Der LesePeter des Monats Januar 2017
geht an
Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner
für das Kinderbuch

Max und die Wilde Sieben: Die Drachenbande

 
 

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel.

     
         
     

Lisa-Marie Dickreiter & Winfried Oelsner
Max und die Wilde Sieben: Die Drachenbande
Illustrationen von Ute Krause
Hamburg, Oetinger, 2016
978-3-7891-3338-1
256 S * geb * 12,00 € * 8 bis 10 J

 

 
 

 

Wer würde vermuten, dass auf Burg Geroldseck, einem Altenheim, vier Detektive wohnen? Die vier ungewöhnlichen Ermittler (ein Junge und drei Alte) verstehen ihr Handwerk meisterhaft. Als Kater Motzkopf und weitere Tiere verschwinden, folgen sie den Spuren der gemeinen Drachen-Bande und stecken bald in einer brenzligen Situation. Ob das gut ausgeht? Humorvoll, spannend und dennoch tiefgründig und emotional hat diese Detektivgeschichte einiges zu bieten.

Max ist ein 9 jähriger Junge, der an einem für sein Alter sehr ungewöhnlichen Ort wohnt, einem Altenheim. Dieses befindet sich auf einer alten Burg und seine Mutter verdient als Altenpflegerin den Lebensunterhalt für die beiden. Die Mahlzeiten nimmt Max am Tisch Nummer 7 zu sich, an dem außer ihm der emeritierte Biologie-Professor Kilian, der ehemalige Fußballtrainer Horst und die inzwischen in die Jahre gekommene Schauspielerin Vera sitzen. Zusammen sind sie die Wilde Sieben, ein flottes Detektivquartett, das bereits in den beiden vorherigen Bänden mit „Max und die wilde 7“ knifflige Detektivfälle lösen konnte. In diesem Band verzieren gleich nach dem Inhaltsverzeichnis Illustrationen mit Vermisstenanzeigen von Tieren eine Doppelseite und lassen unschwer erkennen, welche Art von Rätsel es diesmal aufzuklären gilt. Eine Bande entführt Katzen und Hunde und wenig später ist auch Max' Kater Motzkopf verschwunden. Doch Max hat den Motorradfahrer und einen Mann mit Drachen-Tattoo gesehen und da die Polizei nicht ermitteln will, nimmt der Junge gemeinsam mit den drei Oldies die Jagd nach der Drachen-Bande auf.

„Die Drachen-Bande“ ist eine Detektivgeschichte, die Kinder und erwachsene Vorleser (sofern sie noch vorlesen) überzeugt. Während die Leser fleißig mitraten und Vermutungen über die Täter und deren Motiv entwickeln, werden sie mit viel Humor bestens unterhalten. Besonders die schrulligen Alten mit ihren Eigenheiten geben immer wieder Anlass zum Schmunzeln. Wiederholt liefern sich Kilian, Horst und Vera lautstarke Wortgefechte, so dass Max die Rolle des Schlichters einnimmt und sich erwachsener als die drei Alten benimmt. Dabei schwingt stets ein liebevoller Ton mit, denn jeder weiß, was er am anderen hat, und im Ernstfall halten sie natürlich zusammen. Weitere Figuren wie der Lehrer Herr Weber oder Oberschwester Cordula sind mit ihrer Strenge überspitzt und komisch dargestellt und so mancher (Spitz-)Name wie Motzkopf, Herr Mieseweber oder Oma Schlimmi gibt bereits Auskunft über den Charakter der entsprechenden Person, führt aber an anderer Stelle schnell auf die falsche Fährte. Polizeimeister Poschke hinterlässt ebenfalls kein gutes Bild und der besser informierte Leser möchte am liebsten ins Geschehen eingreifen und ihn davon überzeugen, die Ermittlungen aufzunehmen.

Neben seinem vermissten Kater beschäftigen Max weitere Sorgen. Eine davon heißt Ole, geht in seine Klasse und macht Max und weiteren MitschülerInnen das Leben schwer. Dank der klugen Ratschlägen seiner altersweisen Freunde findet er Wege, sich gegen das Mobbing zu wehren und fährt kleine Siege gegen Ole ein. Deutlich stärker belastet ihn ein Geheimnis seiner Mutter, das er zufällig lüftet. Die darauffolgende Eskalation zwischen Mutter und Sohn ist für beide Seiten verletzend und Max kann sich glücklich schätzen, dass er in schwierigen Situationen auf die drei Alten zählen kann. Damit weist die Erzählung drei Handlungsstränge auf, die einander abwechseln und teils gekonnt miteinander verwoben sind. Ihre zeitversetzten Spannungsbögen halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Im Gewand einer humorvollen Detektivgeschichte wird ein relevantes Thema unserer überalternden Gesellschaft transportiert. Statt wechselseitigem Unverständnis, das die Basis für Generationskonflikte zwischen Jung und Alt bildet, zeichnet diese Erzählung einen Weg, von dem beide Seiten profitieren, ohne bestehende Konfliktpotentiale zu negieren. So zeigt dieses Kinderbuch, wie wertvoll ein Austausch zwischen den Generationen für alle Beteiligten sein kann.
 

 

zur Autorin, dem Autor und der Illustratorin

Lisa-Marie Dickreiter wurde 1978 in Furth im Wald (Bayern) geboren und wuchs im Schwarzwald auf. Nach dem Abitur absolvierte sie ein Drehbuchstudium an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg. 2006 schloss sie das Drehbuchstudium mit Diplom ab. Ihr Debütroman „Vom Atmen unter Wasser“ erschien 2010 im Berlin Verlag und wurde 2008 mit Andrea Sawatzki, Thorsten Merten und Adrian Topol für SWR/arte verfilmt. 2014 erschien ihr erster Roman für Kinder "Max und die Wilde Sieben - Das schwarze Ass", 2015 der zweite Band ("Max und die Wilde Sieben - Die Geister-Oma").
Lisa-Marie Dickreiter lebt und arbeitet als freie Autorin in Berlin. Sie gibt regelmäßig Schreibworkshops für Kinder und Senioren.
(Quelle: http://www.lisamariedickreiter.de/autorin )
(c) für das Foto: Winfried Oelsner
 

Winfried Oelsner wurde 1972 in Marl (NRW) geboren. Nach dem Abitur studierte er Film- und Fernsehwissenschaften, Geschichte und Politik in Bochum und Köln.
Anschließend absolvierte er an der Filmakademie Baden-Württemberg in Ludwigsburg ein Regie-Studium für Spielfilm und Dokumentarfilm. 2003 schloss er das Studium mit Diplom ab.
Winfried Oelsner lebt und arbeitet als Regisseur und Autor für Spielfilm und Dokumentarfilm in Berlin und im Schwarzwald und hat mit Lisa-Marie Dickreiter zusammen die Kinderbuchreihe "Max und die Wilde Sieben" geschrieben.
(Quelle: http://www.winfriedoelsner.de/ueber-mich )
(c) für das Foto: Frederik Walker
 

Ute Krause, 1960 in Berlin geboren, wuchs u.a. in der Türkei, Nigeria, Indien und den USA auf. An der Berliner Kunsthochschule studierte sie Visuelle Kommunikation, in München Film und Fernsehspiel. Ute Krause ist als Schriftstellerin, Illustratorin, Drehbuchautorin und Regisseurin tätig. Sie hat zahlreiche Bilder- und Kinderbücher veröffentlicht, die in viele Sprachen übersetzt und für das Fernsehen verfilmt wurden. Ute Krause wurde u.a. von der Stiftung Buchkunst ausgezeichnet und für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.
(Quelle: http://www.ute-krause.com )
(c) für das Foto: Tomasz Poslada

 

 

 

(anna für die AJuM der GEW)

 

 

       

 

       

 

 

 

 

Die Auszeichnung LesePeter wird monatlich vergeben von der

Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (AJuM) der GEW

abwechselnd in den Sparten
 

Kinderbuch     (01/05/09)   (anna)
Jugendbuch     (02/06/10)   (hj&sk&ba)
Sachbuch     (03/07/11)   (ika)
Bilderbuch     (04/08/12)   (uhb)
         
 
         
     

Hier finden Sie die bisher mit dem LesePeter ausgezeichneten Titel...

...und hier Zusammenstellungen zum Herunterladen.

 

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