Der LesePeter
des Monats
Januar 2011

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

 

geht an Albert Wendt

 
      für das Kinderbuch  
      Bummelpeters Weihnachtsfest  
         
         
         
         
     

Albert Wendt
Bummelpeters Weihnachtsfest

Bilder von Anne Ibelings
Jungbrunnen Verlag, Wien, 2010
ISBN 978-3-7026-5820-5
45 S * 12,90 € * ab 6 J

 

 
 

 

Peter erlebt die Weihnachtsgeschichte - und ist gar nicht glücklich damit. Er geriet am Heiligen Abend in Not und wird an allen Türen abgewiesen. Im Schafstall findet er endlich Zuflucht. Doch wären da nicht die rettenden Engel - der Schäfer, der Notarzt, die Krankenschwestern - die heilige Nacht wäre nicht gut ausgegangen für den kleinen Jungen.
Im Krankenhaus nimmt sich eine robuste Oberschwester seiner an: "Mir stirbt am heiligen Abend kein Kind", so bringt sie den Doktor und die Schwestern auf Trab, setzt der lieblosen Tante gehörig den Kopf zurecht und beschert dem Siebenjährigen mit ihrer Zuwendung das schönste Weihnachtsfest.
Auf wunderbar einfache und klare Weise schrieb Albert Wendt ein märchenhaftes Kinderbuch über die schönste Zeit des Jahres.

Wie es dazu kommt, ist schnell erzählt: Die Tante kommt erst spät von der Arbeit und Peter muss solange draußen in der Kälte warten. Während er zusieht, wie in den Fenstern ringsum die Lichter entzündet werden, stürzt er in ein Eisloch im Dorfteich. Die großen Jungen wollen ihm heraushelfen, doch dann schicken ihn alle – tropfnass - nach Hause. Niemand hört ihm zu, wenn er erzählt, dass er noch nicht heim gehen kann. Immer wieder bittet er umsonst um Hilfe, bis er am Ende nur zwischen den Schafen ein wenig Wärme bekommt. Sonst gibt es keine Herberge für den Jungen. 

Der Schäfer, der ihn halb erfroren findet, bringt ihn mit seinem Schlitten ins Krankenhaus, wo sich eine robuste Oberschwester des Jungen annimmt: "Mir stirbt am heiligen Abend kein Kind" – so bringt sie den Doktor und die Schwestern auf Trab, setzt der lieblosen Tante (die den Kleinen wohl auch oft schlägt) gehörig den Kopf zurecht und beschert dem Siebenjährigen mit ihrer Zuwendung das schönste Weihnachtsfest, das er hätte haben können.

 

Ein alter Peter erzählt diese Geschichte über das Leben und den Tod seinem Enkel und dessen Freunden viele Jahre später unter dem Weihnachtsbaum. Ein kurzer Rahmen leitet die Geschichte um Bummelpeter ein und beendet sie, holt sie sprachlich und inhaltlich in die Gegenwart, während die eigentliche Handlung märchenhaft in der Vergangenheit ruht. Träume in märchenhaftem Gewand, Spaziergänge an der Hand des Gevatter Tod und eine märchenhaft angepasste Sprache geben der Erzählung ein nebelhaftes Kleid, das die Härte der Situation (das Kind an der Schwelle des Todes) mildert, aber nicht verschleiert.

Der Nachsatz in der Rahmenhandlung macht mehr als schmerzhaft deutlich: Der Gedanke der Weihnachtsgeschichte ist damals wie heute mitten unter uns. Er darf nicht auf die heilige Nacht vor vielen hundert Jahren beschränkt werden, sonst verliert er seinen Sinn.
Auf wunderbar einfache und klare Weise erzählt Albert Wendt. Er lässt weg, was nicht gesagt werden muss und erzählt, wo man leicht etwas übersehen könnte. Er macht die Geschichte authentisch, sehr ernsthaft, ohne Klamauk oder Kitsch.
Die farbigen Zeichnungen von Anne Ibelings, im Stil knorrig und kantig, mit einem sepiafarbenen Grundton, in der Anordnung collagenhaft, treffen einzigartig die märchenhafte Stimmung. Die Motivwahl erinnert an eine Mischung aus dem "Mädchen mit den Schwefelhölzchen", der "Schneekönigin" und "Gevatter Tod". Selbst die eigenwillige Form der Gesichter erinnert an eine längst vergangene Zeit der Kinderbuchillustrationen.
Ein wunderbares Kinderbuch über die – hoffentlich – schönste Zeit des Jahres, das man allen Menschen ab etwa 6 Jahren durchaus zumuten kann.

 

 

Albert Wendt
Albert Wendt (geb. 1948) lebt seit fünfundfünfzig Jahren in einem Dorf bei Leipzig. Dort sitzt er unterm Apfelbaum, bei schlechtem Wetter in einem Häuschen daneben, und schreibt Märchen. Seine Freunde ernähren ihn mit Büchern, Käse und saurem Wein.

 Albert Wendt (* 27. Februar 1948 in Borsdorf bei Leipzig) ist ein deutscher Dramatiker und Kinderbuchautor.
Er arbeitete als Heizer, Traktorist, Schlosser und Bühnenarbeiter und studierte einige Semester Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig. Heute schreibt er Aphorismen, Kinderbücher, Theaterstücke und Hörspiele. Für „Der Fahrer und die Köchin“ wurde er 1980 mit dem DDR-Hörspielpreis der Kritiker ausgezeichnet, für sein Kinderhörspiel Adrian und Lavendel erhielt er 1990 den DDR-Kinderhörspielpreis.2003 schrieb er das poetische Märchen „Prinzessin Wachtelei mit dem goldenen Herzen“, welches auch als Theaterstück gespielt wird. Wendt lebt in Kleinpösna bei Leipzig, ist verheiratet und hat fünf Söhne. (© Wikipedia)
© Jungbrunnen-Verlag

  

Anne Ibelings
wurde 1982 in Bielefeld geboren. Sie absolvierte Praktika an der Musik- und Kunstschule Bielefeld und am Alarmtheater im Bereich Bühnenbild. Ihr Studium absolvierte sie an der Fachhochschule Münster mit dem Schwerpunkt Illustration. Seit 2009 arbeitet sie als freiberufliche Illustratorin und Grafikerin in Dresden.
Seit ihrem Studienabschluss 2008 widmet sich Anne Ibelings neben eigenen Ausstellungs- und Buchprojekten unterschiedlichen Auftragsarbeiten.
Sie übernimmt die Gesamtgestaltung eines Gartenkalenders, gestaltet Plakate, Postkarten, CD-Cover und Webseiten und illustriert Kinderbücher . Nebenher engagiert sie sich in der Illustratorenorganisation Dresden und gibt Illustrationskurse.(© http://illustrakt.de/ueber_mich.htm)
© Jungbrunnen-Verlag

 

(bj & lr für die AJuM der GEW)

 

 

       

 

       

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch    

(01/05/09)

  (bj&lr)
Jugendbuch     (02/06/10)   (cjh&tk)
Sachbuch     (03/07/11)   (gas)
Bilderbuch     (04/08/12)   (uhb)
         
 
         
     

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