundlegende Erkenntnisse über die Gestaltung und Wirkung komplexer Text-Bild-Beziehungen zu gewinnen
    .
     
  • Mareile Oetken: Neuere Ansätze in der Bilderbuchillustration (BiB)
    Die Vielfalt neuer Bild-Text-Konzepte ist seit Anfang der 1990-er Jahre signifikant. Unterschiedlichste Einflüsse bewirkten erstmals eine bemerkenswert breite Öffnung des Bilderbuchs für neue Erzählungen sowohl bildnerisch, literarisch als auch thematisch. Um diese Phänomene im Bilderbuch einordnen zu können, müssen wirkungsmächtige Kontexte berücksichtigt werden.
     

  • Margret Hopp: Bilderbücher und die Entwicklung kindlicher Medienkompetenz
    Bilderbücher sind sehr viel mehr als literarische Ersterlebnisse. Ihrer Wirkungskraft wird man erst gerecht, wenn die Vielfalt und Komplexität der Text-Bild-Interdependenzen und ihrer Bedeutungsebenen wie die der reinen Bilderfolgen in den Dienst des Erwerbs allgemeiner ästhetischer Kompetenzen gestellt wird. Für die Beschreibung eines Konstrukts kindlicher Medienkompetenz bietet sich eine ontogenetische Herangehensweise an, die naturgemäß in engem Zusammenhang mit den ersten Entwicklungsaufgaben des Spracherwerbs und der Fähigkeit zum Zeichenverständnis und -gebrauch steht.
     

  • Heidi Rösch: Interkulturelle Bilderbücher im Unterricht
    In interkulturellen Bilderbüchern geht es meist um Themen wie Migration, Schwierigkeiten des Zusammenlebens von Verschiedenen bzw. Außenseitertum oder auch um Mehrsprachigkeit, wo Verständigungs-Schwierigkeiten zwischen Menschen mit unterschiedlichen Sprachen nicht nur thematisiert, sondern auch durch Bild-Text-Experimente gestaltet werden. Die vorgeschlagene Technik des Perspektiv-Wechsels vom Bild zum Text und umgekehrt, von Haupt- zu Nebenfiguren, vom Buch zum eigenen Leben lässt sich auf alle Bilderbücher anwenden.
     

  • Claudia Vorst: Ein Buch nicht nur für Bruno - Begegnung mit Bilderbüchern und der Leseburg: Eine Patenschaft für Erstklässler und die Einführung in den Umgang mit einer Schulbibliothek (BiB)
    LehrerInnen können im Anfangsunterricht auch die anderen in Schule involvierten Personengruppen unterstützend heranziehen, um die Erstklässler an Kinderliteratur heranzuführen: ältere Kinder oder die im angelsächsischen Raum schon lange bekannten Lesemütter.
     

  • Regina Pantos:  Wenn Swimmy, der Regenbogenfisch, Harald, Philip und Inge mit dem Biest des Monsieur Racine das Königsspiel spielen ...: Eine Bilderbuch-Werkstatt in der 1. Staatlichen Fachschule für Sozialpädagogik Berlin
    In der Bilderbuchwerkstatt sollten die PraktikantInnen Vorschläge zur Gestaltung von Situationen im Alltag oder zu besonderen Anlässen entwickeln, die die Selbstbildungs-Prozesse der Kinder im Bereich der Sprachentwicklung unterstützen. Im Hintergrund standen das Themenfeld Sprache als Grundlage menschlicher Entwicklung verstehen und fördern (unter Berücksichtigung von Deutsch als Zweitsprache) und ein Themenfeld aus dem Lernbereich Musisch-kreative Gestaltung, Bewegung und Spiel.
     

  • Ulrich H. Baselau: Bilderbuch:   Sehen – Perspektive – Zoom (Sammelrezension) (BiB)
    Aktuelle Bilderbücher unter besonderer Berücksichtigung des Zooms.

Spektrum:
 

  • Regina Pantos: Das Herz der Schule: Bibliothek, Mediothek und Druckerei: Rückblick auf 35 Jahre Schule ohne Schulbücher (BiB)

    Das Herz der Schule – Bibliothek, Mediothek und Druckerei – hat Kollegen 30 Jahre lang davor bewahrt, in Routine zu verfallen. Bleibt zu hoffen, dass es nicht ganz am Spar-Infarkt stirbt, sondern dass sich die Bildungspolitik besinnt und es in die Reha schickt.
     

  • Tina Kähler: Ein Literaturwettbewerb voller Begegnungen: Schüler und Schülerinnen überraschen beim ersten Literaturwettbewerb im Kreis Ostwestfalen-Lippe die Jury mit überwältigender Resonanz
    Die Resonanz auf den kreativen Wettbewerb zum Thema Begegnungen übertraf die ursprünglichen Erwartungen mit fast 900 Beiträgen von 146 verschiedenen Schulen sehr. Der Literaturwettbewerb stellte auch eine Möglichkeit dar zu erkunden, welche Themen Heranwachsende beschäftigen. Zumindest im Kreis Detmold scheint für junge Menschen der Bereich Liebe/Sexualität das Top-Thema des letzten Jahres gewesen zu sein.
     

  • Manfred Berger: Bravo BRAVO! – 50 Jahre Leitmedium (?) der Jugend (BiB)
    Am 26. August 1956 erschien BRAVO – Zeitschrift für Film und Fernsehen mit einer Startauflage von 30.000 Exemplaren. Keine geringere als Hollywood-Legende Marilyn Monroe zierte das Titelblatt und die Innenseiten, die seinerzeit schon für Furore sorgten und BRAVO in die Schlagzeilen brachten. Keine Frage: Bereits die erste Ausgabe von BRAVO zeigte jene Mixtur aus Stars, Sex, aufwühlenden Fragen und Bildgewalt, die noch heute Deutschlands auflagenstärkste Jugendpostille bestimmt.
     

  • Stephan Lindemann: Spielräume des Erzählens. Autobiographisches Erinnern diskutiert anhand von Uri Orlevs Die Bleisoldaten und Das Sandspiel
    Wo Autobiographien nicht nur auf ein beschädigtes Leben referieren, sondern gleichzeitig eine Geschichte für viele andere erzählen, bleibt die Frage nach der Wahrhaftigkeit stehen. Dass Autobiographien von Opfern des nationalsozialistischen Regimes auf ein sensibles Leseinteresse stoßen, ist offenkundig. Bezogen auf das Ereignis der Shoa als Grenzereignis, das sich dem Verstehen letztlich sperrt, spitzt sich diese Frage zu. Diese Vorüberlegungen werden anhand des autobiographischen Textes Das Sandspiel von Uri Orlev diskutiert. Dabei wird vor allem überlegt, wie der Pakt der Erinnerung zwischen Autor und Leser ausgestaltet wird. Mit Das Sandspiel von 1994 knüpft Orlev an die Erzählung Die Bleisoldaten (1956) an.
     

Publikationen / Rezensionen von Fachliteratur (BiB)

Charis Brem (Hg.): Unsere Bilderbücher – Was sie alles können. Leitfaden durch die Bilderbuch-Programme der Verlage Thienemann und Gabriel. Stuttgart: Thienemann, 2006. 144 S., € 5,00.

Svenja Blume: Texte ohne Grenzen für Leser jeden Alters. Zur Neustrukturierung des Jugendliteraturbegriffs in der literarischen Postmoderne. Freiburg im Breisgau: Rombach, 2005. (Reihe Nordica; 10). 345 S., € 42.

Jürgen Heumann (Hg.): Über Gott und die Welt. Religion, Sinn und Werte im Kinder- und Jugendbuch. Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2005.(Religion in der Öffentlichkeit; 8). 288 S., € 24,80.

Topeongpong, Anchalee: Familienbilder in der deutschsprachigen und der thailändischen Kinderliteratur der Gegenwart. Frankfurt/ M. [u.a.]: Lang, 2005. (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 36), 406 S., € 68,50.

Wolfgang Günther: Wege ins Wunderland – Von Peter Pan bis Harry Potter. Frankfurt/ M.: edition Martin Gold, 2006. 402 S., € 34.

Surmatz, Astrid: Pippi Långstrump als Paradigma. Die deutsche Rezeption Astrid Lindgrens und ihr internationaler Kontext. Tübingen [u.a.]: Francke, 2005 (Beiträge zur nordischen Philologie; 34). 618 S., € 78.

Ernst Seibert/ Susanne Blumesberger (Hgg.): Felix Salten – der unbekannte Bekannte. Wien: Praesens, 2006. (Kinder- und Jugendliteraturforschung in Österreich; 8) 177 S., € 29,20.

Kerlen, Dietrich: Jugend und Medien in Deutschland. Eine kulturhistorische Studie / hrsg. von Matthias Rath u. Gudrun Marci-Boehncke. Weinheim [u. a.]: Beltz, 2005. 240 S., € 34,90.

Möbius, Thomas/ Ulrich, Stefan (Hgg.): Virtuelle Lernumgebungen im Deutschunterricht. Grundlagen. Didaktische Konzepte. Lehreinsatz. Baltmannsweiler: Schneider, 2005. 150 S., € 14.

Ernst Seibert: Kindheitsmuster in der österreichischen Gegenwartsliteratur. Frankfurt am Main [u. a.]: Lang, 2005 (Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien; 38), 499 S., € 69,60.

 

Rezensionen von Unterrichtsmaterialien

Daubert, Hannelore (Hrsg.): Lesespaß im Klassenzimmer. Lesen in der Schule mit dtv junior. Unterrichtsvorschläge für die Klassen 1–4. München: dtv junior, 2006. 180 S., € 2,50.

Franz-Josef Payrhuber: Josef Holubs Kinder- und Jugendromane in der Sekundarstufe I. Baltmannsweiler: Schneider, 2006. (Kinder- und Jugendliteratur im Unterricht; 3), 126 S., € 12.

BiB = Beiträge, Berichte und Hinweise aus oder für BiBliotheken sind mit diesem Zeichen versehen. Die Redaktion möchte aber nicht nur BiBliothekarInnen, sondern auch ErzieherInnen und Lehrkräfte darauf besonders hinweisen. Umgekehrt werden literaturwissenschaftlich und didaktisch orientierte Beiträge auch der Aufmerksamkeit von MitarbeiterInnen in BiBliotheken empfohlen.

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4/2006 [Dr. Gudrun Stenzel]

Themenschwerpunkt: Simulation in Bildern und Texten

  • Heidi Lexe: Literarisches Napstern: Mediales Erzählen in der Jugendliteratur
    mediale Weltaneignung * mediales Erzählen * Jugendliteratur und Netzästhetik * Jugendliteratur und die Ästhetik von Popmusik
     
  • Thomas Möbius: Lesen ist wie Surfen im Netz – Einige erzählstrukturelle Aspekte von
    einige erzählstrukturelle Aspekte in Monika Pelz’ True Stories und Elisabeth Honeys Salamander im Netz
    Internetbasierte Textsorten in der Kinder- und Jugendliteratur * Auswirkungen der Verwendung internetgestützter Textsorten auf die Erzählweise * Hypertexte als Textlabyrinthe
     

  • Carolyn Sperling: Das Bilderbuch als Unterrichtsgegenstand
    Literarisches Lernen in der Grundschule am Beispiel Grégoire Solotareff Du groß, und ich klein - eine Unterrichtseinheit für eine 2. Grundschulklasse (9 Unterrichtsstunden)
     

  • Jörg Steitz-Kallenbach: Warum lesen Jungen (nicht)? - Lesen Jungen nicht?
    Überlegungen zum Zusammenhang von Lesen und Geschlecht - Teil 2 (vgl. BJM 1/2006)

     

Sammelrezension: Jens Wiemken: Aspekte moderner Computerspiele an ausgewählten Beispielen
Rezensionen: Fachliteratur
Rezensionen: Unterrichtsmaterialien
Aus der AG Jugendliteratur und Medien (AJuM)
Hinweise, Berichte und Mitteilungen

  • Schulbibliothek aktuell
    Ingrid Lange-Bohaumilitzky: Schulbibliotheken in Schweden
    Klaus Dahm: Bibliotheken – Partner der Schule. Gütesiegel für hervorragende Leistungen
    Günter Schlamp:
    Reading, Knowing, Doing – Die internationale Schulbibliothekskonferenz 2006
    Ronald Schneider: Der Deutsche Bibliotheksverband betritt erstmals internationales Schulbibliotheksparkett: Eine Replik auf Günter Schlamp
    Anke Märk-Bürmann: „Lesen – zu Hause und in der Bibliothek“. Ein Elternabend zur Leseförderung in einer Öffentlichen Bibliothek
    Heike Steck: Landesweite Leseförderaktionen der Bibliotheken in Rheinland-Pfalz

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Beiheft 17 (2006):
Zauberland und Tintenwelt

Das 17. Beiheft befasst sich unter dem Titel "Zauberland und Tintenwelt" mit der Fantastik in der Kinder- und Jugendliteratur
Herausgegeben von Jörg Knobloch und Gudrun Stenzel in Zusammenarbeit mit der AJuM der GEW - Weinheim u. München: Juventa 2006 (erscheint Oktober 2006), ca. 260 S., ca. € 20,-

Fantastische Kinder- und Jugendliteratur boomt: Nicht erst seit Harry Potter lesen viele Kinder und Jugendliche gerne Literatur, die sie in Zauberländer und Tintenwelten entführt, deren Protagonistinnen und Protagonisten über magische Fähigkeiten verfügen oder in denen die Existenz fantastischer und mit Magie begabter Wesen Räume der Imagination öffnet. Trotz zahlreicher Beiträge zu Einzelaspekten der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur fehlte aus literaturwissenschaftlicher und literaturdidaktischer Perspektive bisher ein systematischer Überblick über diese Literatur für Kinder und Jugendliche. Vor dem Hintergrund dieses Desiderats ist der vorliegenden Band zu sehen. 
Im ersten Teil diskutieren Bernhard Rank, Gerhard Haas, Irmgard Nickel-Bacon und Dieter Petzold literaturwissenschaftliche Grundlagen sowie Grundfragen der Rezeption und Funktion.
Im zweiten Teil untersuchen unter anderem Maren Bonacker, Winfred Kaminski, Caroline Roeder, Jörg Knobloch, Reinbert Tabbert und Matthias Hurst Motive, Stoffe, Themenkreise in verschiedenen Medien und damit besonders interessante Aspekte der fantastischen Kinder- und Jugendliteratur (im Sinne eines weiten, alle Medien einschließenden Literaturbegriffs): Fantastik in Computerspiel, Bilderbuch und Film, Fantasy-Rollenspiele, Fantastik und Religion, Fantastische Bibliotheken und „Fantastic Beasts“ finden sich hier neben der Frage nach dem Verhältnis von gesellschaftlicher Realität und Fantastik.
Der dritte Teil bietet in theoretischen Beiträgen und praktischen Unterrichtsmodellen Didaktische Perspektiven. Es widmet sich in Beiträgen von Dagmar Grenz, Gudrun Stenzel, Kirsten Kumschlies, Reinhold Lüthen und Verena Kassler damit der grundsätzlichen Bedeutung von fantastischen Texten für Kinder und Jugendliche und ihren literaturdidaktischen Potenzialen.

Link zum vollständigen Inhaltsverzeichnis des Beiheftes

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3/2006 [Dr. Jörg Knobloch]
Themenschwerpunkt: Biografien als Kinder- und Jugendliteratur
 

  • Dorothee Hesse-Hoerstrup: Biografien für jugendliche Leserinnen und Leser
    Die Autorin hat sich intensiv mit Biografien für jugendliche Leserinnen und Leser auseinandergesetzt, u.a. in ihrer Dissertation „Lebensbeschreibungen für junge Leser“ (2001). Hier bietet sie nun nach einem kurzen Rückblick über die Geschichte der Biografie einen Überblick auf neueste Entwicklungen. Dabei  geht sie von einer „Rückkehr der Biografien“ als zeitgenössischer Tendenz der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur aus. Besonders hervorgehoben werden Biografien von Alois Prinz (Lieber wütend als traurig. Die Lebensgeschichte der Ulrike Marie Meinhof, 2003) und Armin Maiwald (Christoph Columbus und das Wachsen der Welt, 2006).
     
  • Geralde Schmidt-Dumont : Schriftsteller-Biografien für Kinder und Jugendliche
    Eine besondere Gruppe innerhalb der Biografien für junge Leserinnen und Leser bilden die sog. Schriftsteller-Biografien. Sie werden im Deutschunterricht gern ergänzend zur Klassenlektüre bzw. als Anlass für literarische Projekte eingesetzt. Die Autorin zeigt in ihrem Beitrag auf, wie vielfältig diese Biografien sind und welcher Mittel sie sich bedienen. Die Beispiele sind einem Fundus entnommen, der von Frederik Hetmanns Biografie über Bettina und Achim (d.i. Bettina und Achim v. Arnim; 1983) bis zu Maren Gottschalks Jenseits von Bullerbü (über Astrid Lindgren, 2006) reicht. 
     
  • Petra Josting: Biografisches über Erich Kästner für Jugendliche
    Die Autorin untersucht Klaus Kordons preisgekrönte Kästner-Biografie (Die Zeit ist kaputt, 1994) vor dem Hintergrund der neueren Kästner-Forschung, die sich in mehreren Biografien für Erwachsene widerspiegelt. Dabei stellt sie fest, dass Kordon sich primär an autobiografisch relevanten Elementen von Kästners schriftstellerischem Werk orientiert und somit auf zum Teil geschönte Selbstzeugnisse zurückgreift. Dagegen berücksichtigt Kordon verschiedene kritische Arbeiten über Kästner nicht, obwohl sie ihm zugänglich gewesen wären. Insbesondere hätte Kästners Verhalten während der NS-Zeit wohl kritischer bzw. anders gesehen werden müssen. „Sein Verhalten […] als mutig und tapfer zu beschreiben und ihm dadurch heldenhafte Züge zu verleihen“ ist nach Josting jedenfalls nicht nachvollziehbar.
     
  • Malte Dahrendorf: Biografische und autobiografische Elemente in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur zum Holocaust  
    Malte Dahrendorf, der sich als Kenner und Kritiker der Kinder- und Jugendliteratur über den Nationalsozialismus und den Holocaust einen Namen gemacht hat, untersucht hier die deutschsprachige KJL zum Holocaust unter dem Gesichtspunkt biografischer und autobiografischer Elemente. Er arbeitet dabei Motive heraus, die in den entsprechenden Büchern eine besondere Rolle spielen: Flucht und Emigration, Leben im Exil, psychische Folgen der NS-Erfahrung, Rückkehr (Heimkehr?) von Juden aus dem Exil. Als Ergebnis zeigt sich, dass es sich bei von vorliegenden Bücher überwiegend um authentische Zeugnisse handelt, nur selten haben sich nicht-jüdische Autorinnen und Autoren dieser Thematik gewidmet.
     
  • Jörg Knobloch: Biografien im Unterricht. Didaktische Anmerkungen zu einer vernachlässigten Gattung
    Der Autor zeigt, dass trotz offensichtlicher Akzeptanz Biografien in der Schule eher ein Schattendasein fristen. So lassen sich bisher auch nur wenige Unterrichtsvorschläge speziell für die Arbeit mit Biografien finden. Vor diesem Hintergrund werden verschiedene Möglichkeiten der schulischen Auseinandersetzung mit Biografien skizziert, die von der Verwendung im offenen Unterricht über die Biografie als Klassenlektüre, handlungs- und projektorientierte Arbeitsformen bis zum Präsentieren von Biografien reichen.
     
  • Rüdiger Steinlein: Kritikokabarettistischostalgodefensorischer Peltschpunsch. Anmerkungen zu Anmerkungen eines kritischen Kritikers
     
  • Reiner Neubert: Leserbrief zu Heidi Strobels Beitrag Über die Liebe eines Staates zu seinen Kindern. Kindheitsbilder in der Kinderliteratur der DDR
    Steinlein und Neubert setzen sich aus unterschiedlicher Pespektive mit Heidi Strobels Beitrag Über die Liebe eines Staates zu seinen Kindern. Kindheitsbilder in der Kinderliteratur der DDR (vgl. den von G. Stenzel hrsgg. Band: Kinder lesen – Kinder leben. Kindheiten in der Kinderliteratur, Weinheim 2005, S. 86-102) bzw. mit der Replik von Steffen Peltsch (in BJuM 2/2006, S. 123-127) auseinander. 
     
  • Sammelrezension KJL: Hanne Verloh / Georg Föhr: Neuere Biografien für Kinder- und Jugendliche
     

  •  Rezensionen: Fachliteratur und Unterrichtsmaterialien
     

  • Aus der AG Jugendliteratur und Medien / Hinweise und Mitteilungen
     

  • Nachruf: Hans-Christian Kirsch / Fredrik Hetmann (17.2.1934 – 1.6.2006)

  •  

Schulbibliothek aktuell

·         Heike Steck: Leseecken für Ganztagsschulen in Rheinland-Pfalz

·         Jochen Dreier: Neues zum Web-Portal „ Schulmediothek“

·         Susanne Krüger: Medien und mehr! Das Institut für angewandte Kindermedienforschung (IfaK) in Stuttgart

·         Jörg Knobloch: Anmerkungen zur Verbreitung von Schulbibliotheken

·         Hanke Sühl: Aktionswochen der Stadtbücherei Frankfurt a.M.: „Bald gehts los: Fußball-WM 2006“

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2/2006 [Prof. Dr. Petra Josting]

Themenschwerpunkt: Migration und KJL

  • ina Weinkauff: Konzepte kultureller Identität in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur
    Die Darstellung fremder Kulturen findet sich in der KJL seit dem 18. Jahrhundert. Gleichwohl werden über einen sehr langen Zeitraum hinweg die geschilderten interkulturellen Begegnungen vorwiegend jenseits des alltäglichen Erfahrungshorizontes der Adressaten und vorzugsweise in fernen Ländern angesiedelt. Der Beitrag konzentriert sich auf die Darstellung ‚autochthoner Minderheiten’, auf den ‚Erfahrungskontext Massenmigration’ und auf die ‚Importgewinne’. Dabei fällt auf, dass die Migrantenliteraturen aus Frankreich, England, Kanada und den USA im Vergleich zur deutschsprachigen Migrantenliteratur für Kinder und Jugendliche nicht nur ein weitaus breiteres Formenspektrum aufweisen, sondern auch wesentlich komplexere Impressionen vom multikulturellen Alltag der jeweiligen Länder enthalten.
     
  • Heidi Rösch :Was ist interkulturell wertvolle Kinder- und Jugendliteratur?
    Interkulturell wertvolle Kinder- und Jugendliteratur ist zunächst einfach Kinder- und Jugendliteratur. Deshalb wird im ersten Schritt eine Bestimmung von Kinder- und Jugendliteratur im Spannungsverhältnis zwischen ihrer poetischen und pädagogischen Funktion vorgenommen. Im zweiten Schritt werden die Spezifika interkultureller Kinder- und Jugendliteratur in Abhängigkeit von den allgemeinen Merkmalen der Kinder- und Jugendliteratur entfaltet, um abschließend Kriterien für die Beurteilung von interkulturell wertvoller Kinder- und Jugendliteratur zu benennen.
     
  • Petra Büker: Hier kommt Lola! Die unkonventionelle bikulturelle Familie in Isabel Abedis neuer Kinderbuchreihe
    Zielperspektive eines handlungs- und produktionsorientierten Umgangs mit der Lola-Reihe im Literaturunterricht ist die bewusste Auseinandersetzung mit den in der Erzählung literarisch vermittelten Entwicklungsaufgaben, welche im Kontext des Aufbaus einer multiplen Identität zu bewältigen sind. Analog zur Motivik des Buches erscheint das interkulturelle Thema in diesem Zusammenhang als eines unter mehreren (Unterrichtsvorschläge für die Primarstufe).
     
  • Stephan Lindemann: Fremde eigene Welten erschließen – Turki Al-Hamads Adama im Literaturunterricht der Sekundarstufe II
    Obwohl Turki Al-Hamads Roman Adama nicht in die Sparte Migrationsliteratur im üblichen Sinne fällt, bietet er einer für Migrationsphänomene und -probleme sensibilisierten Literaturdidaktik weitreichende Handlungsspielräume. Adama eignet sich besonders dann zur Lektüre in der S II, wenn sich in der Lerngruppe Schülerinnen und Schüler mit islamischer und/ oder arabischer Prägung befinden (Unterrichtsvorschläge für die SII).
     
  • Zoran Drvenkar: „Ich kann gut bluffen“. Der Autor Zoran Drvenkar im Gespräch mit Ricarda Dreier
    Drvenkar sieht sich nicht als einen Vertreter der Migrationsliteratur: „Oh, nein. Nicht das legitimieren. Ich gehör einfach nicht dazu.“ Und auch die Frage „Was verbindet dich mit Kroatien?“, beantwortete er mit „Nicht besonders viel.“
     

  • Steffen Peltsch: Heidiland DDR – Anmerkungen zu einem Aufsatz von Heidi Strobel
    Replik auf den Beitrag von Heidi Strobel: Über die Liebe eines Staates zu seinen Kindern. Kindheitsbilder in der Kinderliteratur der DDR. In: Gudrun Stenzel (Hrsg.): Kinder lesen – Kinder leben. Kindheiten in der Kinderliteratur. Weinheim: Juventa. 2005. (Beiträge Jugendliteratur und Medien; Beih. 16), 86-102.
     

  • Sammelrezension KJL: Ricarda Dreier: Ausgewählte Texte von Zoran Drvenkar

    Aus der AG Jugendliteratur und Medien
    Hinweise und Mitteilungen

    Schulbibliothek aktuell

  • Susanne Metz: Lernort Bibliothek – Berliner Kinder werden WortStark. Sprach- und Leseförderung der Stadtbibliothek Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin

  • Ronald Schneider: Arbeitsbilanz der Expertengruppe „Bibliothek und Schule“ für das Jahr 2005

  • Günther Brée: Die Landesarbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken in Hessen e.V.

  • Georg Ruppelt: Die Verantwortung der Schulen und Bibliotheken für die Entwicklung von Lese- und Medienkompetenz

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1/2006 [ Dr. Gudrun Stenzel ]
Themenschwerpunkt: (Warum) Lesen Jungen (nicht)?

  • Jörg Steitz-Kallenbach: Warum lesen Jungen (nicht)? – Lesen Jungen nicht?
    Überlegungen zum Zusammenhang von Lesen und Geschlecht
    Zu Zusammenhang von Lesen und Geschlecht werden eine Reihe von Überlegungen entfaltet, Klärungen versucht und weiterführende Fragen gestellt werden. Dabei wird die zentrale Ausgangsfrage gleichwohl nicht im Sinne einer kausalen Erklärung beantwortet werden, die uns gar mit dem zufriedenen Gefühl eines „Aha, darum also!“ zurücklässt. Dazu ist, so soll auch gezeigt werden, das Thema zu komplex und dazu sind Phänomene der Lesekompetenz respektive der symbolischen Kompetenz in ihrer Genese zu vielschichtig verzweigt. Dieser Artikel wird fortgesetzt in Heft 4/2006.
     
  • Matthias Brandes: Herakles in der Literatur für Kinder und Jugendliche
    Grundlegende Unterschiede in der Gestaltung des Sagenstoffes bei Gustav Schab,
    Richard Carstensen und Hannes Hüttner werden herausgearbeitet.
     
  • Sabine Schrader: Martin unter Druck – Leseförderung ohne Druck?
    Ein Erfahrungsbericht zu Möglichkeiten eines schülerorientierten Literaturunterrichts in der Sekundarstufe I an der Förderschule „Schwerpunkt Sprache“
     
  • Uwe Britten: Lesen – eine Expedition
    Zum Umgang mit „offener“ Jugendliteratur
    Eine kritische Auseinandersetzung mit Erzählformen und „Rezensionstendenzen“
     
  • Manfred Berger: Erika Mann (1905-1969) – eine skizzenhafte biographisch-kinderliteraturpädagogische Würdigung zu ihrem 100. Geburtstag
     
  • Rezensionen
    I. Sammelrezension Kinder und Jugendliteratur: „Jungenfänger“
    II. Fachliteratur
    III. Unterrichtsmaterialien
    Aus der AG Jugendliteratur und Medien
    Hinweise und Mitteilungen

          Schulbibliothek aktuell

  • Heidi Jakob-Röhl / Ingrid Lange-Bohaumilitzky
    Nur für Jungs, was soll denn das?
    Ein Projekt in der KiBi (Kinderbibliothek) der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen, in Zusammenarbeit mit einem Projekt von Studierenden des Bibliothekswesens an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, entwickelte attraktive Angebote für Jungen und Väter.
     
  • Hanke Sühl
    „Mein Taschentuch hat viele Risse / nur weil ich dich so sehr vermisse ...“
    oder: Lyrik in der Schulbibliothek?
     
  • Christine Schuster
    Lesen in Deutschland
    Eine Initiative von Bund und Ländern zur außerschulischen Leseförderung
     
  • Martin Sachse
    Schulartspezifische Bedingungen, schulartspezifische Anforderungen: Schulbibliotheken aus differenzierter Perspektive

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Beiheft 16 (2005):
Kinder lesen – Kinder leben (pdf download)

  • Kindheiten in der Kinderliteratur
  • Herausgegeben von Dr. Gudrun Stenzel in Zusammenarbeit mit der AJuM der GEW, Weinheim: Juventa 2005

Das Inhaltsverzeichnis für das Jahr 2005 kann man hier als pdf -Datei herunterladen.

 

 

 

4/2005 [Dr. Jörg Knobloch]
Themenschwerpunkt: Lesen in einer globalisierten Welt

  • Kümmerling-Meibauer, Bettina: Im Versgarten: Zur Rezeption von Robert Louis Stevensons Kinderlyrik in Deutschland  (4/243)
     
  • Hanauer, Julia:  Französische Kinder- und Jugendliteratur in Deutschland (4/256)
     
  • Röpcke, Dirk: Spannend schreiben und erklären, was man nicht in der Schule lernt.   Der schwedische Jugendbuchautor Sven Wernström (4/261)
     
  • Linderoos, Petra: Anmerkungen zum Lesen in finnischen Gemeinschaftsschulen (4/266)
     
  • Knobloch, Phillip D. Th.: "Por El Derecho a Leer" - Projekte zur Leseförderung in Argentinien (4/272)
  • Dahrendorf, Malte: Klaus Kordon: Geschichte oder Zeitgeschichte?  (4/279)
     
  • Rezensionen / Aus der AG Jugendliteratur und Medien / Berichte, Hinweise und Mitteilulngen

         Schulbibliothek aktuell

  • Vetter, Simone: Informations- und MedienNetzwerk der Medienzentren und Schulen im Lahn-Dill-Kreis (IMeNS) (4/305)

  • Aschern, Matthias/Klöpper, Ingrid, Von der Schülerbücherei zum Selbstlernzentrum.  Schulbibliotheksarbeit als Beitrag zur schulischen Qualitätsentwicklung (4/309)

  • Dahm, Klaus: Kooperation von Bibliothek und Schule: Möglichkeiten und Modelle   (4/315)

  • Friedrich, Sylvia: Der bibweb-Onlinekurs "Fokus Kind: Bibliotheksarbeit für Kinder bis 8" oder: Wie schaffen wir es, Kinder für Sprache und Schrift zu begeistern? (4/319) 

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3/2005
Themenschwerpunkt: Aktuelle Kinder- und Jugendliteratur

  • Maiwald, Klaus: "Märchen aus der neuen Zeit"? Wie kinder- und jugendliterarische Texte das Romantische im Cyberspace neu inszenieren und was dies didaktisch bedeutet (3/163)
     
  • Wolters, Ute Schauplatz: Berlin in aktuellen Jugendbüchern (1999-2005) (3/173)
     
  • Strübe, Thorsten: Die "Neuen Medien" im "alten Medium."  Zur sprachlichen Inszenierung von E-Mail, SMS und Chat in der Kinder- und Jugendliteratur (3/179)
     
  • Oeste, Bettina: Das Hitlerbild in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur (3/186)
     
  • Dreier, Ricarda: Ein erzähltes Leben: Alois Prinz' Meinhof-Biographie Lieber wütend als traurig als Gegenstand erzähltheoretischer Überlegungen in der Sekundarstufe II (3/193)
     
  • Pfennig, Dorothee: Heinrich-Wolgast-Preis 2005 an Thomas Ahrens für sein Theaterstück Der Ball ist rund - ein Globalisierungskrimi (3/200)
     
  • Rezensionen / Aus der AG Jugendliteratur und Medien / Berichte, Hinweise und Mitteilungen

         Schulbibliothek aktuell

  • Mengel, Berthold: Unterricht in der Schulbibliothek oder: Was hat die Schulbibliothek mit der Agenda 21 zu tun?  (3/225)

  • Paul, Silke-Maria/Rabe, Stefanie: Schulbibliotheken - Mit Umfragen einen Schritt voraus  (3/233)

  • Dreier, Jochen: Fortbildung für LehrerInnen in Schulbibliotheken (3/237)

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2/2005
Themenschwerpunkt: Literatur und Bearbeitung

         Schulbibliothek aktuell

  •  Lücke, Birgit: Am Anfang war das Ziel und das Ziel ist Weg geworden: Ein Kooperationsprojekt in Warendorf  (2/144)

  • Lange-Bohaumilitzky, Ingrid: 10 Jahre Kooperation von Bibliothek und Schule in Hamburg - von der Lesekiste zur Facharbeit (2/148)

  • Pitzer, Barbara/Pitzer, Hermann: Das österreichische Schulbibliothekswesen - eine Erfolgsstory (2/152)

  • Altstätter Mair, Klara: Märchen als Einstieg in die Lesewelt: Kinder brauchen immer noch Märchen!  (2/155)

  • Schneider, Ronald: Neues aus der Arbeit der Expertengruppe "Bibliothek und Schule"  (2/158)

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1/2005
Themenschwerpunkt: Kinderlyrik

  • Franz, Kurt: Neuere Tendenzen in der Kinderlyrik  (1/003)
     
  • Gelberg, Hans-Joachim: Das große A liegt auf dem Tisch. Lyrik für Erwachsene - Lyrik für Kinder (1/014)
     
  • Hesse, Hanna: Nicht nur am Donnerstag! Kindergedichte von Josef Guggenmos in einer ersten Klasse (1/020)
     
  • Remmers, Ursula: Tierschau und andere Vergnügungen. Inszenierte Lyrik in der Grundschule (1/025)
     
  • Dehnbostel, Birte/Ellenberg, Inga/Redante, Angela: "Ich schreibe möglichst einfach." Arbeit an Stationen mit Kindergedichten von Jürgen Spohn  (1/030)
     
  • Bruckmeier, Renate: Frühlingsgedichte im Eimer. "Lese-Eimer" als Möglichkeit der Präsentation von und Begegnungen mit Lyrik (1/037)
     
  • Hesse, Matthias/Krommer, Axel/ Müller, Julia: Ralf Schmerbergs POEM: Lyrik wird Film. Eine mediale Herausforderung für die Deutschdidaktik (1/041)
     
  • Rezensionen / Aus der AG Jugendliteratur und Medien / Berichte, Hinweise und Mitteilungen

         Schulbibliothek aktuell

  • Dahm, Klaus: Schulmediothek.de - das neue Portal zum Thema Schulbibliothek ist online (1/065)

  • Lange-Bohaumilitzky, Ingrid: Fortbildung in Südtirol (1/068)

  • Schneider, Ronald: Bestandsaufbau in Schulbibliotheken: Neue Maßzahlen und Richtwerte der DBV-Expertengruppe "Bibliotheken und Schule" (1/071)

  • Sühl, Hanke/Jordan-Bonin, Eva von: "Liest du schon oder suchst du noch aus?": Kinder wählen selbstständig Medien für ihre Schulbibliothek aus (1/074)

  • Ebert, Gabriele: "Liebe - Love - L'Amour": Öffentlichkeitsarbeit der Bibliothek/Mediothek im Kreis-Berufsschulzentrum Biberach (1/078)

  • Fisch, Georg: Lehrerfortbildung in der Bibliothek: eine Aktion zum Thema Leseförderung der Stadtbibliothek Straubing (1/078b)

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Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW
Redaktion: Prof. Dr. Petra Josting, eMail: petra.josting  (ad) ajum.de
Prof. Dr. Caroline Roeder, eMail: caroline.roeder (ad) ajum.de
Ricarda Dreier, eMail: ricarda.dreier (ad) ajum.de

(Dr. Jörg Knobloch, eMail: joerg.knobloch (ad) ajum.d
(Dr. Gudrun Stenzel, eMail: gudrun.stenzel (ad) ajum.de)