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Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien der GEW, c/o Ulrich H. Baselau, Osterstr. 30, 26409 Wittmund

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Autor:
Nöstlinger, Christine    
Titel:
Das große Nöstlinger Lesebuch
ISBN:
978-3-407-79996-8  
Übersetzer:
Originalsprache:
Illustrator:
viele
Seitenanzahl:
288
Verlag:
Beltz, Weinheim
Gattung:
Erzählungen
Reihe:
Jahr:
2011
Preis:
14,95 €   Buch: Hardcover
       
Inhalt:
35 Geschichten sind hier zusammengefasst worden. Vielleicht um die Lesereihenfolge beliebig zu machen, ist das Inhaltsverzeichnis ungewöhnlicherweise alphabetisch sortiert und nicht nach Seitenzahlen. Einige Geschichten sind gereimt, andere nur knapp eine Seite lang, wieder andere mehr als 10. Allen gemein sind (viele) wunderbare Illustrationen und ein Inhalt, der "sich lesen lassen kann"!
[uhb Niedersachsen]
       
Lesealter:
4 - 13 Jahre
Einsatzmöglichkeiten:
Wolgast Preis:
Nein
Bewertung:
sehr empfehlenswert
Schlagwörter:
       
Anmerkungen:
       
Beurteilungstext:
Ein echtes Vorlesebuch, das allerdings manchmal den Vorlesern gar nicht so hundertprozentig gefällt, denn im Zweifelsfall steht Christine Nöstlinger immer auf der Seite des Kindes. Das beginnt bereits in der ersten Geschichte, in der die heile Familie gezeigt und aus der Sicht des Mädchens beschrieben wird. "Alle sind zufrieden mit mir" heißt die Geschichte und zeigt lächelnde Gesichter (aber keine Hände) von Mama, Papa, Oma, Bruder und des Mädchens. Aber es ist keine heile Welt, denn niemand fragt, ob das Mädchen denn auch mit den anderen zufrieden ist (was sie nicht ist). Da stutzen wir zum ersten Mal und bemerken, dass das Leben nicht nur in eine Richtung fließt, sondern (anders als ein Fluss) auch zurück. So geht es auch mit der fantastischen zweiten Geschichte mit der nervigen kleinen Schwester ("Das will Jenny haben!"), wo diese erst nach vielem Nachgeben ein "Jenny, halt den Mund!" erhält.
Aber so einfach sind die Geschichten nicht auszumachen. Christine Nöstlinger gelingt es immer wieder, uns zu überraschen mit ihren "geraden" Gedanken, denn wir selbst sind inzwischen gewohnt, in irgendwelchen Bahnen zu denken, die die Autorin wunderbar durchbricht. Das sieht man zum Beispiel bei Thomas, der bestimmten Ansprüchen der Verwandtschaft genügen soll. Nur die Nachbarin hält sich da raus. Als Thomas sie allerdings als Ersatz für Mutter, Vater, Schwester, Großmutter und Tante erwählt, da zeigt sich diese als genauso "neutral", sie will ihn überhaupt nicht haben.

Ihre Geschichten? Liegen auf der Straße und auf der Hand! Manchmal auch im Werbekatalog. Da wird das Glück versprochen, wenn man einen Zimmerspringbrunnen erwirbt. "Einmal die Woche würde ich mir … ein bisschen Glück leisten", aber was soll man schon mit 52 Zimmerspringbrunnen pro Jahr anfangen?

Die Sonderauflage dieser Geschichten verdanken wir dem 75. Geburtstag von Christine Nöstlinger und dem Verlag, der sie aus diesem Grund veröffentlicht. Solche Geschichten werden nicht alt, und es wird noch viele andere Gründe geben, sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, gemischt mit den Geschichten, die Christine Nöstlinger noch einfallen werden. Sie wird ja nicht einfach Schluss machen, oder?

[uhb Niedersachsen]
  
       

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