Pressemeldung: Martin Petersens EXIT SUGARTOWN erhält den Heinrich-Wolgast-Preis der AJuM in der GEW 2017


Am 4. November 2017 wurde auf der Sitzung des Gesamtvorstandes der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) in der GEW der diesjährige Preisträger des Heinrich-Wolgast-Preises verkündet. Der mit 2.000 € dotierte Preis zeichnet im zweijährigen Turnus Kinder- und Jugendbücher aus, die sich in besonderer Weise der Darstellung von Arbeitswelten in der Kinder- und Jugendliteratur verpflichtet haben. Der Heinrich-Wolgast-Preis wurde 1986 vom Bildungs- und Förderungswerk (BFW) der Gewerkschaft Erziehung (GEW) im DGB e.V. gestiftet.

Aus den ca. 150 Einsendungen zahlreicher Kinder- und Jugendbuchverlage hat sich die Jury schließlich für ein ganz besonderes Buch entschieden:

Bibliographische Angabe
Martin Petersen: Exit Sugartown
Aus dem Dänischen von Friederike Buchinger

Hamburg: Dressler Verlag, 2016
ISBN: 978-3-7915-0007-2
Ab 14 Jahre

Aus der Begründung der Jury
Die siebzehnjährige Dawn hat genug von der aufzehrenden, aber letztlich ertraglosen Arbeit und dem ärmlichen Leben in Sugartown. In der Hoffnung auf ein einträglicheres Einkommen und ein besseres Leben in City, einer reichen Stadt jenseits des Meeres, legt sie ihr Schicksal schließlich in die Hände von Fluchthelfern, die ihr einträgliches Geschäft freilich nicht aus reiner Menschenliebe betreiben. Es folgt eine Reise voller Strapazen und Gefahren, in der natürliche wie auch von Menschen geschaffene Grenzen und Hindernisse überwunden werden müssen. Endlich in City angekommen, wird ihr Traum, sich und ihrer Familie durch eine menschenwürdige Arbeit eine gesicherte Existenz zu ermöglichen, jedoch auf eine harte Probe gestellt.
EXIT SUGARTOWN ist engagierte Jugendliteratur im besten Sinne: Ganz ohne Pathos, Moralisierung, platte Schuldzuweisung und stereotype Feindbilder, direkt, unmittelbar und schonungslos. Martin Petersen nutzt für seine Geschichte einen lakonisch-nüchternen, fast journalistisch präzisen Erzählton, den er seiner Protagonistin in den Mund legt. Dabei wirkt die Erzählweise weder neutral noch unbeteiligt. „Gerade wegen seiner Sachlichkeit berührt und schockiert dieses Jugendbuch zutiefst. Anhand eines individuellen Schicksals macht es auf zentrale und skandalöse gesellschaftliche Missstände aufmerksam, die strukturelle Ursachen haben und einer dringenden Lösung bedürfen“, so Mario Zehe, Vorsitzender der Jury.

Neben dem Preisträger wurden weitere zehn Bücher verschiedener Gattungen und Altersstufen für den Preis nominiert. Eine ausführliche Jurybegründung inkl. Übersicht über die Nominierungen finden Sie
===> hier , die Abschrift eines Interviews mit dem Autor ist einem Artikel der E&W 2/2018 mit freundlicher Genehmigung der Redaktion entnommen (===> hier).

Die feierliche und öffentliche Übergabe des Preises findet am 2. März 2018 um 18:30 Uhr in der Hamburger Zentralbibliothek (Hühnerposten 1, 20097 Hamburg) statt.

 

Martin Petersen (© Foto: Pia Sørensen)

 


Zum Autor
Martin Petersen wurde 1950 in Kopenhagen geboren, arbeitete lange Zeit als Lehrer und in der Kinder- und Jugendhilfe. Seit 1989 ist er außerdem als Schriftsteller tätig und hat seitdem elf Romane für Kinder und Jugendliche veröffentlicht.
 

 

Der Jury 2016/2017 gehörten an:
    Mario Zehe (Leipzig)
    Sabine Arndt (Weimar)
    Rebekka Starkloff (Altenburg)
    Prof. Dr. Michael Ritter (Halle/Saale)