Der LesePeter
des Monats
November 2015

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Carolin Seck & Gunnar Dickfeld

 
      für das Sachbuch  
      Ata und Ri im Reich der Steine  
         
         
         
         
     

Carolin Seck & Gunnar Dickfeld:
Ata und Ri im Reich der Steine

Illustrationen von Jan-Peter Schmitten
Frankfurt: Brett und Stein 2015
25 S * 14,90 € * ab 7 J

 

 
 

 

Auf den ersten Blick würde man das Buch für ein ganz normales Bilderbuch halten. Aber schon bald merkt der Leser, dass es mehr als das ist, denn es enthält die Anregung zu einem Spiel, das äußerst kreativ und selbst bestimmend umgesetzt werden kann.
Es sind gerade Sommerferien, und die beiden Kinder Ata und Ri, eigentlich Antonia und Richard, beschließen, den alten Fischer zu besuchen, denn dort gibt es immer etwas zu erleben. Der alte Fischer schlägt vor, ein eigenes Spiel zu erfinden und los geht’s. Schnell wird aus einem alten Fischernetz ein Spielfeld und als Spielsteine dürfen Muscheln und Steine herhalten. Aber dann zieht ein Gewitter auf und alle drei werden plötzlich mit Blitz und Donner ins Reich der Steine katapultiert. Dort müssen sie drei Aufgaben, die im Zusammenhang mit ihrem Spiel stehen, lösen, um wieder in ihre Welt zurückzugelangen. Am Ende geben sie ihrem erfundenen Spiel auch einen eigenen Namen, der sich natürlich aus den Namen beider Helden zusammensetzt und das nun Atari heißt.

Das im Buch beschriebene Spiel basiert auf einer einfachen Version des aus Ostasien stammenden Spiels „Go“ und man merkt den Autoren Carolin Seck und Gunnar Dickfeld die Freude am Spiel durchgängig an. Gunnar Dickfeld ist selbst begeisterter Go-Spieler und hat schon viele Turniere sehr erfolgreich bestritten.

Text und Illustrationen bilden eine Einheit. Situationen und Stimmungen werden in den Bildern verdeutlicht. Es regnet und die Stimmung ist gedrückt, wie an den Gesichtern der Kinder erkennbar ist. Aber dann haben sie es sich zusammen mit dem Fischer vor dem Kamin auf dem Teppich bequem gemacht, und die Welt ist wieder in Ordnung. Das Gewitter kann man beim Blick aus dem Fenster verfolgen. Durch einen magischen Strudel werden sie schließlich in das Spiel hinein geschleudert. Die Steine empfangen die Eindringlinge ziemlich mürrisch. Dieser Gemütszustand wurde zeichnerisch gut umgesetzt und spiegelt sich in den Gesichtsausdrücken der beiden Anführer, am Krönchen erkennbar, wider. Die Spielstellungen hat der Illustrator Jan-Peter Schmitten in kleineren Bildern auf die ein- bzw. auch doppelseitigen großformatigen Bildern, ähnlich wie Sprechblasen beim Comic, eingeschoben. Die Zeichnungen insgesamt sind übersichtlich, prägnant und durch schwarze Konturen gut abgegrenzt.

Mithilfe der liebevoll gestalteten Zeichnungen und des kurzen überschaubaren Textes werden die Leser animiert, das Spiel selbst zu testen. Die Grundregeln werden mit einer kleinen Geschichte erklärt und anhand von Aufgaben verdeutlicht. Die Spielsituationen können mithilfe des Spielplans, der dem Buch beigefügt ist, ganz schnell selbst nachgestellt werden. Man benötigt lediglich die Spielsteine. Dafür geeignet sind beispielsweise Glassteine, die es in vielen Farben gibt, aber auch ganz normale Steine, Knöpfe, Muscheln oder die Spielsteine von einem Dame-Spiel – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Eine Anzahl an Spielsteinen wird nicht angegeben, aber es dürften maximal 20 Steine pro Spieler ausreichen. Ich habe das Spiel selbst mit einer 3. Klasse mit großem Erfolg getestet. Die Regeln sind einfach und leicht verständlich und besonders clevere Kinder werden den Dreh schnell raus haben, um den Gegner zu umzingeln.
Die Intention der Autoren, dass Kinder das Spiel zusammen mit Ata und Ri entdecken, ist voll und ganz gelungen. Das Spiel wird den Kindern nicht fertig vorgesetzt, vielmehr werden sie ermutigt, sich selbst auszuprobieren. Damit erhalten sie den Aha-Effekt, wenn das Spiel am Ende auch wirklich funktioniert und es einen Sieger gibt. Die Idee und die Umsetzung, die Anleitung für ein Spiel in eine Bilderbuchgeschichte zu integrieren, ist großartig und sehr gelungen. Das Spiel ist ideal für Grundschüler geeignet und überall einsetzbar.

 

 

 zum Autor / zur Illustratorin


 

Gunnar Dickfeld ist Jahrgang 1976 und leidenschaftlicher Go-Spieler. Go ist ein sehr altes Spiel aus dem fernen Asien. Die vereinfachte Variante des Atari-Go ist das Spiel, das Ata und Ri in ihrem ersten Abenteuer entdecken.
Er hat bereits andere Bücher über das Brettspiel geschrieben. Wenn er kein Go spielt, dann arbeitet er in einer Bank und muss dort auch knifflige Aufgaben lösen.
2007 gründete er den "Brett und Stein" Verlag für die Publikation deutschsprachiger Go-Literatur.

 

 

Carolin Seck spielt auch gern Go. Sie hat sich gemeinsam mit Gunnar Dickfeld das Abenteuer von Ata und Ri ausgedacht. Sie ist Grundschullehrerin aus Leidenschaft und kann sich keinen schöneren Beruf vorstellen. Es macht ihr auch großen Spaß, Kindern die Welt des Go-Spiels näher zu bringen.

 

(c) Fotos mit frdl. Genehmigung der Autoren

 

 

(ika für die AJuM der GEW)

 

 

       

 

       

 

 

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

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(01/05/09)

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